Nach meinen Berichten im Tagebuch und im Weihnachts-Newsletter über meine desaströsen Dropbox-Erlebnisse wurde ich mehrfach angefragt, volkstümlicher und weniger technisch dieses Thema zu erklären. Dem werde ich gerne nachkommen:
Ich habe in den vergangenen Wochen viel erlebt, entdeckt und bin weiser geworden. Ich habe realisiert, wie gefährlich „Cloud-Computing“ sein kann. Bei jeder Verarbeitung, bei der die Daten ganz oder teilweise auf einem externen Computer gespeichert sind, und sich nicht auf dem eigenen PC befinden, müssten die Alarmglocken laut schrillen.
Durchsuchen von gespeicherten Cloud-Daten
Die meisten Cloud-Speicher sind in den USA, resp. unter amerikanischer Kontrolle. Die US-Geheimdienste wie die NSA (National Security Agency) überwachen das Internet global und verdachtsunabhängig. Diese Überwachung umfasst alle Arten von elektronische Daten, E-Mails, Chats. Dabei müssen die großen Technologieunternehmen wie Dropbox, Facebook, WhatsApp, Microsoft, Apple oder Adobe mitmachen.
Mit raffinierten Such-Programmen durchforsten sie die gespeicherten Daten auf Auffälligkeiten. Auf gewisse Schlüssel-Worte wie „Trump“. Und falls in solchen Dokumenten noch weitere auffällige Worte wie Mord, Tod, Bombe, Gewehr, Arschloch etc gefunden werden, schrillen deren Alarmglocken. Dies kann soweit gehen, dass als Folge der Account gekappt wird oder die Daten der amerikanischen Staatsanwaltschaft übergeben werden und der betroffene Benutzer bei der nächsten Einreise in die Staaten ohne Angabe der Gründe an der Grenze abgewiesen wird.
Ob hinter den fragwürdigen Text-Passagen eine Absicht war, oder durch Zufall diese Schlüssel-Worte gefunden wurden, spielt bei den Massnahmen keine Rolle. Der Daten-Eigentümer hat keine Rechte! Der Willkür sind Tür und Tor geöffnet. Jedermann, der seine Daten in Clouds speichert, ist ein potenzieller Verbrecher und steht in Gefahr, alle seine Daten zu verlieren.
Wann ist Cloud-Computing trotzdem sinnvoll
Bestimmt nicht als Archivierungs-Medium! Aber zur Synchronisierung wichtiger Daten auf mehreren Computern und Smartphones.
- Ich habe z.B. weiterhin mein Passwort-System auf Cloud gespeichert und greife auf allen meinen Notebooks und den mobilen Telefonen auf dieselbe Passwort-Datei. Selbstverständlich ist diese Datei massiv verschlüsselt und nicht ohne weiteres lesbar.
- Die Scripts resp. Texte für meine Homepage, die Online-Tagebücher liegen auf einer Cloud, weil ich diese jederzeit von allen meinen Notebooks und mobilen Telefonen verändern will.
- Dasselbe gilt für meine aktuellen Kopien an Mails, Korrespondenz, Bankdaten etc, aber nicht deren Vorjahresdaten.