Kategorie: Schweiz

2. Sept.2012: Es ist kalt und regnerisch in Basel

Ich heize, es ist kalt und regnerisch

Am Donnerstag, 30. Aug. hat das „gräuslige“ Herbstwetter mit Regen in Basel begonnen: Heute am Sonntag, 2. Sept. musste ich heizen, denn zwischen 14 und 17°C sind die Aussentemperaturen … unterstützt durch Regen

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Am 23. Sept. 2012 Eidg. Volksabstimmung: „Totales Rauchverbot“

EU-Beitritt … Ja oder Nein?

Direkte Demokratie:

Wir Schweizer werden immer wieder wegen unserer Volksrechte der „direkten Demokratie“ benieden. In der Tat geniessen wir ein einzigartiges Privileg, zu allem, aber wirklich zu allem, unsere Meinung abgeben zu können. Wir können Unterschriften in Grössenordnung von 100’000 sammeln, um etwaige Entscheide des Parlamentes abzulehnen, aber auch eigene Anliegen zum Entscheid zu bringen.

Erstaunlich dabei ist, dass die meisten Volks-Entscheide sachlich vertretbar sind. Emotionale Anliegen wurden mit ganz wenigen Ausnahmen auslahmslos abgeleht. Berühmt über unsere Grenzen hinaus waren die Grundsatzentscheide zu dem für ganz Europa so wichtigen „Gotthard-Basis-Eisenbahntunnel„, aber auch den nach meiner Meinung einzigen Fehlentscheide, an den ich mich erinnere,  das „Verbot von Minaretten“ in der Schweiz.

Unvergesslich sind aber auch die Volksabstimmungen über die Aufnahme von „Beitritts-Verhandlungen mit der EG resp. EU“ in den Jahren 1992 und 2001. Beide wurden haushoch mit  75% der Stimmen abgelehnt. Da soll noch einer sagen, das Volk sei nicht fähig, wichtige Entscheide zu fällen!

Abstimmungsprozedere

Etwa 4 Wochen vor einem Abtimmungsweekend erhält jeder Schweizer per Post den Stimmrechtsausweis und die Stimmzettel, samt einem sachlich formulierten Beschrieb der Argumente von Befürwortern und Gegnern zugesschickt. Mit diesem Stimmzettel können wir ab Freitag-Abend bis Sonntag-Mittag des Wochenendes in jedem der vielen Abstimmungslokale unsere Meinung abgeben. Wir können dies aber auch in den Tagen und Wochen vorher schriftlich entscheiden, indem wir den Stimmzettel per Post einschicken.

Totales Rauchverbot? Nicht mit uns!

Am Wochenende vom 22./23. September ist wieder Abstimmungswochenende. Dann stimmen wir Schweizer unter anderem über die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» ab. Sie fordert ein totales Rauchverbot in Räumen – sogar in Einzelbüros. Bediente Fumoirs (eine Art Vereinslokale, in denen Rauchen erlaubt ist)  würden verboten.

Da die Mehrheit der Schweizer nicht mehr raucht, würde man meinen, dass dieses Anliegen mit grossem Mehr angenommen werden würde. Ich vermute aber weniger, denn man sollte die Raucher nicht vor sich selber schützen. Wenn er rauchen will, dann soll er dies tun können, solange er keine anderen belästigt.

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20. Aug. 2012: Galadinner für meine Tennis-Freunde in der Schweiz

Vorbereitung „Trüffel (Tartufi) und Eierlikör-Torte“:

Jedes Jahr nach meiner Rückkehr aus Istrien, zelebriere ich für meine Tennisfreunde in Basel ein festliches Essen. Dieses Mal sollte es  zu Ehren von Rolfs 80.-Geburtstag ganz speziell ausgehen.

So habe ich bereits in Istrien in der Konoba Malo Selo 4 schwarze Trüffel-Kugeln zusammen 200g sowie Trüffelöl eingekauft.

Meine Vorbereitungen begannen bereits am Vortag, So wagte ich mich an die „Eierlikör-Torte mit eingelegten Aprikosen“ nach einem Rezept von Klaus und Martina, Bisher habe ich nur Früchte-Kuchen resp. -Wähen gebacken, aber noch nie eine richtige Torte mit allem drum und dran. Rückblickend ging alles bestens. Meine Gäste, aber auch ich, waren begeistert.

Eierlikör-Torte

Der gemütliche Abend:

Am Montag, 20. Aug. um 18 Uhr trafen Rolf, Renato, Karli und als Ueberraschungsgast Kathrin bei mir ein. Ich habe meine Wohnung auf Vordermann gebracht und mit gemischt-farbigen Rosen in rot, pfirsich, gelb und rosa, meiner Lieblings-Blume und -Farben, geschmückt. Zur Begrüssung gab es Champagner, dann musste Renato mir in der Küche helfen. Nüssli-Salat resp. Feldsalat galt es zu rüsten, dazu fein geschnittener istrianischer Schinken.

Meine Freunde rund um den Tisch: Rolf, Karli, Renato und Max

Als Hauptgang gab es Ravioli mit Steinpilz-Füllung, Bechamel-Sauce und darauf fein geriebene Trüffel. Für Rolf, der den Trüffel-Duft nicht mochte, habe ich eine Gorgonzola-Sauce gemacht. Als Farbtupfer schmückte ich jjeden Teller mit einer halben Aprikose. Dieser Anblick verwirrte Rolf zu Gänze und führte zur unerwartenen Frage: „Max, ist dieses Ei durchgekocht?“ … bis er ob unserer ungläubigen Gesichter die Realität realisierte (Bem: Bei Rolf muss alles durchgekocht sein, eben auch Eier und Fleisch).

Jeder hat zwei Portionen gegessen, was ich als Kompliment auffassen durfte. Zum Trinken gab es den Follonica-Wein „Brecce Rosse 2010“ von LaCura (Massa Marittima).

Als Dessert gab es dann meine grosse Ueberraschung. Auch für mich eine Ueberraschung, denn ich wusste nicht, wie die Eierlikör-Torte schmecken würde. Gestern habe ich sie gebacken und heute wurde sie ausprobiert. Und sie hat geschmeckt. Erstklassisch und lecker. Es gab nichts auszusetzen. Der Eierlikör-Geschmack war nicht dominierend. Einzig den Boden werde ich das nächste Mal etwas dünner machen.

Es wurde aber nicht nur gegessen und getrunken. Zwischendurch wurden naturgemäss alte Rad- und Tennis-Erlebnisse aufgefrischt, aber auch über nicht Anwesende gelästert.

Ein Facebook-Kommentar von Ruedi Wenger

Noch am selben Abend, als meine Gäste bereits nach Hause gefahren waren, schaute ich schnell im Internet nach neuen Meldungen nach. Und in der Tat schrieb im Facebook der Ruedi Wenger, mein LOOK-Rennvelohändler, als Kommentar zu meinem Bild Eierlikör-Torte:  „Hey Max wo bleibt denn mein Kuchen?…wir warten“. Am nächsten Morgen fuhr ich zu ihm und brachte als grosse Ueberraschung 2 grosse Stück Eierlikör-Torte.

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18. – 23. Juni: Eine Woche in Basel – Rückfahrt nach Istrien – Kündigung meiner Festnetz-Nummer

Jedes Jahr muss ich in der Hälfte meiner Solaris-Zeit zurück nach Basel, um die Post und gewisse Vorbereitungen für das Winter-Halbjahr im Fernen Osten zu erledigen. Vorallem musste ich diesmal mein defektes HTC-Smartphone als Garantiefall  zurückschicken.

Eine Woche in Basel. Es sollte eine Woche voller Ueberraschungen werd.en, so auch das Tennisdoppel vom Donnerstag mit meinen Freunden und anschliessendem leckeren Essen in einem Chinesischen Restaurant. Die leichte Zerrung am hinteren Oberschenkel ist bereits nach 2 Tagen ziemlich abgeklungen. Glück gehabt!

Es zieht mich immer wieder zum Zahnarzt

Da traf ich doch per Zufall die Zahnarztgehilfin des Dr. M. Puhar auf der Strasse. Und flugs fiel an Tag darauf eine meiner Implantate aus dem Mund. Musste das sein? Ja, Glück im Unglück, denn mein Zahnarzt entdeckte am Nachbar-Zahn hinter dem herausgefallenen Implantat ein veritables „Loch“. Wehe, er hätte dies nicht entdeckt. Ich hätte irgendwann in den nächsten Wochen eine schöne dicke Backe bekommen und dies bestimmt irgendwo im Ausland.

Aerger mit SWISSCOM – Kündigung meiner Festnetz-Nummer

Bei der Kontrolle meiner Zahlungen entdeckte ich, dass mir die SWISSCOM im Mai 2012 grundlos einen DSL-Internet-Service belastete, der bereits per Ende November 2011 ausser Betrieb genommen wurde. Ich wechselte nämlich zu der Zeit zu einem anderen Anbieter, der wegen meiner vielen Abwesenheiten einen besseren Service anbot. Wer nun etwa meinte, dies sei doch ein kleines Problem und könnte in wenigen Minuten gelöst werden, der täuschte sich.

Ich begab mich sogar in den Swisscom-Shop an der Heuwaage und übergab die von SWISSCOM unterschriebene Bestätigung der Ausserbetriebnahme per Ende Nov. 2011, aber die Mühlen des „Halb-Staats-Betriebes“ SWISSCOM waren unermüdlich. Sie mühlten und mühlten. Meine Unterlagen wurden an weitere Stellen weitergereicht.

.Als erstes schickten sie mir einen neuen Antrag auf Ausserbetriebnahme per 20. Juni 2012 ! Hilfe ! Nach ein paar Mails hin und her akzeptierte Swisscom am Mittag des 21. Juni meine Kündigung vom letzten Jahr und versprach, das zuviel belastete Geld gutzuschreiben.

Es war mühsam und für mich den willkommenen Anstoss, am Samstag 23. Juni meine „Festnetz-Nummer 061-421-85-79“ per 31. August 2012 ersatzlos zu künden. Ich bin kein grosser Telefonierer und erhalte auch wenige Telefone, höchstens die gehassten Werbeanrufe. Und dies ist das nächste Aergernis, weil Swisscom diese Nummern ( wie z.B. +4141 249 249 6) nicht sperrt, obwohl derartige Anrufe verboten sind. Skype und eMail haben für mich eine grössere Bedeutung.

Restaurant „Oepfelchammere“ und Balkenprobe

Die Oepfelchammere: oben die DeckenbalkenIn meiner Karriere als 18 oder 19 jähriger  Landhockeyspieler des HS Nordstern Basel besuchten wir nach jedem Spiel in Zürich ein bestimmtes Restaurant im Niederdorf in Zürich. Nur noch vage, konnte ich mich an den Namen und den Standort erinnern. Aber mit Nathalie fand ich es wieder, Das Restaurant „Oepfelchammer“ am Rindermarkt 12.

Die traditionsreiche „Oepfelchammer“ war nicht nur unser damaliges Stammlokal, sondern auch das vom Schweizer Schriftsteller „Gottfried Keller“. Es ist die älteste, unverändert erhaltene Weinstube Zürichs. Bis heute wird hier die alte Weinstuben-Tradition mit der berühmten Balkenprobe gepflegt.

Es befindet sich unter der Decke zwei Balken, mit einem engen Spalt zwischen Decke und Balken. Der Challenge ist es, sich dort hoch zu ziehen und dann mit Kraft und Geschicklichkeit so viel wie möglich rund um den Balken zu klettern…. und zum Schluss ein Glas Wein auszutrinken. Der Rekordhalter soll 80 Runden geschafft haben

» Ueber die Balkenprobe gibt es ein tolles Video aus dem YouTube

Bodega Espanol

Auf diesem Ausflug in Zürich und im Niederdorf habe wir im 1. Stock der „Bodega Espanol“  eine Paelia mit feinen Nudeln gegessen . Sie nennt sich  „Fideua“ und hat wunderbar geschmeckt.

Die Bodega Espanol im Niederdorf (Zürich)

Ein Geheimtip in Rheinfelden: das „White House am Rhein“Der feine Design im Restaurant "White House"

Restaurant White House am Rhein in Rheinfelden„Alles in Weiss“, so lautet das Motte des gleichnamigen Speiselokals direkt am Rhein. Evelyn hat mich in dieses Lokal geführt. Das Interieur ist eine Augenweide, denn alles ist speziell, sogar der Espresso im doppelwandige Glas, den wir uns  zum Abschluss des Abends genehmigten. Speziell gestylt ist aber auch die Wirtin, die einfach zu den Lokalitäten passt. Alles zusammen ein Augenschmaus. Das Essen war lecker mit feinen Beilagen.

Die Preise entsprechen dem grandiosen Ambiente. Nicht billig, aber auch nicht überrissen. Mit Fr. 200.– für 2 Personen kommt man aus

Rückfahrt nach Istrien via Acqui Therme (Piemont)

Wegen des befürchteten Nord-Süd-Verkehrs durch den Gotthard-Tunnel habe ich die Rückfahrt nach Istrien auf den  Sonntag verschobven. Dabei habe ich einen kleinen Abstecher ins Piemont nach Acqui Therme zu René und Orsola D. unternommen

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Impressionen aus der Stadt Basel: die armen Männer zu Hause – bin ich doch ein glücklicher Mensch

Ich gehe gerne in die Stadt. Es gibt immer etwas zu sehen, manchmal auch zu kaufen, dann wird es meist teuer. Heute war ich in der Stadt, um Tram Billets zu kaufen und  mich bei der Swisscom wegen eines falschen Rechnungsbetrags zu beschweren.

Nur eine Zigi !

Rauchen ist eine SuchtSo stand ich nach getaner Arbeit an der Tramhaltestelle Heuwaage. Es war 12 Uhr, Mittagspause in den Büros. Die Manager in den grauen und dunkelblauen Anzügen hetzten zum Business-Lunch. Aus dem Hause der Sprachschule Orsini strömten jüngere  oder ältere Mädchen, je nach Gesichtspunkt und Beuteschema, aus dem Hause. Sie kicherten noch, also waren sie nicht so alt. Eine nach der anderen zündete sich eine „Zigi“ (=Zigarette) an. Sie kicherten weiter und nahmen immer wieder einen Zug, pafften den Rauch aber unverzüglich durch die zusammengekniffenen Lippen. Inhaliert hat keine, das ist mir aufgefallen. Vielleicht wollten sie nicht husten oder waren noch nicht so geübt. Es sah aber unbeholfen aus. Da habe ich früher ganz anders gequalmt, bis in den hintersten Eck meiner Lunge.

Ein paar Hauseingänge weiter stand eine jüngere Dame, ebenfalls Zigaretten rauchend. Nervös nestelte sie an ihren braunen Haaren und ordnete sie neu. Sie schien auf jemanden zu warten. Etwas ungeduldig warf sie den Rest der Zigarette auf die Strasse und löschte sie mit ihren Sandalen aus. Dann öffnete sie ihre übergrosse Tasche, die über ihre Schultern hing und entnahm ihr einen iPad und ein Kabel mit 2 Kopfhörern, die sie in ihre Ohren-Muscheln steckte. Ueber den Bildschirm wählte sie etwas aus. Ich vermute Musik. Dann kam der Lippenstift aus ihrer Tasche, um ihre Lippen nachzuziehen. Sie schaute hin und her. Mich hat sie noch nicht gesehen. Also nochmals eine Zigarette anzünden, vielleicht beruhigen Sie?

Derweil kam vor mir eine Mutter mit Kinderwagen in schwarzen Leggins und engem grasgrünen „Hautersatz“. So nenne ich diese Art Kleid, weil es so eng ist. Es deckte alle ihre Unebenheiten ab, auch die überquellenden Hüften, aber sie stand wie nackt vor mir. „Ob sie wohl bereits Zellulitis hat?“ fragte ich mich in meiner Langeweile, aber da war sie schon ein paar Meter weiter.

Nun ist auch mein 10er-Tram nach Binningen eingetroffen. Ich fand einen Sitzplatz, direkt hinter zwei Blondinen. Ich erschrack jedoch, als die beiden ihren Kopf drehten, um miteinander zu sprechen. Diese Blondinen waren bereits nicht mehr nach meinem Geschmack. „Überreif“ sagt man dem. Auch ihr Gesprächsthema wärmte mich nicht an. Unzufrieden mit ihren Männern, die nur Fussball schauten, dann die komische Nachbarin, die einen neuen jungen Freund haben soll, aber das schrecklichste sei die Politik. die kaufen doch neue Militär-Flugzeuge, wo wir doch das Geld so bitter nötig hätten.

Glücklicherweise konnte ich nun aussteigen. Die armen Männer zu Hause. Bin ich doch ein glücklicher Mensch.

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17. Juni: Tip-Top Rückfahrt von Istrien nach Binningen

Ganz normal war an diesem Sonntag-Morgen um 7 Uhr Tagwache, denn ich wollte erst um die Mittagszeit von Istrien nach Hause fahren. So hatte ich genügend Zeit und Musse für ein feines Frühstück, das Einpacken der schmutzigen Wäsche, konnte den Wohnwagen putzen und ihn sturmsicher absichern.

Ferrari Sportwagen

Ferrari Logo

Die Zollanlage Skofie lag am Boden

Um 13 Uhr war dann Abfahrt. Zügig ging es via Novigrad und die Istrische Autobahn (6 Kunar) zum Zollübergang Dragonja und weiter durch Slowenien auf dem Schleichweg via Skofie zum Zollübergang nach Italien. Aber der lag am Boden. Ja, ihr habt recht gelesen. Ein richtiger Bretter- und Eisenhaufen lag auf der Autobahn, denn die überdachte Zollanlage wird im Moment abgerissen und sperrte 1 Spur der Autobahn Italien – Slowenien.

So musste ich mir einen Weg suchen, entweder über eine Umleitung via slowenische Autobahn (aber nur mit Vignette) oder eben über den Zoll-Uebergang via Plavje.

Sonntagsverkehr italienischer Familien

Nach diesem kleinen Irrweg ging die Fahrt zügig weiter, aber sie verlangte volle Konzentration Es fuhren zwar keine Lastwagen, aber was noch viel schlimmer war, es herrschte typischer Familien-Sonntagsverkehr.

Italienische Papis, die nur am Wochenende ihr gepflegtes und glänzendes Kleinod mit samt der ganzen Gross-Familie ausführten. Oft schwankten die Vehikel beträchtlich, weil es drinnen lustig zuzugehen schien. Es gab aber auch solche, die gestresst rechts überholten, oder um ihre Potenz zu zeigen. Aber es gab auch Mamas, die 1x die Woche das Steuer vom Ehemann grosszügig überlassen bekamen. Er sass daneben wie ein Maestro. Er schaute genau und dirigierte auch entsprechend, dass seine Mama den Weg über die mehrspurige Autobahn meisterte. Meist natürlich auf der mittleren Spur in gemässigtem Tempo, oft den linken oder rechten Blinker übersehend….

….  und dazwischen rauschten Ferraris und Lamborghinis jeden Couleurs mit doppelter Geschwindigkeit vorbei. Ich zählte bis ich zu Hause ankam, 3 Ferraris und 4 Lamborghini, die auch mich mit röhrenden Motoren überholten.

Lamborghini Sportwagen

Lamborghini Logo

Was suchte wohl der Schweizer Zoll?

Auf der Strecke von Mailand Richtung Schweiz war die Autobahn fast leer. Unerklärlich wenige Autos. Als ich dann beim Schweizer Zoll ankam, wurde ich herauskomplimentiert und mein Auto durchsucht, obwohl ich an der Windschutzscheibe das grüne Zeichen für „Habe nichts zu verzollen“ hatte. Das erste Mail seit mindestens 10 oder 15 Jahren, dass ein Zöllner in mir einen Schnuggler vermutete.

Zu zweit suchten und suchten sie, durchsuchten auch meine schmutzige Wäsche. Es war ärgerlich für die Zöllner und ich schmunzelte vor mich hin, denn ich hatte ausser 3 Flaschen Wein nichts bei mir. Ich liess sie gewähren. Auch als sie meine Kühlbox nicht öffnen konnten, in der 4 Fanta-Mineralflaschen lagen. Schlussendlich gaben sie es auf..und ich konnte es mir nicht verkneifen, Ihnen unter die Nase zu reiben, dass ich ihnen schon von Anbeginn gesagt hätte „Ich habe keine Ware bei mir !

Dies war mein letztes erwähnenswerte Erlebnis auf meiner Heimfahrt. Um 21 Uhr langte ich in Binningenl an, nach  gut 8 Stunden Fahrt . Mein Benzinverbrauch betrug 6.8 Liter/100km 95 Oktan.

Warum ich auf den Hinfahrt nach Istrien vor 7 Wochen nur 6.3 liter pro 100 km benötigte, ist mir rätselhaft. Ich kenne dieses Phänomen schon lange: Jeweilen auf der Fahrt nach Istrien in Richtung Osten brauche ich weniger Benzin, als auf dem Heimfahrt nach Westen. . Ich vermute, dass auf der Heimfahrt immer etwas Gegenwind herrscht.

Es ist erstaunlich, wie genau die heutigen Navigationsgeräte arbeiten. Bereits bei Abfahrt in Istrien berechnete mein Navigon die Ankunftszeit in Binningen als 21:02 Uhr. Es lag nur 3 Minuten daneben.

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Ausstieg aus der Atomenergie

In der Schweiz realisiert man langsam, dass ein Ausstieg aus der Atomenergie schwer und nicht so schnell realisierbar ist. Zwischenlösungen wie Gas-Kraftwerk werden sogar von den Grünen verworfen und Alternativ-Energien brauchen mehr Zeit als erhofft. Die Kosten für die Umstellung werden sich auf einige Milliarden SFr. resp. Euro belaufen.
Ich vermute, dass man sich darauf entscheiden wird, entweder die alten Atomkraftwerke noch länger bis ins Jahre 2040 oder sogar 2050 in Betrieb zu halten, oder diese zwischenzeitlich durch 1-3 neue, moderne und effizientere Atomkraftwerke zu ersetzen.

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29. April: Der FC Basel ist Schweizer Fussballmeister

Der FC Basel ist Schweizer Fussballmeister: 5 Runden vor Schluss der Meisterschaft ist der FC Basel, der dieses Jahr in der Champions League für Furore sorgte und dabei sowohl Manchester United (2x) und Bayern München besiegte, mit einem Vorsprung von jetzt bereits18 Punkten Schweizer Meister gewonnen. Noch nie ist eine Schweizer Meisterschaft so früh und mit einem so grossen Vorsprung entschieden worden. Basel ist seit 24 Spielen ungeschlagen.

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25. April 2012: Mittagessen mit Freunden auf dem Novartis Campus

Vor etwas mehr als 10 Jahren war ich letztmals als Novartis-Mitarbeiter auf dem St-Johanns-Areal des heutigen Novartis Campus. Alljährlich traf ich mich mit meinen damaligen Mitarbeitern irgendwo in einem feinen Restaurant im Raume Basel. Heute 1 Tag vor meiner Abreise nach Istrien war es wieder Zeit für ein solches Treffen, zwar nicht irgendwo, sondern auf dem Campus von Novartis. Es war etwas kurzfristig angesagt, sodass sich nur Bettina E., Waltraud K. Roland St., und Joachim R. freimachen konnten.

Um es vorweg zu nehmen: Was ich da sah und erlebte, war überwältigend. Ich kam mir vor, wie in einer anderen Welt. Ich stand mitten in einer modernen Stadt, in der alles zusammenpasste. Ergänzt wurden die Gebäude durch parkähnliche Grünflächen, Baum-Alleen und dazwischen moderne Plastiken vom Feinsten. Aus dem ehemaligen tristen Produktions-Areal wurde ein ultramodernes und gleichzeitig funktional und ästhetisch gefälliges Arbeitsumfeld für Forschung und Entwicklung.  Wo früher  zahlreiche Bürogebäude, Produktions- und Laborgebäude dicht nebeneinander standen, stehen heute modernste mehrstöckige Kostbarkeiten, um das  Wissen, die Innovation und Begegnung zu fördern.

Die Rezeption als Eingang in den Novartis-Campus
Die Rezeption als Eingang in den Novartis-Campus

Der Hauptzugang ins ehemalige Werksareal St. Johann erfolgt über die Voltastrasse bei der Dreirosenbrücke durch einen von Marco Serra gestalteten einstöckigen Glaspavillon mit Empfangsschalter. Heute nennt man dies international „Reception“, früher hat man dem „Porte“ gesagt,   Die wichtigsten Durchgangs-Strassen sind autofrei. Als Bodenbelag dient nicht etwa Asphalt oder ein Kiesweg, man verlegte kunstvoll eine Art Kunststein oder Granit und schrieb die Strassennamen mit in den Boden eingelassenen Chrombuchstaben.

Der sog. Walkway von der Rezeption in den Campus
Der sog. Walkway von der Rezeption in den Campus

Durch eine Art „Lauben“ (Walkway) teils aus Glasplatten, teils in den neuen Gebäuden eingelassen, spazierte ich am Visitor Center und dem alten Bau 88 vorbei bis zur Fabrikstrasse 12, wo mich Bettina erwartete. Sie wollte mir dieses Gebäude von Innen zeigen. Nur mit ihrem magnetischen Ausweis kamen wir in das Luxusbau hinein, in dem sich zur Zeit noch die IT-Abteilungen befinden.

Fabrikstrasse 12 vom Architekten Vittorio Magnano & Lampugnani
Fabrikstrasse 12 vom Architekten Vittorio Magnago Lampugnani

Etwa 5 Stockwerke hoch ist dieses Gebäude, und vom Eingang führt eine breite dunkelbraune, hölzerne, endlose Treppe bis ins 5. Geschoss, die auch das Gebäude in zwei Teile teilt.. Ein Wahnsinns-Blick von unten ins endlose. Selbstverständlich gibt es auch einen Lift, aber die „Himmelstreppe“ ist einmalig und eine Augenweide. Links und rechts dieser Treppe geht es in die einzelnen Grossraum-Büros, die mit den modernsten Möbeln ausgestattet sind. Ueberall sieht man kleine und grössere Sitz- und Aufenthaltsbereiche, sowie Kochnischen mit Kaffeemaschinen, Kühlschränken und Geschirr-Waschmaschinen. Ich bekam wirklich den Eindruck, dass man den Mitarbeitern eine spezielle, harmonische Arbeitsumgebung anbieten wollte.

Dieses Eindruck bestätigte sich auf dem Flachdach dieses Gebäudes, das in eine heimelige Aufenthalts-Landschaft umfunktioniert wurde. Ueberall gab es Sitzgruppen inmitten von Sträuchern oder kleinen Bäumen. Im Sommer soll man hier oben sogar Pizza essen können. Spezielle Klinker-Steine bedecken den Boden und rund herum führt eine Abgrenzungs-Mauer aus hellgrauem Marmor.

Eines der Ziele dieses Campus ist es, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen sollen. In der Tat verbringen sie einen grossen Teil Ihrer Zeit sprich Lebens bei ihrer Arbeit im Campus. So entstand eine Art „Stadt in der Stadt“ Konzept. Man findet nun in jedem der neuen Gebäude im Erdgeschoss ein Spezialitäten-Restaurant mit kulinarischen Genüssen aus den unterschiedlichsten Ländern. Meine Freunde führten mich in ein Thailändisches Restaurant, wo es sogar das Massaman-Curry-Gericht gab.

Als weitere Angebote für die Mitarbeiter fehlen auch nicht ein Fitness-Center mit allen möglichen Trainigsgeräten, ein COOP- Lebensmittel-Geschäft, Apotheke etc.

Das Gehry-Building der Personal-Abteilung
Das Gehry-Building der Personal-Abteilung

Zum Abschluss besuchte ich zusammen mit Roland und Bettina das HR-Building des amerikanischen Architekten Frank O. Gehry. Von aussen konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass man sich in diesem „unförmigen“ Gebäude effizient einrichten und arbeiten kann. Aber weit gefehlt. Eine eigenartige Stimmung war zu spüren. Grosse, hohe Räume, endloser Blick nach aussen, denn dieses Gebäude besteht aussen aus Glas und wird durch Stahlträger zusammengehalten. 5 Stockwerke geht dieses Gebäude nach oben und 3 Stockwerke in die Tiefe. Die Büros und Schulungsräume sind rundherum angeordnet. Die Gebäude-Mitte ist über alle oberen Stockwerke offen, Die Sonnenstoren optimieren voll-elektronisch die Temperatur. Die Büro-Einrichtungen in Cubus-Form sind einmalig fürs Auge. Ob sie praktisch sind, weiss ich nicht.

Unter der Erde befinden sich ein grosses Auditorium mit verschiebbarem Boden und Akustik-Deckenbereichen, Ein Theater im Kleinen!

Büros im Gehry-Building

Büros im Gehry-Building

Wie kam es zu dem Campus? Wer hat da gebaut?

Die Besten der Besten aus der Architektenszene hat Novartis-CEO Daniel Vasella verpflichtet: Neben den Schweizer Architekten Roger Diener und Peter Märkli haben bis jetzt Frank O. Gehry, Rafael Moneo, David Chipperfield, Adolf Krischanitz und die japanischen Büros von Tadao Ando, Yoshio Taniguchi, Fumihiko Maki und SANAA auf dem Campus gebaut.

Hinzu kommt der Mailänder Architekt und Städtebauprofessor Vittorio Magnago Lampugnani, der 2001 den Masterplan für das ganze Areal entworfen hatte und selbst mit einem Gebäude präsent ist. Die Bauten der beiden Portugiesen Álvaro Siza und Eduardo Souto de Moura stehen kurz vor der Vollendung, vier weitere von Juan Navarro Baldeweg, Rahul Mehrotra, Rem Koolhaas und Herzog & de Meuron sollen in nicht allzu ferner Zukunft in Angriff genommen werden.

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10. April 2012: Erste Praxis-Erfahrungen mit meiner Canon EOS 60D

Hier wohnt ein FCB-Fan

Hier wohnt ein FCB-Fan

Nachdem ich in den letzten Tagen das ausführliche Canon-Handbuch, aber auch das Fachbuch aus der Buchhandlung „Das Profi-Handbuch zur Canon EOS 60D“ von Stefan Gross studiert und manche Fotosituationen und Abläufe durchgespielt hatte, ging ich am Oster-Dienstag erstmals mit der Canon auf Fotopirsch in die Stadt.

Ich muss gestehen, ich war schon etwas nervös. Wie komme ich wohl mit der Bedienung zurecht? Wie werden die Ergebnisse sein, denn es herrschte  gemischtes Wetter mit Sonne und Wolken?

Aber bereits nach kurzer Zeit hatte ich die Kamera im Griff. Die vielen Einstell-Möglichkeiten boten für mich kein Problem. Die „Quick-Menue-Führung“ war einfach Spitze. Gewandt wechselte ich vom Einzelbild auf Belichtungsreihen für HDR-Bilder, schaltete auf RAW-Format, reduzierte die maximale ISO-Zahl, stellte für reduzierte Tiefenschärfe eine grosse Blende ein. Kurzum, die Kamera lag gut in der Hand und die Bedienungsknöpfe und -Räder lagen immer in Griffweite.

Es war ein Glücksgefühl nach dem anderen. Und dieses erhöhte sich noch, als ich in den folgenden Tagen und Abenden die Fotos mit Photoshop und Photomatix bearbeitete und optimierte. Ich kam mir vor wie in einer anderen Liga. Wo ich vorher zwischen 30-70% Ausschuss mit durchschnittlichen und ungenügenden Bildern hatte, waren es mit der Canon nur ganz wenige. Die meisten Bilder hatten auf meinem Qualitäts-Masstab die Noten 4 oder 5 von max. 5 Punkten

Was ist mir an der CANON ganz speziell positiv aufgefallen:

  • Das 315 Seiten dicke Handbuch von Canon ist etwas vom Besten an Kamera-Manuals, was ich bisher in den Händen hielt. Sehr verständliche Erläuterungen.
  • Das positive Rauschverhalten auch bei hohen ISO-Werten ist aussergewöhnlich. Viele Bilder habe ich mit ISO-2000 und 3200 geschossen, aber kein Rauschen entdeckt. Wenn ich mich zurückerinnere an meine Kompakt-Kameras, bei denen war über ISO-400 Schluss wegen sichtbaren Flecken. Trotzdem habe ich anschliessend den max. ISO-Wert auf 400 eingestellt. Diesen kann ich bei schlechten Lichtverhältnissen jederzeit leicht erhöhen.
  • Der breite Blenden-Bereich von 3.5 – 22 ist im Vergleich zu den Kompakt-Objektiven überragend.
  • Am meisten hat mich die Einstellung „C“ im Modus-Wählrad begeistert. Auf diesen Schalter habe ich als Benutzereinstellung meine Funktion „HDR-Belichtungsreihen“ mit 3 Serienbildern in unterschiedlicher Verschlusszeit eingestellt. So musste ich nur auf diesen Modus schalten und alles war bereit für die speziellen Belichtungsreihen für HDR-Fotografie!
  • Bei meinen bisherigen Kameras war die Zahl der Serienbilder auf 5 beschränkt. Bei der Canon ist es das Mehrfache. Dies ist sehr zweckmässig bei flatternden Fahnen oder Momentaufnahmen von Leuten.
  • Das TAMRON-ZOOM-Objektiv deckt den gesamten Bereich vom knappen Weitwinkel bis zum grossen 400er-Zoom ab. Die manuelle Bedienung erlaubt eine schnelle Anpasung der Brennweite an den jeweiligen Ausschnitt oder Situation.
  • Die Tiefenschärfe lässt sich viel besser und leichter einstellen, als bei den kleinen Kompart-Cameras mit ihren kleineren Bildsensoren.
  • Der Durchsicht-Sucher war auch für mich als Brillenträger kein Problem. Ich sah durch den Sucher neben dem Bildausschnitt auch alle technischen Einstellungen.
  • Den ausklapp- und drehbaren LCD-Monitor habe ich nur kurz benutzt, als ich aus der Hundeperspektive fotografierte. Grossartig
  • Das Canon RAW-Format „CR2“  war in allen meinen  Foto-Bearbeitungs-Programmen wie Photoshop, Photomatix, XnView, Picasa, ACDSee bekannt und die Bilder konnten bearbeitet werden. (Bem: Von einem NIKON-Benutzer habe ich erfahren, dass er sich für dessen RAW-Format im Internet alle Plugins zusammensuchen musste.)

Man könnte oder müsste sich nun die Frage stellen, ob es ein Fehler war, so lange auf Kompakt-Kameras zu setzen, auch wenn es solche mit grossen Zoom-Bereichen waren. Ich denke „Nein“, denn wie bei allen Dingen, sollte man sich langsam an die Spitzenklasse herantasten. Man kauft sich als erstes Auto keinen Ferrari.

Tram vom Barfüsserplatz kommend

Tram vom Barfüsserplatz kommend fährt den Steinenberg hoch

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15. März 2012: Zurück in Binningen

  • Rückflug in die Schweiz:

    Nach über 12 stündigem Flug bin ich um 06:45 in Zürich gelandet. In Thailand war es zwischen 32 – 35 °C warm und hier in der Schweiz kam es fast zum Kälteschock, nämlich um die 0°C. Das Flugzeug ein Airbus A340-600 war bumsvoll. Der Flug war problemlos, ich konnte sogar recht gut schlafen und der Schweizer Zoll liess mich auch gnädig durch, ohne etwas zu kontrollieren.

  • Schreckliche Nachrichten:
    An den Zeitungsständen in Zürich sah ich dann aber die schrecklichen Bilder der Bus-Katastrophe vom Vortag im Wallis. Da raste ein belgischer Autobus mit Kindern an Bord in einem Autobahntunnel in eine Parkbucht und zerschellte an einer dortigen Wand. 28 Tote, wovon 22 Kinder aus Belgien und Holland waren zu beklagen.

    Am selben Tag hat ein Geisteskranker in Basel mit einem Auto vorsätzlich mehrere Fussgänger und Velofahrer auf der Mittleren Rheinbrücke über den Haufen gefahren. 1 Frau ist dabei zu Tode gekommen.

  • Benzinpreis:
    Der Benzinpreis 95 Oktan in der Schweiz stieg in meiner Abwesenheit um etwa SFr. -.10 auf SFr. 1.85 je Liter

  • In Binningen angekommen musste ich als erstes meine Wohnung putzen, denn Handwerker haben während meiner Abwesenheit neue 3-fach-Verglasungs-Fenster montiert.

  • Meine Gewicht:
    Meine Vermutung, dass ich abgenommen habe, hat sich bestätigt, denn meine Waage zeigte tolle 82 kg (mit Kleidern). Im Herbst, als ich nach Thailand flog, glich ich noch eher einem Buddha und wog ich stattliche 89 kg. Nun habe ich Hängebrüste und ein Hängebauch, bin aber viel gelenkiger und muss weniger Gewicht beim Radfahren bewegen.

  • NEU: Mein Sommer Tagebuch 2012:
    An dieser Stelle beende ich mein „Thailand -Tagebuch 2011/12„. Ueber meine Erlebnisse des kommenden Sommers werde ich im Rahmen „Meines Sommmer-Tagebuchs 2012“ berichten. Dieses wird als Blog aufgebaut sein. In einem Blog werden meine Voten und Berichte besser auffindbar sein, weil ich sie entsprechenden Kategorien und Schlagworten zuordnen kann. Zudem wird es einfacher, sich zu meinen Aussagen und Meinungen zu äussern, weil der Leser direkt unter meinem Beitrag seinen Kommentar eintippen kann. Ich hoffe dadurch, dass ich mehr kritische Entgegnungen erhalte.

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27. Feb. 2012: COOP’s Vorstoss zur Reduktion der Zoll-Einfuhrfreigrenze

Die schlechten Nachrichten aus der Schweiz hören nicht auf. Uebers Internet habe ich die Möglichkeit, Radio- und Fernseh-Sendungen der Vortage zu hören und zu sehen. So vernehme ich in der gestrigen Sendung „10 vor 10“ des Schweizer Fernsehens (27. Feb. 2012), dass der Schweizer Detailhandelsriese COOP via den freisinnigen Parlamentarier Peter Malama einen Vorstoss im Schweizer Parlament veranlasst hat, die Zollfreigrenze für Einfuhren von bisher SFr. 300.– auf SFr. 100.– zu senken, um dem Einkaufstourismus der Schweizer im Ausland einen Riegel vorzuschieben.

Dazu habe ich am 28. Feb. dem Grosshandelsriesen COOP (medienstelle@coop.ch) und dem Parlamentarier Peter Malama (peter.malama@parl.ch), seines Zeichens ein liberaler/freisinniger Politiker aus Basel das nachfolgende eMail geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren

Den Winter verbringe ich in der Wärme in Thailand und hörte soeben über Internet-Fernsehen von Ihrem Anliegen, die Zollfreigrenze für Einkäufe im Ausland auf Fr. 100.– zu reduzieren.

Zuerst dachte ich an einen Fasnachts-Scherz, aber dazu ist das Thema oder das Anliegen viel zu ernst. Ich weiss nicht, welche Berater sie auf diese Idee brachten. Schlimm ist es, dass Sie diesen Vorstoss überhaupt in die Wege leiteten. Sie ruft bei mir nur Kopfschütteln hervor. Begeben Sie sich nun auch auf den schmalen Pfad des Populismus oder noch schlimmer des Kommunismus, indem Sie eine künstliche Mauer um die Schweiz aufbauen wollen? … und dies als ehemaliger Konsumverein? Und Sie Herr Peter Malama bieten als Liberaler Politiker dazu Hand?

Ich denke und diese rate ich auch der COOP-Gruppe, ihre Hausaufgaben selber zu machen, ohne Hilfe staatlicher Eingriffe. Vielleicht mit einem guten Service? Vielleicht mit besserem Einkauf aus dem Ausland? Vielleicht mit Preisen, die nicht mehr so weit von denen im Ausland sind?

Schlussendlich können Sie mit solchen Einschränkungen und solchen kundenunfreundlichen Vorstössen keine Kunden dazu veranlassen, bei Ihnen einzukaufen. Merken Sie sich: Der Kunde ist König! Er wird entscheiden, wo und wie er sein Geld ausgibt.

Wieviele Kunden mögen Sie wohl mit diesem Vorstoss verloren haben?

In diesem Sinne hoffe ich auf eine Wende zu liberalerem und kundenfreundlicherem Gedankengut.

Ihr Max Lehmann

bis zum 15. März in Thailand (Hua-Hin)

Antwort von Peter Malama vom 29.Feb.2012

Sehr geehrter Herr Lehmann

Herzlichen Dank für Ihr mail und Ihre ausführlichen Ueberlegungen, die ich natürlich aus freisinniger Sicht teile. Bei meiner Anfrage geht es auch ausschliesslich um die Frage des Erhalts von Arbeits- und Ausbildungsplätze / Lehrstellen und nicht um Fragen wie Bürokratie, MWST- und Personalbestandserhöhung usw.

Diese Anfrage habe ich in Absprache mit Herrn BR Schneider-Ammann an den Gesamtbundesrat gerichtet. Die Antwort erwarte ich am nächsten Montag. Ob aus der Antwort des BR ein Handlungsbedarf in Richtung politischer Vorstoss wird, werden wir ja dann sehen.

Gerne hoffe ich, Ihnen mit dieser Sicht der Dinge zu helfen und verbleibe

mit freundlichen Gruessen

Peter Malama

War dies eine gute Antwort, von jemandem der hinter seiner Meinung steht? Versteckt sich da nicht Einer hinter dem Anderen?

Antwort von COOP, Charlotte Bühler vom 1. März 2012

Sehr geehrter Herr Lehmann

Vielen Dank für Ihre Mitteilung, die wir am 28.2.2012 erhalten haben und dafür, dass Sie uns Gelegenheit zur Stellungnahme geben.

Es ist uns wichtig festzuhalten, dass gewisse Aussagen im Bericht der Sendung 10vor10 falsch waren. So will Nationalrat Peter Malama unabhängig von Coop einen Vorstoss zur Senkung der Freigrenze einreichen und hat diese Forderung schon vor längerer Zeit beim Bundesrat deponiert. Es gibt keinerlei Absprachen zwischen Coop und Herrn Malama, geschweige denn Aufträge von Coop. Des Weiteren ist die Senkung der Freigrenze von 300 auf 100 Franken Forderung von Nationalrat Malama, nicht von Coop. Wir haben nie eine Ziel-Freigrenze von 100 Franken gefordert.

Im Kampf gegen die Hochpreisinsel setzen wir alles daran, Preisdifferenzen zum Ausland zu vermeiden bzw. diese möglichst klein zu halten. Und dies mit Erfolg. Alleine im letzten Jahr haben wir Preissenkungen von rund CHF 350 Millionen vorgenommen und bei über 4500 Artikeln die Preise gesenkt. Dies führte zu einer Minusteuerung, die bei Coop im 2011 über das ganze Sortiment 4,2 % betrug. Insgesamt hat Coop in den vergangenen sieben Jahren über CHF 1,4 Mrd. in tiefere Preise investiert und damit aktiv dazu beigetragen, dass sich das Preisniveau in der Schweiz den Nachbarländern angeglichen hat.

Mit selektiven Auslistungen von Markenartikeln haben wir im 2011 zudem ein starkes Signal im Markt gesetzt, das zahlreiche multinationale Hersteller zum Einlenken bewegte und die Preise senkten. Davon profitiert haben neben den Kunden auch unsere Mitbewerber.

Coop setzt wirklich alles daran, dass Kundinnen und Kunden weiterhin Coop als ihren bevorzugten Einkaufskanal wählen, da wir nach wie vor beste Qualität mit Mehrwert für Mensch, Tier und Umwelt in attraktiven Verkaufsstellen mit kompetenten und freundlichen Mitarbeitenden anbieten möchten und uns dabei auch unserer Verantwortung für die rund 70’000 Arbeitsplätze bewusst sind und diese auch erhalten möchten.

Selbstverständlich werden wir auch 2012 weiter mit unseren Lieferanten intensive Preisverhandlungen führen und die Preise weiter senken. So haben wir erst Ende Januar 2012 die Preise bei 250 weiteren Produkten der Coop Eigenmarke gesenkt. Käse, Eier, Essig, Öl, Mayonnaise, Senf und Tierbedarf gibt es seither durchschnittlich 7% günstiger.

Neben den eigenen kommerziellen Anstrengungen für tiefere Preise setzt sich Coop im Interesse ihrer Kundinnen und Kunden und zu Gunsten des Erhalts von Kaufkraft und Arbeitsplätzen in der Schweiz für den für gute wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen ein. Darunter fallen eine glaubwürdige Währungspolitik, ein griffiges Kartellrecht und eine Wettbewerbsbehörde, die bei Marktmachtmissbräuchen von multinationalen Lieferanten konsequent einschreitet.

Auch müssen – als entscheidender Schritt gegen die Hochpreisinsel Schweiz – ungerechtfertigte Handelshemmnisse eliminiert werden. Das heute gültige Cassis-de-Dijon-Prinzip hat zu viele Ausnahmeregelungen, die zu einer Verteuerung der Waren in der Schweiz führen. So erwarten wir beispielsweise von der Behörde, dass Parallelimporte durch den Wegfall der restriktiven Produktionsland-Deklarationsvorschriften für Produkte aus der EU wesentlich vereinfacht werden.

Mit der Äusserung zur Freigrenze wollten wir eine politische Diskussion anstossen und auf das Problem der Schlechterbehandlung der Schweizer Kundschaft aufmerksam machen. Denn Coop setzt sich ein für Kundinnen und Kunden, die in der Schweiz einkaufen. Es ist nicht fair, dass Sie auf Produkten aus dem Ausland Mehrwertsteuern und Zölle zahlen und dadurch deutlich mehr belastet werden, als Kunden, die im Ausland einkaufen. Es geht Coop also darum, unter der gegebenen Wechselkurssituation gleich lange Spiesse im Wettbewerb zu haben wie die ausländischen Konkurrenten. Denn Coop muss ab dem ersten Franken alles verzollen.

Nun hoffen wir, dass Sie diese Informationen in Ihre Überlegungen mit einbeziehen können und vielleicht Coop trotzdem hin und wieder als Ihren Einkaufskanal wählen werden, wenn Sie aus Thailand zurückgekehrt sind.

Freundliche Grüsse

Coop

Charlotte Bühler

Leiterin Konsumentendienst

Mitglied des Managements

Hauptsitz

Bemerkung: Die herausgehobenen Stellen stammen von mir und sind im Original-Brief nicht enthalten.

Erstaunlich diese Reaktion von COOP. Im zweiten Abschnitt eine totale Abgrenzung zum erwähnten Beitrag im Schweizer Fernsehen, dann der Standard-Text über Preis-Aktivitäten und ganz um Schluss gibt man doch zu: „Mit der Äusserung zur Freigrenze wollten wir eine politische Diskussion anstossen und auf …..“

Zwiespältig bleibt aber auch die Sendung des Schweizer Fernsehens. Hat da etwa das Schweizer Fernsehen einmal mehr tendenziös und ohne grosse Recherche über etwas berichtet? Wie etwa auch in der Sendung „Rundschau“ am 21.12.2011 ueber das „Thailändisches Altersparadies (in Hua-Nin)“, die in ganz Hua-Hin nur Kopfschütteln auslöste?

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7. Okt. 2011: Kellerbesichtigung und Herbstessen der Bugginger-Winzer

Weinprobe in einem der Kessel-Räume voll mit Wein

Weinprobe in einem der Kessel-Räume voll mit Wein

 

Vor 3 Wochen habe ich beim „Herbsten“ (Weinlese) bei den Buggingern mitgearbeitet. Meine Wurzeln liegen in Buggingen, denn mein Vater wurde dort geboren. Am Freitag, 7. Oktober traf ich mich mit den anderen Helferinnen des Herbstens zum traditionellen Herbst-Essen mit einer Keller-Besichtigung in der „Winzer-Genossenschaft Schliengen“, wo auch die von uns geernteten Trauben zu hochwertigen Weinen verarbeitet werden.

Ich war ja schon einmal bei der Ablieferung der geernteten Trauben in der WG Schliengen und habe mitverfolgt, wie die 400 kg schweren Container in die Sammelbehälter abgefüllt und deren Qualität geprüft wurden. Heute wurde nichts mehr abgeliefert. Alle Trauben in der Umgebung sind geerntet. Nur ein paar Spezialitäen blieben an den Stöcken hängen und werden gesondert aufbereitet.

Dafür plubberts jetzt in den Tanks. Die angelieferten Trauben wurden nämlich direkt nach Ablieferung in einem ersten Schritt von ihrem Stielgerüst abgetrennt, dann durch feine Messer aufgeschnitten, damit der süsse Traubensaft auslaufen konnte. Diese Mischung nennt man Maische.

Nach ein paar Stunden gelangte die Maische einen Stock tiefer in die Weinpresse, wo auf schonende Weise die Traubenrückstände (=Trester) vom süssen Traubensaft getrennt wurden. Der Saft wurde dann in grossen Tanks aus Edelstahl gelagert, mit spezieller Zuchthefe vesetzt und damit die Gärung angestossen. Es ist verrückt, diese Maschinen inkl. der Weinpressen, die 1-2 Stockwerke belegen, werden nur 3-4 Wochen im Jahr benutzt, nämlich in der Erntezeit.

Und hier begann unsere Besichtigung mit dem Kellermeister. Er erzählte von seiner interessanten Arbeit und dem Weg zur Weinherstellung: Die Hauptgärung dauert zwischen 1 und 3 Wochen. In dieser Zeit wird der im Most enthaltene (Trauben-)Zucker zu Alkohol und CO2 umgesetzt. Da während der Gärung Wärme entsteht, werden alle Tanks elektronisch überwacht und auf um die 25°C gekühlt. So wird sichergestellt, dass die Gärung langsam abläuft und die besten Aromastoffe im Wein bleiben und sich nicht in die Umgebung verflüchtigen.

Nach einiger Zeit, wenn der Zuckergehalt das gewünschte Mimimum erreicht hat, wird abgestochen. Das heisst, der Wein wird in andere Tanks umgelagert und von der verbrauchten Hefe getrennt. Der Jungwein ruht nun in den nächsten 3-5 Monaten in Stahltanks, bis er zur Endverarbeitung d.h. Filtrierung und Abfüllung bereit ist. Ganz speziell habe ich mir gemerkt, dass der Wein Zeit braucht, um zur Ruhe zu kommen und sein volles Volumen zu entwickeln. Man sollte nie einen jungen Wein 2-3 Monate nach Ernte kaufen.

Spezialitäten werden dann noch in 200 Liter grossen Barriquefässer gelagert. Die Lager-Dauer von 6-15 Monaten hängt ab vom Alter des Fasses, denn diese werden (nur) 3 mal verwendet. (1 solches Fass kostet 700 Euro)

Untermalt wurde die hoch interessante Führung des Kellermeisters der Weinbaugenossenschaft Schliengen durch Degustation vieler Wein-Beispiele und -Spezialitäten (und dies alles auf den leeren Magen). Beim anschliessenden Herbst-Essen bei den Webers im Weinhof Weber hielt ich mich mit eisernem Willen etwas zurück, obwohl sie wunderbare und edle Tropfen auffahren liessen, denn ich musste doch noch nach Hause fahren. Jetzt weiss ich auch, warum die grossen Weinbauern in schönen heimeligen Schlössern wohnen.

Auf der Speisezettel standen leckere Sachen wie: Salat, Gemüse-Pastete, Ochsenschwanzsuppe, Forellen-Filet nach Müllerin-Art, gefüllte Kalbsbrust, Spätzle, Bohnen, Kartoffeln, Mousse aux Chocolat…. Es hat wunderbar geschmeckt.

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17. und 20. Sept. 2011: Weinlese in Buggingen

Bugginger Rebstöcke

Burgunder-Rebe (=Pinot-Noir)

Seit Jahren habe ich meinen Verwandten in Buggingen versprochen, ihnen irgendwann bei der Traubenernte zu helfen. Ich habe soviel von der fröhlichen Herbsterei mit Speis, Trank und Gesang gehört und wollte einmal mittun. Ich wurde aber eines besseren belehrt. Die Traubenernte im Herbst ist, zusammen mit dem Schnitt der Reben im Frühjahr, die arbeitsintensivste und aufwendigste Zeit im Rebbaujahr. In der Tat begann der Rücken wegen der gebückten Körperhaltung, die Trauben hängen etwas tief, nach wenigen Stunden zu rebellieren und zu „knirschen“.

Buggingen ist der Geburtsort meines Vaters und Teil des Markgräflerlandes, des Gebietes zwischen Basel und Freiburg. Zu den Buggingern und vorallem zu Manfred und seinem Sohn Rainer Weber habe ich recht intensiven Kontakt, umsomehr ich und meine Schwester duch Erbschaft Besitzer eines Grundstückes in Buggingen wurden. Sehenswert ist deren Homepage „http://www.weinhof-weber.de/“ des Weinhofes Weber .

Am Samstag, 17. Sept. war es soweit. Um 8 Uhr sollte das Lesen bei den Weber’s beginnen, d.h. Tagwache um 6 Uhr, und dann die 35 km Hinfahrt auf der Autobahn. Leider regnete es früh morgens, sodass der Arbeitsbeginn um 1 Stunde verschoben werden musste. Bis 9 Uhr kam eine Helferin nach der anderen. Freiwillige Männer gab es keine! Alle Frauen kamen aus dem Bekanntenkreis und der Nachbarschaft, mit Gummistiefeln bestückt und guten Mutes. Man kennt sich eben. Hier im Reb-Dorf Buggingen lebt man das „Herbsten“ während 2-3 Wochen aus. Schlussendlich waren wir etwa 20 Personen, wovon 6 rumänische Erntearbeiter.

Buggingen: In jeder Reihe 2 Helfer und 4 Eimer

In jeder Reihe 2 Helfer und 4 Eimer

Nachdem auch ich Stiefel der Grösse 41 gefasst hatte, gings exakt um 9 Uhr los. Die Beeren hatten in der Zwischenzeit etwas abgetrocknet, denn man wollte die „Selektion“ (=“Auslese“) ernten, rote Blauburgunder-Trauben höchster Qualität. Ich durfte mit Rainer auf dem grossen Traktor etwa 2 Meter über der Strasse zum Rebberg hochfahren. Dann erhielt jeder eine scharfe Rebzange und zwei Eimer, einen roten für die Trauben erster Qualität und einen grünen für die zweiter Wahl. Manfred zeigte mir, wie es geht, worauf ich zu schauen hatte, wie ich faule Beeren von eingetrockneten erkennen konnte… abschneiden von unten nach oben. Anfänglich gings bei mir sehr langsam. Konzentration und Entscheidungsfähigkeit waren gefragt. Bald entdeckte ich, dass es Rebstöcke mit schönen, vollen Beeren gab, daneben aber solche mit Fäule und/oder Wespenlöchern … und die vielen „Ohrengrübler“. Ich war mitten in der Natur.

Ueberrascht war ich über die Organisation des Erntens. Man merkte, da waren Profis am Werk, die keinen kopflosen „Hühner-„Haufen duldeten. Immer zwei zusammen arbeiteten in einer Reihe, der eine links, der andere rechts, 7 Pärchen wurden aufgestellt. Jedes Paar erhielt eine Nummer. Ich war der „4“ zugeteilt, also bei jedem Neubeginn die 4. Reihe. So war sichergestellt, dass jede Reihe vom Anfang bis am Ende durchgehend abgeerntet wurde. Der Rest, vorallem die Rumänen, tauschten die vollen Eimer aus und füllten sie in die grossen Trauben-Container, in denen etwa 400 kg Trauben Platz hatten.

Buggingen Weinlese

Beschriftung: Weinlese

Das Wetter hat schön mitgespielt. Sonnenschein und Wolken wechselten sich ab. Regen gab es erst wieder gegen Abend. Der erste grössere Meilenstein war um 13:30 Uhr das Mittagessen. Zurück gings nach Buggingen zur Zwiebelwähe und neuem Wein (sprich Sauser). Die Mittagspause dauerte aber nicht lange, denn es waren noch einige Reihen abzuernten. Ich spürte meinen Rücken immer mehr, aber meine Ernte-Geschwindigkeit wurde zusehends besser. Schon bald sah ich dem Rebstock an, wie seine Reb-Qualität sein wird. Dann gegen 16 IUhr begann es wieder zu regnen, aber es wurde weitergearbeitet. Noch 3 Reihen, gab Rainer das Ernte-Ziel weiter. Alle arbeiteten mit voller Konzentration. Es wurde wenig gesprochen. Auch die Rumänen halfen beim Schneiden.

Jede Traube muss kontrolliert und nötigenfalls gesäubert werden

Um 17:30 Uhr war für heute Feierabend. Es war ein stolzer Anblick auf die beiden grossen Anhänger mit 12 vollen Containern jeder mit 400 kg geernteter Trauben, die etwa 3’800 Flaschen 7.5 dl Wein geben werden. Mit seinem Traktor brachte Rainer die vollen Container zur Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim, wo sie fachgerecht zu hochwertigem Wein verarbeitet werden. Hohe 94-95° Oechsle hatte unsere heutige Ernte ergeben. Ein schöner Zuckergehalt der zu Wein mit einem Alkoholgehalt von etwa 11.5 bis 12 Vol-% führen wird.

Rainer ist sichtlich zufrieden mit der gelesenen Qualität

Wie ich am 7. Oktober von Manfred vernahm, stieg die Qualität der Blauburgunder-Trauben von Tag zu Tag und gipfelte bei 111°Oechsle, was zu einem Alkoholgehalt von ungefähr 15 Vol-% führen kann.

Ich selber fuhr nach Hause, nahm mir ein wohlverdientes Schaum-Bad und legte mich auf die Liege, um mich ein wenig zu erholen und vor mich hin zu dösen.

Kartoffelsalat und Braten, unser Mittagessen

 

Während der ganzen Weinlese habe ich meine Erlebnisse mit meinem handlichen Foto-Apparat dokumentiert. Anfänglich waren meine Hände sauber, aber schon bald wurden sie und damit auch der Foto-Apparat vom Traubensaft immer klebriger. Er hat es überlebt und ich habe wunderbare Erinnerungen an einen ereignisvollen Tag.

Nun habe ich sogar meinen eigenen Container

Zweiter Tag bei der Weinlese:

Am Dienstag, 20. September nahm ich nochmals den Weg nach Buggingen unter die Räder. Ich wollte kein „Weich-Ei“ sein. Ich nahm an und dies bestätigte sich auch, dass es beim zweiten Mal bereits etwas besser gehen wird. In der Tat, mein Rücken hatte sich bereits angepasst und begann erst im Laufe des Nachmittags zu schmerzen. Zudem war es ein wunderbarer Herbsttag. Angenehm warm und den ganzen Tag Sonne auf blauem Himmel! So habe ich mir das Herbsten vorgestellt und das Mittagessen nahmen wir inmitten der Reben ein.

Als dann gegen Abend das erlösende Wort „Feierabend! Wir brechen ab“ von Rainer kam, war ich glücklich und zufrieden. 16 Container hochwertiger Blauburgunder haben wir geschafft und dies mit der halben Personalstärke. Die Trauben waren von exzellenter Qualität. Bei wenigen musste man Teile der Trauben herausschneiden. Letztes Mal war ich noch Anfänger, dieses Mal wurde ich bereits als Fortgeschrittener akzeptiert.

Als Abschluss meiner ersten Winzer-Erfahrungen führte mich Manfred nach kurzer Erhohlungs-Pause an die Abgabestelle in der Winzergenossenschaft Schliengen-Mülheim, wo nicht nur Rainer sondern auch die meisten Winzer der Umgebung ihre Ernte ablieferten. Schlangen von Traktoren mit ihren Anhängern voller Trauben-Container warteten, bis sie daran kamen. Jeweilen 3 Container wurden in eine der 13 gewaltigen Vorratsgefässe abgefüllt, dabei jeweilen die Oechslegrade gemessen und der Empfang dem Winzer schriftlich bestätigt. Die Dimensionen waren gewaltig. Ich schätze, dass alleine an diesem Abend gegen 200’000 kg Trauben verschiedenster Sorten angeliefert wurden. Die ersten Schritte zum 2011er-Wein waren zurückgelegt. In den kommenden Monaten folgt nun die Feinarbeit des Kellermeisters.

Ein Teil unserer heutigen Ernte

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