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Etwas Nachdenkliches: Der Tod – ein Drama für die Hinterbliebenen

Der eigene Tod ist Gott gegeben. Jeden von uns erwischt es. Er kommt meist unerwartet und unangemeldet. Ein Drama wird er aber für die Hinterbliebenen.

Ein Trottel oder Egoist wird abhauen, ohne sich um all dies zu kümmern. Dies ist aber unhöflich oder sogar bösartig. In der heutigen Zeit mit den elektronischen Abläufen ist es für die Nachkommen schwierig ja fast unmöglich, den Nachlass in geordnetem Rahmen durchzuführen.

Wer hat bei Euch die Uebersicht über die Verträge? War macht die Zahlungen? Wo sind die Bank- und Kredit-Karten? Hast Du eine Vollmacht über Deine/Euere Bank-Kontos? Kennst Du die Internet-Passworte Deines Partners? Verfügst Du über einen Vorsorgeauftrag, Patientenverfügung, Willensvollstreckung?

Sterben ist Charaktersache

Eine Anleitung für Lebende

Nur keine Panik! Ich habe keine Pläne für dieses Ereignis, aber ich weiss, dass mein Ende absehbar sein wird. In den nächsten 10-15 Jahren wird es eintreffen. Dies ist eine kurze Zeit und muss ausgenützt werden. Für diesen Anlass gibt es einiges zu erledigen und zu planen, obwohl ich kein Fest will!

Die notwendigen Unterlagen und Dokumente schreibt man nicht in wenigen Stunden. Es ist eine Arbeit von Tagen/Wochen. Ich habe bereits vor ein paar Jahren damit angefangen. Mittlerweilen ist mein Ablebe-Dossier etwa 25 Seiten dick. Ich habe die Wochen der Corona-Pandemie benutzt, um meine Unterlagen wieder à-jour zu bringen und mit meiner Vorsorge-Beauftragten abzustimmen.

Mein Ablebe-Dossier hat folgenden Inhalt

  • Patientenverfügung: Mein rechtsverbindlicher Wille im Hinblick auf Leben, Leiden, Sterben und Tod
  • Testament (handschriftlich und Abschrift)
  • Vorsorgeauftrag und Beauftragte des Vorsorgeauftrages (Handschriftlich und Abschrift): In diesen beiden Dokumenten lege ich fest, wer als meine Vorsorgebeauftragten für mich sorgen und entscheiden sollen, und welche Rechte und Pflichten sie haben, wenn ich selber dies nicht mehr tun kann.
  • Meine Todesfall-Verfügung: Darin informiere ich über meine Versicherungen, Verträge, Dokumente, Passworte, Internet-Dienste und regle alle notwendigen Massnahmen nach meinem Tod. Es ist mittlerweilen 13 Seiten gross
  • Mein Organspende-Datenblatt: Meine Daten zum nationalen Organspende-Register
  • Anhänge wie Todes-Anzeige, Lebenslauf, Schenkungs-Urkunden, Exit-Ausweis (Sterbehilfe-Organisation), Adressen meiner Freunde, Passworte, Bedienungsanleitungen für eBanking etc:

Meine Hilfen für meine Nachkommen

Es gibt noch einiges zu tun. Glücklicherweise ist es einfacher, die notwendigen Unterlagen mit dem PC zu schreiben und anzupassen, als früher mit der Schreibmaschine oder sogar von Hand.

  • Es gibt noch einige Kapitel in meiner Auto-Biographie, die ich verfassen muss
  • Ich muss alle Unterlagen zu Handen der Behörden und Nachkommen (Patientenverfügung, Testament, Vorsorgeauftrag, Todesfall-Verfügung) regelmässig aktualisieren.
  • Das Hauptproblem für meine Vorsorgebeauftragte, meine jüngere Tochter Daniela, wird sein, weil ich fast alles in digitaler Form über Internet erledige: Bank-Verkehr in Schweiz und Thailand, Finanz-Verwaltung, Digitale Post etc
  • Grosse Probleme sind: Die Daueraufträge für Bezahlungen von Mietzins in Binningen und Thailand, Versicherungen, Krankenkasse, Auto-Verkehrssteuer etc. Diese müssen alle gekündigt werden.
  • Kleinere Probleme sind die Information meiner Freunde über meinen Hinschied: Ich habe zu diesem Zweck in Facebook, WhatsApp, meine beiden Europa- und Thailand-Tagebücher eine Vorlage vorbereitet.

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Ju di hui – Ich bin „Eidg. dipl. Organspender“

https://www.swisstransplant.org

Kennt Ihr die Angst, in wenigen Tagen oder Wochen sterben zu müssen? Ein schreckliches Gefühl!

Diese Angst kennen die, die dringendst auf ein Ersatz-Organ angewiesen sind. Sie hoffen und beten dafür, ein geeignetes Organ von einem Verstorbenen Spender zu erhalten.


Heute kam per Post mein Organspender-Dokument, das ich unterschrieben an Swisstransplant zurückschicken muss. Damit ist meine Registrierung abgeschlossen. Ich bin „Organspender Nr. 7579“.

Ich bin glücklich! ich bin registriert im nationalen Organspende-Register, auf das Fachpersonen und Aerzte direkten Zugriff haben, sobald sie nach einem Organ suchen. . Ich entlaste damit meine Nachkommen vor dem schwierigen Entscheid, was mit meinem Körper geschehen soll. Sie müssen auch nicht mehr in meinen Unterlagen oder dem Geldbeutel nach dem alten, vergilbten Organspende-Ausweis suchen. Mein Körper steht zur Verfügung.

Ihr müsst nun aber nicht meine, ihr könnt meine besten Stücke für Euch reservieren. Zudem plane ich nicht, bereits in Kürze abzuhauen.

Melde Dich auch an als „Organspender“ !

Jeder der in der Schweiz wohnt, kann sich bei „https://www.swisstransplant.og“ zum Organspender registrieren lassen. Mit kleinem Aufwand kannst Du zum Abschluss Deines Lebens einen Schwerst-Kranken glücklich machen. Dank Dir und Deiner Leber, Deinem Herzen oder Niere kann er weiterleben. Ich habe zusätzlich erlaubt, dass meine Ueberreste zu Forschungszwecken weiterverwendet werden dürfen.

Mein Datenblatt für den Eintrag ins „Organspenderegister“

 

 

 

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Fortschritte an meiner Biografie und meinem Testament

Obwohl das Wetter hier in Binningen (Basel) auch in den vergangenen Tagen prächtig war, nahm ich mir viel Zeit, an meiner Biographie und meinen Testament-Unterlagen zu arbeiten.

Ich habe zwar nicht im Sinn, in Bälde abzuhauen, aber ich bin mir bewusst geworden, dass auch ich nicht unsterblich bin. Deshalb ist es mir wichtig, dass meine Nachkommen nicht in eine emotionale Panik geraten, falls ich unverhofft mit einer schrecklichen Krankheit konfrontiert werde, die mein Leben stark beeinträchtigt oder sogar beendet. Ich dachte dabei an den für mich abschreckenden Fall des F1-Rennfahrers „Michael Schumacher“. So möchte ich niemals dahin-vegetieren. In einem vergleichbaren Zustand will ich, dasss die Maschinen abgestellt werden, denn ich hatte ein tolles Leben!

Sie kennen nun meine Gedanken und meine Lebenseinstellung in Bezug auf Tod, Invalidität und schweren Hirnschaden und können in meinem Sinne auch handeln. All dies habe ich zusätzlich in einer mehrseitigen „Todesfall-Verfügung“ formuliert.

Dieses Dokument ergänze ich laufend, sobald mir etwas wichtiges einfällt. Dieser Prozess dauert bereits ein paar Jahre an. Heute habe ich das nachfolgende Einstiegs-Kapitel in meine „Todesfall-Verfügung“ eingefügt:

Mein wichtigstes Anliegen

Mein Ableben soll möglichst wenig negativen Einfluss auf den Lebensablauf meiner Familie und Freundeskreis haben. Ich möchte, dass ihr Euch bewusst seid, dass ich von Euerer Trauer und Anteilnahme nichts mehr wahrnehme. Dies bedeutet nun nicht, dass ihr nicht traurig sein dürft. Aber ihr sollt Euer aktuelles Leben deswegen nicht umstellen. Es soll Euch nicht kümmern, was die Leute sagen werden. Denkt daran, dass ich das Leben, die Reisen und Ferien über alles liebte.

  • Falls ich in Thailand sterben sollte, soll niemand nach Thailand reisen, weil es Tradition ist. Es ist schade um das Geld für den Flug. Nehmt Euch Zeit zur Reise-Planung und reist ein paar Wochen oder Monate später in mein Haus in Hua Hin  und erlebt Thailand.

  • Falls jemand von Euch durch die Todesnachricht in den Ferien überrascht wird, soll er seine Ferien weiter geniessen und keinesfalls abbrechen.

  • Falls Ihr kurz vor der Abreise steht, sollt Ihr abreisen und die Ferien geniessen, aber keinesfalls die Reise stornieren.

Meine Biographie: Mein Leben im Sport und Militär

Diese beiden Themen standen im Vordergrund meiner aktuellen Veröffentlichungen. Vorallem seit meiner Pensionierung Ende 2000 war ich weit über 60’000 k m mit dem Rennrad unterwegs. Ich strampelte vom Norden in den Süden Thailands und auch Vietnams, Ich traf dabei ehemalige Grössen des Radrennsportes wie Tony Rominger, Andy Schleck, Ernesto Guidali und auch Max Hürzeler.

Das Militär hatte mich geprägt, stellte ich beim Schreiben fest. Ich wollte besser sein als mein Vater, konnte es ihm aber nicht mehr beweisen, weil er kurz vor meinem grössten Erfolg während der Offiziersschule an einem Autounfall in England verstarb. Dadurch hatte ich nie einen „Bewunderer“.  Ich blieb mit meiner Leistung alleine.

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