Tag: Eisenbahn

17./18. Feb.: Im Gepäckwagen nach Ban Krut und zurück mit dem Rennrad

Marco ist Lokführer bei der Rhätischen Bahn, ein Eisenbahnfan der Sonderklasse, der sogar die hübscheste Frau übersieht, wenn eine stinkende Schwer-Oel-Lokomotive der State Railway of Thailand (SRT) vorbeifährt.

Er ist aber auch Miglied bei den „Hua Hin Roadies“, der Rennrad fahrenden Farangs. So lag es nahe, beide Interessen zusammenzufügen: Mit der Eisenbahn nach dem südlichen Ban Krut und mit dem Rennrad zurück nach Hua Hin zu fahren

Man muss nun wissen, dass Rennräder in Thailand nur in einem Gepäckwagen transportiert werden dürfen. Täglich fährt aber nur je 1 Gepäckwagen in den Süden resp. den Norden nach Bangkok. Kurz vor 12 Uhr Mittag war die Abfahrt in Richtung Süden geplant, aber wie üblich in Thailand hatte der Zug Verspätung. Es war aber nur 1 Stunde. Kurz vor 13 Uhr war es soweit.

Noch etwas zum Ticket Preis von 110 THB (entsprechend etwa SFr. 3.50) für die rund 3 stündige Fahrt. Der einzelne Passagier kostete 30 THB und das Rennrad 80 THB.

Nach einem letzten Foto vor dem königlichen Wartehaus in Hua Hin wurden wir von einer Delegation der „Touristen-Polizei“ verabschiedet. Diese ist für das Wohl und den Schutz der Touristen verantwortlich. Sie sprechen recht gut englisch und verstehen manchen Spass.

Dann galt es innert kurzer Zeit unsere 5 Rennräder in den Gepäckwagen einzuladen, denn der Zug plante nur einen kurzen Aufenthalt von wenigen Minuten.

Unterwegs im Gepäckwagen

Unsere Gruppe bestand aus dem Kurt Gschwend, Marco Berger, Hans Litschi, Francois Bergamo und mir

Im Gepäckwagen machten wir uns gemütlich. Er war der letzte Wagen des Zuges und hinten offen. Alkohol war verboten, aber Marco und Kurt hatten vorher Bier eingekauft.

Beschriftungen im Zuge

Die fremdländischen beschrifteten Wagen und Tafeln waren spannend und regten zum Lesen an.

Das linke Bild war oberhalb des Durchganges vom einem Wagen zum anderen angebracht und sollte vor dem abenteuerlichen Weg zwischen zwei Wagen warnen.

Das rechte Bild zeigt die Notbremse. Ein Kabel mit einem Holzgriff, das bei Zug die Bremsung auslösen soll. Ich erinnere mich, auch wir in der Schweiz hatten in früheren Zeiten solche „Seil-Notbremsen“

Infrastruktur-Bauten unterwegs

Auf der ganzen Strecke sahen wir die grossen Anstrengungen der thailändischen Staatsbahnen, um die abenteuerliche einspurige Eisenbahnstrecke in den Süden auf Vordermann zu bringen: Sie wird auf 2 Spuren ausgebaut, die meisten alten Bahnhöfe, die noch aus bemaltem Holz waren, werden abgerissen und durch moderne Betonbauten erneuert. Zudem werden die meisten Bahnübergänge durch Brücken ersetzt.

Als Marco die untenstehende Weiche sah, war er entsetzt. In der Schweiz und in den meisten zivilisierten Ländern dürfte eine solche Weiche nicht installiert werden. „Man stelle sich vor, ein Betrunkener oder ein Krimineller verstellt die Weiche!“ Aus diesem Grund muss dies bei uns mit einer roten Klammer gut sichtbar abgesichert werden!

Zur Zeit ist diese rund 500m lange Fussgängerbrücke (links auf dem Bild) unbenutzt. Sie führt noch nirgends hin. Unten durch wird die zweispurige Eisenbahn- und auch die geplante Hochgeschwindigkeitsline führen. Erst in ein paar Jahren, wenn der jetzige bewachte Bahnübergang geschlossen wird, müssen die Fussgänger diesen langen und beschwerlichen Weg auf sich nehmen.

Fahrt nach und Abend in Prachuap Khiri Khan

Durch die Zugsverspätung kamen wir in zeitliche Schwieigkeiten, denn wir wollten noch am selben Tag bei Tageslicht von Ban Krut nach Prachuap Khiri Khan radeln. Es war 16 Uhr und 70 km lagen vor uns. Dies ist auch einer der Gründe, dass wir keine Zeit für Fotos ab Rennrad hatten. Wir fuhren mit vollem Tempo zu unserem Uebrnachtungsziel dem Hotel „Zea Zide“ direkt am Strand

17. Feb. 2020 Prachuap Khiri Khan

In einem typischen Thai-Lokal gabs Pad Thai und für jeden mindestens 2-3 grosse Chang Bier, unsere Belohnung für die Fahrt. Als wir die Rechnung verlangten, bezahlten wir 720 THB (das sind etwa SFr. 25.–)

Wandbild aus dem Thai-Lokal in Prachuap Khiri Khan

Leider zeigten dann die Wetter-Apps, dass wir für den folgenden Tag mit schlechtem Wetter und Schauern rechnen mussten. 110 km wäre die Strecke nach Hua Hin gewesen. Wir entschlossen uns, erstmals darüber zu schlafen und beim Frühstück zu entscheiden.

18. Feb: Rückfahrt nach Hua Hin

Blauer Himmel begrüsste uns am morgen früh. Unsere Stimmung war geteilt, denn die WetterApps sagten um 11 Uhr mehrstündigen Regen voraus. Dennoch entschieden wir zu fahren. Um 8 Uhr starteten wir. Alles ging bestens bis nach 45 km kurz vor Kuiburi sich eine schwarze Regenwand aufbaute und sich über uns entlud.

Wir brachen unser Vorhaben, mit dem Rennrad nach Hua Hin zu fahren, ab. Wir versuchten am nächstgelegenen Bahnhof Kuiburi den einzigen Zug mit Gepäckwagen in Richtung Hua Hin zu erwischen. Wir hatten extremes Glück, der Bahnhof war nur 5 km entfernt und der Zug kam pünktlich nach 1 Stunde warten. Wir waren froh, denn damit mussten wir nicht bei strömendem Regen noch 3 Stunden auf dem Sattel sitzen.

Im Gepäckwagen zogen wir uns trockene Kleider an und genossen die zweite Zugfahrt, diesmal in Richtung Hua Hin. Es waren zwei Traum-Tage. Obwohl wir den einzigen Regentag der letzten 4 Monate erwischt hatten! Nächstes Jahr wollen wir dieses Abenteuer wiederholen.

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High Speed Train – Hochgeschwindigkeitszug Bangkok – Hua Hin

State Railway of ThailandSRT) ist das staatliche EisenbahnunternehmenThailands, das ein Schienennetz von 4’487 Kilometer Länge unterhält. Die SRT ist mit rund 26’000 Angestellten das größte staatliche Unternehmen Thailands.

Das Schienennetz ist in einem durchschnittlichen Zustand und fast überall eingleisig. Es ist sternförmig angeordnet mit dem zentralen Knoten Bangkok. Es erlaubt dennoch teilweise Geschwindigkeiten bis 120 km/h. Eine Fahrt von Bangkok nach Hua Hin im „Ausländer-Schnellzug“ dauert um die 4 Stunden.

Hinweis: Dieser Bericht ist hierarchisch aufgebaut, Die aktuellsten und neuesten Bilder sind am Schluss des Berichtes zu finden

Thailands Visionen

Thailand will nun doch noch auf den Zug aufspringen – und das im wahrsten Sinn des Wortes. Die Planung und Realisierung von Hochgeschwindigkeitszügen zwischen Thailand und den Nachbarländern wird zügig vorangetrieben.

Bereits im 2012 wurde mit der Planung begonnen. Doch jetzt, im Juli 2018, wurde das erste Ziel erreicht. Der Bau der „Trans-Asean Line“ hat begonnen. Ab Bangkok kann man künftig mit sogenannten „Bullet Trains“ super schnell nach China, Malaysia, Laos, Kambodscha und Vietnam gelangen.

Vier Strecken mit einer Länge von 3193 Kilometern sind geplant, welche von Bangkok aus Südostasien und China auf dem Landweg miteinander verbinden sollen

  • Bangkok-Nong Khai (873 Km). Nong Khai liegt an der Grenze zu Laos; von dort aus verkehrt dann ein weiterer Zug ins nahe gelegene Vientiane und von dort aus weiter nach Mohanzhen an der Grenze zwischen China und Laos. Der thailandische Streckenabschnitt wurde kürzlich in Angriff genommen und soll 2023 fertiggestellt sein. Das Fernziel ist hier natürlich die Verbindung von Bangkok nach Peking per Hochgeschwindigkeitszug.
  • Bangkok-Trat (520 Km). Trat liegt an der Grenze zu Kambodscha; von dort aus wird der Zug nach Phnom Penh und dann weiter nach Vietnam geführt, wo die gesamte Küste nordwärts in Richtung China mit Hochgeschwindigkeitszügen versorgt wird.
  • Bangkok-Padang Besar (1100 Km). Diese Strecke führt via Hua Hin und Surat Thani an die malaysische Grenze. Bangkok soll dadurch dereinst per Schnellzug mit Kuala Lumpur und Singapur verbunden werden.
  • Bangkok-Chiang Mai (700 Km): Dies ist eine rein innerthailändische «Bullet Train»-Verbindung. Damit wird das beliebte Ferienziel in Nordthailand mit einer schnellen Landverbindung an Bangkok angebunden.

Zur Zeit wird an der Infrastruktur der Eisenbahnlinie Bangkok – Hua Hin gebaut: am Hochgeschwindigkeits-Trassee und der zweiten Spur für die Normal-Züge, sowie den neuen Bahnhöfen. Wie ich Anfang 2019 vernommen habe, wurde das Geld für die Schienen und die Hochgeschwindigkeitszüge gestoppt.

Stand 15. Nov. 2018: Seit 2 Monaten wird am Hochgeschwindigkeitsnetz gebaut

Als ich Mitte Oktober 2018 von der Schweiz kommend in Hua Hin ankam, fielen mir als erstes die übergrossen Baukranen auf der aktuell einspurigen Eisenbahn-Strecke auf. Bald erfuhr ich, dass hier am Hochgeschwindigkeits-Trasse zwischen Bangkok und Hua Hin gebaut werden soll.

Etwa 10 m über dem Boden  auf Beton-Stelzen wird die Schnell-Bahn geführt. Wie ich vernommen habe, haben die Chinesen die Bauherrschaft übernommen. Die Strecke wird für eine Geschindigkeit von 250 km/h ausgelegt. Bis im 2022 soll die Strecke in Betrieb gehen. Anstatt 4 Stunden soll die 211km lange Fahrt nur noch 1,5 Stunden dauern. Ob dieser Zeitplan realistisch ist?

Dies galt im 2018. In der Zwischenzeit wurde das Budget für den Fahrbetrieb gestoppt. An der Infrastruktur für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb bis Hua Hin wird hingegen noch weitergebaut.

Links: Streckenbeschrieb Bangkok Hua Hin Mitte: Strecke um Soi 94 und Soi88. Rechts: Grafik der Hochbauten. Oben und unten je 2 Spuren

Auf dem obigen Plan sieht man, dass je zwei Spuren gebaut werden. Die Hochgeschwindigkeit-Geleise auf den Pfeilern und am Boden zwei Geleise für die langsameren Züge

Stand 24. Feb. 2019: Die meisten der Stützpfeiler sind betoniert

Jeder der Stützpfeiler steht auf einem 5 m tiefen Eisenbeton-Fundament der Grundfläche 10×10 m.

Stand 22. Okt. 2019: Die Pfeiler stehen, es fehlen die Brückenplatten

Es war die grosse Ueberraschung, als ich im Oktober 2019 zum Winter 2019/20 wieder nach Hua Hin kam, wie weit der Bau fortgeschritten war. Die Wohnbaracken der armen Leute etwas südlich von mir, sind bereits grösstenteils abgerissen. Ueber ihre ehemaligen Häuser wird das Hochgeschwindigkeits-Trasse führen

22. Okt. 2019: Pfeiler der Hochgeschwindigkeitsbahn

Parallel zur Eisenbahnstrecke zum Bahnhof Hua Hin waren viele Geschäfte, Restaurants und Bars. Diese mussten alle abgerissen werden, denn auf ihrem Gelände wird die Doppelspur geführt.

11. Nov. 2019: Abgebrochene Häuser für High Speed Train

Was mich am meisten überraschte, dass eifrig weitergebaut wird, obwohl gemäss Zeitungsberichten der weitere Bau in Richtung Süden aufs Eis gelegt wurde.

21. Dez. 2019: Querträger wurden montiert

Auf die Pfeiler wurden die vorfabrizierten Querträger montiert. Auf diese wurde die Beton-Fahrbahn eingegossen.

10. Jan. 2020 Bau Hochgeschwindigskeits strecke Eisenbahn
Jan. 2020: Bau Eisenbahn-Trasse

Jan/Feb. 2020: Abbruch der Slums

Das bisherige Trasse der Eisenbahn musste für den Ausbau massiv verbreitert werden. Die übrall in Thailand direkt neben den Gleisen stehenden Slums wurden abgerissen:

21. Jan. 2020: Abbruch für Hochgeschwindigkeits Eisenbahn

Uebrig blieben die Geisterhäuser. Die zu entfernen traute sich noch keiner.

Feb. 2020: Infrastruktur-Bauten südlich von Hua Hin

Auf einer Fahrt mit dem Zug in südlicher Richtung nach Prachuap Khiri Khan habe ich folgende neuen Infrastruktur-Bauten entdeckt:

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23. – 28. Jan. 2011: Reise mit dem „EASTERN & ORIENTAL EXPRESS“ von Bangkok via River Kwai nach Kuala Lumpur (Malaysia)

E&O Express bei der Einfahrt in den Bahnhof Hua-Hin

E&O Express bei der Einfahrt in den Bahnhof Hua-Hin

Wer erinnert sich nicht an den Film „In 80 Tagen um die Welt„, in dem der Exzentriker Phileas Fogg mit seinem Diener Passepartout mit Eisenbahn und Schiff die verrücktesten Abenteuer bewältigen musste. Meine Reise mit dem „EASTERN & ORIENTAL EXPRESS“ war ebenfalls eine Reise voller Erlebnisse und Hindernisse, dauerte aber nur 3 Tage. Ich reiste in einem LuBeim Einstieg in den E&O-Express in Bangkokxuszug von Bangkok via River Kwai nach Kuala Lumpur (Malaysia), eine Strecke von ungefähr 1400 km. Unerwartet war der Zwischenfall auf der 1-spurigen Strecke der Todesbahn zum River Kwai und dem Wang Po Viadukt, als hinter uns ein Güterzug entgleiste und die Schienen samt Unterbau zerstörte. Als Konsequenz mussten wir mehr als 1 Tag warten, bis wir weiterfahren konnten. Leider stand wie in obiger Geschichte kein Ballon zur Verfügung, mit dem wir die Unfallstrecke hätten überfliegen können.

Beim Einstieg in den E&O-Express in Bangkok

Zum Leben im „E&O Express“ gab es nichts auszusetzen. Das Essen war aussergewöhnlich und Spitze, die Betreuung erstklassig. Wir wurden auf Schritt und Tritt verwöhnt. Das Niveau der Gäste entsprach dem Zielpublikum des „E&O Express“. Die Schlafabteils mit eigenen WC- und Duschenraum waren bequem und zweckmässig. Ich hatte wenige Probleme damit, aber kritisch kann das Schlafen werden, weil der Zug unruhiger fährt als ein Schiff auf einem Fluss.

 Möchtest mehr über diese einmalige Luxusreise erfahren und sehen, dann klick auf den nachstehenden Link:

Reise mit dem „EASTERN & ORIENTAL EXPRESS“ von Bangkok nach Kuala Lumpur (Malaysia)

 

 

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