Thailand’s Kampf gegen Touristen

Während rund um Thailand die Länder sich für Touristen öffnen, indem sie die Visa abschaffen oder den Erhalt und die Einreise erleichtern, der grassierenden Korruption den Kampf ansagen, geschieht in Thailand genau das Gegenteil: Thailand kämpft gnadenlos gegen Touristen.

Verbreitete Korruption

In Thailand ist die Korruption weit verbreitet. Der Korruptionswahrnehmungsindex 2024 von Transparency International, der 180 Länder auf einer Skala von 0 („hochgradig korrupt“) bis 100 („sehr sauber“) bewertet, gab Thailand einen Wert von 34 Punkte, dies bedeutet ziemlich ausgebreitete Korruption. Thailand steht auf dem internationalen Korruptionsindex CPI auf Platz 107 von 180 Ländern.

Die Geldbeschaffung der Polizei vor allem vor Weihnachten ist bekannt. Dann häufen sich die Kontrollen auf den Strassen, wobei erstaunlicherweise meistens nur Farangs herausgezogen werden, während die Einheimischen weiterfahren dürfen. Das Bild des Polizisten, der am Monatsanfang sein Kuvert an der Bar, dem Restaurant oder im kleinen Geschäft abholt, kennt jedermann.

Die Immigration ist das Sinnbild für Korruption. Ohne Bezahlung muss man für die Jahresverlängerung des Visums stundenlang vor den Schaltern anstehen und warten, während für 10’000 THB Bestechung man via Visa-Centers sofort drankommt! Ich kann dies bestätigen. Bereits zweimal kam ich bei der Immigration unter die Räder und es hat viel Geld gekostet, 15’000 THB nämlich, das sind gegen SFr. 400.–.

Die Immigration ist eine machtvolle Korruptions-Maschine. Sie wird sichtlich geschützt durch die thailändischen Behörden, denn sie sind als eine Art Polizei vor Säuberungen geschützt. Durch unklare oder unlautere Auslegung der Gesetze sind der Erpressung durch korrupte Beamte, Tür und Tor weit geöffnet. Mein Nachbar musste im Dez. 2025 bei der jährlichen Verlängerung seines O-Visums zusätzlich zu den Visa-Gebühren noch 7’000 THB bezahlen, weil auf seinem Bankkonto zwar 800’000 THB waren, aber nicht als Durchschnitt!

Nicht von ungefähr wird von erfahrenen Langzeit-Residenten abgeraten, sich in der Immigration Hua Hin von einer bestimmten Immigration-Beamtin bedienen zu lassen. Seit Jahren treibe sie unbeirrt ihr Unwesen.

In der thailändischen Presse lese ich, dass die thailändische Fremdenverkehrs-Organisation sich beklagt, weil die Einreise-Regeln für dir Gäste unklar oder unbekannt seien. Schlaue Immigration-Beamte fänden darin immer ein Loch zur Erpressung. Es seien noch nie so viele Feriengäste an der Einreise gehindert wurden, weil sie keine 20’000 THB vorweisen konnten. Die vorhandene Kredit-Karte und der mögliche Bezug am nahen ATM-Automaten half daran nichts!

Wegweiser am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok

Einreise-Formalismus: TDAC

Der Einreise -Formalismus wurde erhöht (Beispiel TDAC), Kontakte mit der Immigration sind furchterregend, zeitaufwendig und oft auch sehr teuer. Ich habe Mitte September dieses Jahres am Flughafen Suvarnabhumi noch nie so lange Schlangen vor der Immigration gesehen. Und was neu war und früher sehr selten, unzählige Reisende wurden von der Immigration zurückgewiesen, weil irgendetwas im TDAC-Formular nicht korrekt war. Von mir hat der Immigration Officer z.B. die Boarding-Karte meines eben gelandeten Fluges verlangt, die ich zufällig noch bei mir hatte, denn normalerweise lasse ich die im Flugzeug zurück!

Nun sollen auch noch Einreisegebühren erhoben werden. Am besten Online, damit die älteren Reisenden, die nicht so Internet-kundig sind, vor einer Einreise abgehalten werden.

OA-Katastrophen-Visum

Darüber kann ich nur sagen: Hände-Weg vom „OA-Visum“. Ich weiss nicht, ob es das Ziel ist, den Touristen zu betrügen, denn im OA-Visum wird ein Kranken-Versicherungs-Nachweis verlangt. Der Antragsteller muss im Besitze einer Kranken-Versicherung sein, die die thailändischen Bedingungen erfüllt und dies in einem offiziellen Formular bestätigen.

Von der thailändischen Botschaft in der Schweiz wurde meine Schweizer Krankenversicherung akzeptiert. Anlässlich der Visums-Verlängerung wurde dieselbe Krankenversichung von der thailändische Immigration-Behörde in Hua Hin abgelehnt. „We dont accept!“ und verlangten, eine einheimische Versicherung abzuschliessen! (Dies ist mir 2x passiert und kostete mich viel Geld). Deshalb einen grossen Bogen um das OA-Visum machen und auf das O-Visum wechseln, das keinen Versicherungs-Nachweis verlangt.

Konsequenzen für Reisende

Thailand, das Land des Lächelns lächelt immer noch, aber nur noch auf den Stockzähnen, denn es gibt andere Länder, deren Lächeln echt ist. Freunde von mir haben sich mittlerweile für Vietnam entschieden. Aber ein Trost für Thailand. Es bleiben die Russen und Chinesen. Zwei Völker mit einer besonderen Kinderstube.

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