In den Weinbergen von Hua-Hin

Am Morgen des 29. Febr. 2012 ging es zuerst auf eine 51-km-Radtour um Pranburi und am Nachmittag mit Toni Bianchi, Tim und Hans-Ueli zu den Weinbergen von Hua-Hin.

Hua Hin, südlich von Bangkok, ist nicht nur ein beliebter Urlaubsort am Meer. In dieser Region gedeihen auch erstklassige Trauben für hervorragende „New Latitude Wines„:

  • Dieser Begriff wurde 2003 vom in Thailand lebenden Weinautor Frank Norel auf einer Konferenz in Bangkok geprägt. Er bedeutet „Weine neuer Breitengrade“ und bezieht sich auf die Tatsache, dass zunehmend Reben außerhalb der zwei „Rebengürtel“ (40. bis 50. nördlicher und 30. bis 40. südlicher Breitengrad) angebaut werden. Das ist einerseits auf den Klimawandel und andererseits auch auf neue Kultivierungs-Techniken wie zum Beispiel künstlicher Bewässerung zurückzuführen. Damit ist Weinbau auch in tropischen, sowie in nördlichen Bereichen möglich geworden.

Hinter dem Namen „Monsoon Valley Wines“ steht die Firma „Siam Winery“ mit Sitz in Samut Sakorn, in der Nähe von Bangkok. Sie wurde im Jahre 1996 von Chalerm Yoovidya gegründet, dem Erfinder des Exportschlagers „Red Bull“, einem Energiegetränk das in keinem Kühlschrank weltweit fehlen darf.

Siam Winery bezieht seine Trauben aus drei eigenen Anbaugebieten mit einer Gesamtfläche von 9.000 Hektar Land, wobei die liebevoll genannten „schwimmenden Weinberge“ im Flussdelta des Chao Phraya, 60 km südlich von Bangkok gelegen, weltweit einzigartig sind. Die einheimischen Trauben Malaga Blanc und Pok Dum, stammen ausschließlich aus diesem Anbaugebiet.

Das fruchtbare Flussdelta des Chao Phraya wird seit Generationen von Bauern durch ein System von Kanälen trockengelegt um unter anderem Reis, Kokosnüsse, Bananen und Zitrusfrüchte anzubauen. Der fette Boden aus einem Lehm-Sandgemisch erwies sich ideal zum Anbau von in Thailand speziell gezüchteten Rebstöcken. Diese stehen nun auf neuem Land, welches dem Wasser abgetrotzt wurde und sind nur durch kleine Boote erreichbar. Bedingt durch den Monsoon (Regenzeit) ändert sich die Wassertiefe der Kanäle häufig und die Erhaltung der Weinberge ist sehr arbeitsintensiv.

Rebschnitt in den Weinbergen

Tab Gwang Hills Vineyard“ liegt nord-östlich von Bangkok, in der Nähe von Saraburi und dort werden vorwiegend die Traubensorten Shiraz, Colombard und Chenin Blanc kultiviert.

Das dritte Anbaugebiet trägt den Namen „Hua-Hin Hills Vineyard“ und liegt in der Nähe des international bekannten Seebads Hua-Hin. Die Traubensorten Grenache Noir, Mourvedré und Shiraz gedeihen auch hier prächtig in dem subtropischen Klima.

Die Weine sind nicht billig. Pro Flasche guten Weines bezahlt man zwischen 650-900 Baht (=SFr. 20 bis 27). Für Süssweine wie „Black Muscat“ und Spätlese sogar mehr. Man weiss nicht warum, denn die Arbeitskräfte sind hier in Thailand nicht teuer. Ich vermute, man will für die Farangs und reichen Thais einen Luxus-Artikel schaffen.

Wir haben uns aber nicht nur mit der Theorie befasst, sondern degustiert. Ich versuchte die süsslichen Weine, wobei mir die Spätlese am besten gemundet hat. Thailand ist eben nicht unbedingt das typische Wein-Trinker-Land. Es ist zu heiss, man braucht im Tag über 2 Liter Flüssgkeit und mit Wein sollte oder kann man keinen Durst löschen.

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2 Kommentare

    • Herby auf 24. April 2012 bei 09:21

    Interessant etwas ueber die Weinanbaugebiete in Thailand zu erfahren. Ich wusste, dass im Land Trauben angebaut werden und daraus auch ein durchaus trinkbarer Tropfen hergestellt wird. Aber dass Hua Hin ein Weinanbaugebiet ist, ist fuer mich neu. Bei meinem naechsten Besuch dort, werde ich jedenfalls die Weinberge aufsuchen und zusehen ob ich einen guten Jahrgang fuer mich ergattern kann.

    • Hofmann Reto auf 12. August 2012 bei 19:22

    Ihren Bericht über Thailand-Wein habe ich geschätzt. Auch die Radtour war cool. Ein Freund meinerseits wandert September nach Thailand aus und startet ein „Hilfe zur Selbsthilfeprojekt“. Deshalb bin ich auch vermehrt interessiert an news aus Thailand. Bin 50 Jahre alt und bereite mich auf meinen (aktiven) Lebensabend vor…LG – R. Hofmann

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