Die meisten von Euch wissen es, ich leide unter einer feuchten Makula-Erkrankung an beiden Augen. Dank der heutigen Medizin mit den regelmässigen Spritzen hat sich die Krankheit stabilisiert und ich kann ganz normal leben. Diese Spritzen sind ein Geschenk Gottes. Ohne sie wäre ich schon lange erblindet!
Ein freudiges Wiedersehen im Bangkok Hospital
An diesem Freitag war es wieder soweit. Ich musste mich erstmals diese Saison im nahen Bangkok Hospital spritzen lassen. Ich war selbst überrascht, über das freudige Wiedersehen am Empfang und durch die Schwestern. Eine Schwester aus dem Operationssaal umarmte mich vor Freude, mich wiederzusehen!

Als Vergleich: Behandlung in der Basler Vista-Klinik
In der Vista-Klinik zu Hause in Basel geht alles recht einfach und kontrolliert vor sich. Nach einer Eintrittsuntersuchung und der ärztlichen Besprechung geht es in den Vorbereitungsraum, in dem ich die Augentropfen für die Schmerz-Unempfindlichkeit erhalte, und dann in den Behandlungsraum, um die beiden Spritzen zu empfangen. Das ganze Prozedere dauert etwa 1-11/2 Stunden, bis ich wieder nach Hause gehen kann.
Im Bangkok-Hospital nach Drehbuch
Im Bangkok-Hospital ist alles fix geregelt. Es scheint alles nach einem Drehbuch abzulaufen. Daraus gibt es kein Entrinnen. Man steht immer unter Kontrolle einer Schwester. Das ganze dauert 1 Stunde länger, als in Basel.
Das ganze Prozedere beginnt mit der Anmeldung. Bereits 1 Tag vorher ruft mich eine Schwester aus dem BKK Hospital an und erinnert mich an den Termin. Mindestens 1 Stunde vor Behandlung muss ich mich am Empfang melden. Dann wird der Blutdruck, Puls und auf Fieber samt Körpergewicht gemessen. Meistens bin ich aufgeregt und der Blutdruck ist dadurch relativ hoch, um die 155. Diesmal explodierte er auf 181…. ha ha ha…. ein Rekordwert, der nicht stimmen konnte. Ich meinte dazu, dies sei unmöglich, denn zu Hause hätte ich 140/80 gemessen (was nicht stimmte), aber die Schwester akzeptierte dies und tippte diese Werte in den Computer. Später im Operationssaal mass man dann nur 140/80 Blutdruck
Anschliessend muss ich die Zeit absitzen, bis eine Operationsschwester mich abholt und in den Operationssaal im 1. Obergeschoss begleitet. In dieser Wartezeit bekomme ich die ersten Augentropfen und muss alle meine Wertsachen abgeben. Diese werden in einen Tresor gelegt. Ich kenne dieses mühsame Prozedere und lasse alles zu Hause, was ich nicht brauchen könnte. Das erste Mal hatte ich Geld bei mir und musste alles genau auflisten je Geldgrösse. Nun hatte ich nur noch die Hausschlüssel, die VISA-Karte und das Handy bei mir. Alles andere blieb zu Hause.
Für die Verabreichung der Spritze, die in Basel wenige Minuten dauert, muss ich mich in Hua Hin nackt ausziehen und eine hinten offenes grünes Operationskleid anziehen. Dann mein Gesicht mit Seife intensiv waschen und ab gehts in den Operationssaal auf den schmalen Operationstisch und den grossen beweglichen Lampen-Batterie. Auf dem schmalen Tisch werde ich verkabelt wie bei einer grossen Herzoperation: Blutdruck, Herzschlag, EKG, Puls etc. Rundherum beginnt es zu piepsen.
Nun tritt Dr. Pairat in Aktion. Ich bekomme die letzten Tropfen ins Auge, dann wird mein ganzes Augenumfeld aufs intensivste desinfiziert. Ich werde mit grünen, sterilen Operationstücher abgedeckt und bekomme auch ein blaues Tuch über mein Gesicht, das nur das eine Auge freilässt, das die Spritze erhält. Dann setzt Dr. Pairat die Lidklammer ein, damit mein Auge offen bleibt. Das nächste ist dann die Spritze, die kein bisschen schmerzt, obwohl man bei vollem Bewusstsein zuschaut und auch fühlt, wie die Spritze ins Auge sticht. Nach erneuter Desinfektion der Einstichstelle beginnt dasselbe Prozedere am anderen Auge.
Ich gebe es zu, nach dem zweiten Einstich bin ich jeweils erleichtert, denn auch ich kann nicht vollends ausschalten, dass es schmerzen könnte. Wer nun meint, ich kann aber dem Operationstisch springen und nach Hause gehen, der täuscht sich. Weit gefehlt. Ich muss vom Operationstisch auf ein mobiles Bett rutschen, auf dem ich in den sog. Aufschlafraum gebracht werde, um dort noch eine halbe Stunde auszuschlafen oder eben aufzuwachen, obwohl ich nie geschlafen habe. So verlangte es eben das Drehbuch resp. die Arbeitsanweisungen des Bangkok Hospitals.
Gemäss Drehbuch könnte ich mich anschliessend anziehen, muss aber warten, bis der Rollstuhl bereit steht, um mich zur Kasse zu bringen. Ab diesem Moment hört das Drehbuch auf und ich bin frei, sobald die Abrechnung erfolgt ist! Dies ist meist nach 2-3 Stunden der Fall.