1. Nov. 2015: 4 stündige Ausfahrt mit dem Rennrad in die Hölle der Weinberge von Hua-Hin

Wer kennt nicht die Hölle des Nordens über die Kopfsteinpflaster von Paris nach Roubaix

Ich berichte Euch über die Strapatzen meiner Fahrt in die Weinberge  „Vineyards of Hua-Hin Hills“ über 85 km. Beide Strecken sind miteinander nicht vergleichbar. Hier in Hua-Hin gibt es nur bestens asphaltierte Strassen, aber höllische Temperaturen und Winde.

Tagwache war bereits um 6 Uhr, denn ich musste mir etwas Kalorienreiches und viel Flüssgkeit in den Magen füllen. Start war um 08:30 Uhr, nach meiner Meinung 1 Stunde zu spät,  beim 7eleven am Anfang der Soi112.  Es war bereits 27ºC warm. Die Sonne begann zu brennen. Ein wunderbarer Morgen. Mein Rad habe ich bereits am Vorabend bereit gemacht. 100psi (entsprechend 7 Bar) sind die Räder gepumpt. An der Hitze wird sich ihr Druck bis auf 120 psi erhöhen. Harte Reifen sind besser, denn sie widerstehen besser den spitzen Steinen auf den Strassen.

Trek Madone 5.2

Dieser Rennrad habe ich bereits letztes Jahr im Herbst 2014 gekauft

Heute sind wir nur zu zweit. Ich und Peter Stephenson einem Engländer aus Nottingham. Wie ich später vernommen habe, hat der Mike Denmark am falschen Ort beim Tesco auf uns gewartet und die beiden angemeldeten Thais sind einfach weggeblieben. Anfänglich fuhren wir in einer moderaten Geschwindigkeit um die 26-27 km/h. Die Fahrt werde noch lange dauern, es geht auf und wieder ab. Es sind  keine grossen Hügel oder Steigungen, aber immer wieder kleine Nadelstiche. Ich kenne die Strecke aus den Vorjahren. Sie verlangt einem viel ab. Wir sind schon stehend nach Hause gekommen, weil wir uns zu viel zugemutet hatten.  Die Zeit ist schon lange vorbei, als wir uns am Wendepunkt noch ein Glas Wein kredenzten.

Vor dem Huay Mongkol Temper

Vor dem Huay Mongkol Tempel

Peter versuchte das Tempo zu erhöhen auf über 30 km/h. Ich riet ihm ab und stellte als Argument mein Alter in den Vordergrund. Er akzeptierte dies und so fuhren wir relativ gemütlich via Huay Mongkol-Tempel zu den Weinbergen. Die Temperatur stieg auf über 32ºC an. Die Sonne brannte auf den Helm. Jeder Anstieg bereitete mir mehr Mühe. In der Zwischenzeit hat der berüchtigte Gegenwind von den Bergen Burmas in Richtung Küste angefangen zu blasen. Das unangenehme dabei ist, dass er kurz vor Mittagszeit meistens dreht. Dann windet es von der Küste her, wenn wir auf der Heimfahrt sind, wieder als Gegenwind

Peter war begeistert von der Landschaft und wunderte sich, wie gut ich noch mithalten konnte. Kurz vor den Vineyards wird auch der Peter langsamer. Er zollte der Hitze Tribut. Wir machten einen Halt und nahmen Zucker in Form von Cola zu uns. Nur noch 2 km bis zu den Weinbergen. Dort wurden wir von 3 Hunden angebellt und verfolgt.  Die waren aber auch müde und gaben die Jagd nach wenigen Metern auf.

300m vor dem Ziel inmitten der Weinberge und der Olivenhaine, vor dem Weinkeller und -Restaurant eine Tafel „Wegen Renovation bis am 11. Nov geschlossen„. 42 km zeigte mein Garmin an. Auch ich war müde und hätte mich gerne etwas in den Schatten gesetzt.

Der Not gehorchend haben wir das Rad gedreht und sind wieder zurück in Richtung Hua-Hin gefahren. Peter war echt kaputt. Ich motivierte ihn mit dem nächsten Cola-Stop auf halber Strecke beim Mongkol-Tempel. Der Wind hat gedreht und wie. Er pfiff uns um die Ohren und zwar von vorne. Oft hatten wir Mühe, unsere Geschwindigkeit auf über 20 km/h zu steigern. Ich wollte ihm eine andere Streckenwahl als Rückfahrt schmackhaft machen. Peter wollte aber auf kürzestem Weg nach Hause.

Am Schluss zeigte mein Garmin eine Fahrzeit von nicht ganz 4 Stunden, eine Distanz von 85 km mit einem Schnitt von 23.3 km/h bei gefühlten 34ºC. Das soll einer mal nachmachen.

Zu Hause ging ich zuerst unter die Dusche und dann habe ich 2 Stunden auf der Terrasse geschlafen und geträumt. Ich musste meinen schmerzenden Körper beruhigen, was bis am nächsten Morgen dauerte.

In 2 Tagen am kommenden Dienstag wird es flach zur Dolphin Bay gehen. Eine Erholungsfahrt über 90 km. Damit habe ich seit ich hier in Thailand bin gegen 500 km gefahren.

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2 Kommentare

    • Karli und Heidy auf 3. November 2015 bei 16:28
    • Antworten

    Hallo Max,

    besten Dank für deinen ausführlichen Bericht eurer Ausfahrt in die Hua – Hin Vineards. Mit dem Auto war es sicher gemütlicher, und das Weingut hatte erst noch offen. Aber was solls. Auch über den neuen Baan Khum – Food Court habe ich gelesen, auch eine tolle Sache, und natürlich schmunzeln musste ich wegen des Stromausfalls, der hier nicht soviel nach sich ziehen würde wie bei dir. Auch vom Autounfall von Pat habe gelesen, war das dein neues Auto???? Und Pat hat sich in der Zwischenzeit sicher wieder gut erholt. Lass sie grüssen von uns.

    Hier ist für mich die Rennvelo – Saison vorbei, obwohl wir einen sensationellen Herbst haben, was für die Lese (Trauben natürlich) und die Qualität sicher bestens ist. Wir planen aber schon die nächste Velosaison und haben uns beim neuen Manager, Willy Schriber für die Mallorca – Velowoche vom 21 – 28 Mai angemeldet, hoffendlich klappt das. Morgen Abend gehe ich an den vom RRCB organisierten Vortrag von Burkard Hornig in die Langen Erlen. Mir geht es im Moment wieder viel besser, hatte vor 2 Wochen so einen schmerzhaften Arthrose – Vorfall im rechten Mittelfussknochen und konnte nicht mehr auf den Fuss stehen. Heidy musste zuerst Krücken besorgen, und jetzt mache ich eine Voltaren – Kur und es ist schon wieder viel besser. Nun , dass wärs eigentlich schon.

    Ich wünsche dir und natürlich auch Pat alles Gute und grüsse Euch
    Heidy und Karli

    1. Liebe Karli und Heidy

      Vielen Dank für die lieben Zeilen aus dem gegenüberliegenden unteren Teil der Erde. Ich habe es bereits vernommen, dass ihr einen schönen Herbst hattet. Ja den Unfall hatte Pat mit dem neuen Auto. Es fuhr ihr eine andere Frau von der Seite in sie hinein. Aber wir haben eine Vollkasko, die dies alles regelte und eine neue Tür einsetzte. Pat hatte jedoch einen Schock, und der wirkte sich in ihrer schwächsten Stelle aus, ihren Stimmbändern (Ueberreste vom Chemieunfall anfangs dieses Jahres). Aber es geht ihr wieder bestens. Sie ist vor 10 Tagen hier eingetroffen.

      Dümmer ist das, was Du da veranstaltest. Deine Gelenke! Wenigstens machst Du etwas Gutes und nimmst Voltaren, was meine Rente weiterhin sicher stellt. Ich wünsche Dir gute Besserung.

      Ich wünsche Euch beiden alles Gute, geniesst das Leben und ganz liebe Grüsse
      Euer Max

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