Fiaker in Wien - Ein Basler in Wien
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Eines der ganz grossen Wahrzeichen von Wien sind die Fiaker. In anderen Stadten nennt man diese Gefährte Kutschen oder Droschken. Woher kommt nun der Begriff "Fiaker"?

Woher kommt der Begriff "Fiaker"?

Der Einspänner (Thomas Stiegler)

"Denk dir einen Menschen mit fröhlichem, gesundem Gesicht; äußerst schlicht angezogen, einen abgeschabten Filz auf dem Kopfe, sorglosen Herzens, voll Mutterwitz und eine Peitsche in der Hand – da hast du einen Wiener Fiaker."
Mit diesen Worten beschrieb der Berliner Journalist Adolf Glaßbrenner 1836 eine Wiener Institution, die zu jener Zeit schon mehr als hundert Jahre auf dem Buckel hatte und die bis heute ein Markenzeichen von Wien ist, wie sonst etwa nur das Riesenrad oder die Sachertorte.

Entstanden ist diese frühe Form eines öffentlichen Personenverkehrs in Paris, wo der französische Kaufmann Nicolas Souvage schon 1662 in der "Rue de Saint Fiacre" einen Standplatz für Lohnkutschen eröffnete. Vom Namen dieser Straße leitet sich auch der Begriff »Fiaker« ab, der sich aber nur in Österreich und Bayern durchsetzen konnte, während man im restlichen Deutschland noch heute von »Droschken« spricht. Bis sich die ersten Fiaker auf den Straßen Wiens tummelten, sollten allerdings noch etwa 70 Jahre vergehen, doch schon um die Jahrhundertwende waren sie ein vertrauter Anblick, und mehr als 700 Fiaker hatten die Lizenz erhalten, Kunden zu befördern.

Viele Fiaker (in Österreich wird auch der Kutscher als »Fiaker« bezeichnet) waren dabei echte Wiener Unikate, die durch ihre Leutseligkeit und den bekannten Wiener Schmäh bald stadtbekannt wurden. Der Berühmteste unter ihnen war sicher Karl Mayerhofer (von den Wienern nur »Hungerl« genannt), der neben seinem Beruf als Fiaker auch als hervorragender Sänger bekannt war und, meist angespornt durch ein paar Glaserl Wein, die schönsten Fiakerlieder zum Besten gab. Sehr zur Freude der Wirte: »Man ging zum Heurigen und wenn der genossene Wein seine Wirkung zeigte und die Stimmung gestiegen war, dann stand der eine oder andere auf und sang ein Lied oder ließ einen kräftigen Jodler los.«2 Denn wenn der Wiener feierte, dann gehörte dazu nicht nur eine gute Jause und ein edler Wein, sondern es musste richtig laut und lustig zugehen. Da reichte dann die einfache Schrammelmusik nicht mehr aus, sondern es wurde gesungen, gepascht, gedudelt und gepfiffen, dass es in den Ohren dröhnte. Und einer, den die Natur besonders reich mit ihren Gaben beschenkt hatte, und der es liebte, für die Leute zu singen, war eben der bereits erwähnte »Natursänger« Karl Mayrhofer. Als er 1905 bei einem Unfall ums Leben kam (ironischerweise war es ein Motorwagen, der seine Kutsche rammte), fanden sich mehr als 20 000 Menschen aus dem In- und Ausland ein, um von ihm Abschied zu nehmen, und sein Begräbnis glich mehr einem Staatsakt als der Verabschiedung eines einfachen Lohnkutschers.

Aber wir sollten auch kein zu romantisches Bild vom Leben der Fiaker malen. Die Konkurrenz unter den Lohnkutschern war groß, und die Fiaker waren deshalb gezwungen, zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jedem Wetter bereitzustehen. Vor allem im Winter muss das ein hartes Los gewesen sein! Denn zu den eisigen Temperaturen kam noch der unfreundliche Wind, der in Wien ständig durch die Gassen pfeift, und zum Wärmen hatten die meisten Kutscher nur eine dünne Decke und den warmen Leib ihrer Pferde. Da war es nur allzu verständlich, dass sich die Fiaker gerne einmal mit etwas Hochprozentigem aufwärmten oder zu später Stunde noch Lust auf einen heißen Kaffee verspürten …

Aber Wien wäre natürlich nicht Wien, hätten die Fiaker aus dieser Not nicht eine Tugend gemacht und ihren eigenen Kaffee erfunden, wobei es sogar zwei Arten davon gibt, nämlich den Fiaker und den Einspänner.

Der originale "Fiaker" (wie er auch heute noch getrunken wird) besteht aus einem kleinen Mokka, 2 cl Kirschwasser und einer Haube aus Schlagobers. Bei den Kutschern war dieser Kaffee unter anderem auch deshalb so beliebt, weil er aufgrund der dichten Sahnedecke lange warm blieb und man sich daran die frierenden Hände wärmen konnte. Musste man hingegen rasch losfahren, so wurde die kalte Sahneschicht einfach untergerührt und der Kaffee konnte rasch ausgetrunken werden.

Der "Einspänner" ist sozusagen der ›kleinere Bruder‹ des Fiakers, sowohl im übertragenen Sinne als Kaffee als auch im konkreten Sinne als Kutsche. Entstanden ist der Einspänner durch die Not am Ende des Ersten Weltkriegs, als die Kutscher auf ihr zweites Pferd verzichten mussten und daher nur noch einspännig fahren konnten. Aber auch beim Essen und Trinken mussten sie sparen, wodurch dann dieser Kaffee entstand, der aus einem kleinen Mokka, etwas Schlagobers und ein klein wenig Staubzucker bestand.

Heute kann man in Wien natürlich beide Kaffeearten genießen, und auch auf den Straßen der Stadt tummeln sich wieder die »echten« Wiener Fiaker. Und vielleicht erinnert sich einer von ihnen sogar noch an Hans Moser, einen der beliebtesten Schauspieler der österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, und ruft uns, mit einem Haferl Kaffee in der Hand, sein »Fahr’ma, Euer Gnaden!« zu …

Fiaker (zweispännigen Kutschen)

Fiaker
 
Fiaker-Gespann
 
Zwei Fiaker Pferde
 
Fiaker
 
Weisser Fiaker
 
Fiaker mit Schwarz-Weiss Pferden
 
Fiaker
 
Fiaker ganz in Weiss
 
Fiaker
 
Fiaker mit Black and White Pferden
 

Fiaker mit geschlossenen Kabinen

Alle Fiakers sind Cabriolets, können aber bei Bedarf einfach geschlossen werden. Mit wenigen Handgriffen ziehen sie das Dach und die Seitenwände über die Sitze.

Fiaker
 
Fiaker vor dem Burgtheater
 
Fiaker vor Burgtheater
 
Fiaker vor dem Burgtheater
Vor der SPÖ-Partei-Zentrale "Hirn für Oesterreich"
Fiaker bei Regen vor Burgtheater
 
Fiaker vor dem Burgtheater
 
Fiaker bei Regen vor Burgtheater
 
Pferde

Wasser-Sack
 
Wasser
 
Schimmel
 
Schimmel
 
Pferde Füsse
 
Violetta
 
Fiaker (Kutscher/-in)

Die Kutscher auf den Kutschen nennen sich "Fiaker", wie ihr Gefährt

Fiakerin
 
Fiakerin
 
Fiaker
 
Fiaker/Kutscher
 
Fiaker/Kutscher
 
Fiakerin
 
Fiakerin
 
Fiaker
 
Fiaker
 
Fiakerin
 
Fiaker
 
Fiaker
 
Fiaker
 
fiaker
 
Fiaker
 
Fiaker
 
Fiaker
 
Fiaker
 
Fiaker unter Regenschutz
 
Fiaker in Diskussion
 
Fiaker
 
Elektro-Muskelkraft-Fiaker

Fahrrad-Taxi
Auf dem Stephansplatz
Elektro-Faker
 

 

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