Kategorienarchiv: Basler Max

Feb 07 2016

Billard mit meinem „fucking“ English teacher and gardener

Hua-Hin Pool Billard Sasha Bar Neil Walia

My fucking English teacher and gardener

Englisch Lektionen

Hier in Hua-Hin treibe ich nicht nur Radsport und geniesse das wunderbare Leben, ich lerne im Kontakt mit Engländern, Australiern, Kanadiern, Amerikanern und Holländern  Englisch in jeder Nuance und Feinheit.

Ich lerne anständiges und unanständiges. Ich werde korrigiert, weil meine Freunde nicht wegen meines Swiss-English ihre Muttersprache anpassen  wollen.

  • So musste ich lernen, dass ich nach dem Radfahren nicht „under the douche“ (unter die Dusche) gehen kann, sondern „under the shower„. Denn das englische Wort „douche“ ist der Intim-Dusche für Damen vorbehalten!!!
  • Als wir ein neues Renndress für unseren Radrennclub der „Hua-Hin Roadies“ bestellten, gab ich als meinen Bedarf an „I need 2  bike dresses„. Mit schmunzeln musste ich erfahren, dass ein Engländer mit einem „dress“ ein Damenkleid bezeichnet. Ich wollte aber kein Damenkleid, so bestellte ich eben „1 shorts and 1 shirt“, oder „1 bike kit“.
  • Please make a photo“ sagte ich nur einmal, als ich fotografiert werden wollte. Denn dazu sagte Paul Graham aus Kanada: daran erkennt man die Europäer. Es muss heissen „take a photo“ „take a shower“ aber „make a baby
  • Als ich von Bangkok zurückkam und erzählte, dass mein „money bag“ gestohlen wurde, musste ich hören, dass der Engländer dem Geldbeutel „wallet“ sagt, und weniger „money bag“.
  • Wusstet ihr, dass das Wort „Showmaster“ im englischen Sprachraum unbekannt ist. Es handelt sich um ein in Europa erfundenes Fremdwort.

Mein Nachbar Dennis zur rechten Seite kommt aus dem Londoner East-End-Hafen-Viertel. Er gehört nicht zu meinen Lieblings-Kontakten, aber ich amüsiere mich ob seinem blumigen Englisch. „Fucking“ ist sein Lieblingswort. Mit „Fucking“ kann er alles aussagen und bekräftigen,  oder es als Füller benützen. „Fucking“ ist ein allround-Wort.

Via-à-vis wohnt ein anderer Engländer, der fucking („liebenswerter“) Neil  geboren aus dem fucking („fernen“) Mexico. Seine Zeit als fucking („einfacher und gelangweilter“) Flugzeug-Mechaniker aus Heathrow ist vorbei. Er ist pensioniert. Mit Kate lebt er das ganze Jahr vis-à-vis vom fucking („netten“) Max. Während meiner Abwesenheit ist er mein fucking gardener (Gärtner).

Ich lache mich kaputt. So in etwa tönt es von meiner Nachbarn Dennis, wenn er in Fahrt ist und mit seiner Freundin streitet … und dies passiert weiss Gott oft. In Klammer versuche ich zu beschreiben, was er mit „fucking“ ausdrucken will!

Hua-Hin Pool Billard Sasha Bar

Dies ist mein Nachbar Neil Walia von viy-à-vis

Buy 2, Get 3

Aber eigentlich wollte ich von Neil und Kate Walia schreiben. Sie sind meine Nachbarn via-à-vis. Ich mag beide. Sie sind sehr liebenswerte Leute. Während meiner 7-monatigen Abwesenheit gibt er meinen Pflanzen Wasser. Er hat mexikanisches Blut in sich, während Kate aus Irland kommt. Beide haben auf dem Londoner Flughafen Heathrow gearbeitet und sind nun pensioniert.

Jeden Tag zwischen 13:25 und 13:35 verlassen sie ihr Haus, nehmen den Abfallsack, den sie am Tor aufgehängt haben, und spazieren zum Biergarten neben dem 7eleven. Ab 13 Uhr gibt es dort nämlich 1 Bier gratis, wenn man 2 trinkt. „Buy 2, get 3“ nennt man diese übliche Preisgestaltung in Thailand. Manchmal hänge ich mich an oder treffe sie, wenn ich im 7eleven einkaufe. Im Gegensatz zu ihnen trinke ich aber nur kleine Flaschen „Chang“. Es bleibt auch bei mir nicht bei einer oder zwei. Ich gebe es zu, meistens weiss ich nicht mehr, wieviele es waren.

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Man beobachte meine Handhaltung und den konzentrierten Blick

Pool-Billard in der Sasha Bar ⇒ Swiss-Champion

Gegen 16 Uhr wird Neil immer unruhiger und schielt über die Strasse zur Sasha-Bar. Ob sie wohl bereits geöffnet hat? Neil ist ein starker Pool-Billard-Spieler und spielt in der hiesigen Meisterschaft. Ich kam zum Pool-Billard wie die Jungfrau zum Kinde. Letztes Jahr nämlich hat mich der Karli Holzhauser, als er mit seiner Heidy bei mir in Hua-Hin weilte, zum Billard verführt. Wir spielten jeden Abend in der Donkey-Bar. Und weil Billard durstig machte, gab es immer etwas oder auch mehr zu trinken.

Kurzum, ich spiele etwa 1x die Woche mit dem Neil in der Sasha-Bar. Ich habe auf dieses Jahr meine Hand- und Fingerstellung geändert und führe nun die Queue über meinen angewinkelten Daumen. Dieser Wechsel meiner Spielweise war mühsam. Ich musste mich oft pudern, damit die Queue leicht rutscht. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Der Neil muss nun alle seine Tricks einsetzen, um gegen mich zu gewinnen. Meine Erfolg-Chancen steigen langsam und liegen bereits bei etwa 10-15%. Ich bin nun bereits Swiss-Champion in meiner Strasse! (d.h. es hat keine anderen Schweizer) Das wichtigste ist aber: Wir haben Freude daran und lachen viel.

Der Heimweg ist oft etwas schwierig, obwohl wir diesen Weg bei Nüchternheit in 5 Minuten schaffen. Es wird schwierig, wenn wir auf der Strasse über einen fucking Stein stolpern. Aber wie ihr an diesem Bericht erkennen könnt, habe ich bisher mein fucking Home immer gefunden.

Hua-Hin Pool Billard Sasha Bar Max


Nachtrag vom 8. Feb. 2015:

Heute habe ich gespielt wie ein König und gegen Neil 3 Spiele gewonnen……. er musste sich mit einem mageren 3:5 begnügen.

 

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Feb 03 2016

29. Jan. – 2. Feb.: 5 intensive Radtage mit Tony Rominger

Radfernfahrt von Hua-Hin nach Phuket

Welch Erlebnis, mit 3 ehemaligen Velo-Profis Tony Rominger, Max Hürzeler und Leo Schönenberger während mehreren Tagen Rennrad zu fahren. Tony Rominger kam mit 4 europäischen Gästen bereits etwas früher, um sich einzufahren und die Strecken zu erkunden, die ich vorher mit Jean auskundschaftet hatte. So kamen in wenigen Tagen gegen 500km zusammen.

Das eigentliche Ziel der 3 war jedoch die Radfernfahrt mit um die 50 Gästen aus dem deutschsprachigen Raum von Hua-Hin  nach Khao Lak bei Phuket über etwas mehr als 800 km.

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Tony Rominger, Max Hürzeler und Leo Schönenberger

Es wäre Wasser in den Rhein getragen, wenn man die ganze Palmares der drei aufzählen würde. Tony Rominger war einer der ganz grossen Superstars seiner Zeit. Neben unzähligen Siegen wie:

  • 3x die Vuelta a España (1992, 1993, 1994)
  • Giro d’Italia (1995)
  • Bergpreis-Trikot Tour de France und zweiter Schlussrang (1993)
  • Lombardei-Rundfahrt (1989)
  • 2x die Tour de Romandie (1991, 1995)
  • 2x Paris–Nizza (1991, 1994)
  • 2x Tirreno–Adriatico (1989, 1990)

holte er sich im 1994 auch den Stundenweltrekord auf der Bahn mit 55 km/h von seinem Dauerrivalen Miguel Indurain.

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Ein Autogramm des Meisters aufs Colnago-Leibchen unseres 14-jährigen Junioren Jules Alexander

Max Hürzeler wurde vorallem als Unternehmer mit seiner Firma „Bicycle Holidays Max Hürzeler“ und Promoter  des Velo-Paradies Mallorca berühmt. Man sagt sogar, er sei wegen seiner grossen Verdienste Ehrenbürger von Mallorca geworden. Dass er ein hervorragender Profi-Steher und sogar Europameister auf der Bahn war, wissen die wenigsten.

Leo Schönenberger als Dritter im Bunde war 5 Jahre Berufsfahrer in der Schweiz und hat in der Zeit einige gute Platzierungen errungen. Wie ich vernommen habe, war er dann auch in Asien als Rennfahrer erfolgreich.

Die Hua Hin Roadies

Wir sind eine Gruppe sportlicher Radrennfahrer aller Alterklassen zwischen 14 und 73 Jahren, die hier in Hua-Hin wohnen oder den Winter verbringen. Wir sind stolz auf unser Renndress, das nie fehlen darf. Wöchentlich treffen wir uns 2-3 mal zu Ausfahrten über 80-110 km.  Diese organisieren wir über Facebook  unter „https://www.facebook.com/groups/huahin.roadies/“

Velo, Radsport, bicycle, Rominger

Foto der letztjährigen Ausfahrt im Jan. 2015

5 Radtage in Hua-Hin

Hua-Hin Max HuerzelerWährend der ersten 3 Tage ging es darum, dem Tony Rominger die von uns vorgeschlagenen Strecken zu zeigen und abzufahren. Im Gegensatz zum Vorjahr waren mehrere Strassen nicht befahrbar, weil sie aufgerissen und zur Asphaltierung vorbereitet wurden. Vorallem die alternative Dolphin Bay Strecke musste er auf seinem Garmin-Navi neu abspeichern und für die 3 anderen Gruppenleiter kopieren, damit sie die Strecke ebenfalls befahren konnten.

Es war Pech für Tony, dass bei der ersten dieser Erkundungsfahrten ausgerechnet bei ihm auf offener Strecke ein Reifen knallte. Dank meiner Hilfe und Uebung wechselten wir schnell den Schlauch und pumpten mit meiner  Tschui-Pumpe in sekundenschnelle („Tschui,“ weil ich von Hanspeter Tschui den Tip mit den CO2-Patronen erhielt).

Trainings-Ausfahrt zu den Weinbergen von Hua-Hin

Wir wollten dem Tony Rominger und seinen 4 Gästen aber auch etwas bieten: Eine Fahrt zu den Weinbergen und Oliven-Hainen etwas ausserhalb Hua-Hin sollte es sein.

Eigentlich dürfte hier in Südostasien, am 13. Breitengrad, ja gar kein Wein heranwachsen, zumindest kein guter, meinen die Traditionalisten aus Bordeaux, der Toskana oder dem Rheingau. Die schwören darauf, dass Wein nur zwischen dem 30. und 50. Breitengrad gedeiht. Aber dies wird von der hiesigen Deutschen Kellermeisterin nicht akzeptiert. 3 Spitzen-Weine  produzierte sie mittlerweilen.

Aber vor dem Staunen mussten wir alle etwas leisten. Via „Huay Mongkol“ ging es über gute 40 km zu den Weinbergen. Immer leicht ansteigend, aber nicht schlimm! Für uns „Einheimische“ war die Distanz kein Problem, aber für die Neuankömmlinge war es harte Arbeit. Ihr Körper war noch nicht gewohnt, wegen der Zeitverschiebung mitten in der Nacht morgens um 3 Uhr Schweizer Zeit bei Temperaturen um die 32º Leistungssport zu treiben. Pech hatte wiederum Tony Rominger. Er musste bereits nach 20 km aussteigen, als sich einer seiner Reifen aufzulösen begann. Ob er wohl Gewicht einsparen wollte?

Prolog zum Huay Mongkol Tempel

Als Prolog für die eigentliche Radfernfahrt haben wir zwei Strecken-Varianten zu diesem „Black Buddha“, wie er von vielen genannt wird, vorgeschlagen. Schlussendlich fuhr die Speed-Group von Leo Schönenberger die grosse Runde über 65 km, während die anderen sich mit etwa 45km begnügten. Diese Verkürzung war verständlich, denn die meisten Fahrer kamen erst am Vortage in Thailand an.

Huay Mongkol Tony Rominger

Begleitung auf der 1. Etappe der Dolphin Bay entlang

Jeder von uns Hua-Hin Roadies hatte eine der 4 Leistungs-Gruppe zu übernehmen und sie unfallfrei und ohne sich zu verfahren bis ans Ende der Dolphin Bay zu führen. Ich übernahm die „Pleasure Gruppe“ von Kathleen Weinreich, weil die als erste bereits um 8 Uhr starten sollte. Böse Zungen behaupteten, ich hätte sie nur wegen der hübschen Kathleen übernommen! Nach etwa 60 km klinkte ich aus und entliess sie durch den National-Park in Richtung 1. Etappenziel in Prachuap Khiri Khan.

Bye bye …. Wir freuen uns aufs nächste Jahr

Ich gebe an dieser Stelle zu, ich habe mich am Dolphin Bay kurz verfahren, da ich nicht aufgepasst und geplaudert hatte. Typisch Mann – denn ein Mann kann nicht zwei Dinge zur selben Zeit tun: Schwatzen und sich auf die Strecke konzentrieren!

Pak Nam Pran Fishing villages: Khao Kalok Tempel: Pleasure bicycle Group Kathleen Weinreich

„Pleasure Group“ von Kathleen Weinreich vor dem Khao Kalok Tempel in der Nähe von Pak Nam Pran

Am Tag darauf: Lagerschaden

Am Tag darauf überkam es mich. Ich bin kein typischer Rennfahrer, der täglich sein Rennrad und die Reifen überprüft. Ich bin eher ein fauler Hund, weiss aber, dass man dies tun sollte. Von Zeit zu Zeit überkommt es aber auch mich. Eben am Tag darauf.

Als ich als Abschluss die Uebersetzungen testen wollte und versuchte am Tretlager zu drehen, traf mich beinahe der Schlag. Es liess sich nur mit grossem Krafteinsatz drehen. Mir war sofort klar: Lagerschaden. Wie konnte das nur passieren, ich kam doch gestern von einer 120 km Fahrt mit den Rominger-Leuten zurück und habe nichts von einem erschwerten Treten bemerkt?

Ab zum Velohändler an der Hauptstrasse, der das Rennrad begutachtete und laut auflachte, als er das gebrochene Lager gesehen hat. 1’200 Baht plus 100 Baht Arbeit. Oder auf Deutsch: Fr. 34.– fürs Material und Fr. 3.– für Arbeit. Ich konnte aufs reparierte Rennrad warten. Auch das ist Thailand.

Pak Nam Pran Dolphin Bay Max Lehmann

Max allein auf dem Rückweg


Bereits im vergangenen Jahr hatte ich das Vergnügen, mit Tony Rominger Rad zu fahren. Mehr darüber findet ihr durch anklicken von:

22. Jan. 2015: Bericht über das letztjährige Treffen mit Tony Rominger, Ernesto Guidali und Max Hürzeler

 

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Jan 02 2016

Jahresrückblick 2015

Frohe Weihnachten und "e guete Rutsch"

Es war wieder ein tolles 2015: Ein Traumjahr, ein exzellenter Jahrgang

So könnte ich das vergangene 2015 zusammenfassen. In der Tat bin ich ein Glückspilz. Ich kann von vielen positiven, erfreulichen und einmaligen Erlebnissen berichten. Nur wenig Negatives trübte meine Erinnerung.

Sport: Billard, Rennrad, Fernsehen

Tennis habe ich nun endgültig an den berühmten Nagel gehängt. Die Schulterverletzung aus meinem Sturz vom 12. Feb. 2013 mit dem Mountainbike liess meine ehemals gefürchteten Aufschläge nicht mehr zu. Weitere Nachwirkungen fühle ich glücklicherweise keine, weshalb ich mich auch nicht operieren liess. Zudem fehlte mir dazu die Zeit. Als Rentner ist man immer unter Zeit-Druck.

Mein Hauptsport blieb im 2015 das Radfahren. Beinahe hätte ich die 6’000 km Marke geknackt. Es fehlten dazu nur 1-2 Ausfahrten. Ich habe wiederum viele schöne Momente mit Freunden des Radrennclubs Basel (RRCB), des CPC (Club des Pédaleurs de Charme) und der Hua-Hin Roadies in Thailand verbracht. Unvergesslich waren die Ausfahrten mit Tony Rominger und Ernesto Guidali zu Jahresbeginn.  Mehr dazu kannst unter Rad-Ausfahrt mit Profis wie Tony Rominger nachlesen

Wir von den Hua-Hin Roadies hatten auch dieses Jahr Glück im Unglück, denn der einzige Sturz des Peter Stephenson ging glimpflich aus. Sein Helm schützte ihn vor grässlichen Kopf-Verletzungen. Er musste nur 10-fach genäht werden. Sein Helm schützte sein Leben

Kurz vor Ende des Jahres knackte ich auf der Dolphin Bay-Fahrt die Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h auf einer Distanz von 85 km.

Beim Pool-Billard brachte ich es dank der Unterstützung vom Karli Holzhauser und meines englisch-mexikanischen Nachbarn Neil zu gewisser manchmal auch überraschenden Fertigkeit. Auch in dieser Disziplin bin ich ein Talent, aber zu alt!

Mein Thailand-Aufenthalt

Mitte März kam ich von Thailand zurück in die noch recht kalte Schweiz, aber bereits 7 Monate später Mitte Oktober  flog ich bereits wieder mit der Swiss zurück nach Hua-Hin. Ich fand mein Haus geputzt vor und zu guter Letzt und zu meiner grössten Ueberraschung sprang mein Honda-Roller an, als ob die Batterie noch  jungfräulich gewesen wäre. Thailand ist die für mich geeignetste Winter-Destination!

Augen-Operation

Ueber meine Cataract-Operation (grauer Star) habe ich in meinem Sommer-Tagebuch ausführlich berichtet. Heute 4 Monate später bin ich immer noch zufrieden mit dem Ergebnis. Durch geschickte Wahl der neuen Linsen bin ich auf dem linken Auge kurzsichtig und auf dem rechten weitsichtig. Erstaunlich, mein Gehirn koordiniert den Einsatz meiner Augen und bildet wunderbare scharfe Bilder ab.

Mehr darüber könnt Ihr lesen: „Sept. 2015 Meine Graue-Star-Operation“ 

Camping

Auch im 2015 residierte ich von Ende April bis Mitte August in meinem istrianischen Schloss auf dem Campingplatz Solaris. In Erinnerung blieben mir der unerwartete und heimtückische Hexenschuss, der mich ein paar Tage niederstreckte und mich dazu zwang, eine Lösung für mein Vorzelt zu finden. Mein dortiger Arzt Dr. Natko Radocaj  meinte, „das Vorzelt aufstellen sei nicht unbedingt gut für meinen Rücken“.

Das Ergebnis meiner Ueberlegungen und Träume kurz vor dem Einschlafen war die Anschaffung eines zweiten neuen Wohnwagens und den Umbau meines alten Wohnwagens zu einem mobilen Vorzelt.

Mehr darüber könnt Ihr lesen: „Meine neuer Wohnwagen samt mobilem Vorzelt

Kosovo und Albanien

Während meiner Campingzeit in Istrien machte ich einen 2-wöchigen Besuch im Kosovo bei den Schwiegereltern meiner Tochter Daniela und ein paar Tagen Badeferien am Meer von Albanien. Es war nach 2003 und 2007 bereits meine dritte Kosovo-Reise, optimal um die Fortschritte des Landes zu verfolgen. Wiederum wurde ich „bemuttert“, als wäre ich der König von Binningen. Die Gastfreundschaft der Kosovaren ist einmalig.

Mehr darüber gibt es zu lesen: „Meine dritte Kosovo-Reise 2015“

Horror mit der Motorfahrzeug-Kontrolle resp. der Basler-Polizei

In Thailand dürfte ich die nachfolgenden Zeilen nicht schreiben, denn diese würden als Angriff auf die Behörden angesehen. Was war passiert? Ich kam wie üblich im Juni nach 2 Monaten Istrien kurz in die Schweiz zurück, um meine auf der Poststelle zurückbehaltenen Post zu bearbeiten. Wäre ich zwei Tage später nach Hause gekommen, die Polizei hätte vor meinem Hause gewartet, um mir mein Autokennzeichen zu konfiszieren d.h. abzuschrauben. So musste ich mich unverzüglich auf dem nächsten Politeiposten melden, denn ich hatte mich eines grossen Vergehens schuldig gemacht…………..

Mehr darüber könnt ihr lesen:Verfügung über Entzug meines Fahrzeugausweises

 

 

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Feb 19 2015

Warum führe ich ein öffentliches Tagebuch? Wann kommt die eigene Nachrichten-Sendung ?

Alle Themen, die ich beschreibe, haben mich beschäftigt.

Oft werde ich gefragt, woher ich die Zeit und die Ideen nehme, um in meinen beiden Tagebüchern über Thailand und Europa derart viele Beiträge zu schreiben. Viele meinen, ich hätte Jounalist werden sollen.

Alle Themen, die ich beschreibe, haben mich beschäftigt. Sei dies nach einer grösseren Reise, dann gibt es einen Reisebericht, oder ich entdecke auf dem Rennrad oder beim spazieren in der Stadt eine spezielle Situation. Daraus ergibt sich dann eine Geschichte. Ich schreibe nur, wenn ich Lust habe. Die beste Zeit ist am Morgen bis gegen Mittag. Dann bin ich kreativ und humorvoll und finde auch tolle Formulierungen. Am Nachmittag wird es mühsam. Dies ist dann die Zeit für die Bildverarbeitung.und Illustrationen.

Keinen meiner geschriebenen Beiträge veröffentliche ich unverzüglich. Nein, mindestens einmal will ich darüber schlafen, um am nächsten Morgen am Text nochmals feilen zu können.

Als professioneller Journalist oder Schriftsteller wäre ich nie glücklich geworden. Ixch müsste jederzeit bereit sein, etwas spannendes zu schreiben. Zu jeder Tag und Nachtzeit, auch wenn ich private Probleme habe oder frustriert bin. Mein Schreib-Niveau würde gemessen und kritisiert. Ich geniesse jedoch die Schreiberei als mein Hobby. Manchmal bin ich gut, manchmal taugt aber auch der Beitrag zu nichts, dann lösch ich ihn..

Max im Max-TV

Mein nächtes Projekt: eine eigene Nachrichten-Sendung

Warum schreibe ich jedoch? Ich möchte meine Erlebnisse und auch Erkenntnisse weitergeben. Nicht als Lehrer, sondern als Mench wie Du und Ich. Ich habe festgestellt, dass es einfacher ist, im Wirtshaus eine Meinung zu vertreten,man spricht ja auch vom „Wirtshaus-Geschwätz„, als eine Meinung schriftlich zu formulieren. Da muss man sich einiges überlegen und auf Wahrheit überprüfen. Recherchieren sagt man dem.. Wie oft musste ich dabei meine Meinung über ein bestimmtes Thema ändern oder anpassen.

In der Schule war ich in Deutsch nur Mittelmass. Meine Aufsätze waren meistens nur genügend, denn ich machte nicht nur viele Schreibfehler, meine Geschichten hatten auch keinen roten Faden. Meinen jetzigen Stil, falls es einer ist, habe ich erst in den letzten 10-15 Jahren entwickelt. Manchmal habe ich gute Tage, dann wird meine Erzählung spannend und auch lesenswert. Es gibt aber Tage, da bringe ich nichts vernünftiges aufs Papier resp. in den PC und lege den Text als Idee ab. Ueber 50 unterschiedliche, unvollendete Ideen sind in meinem beiden Tagebüchern gespeichert und warten, vielleicht wieder einmal aufgenommen zu werden.

Vorhin war ich mit dem Roller beim Einkaufen von Leintüchern, um meine neue Polstergruppe zuzudecken und vor Schmutz zu schützen, wenn ich ab Mitte März wieder in Europa weile. Dabei kam mir die Idee, über dieses Thema zu schreiben.

 

 

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Jan 22 2015

Höhepunkte meines Lebens: Rad-Ausfahrten mit Profis wie Tony Rominger

Was haben Tony Rominger, Ernesto Guidali, Max Hürzeler und Max Lehmann gemeinsam?

Tony Rominger zu seinen besten Zeiten

Tony Rominger zu seinen besten Zeiten

Die anderen Drei sind jünger als ich, aber in der Woche vom 14. bis 18. Jan 2015 trafen wir uns hier in Hua-Hin und machten gemeinsame Ausfahrten in der näheren und weiteren Umgebung über eine Distanz um die 250km. Die anderen Drei waren zu ihrer Zeit erfolgreiche Rad-Profis. Sie waren Stars. Viele werden sich daran erinnern.

Wie kommt der Max dazu, werden sich manche fragen?

Tony Rominger gehörte zu den  besten Profi-Radrennfahrern, die die Schweiz hatte. Er gewann unter anderem die spanische Vuelta 3-mal, einmal den Giro-d’Italia und verpasste den Tour-de-France-Sieg nur hauchdünn mit einem 2. Platz. Er gewann die Lombardei-Rundfahrt und war auch noch Stunden-Weltrekordmann. Seine Palmares ist endlos.

Der Max Hürzeler wurde eher auf der Bahn hinter den Motoren als Steher berühmt. „Er habe nur eimal eine Rundfahrt bestritten, die Tour de Suisse, und die sei hart gewesen“ erzählte er mir. Aber weltberühmt wurde er  auf Mallorca. Er war massgeblich am Aufbau der Ferieninsel zum heutigen Rad-Paradies beteiligt. Unter seiner Leitung wurden die vielen damaligen Feldwege zu Radwege asphaltiert und umfunktioniert. Man sagt, er sei Ehrenbürger von Mallorca geworden.

Auch Ernesto, der Bruder von André Guidali, mit dem ich jährlich in die Toscana zum Radfahren gehe, war Profi-Radrennfahrer. Zwar nicht so berühmt wie die beiden anderen, aber um überhaupt Profi zu werden, muss man zu den Besten der Besten gehören. Den Ernesto habe ich vor Jahren im Goms kennengelernt, als ich beim Koni Hallenbarter Langlauf-Skaten lernen wollte. Ernesto gab sich mit mir die grösste Mühe, aber ich war ein kläglicher Misserfolg, obwohl ich doch vom Inline-Skaten und dem Skifahren (Schlittschuh-Schritt) die besten Voraussetzungen gehabt hätte.

Und ich der Basler Max? ein ewiges Talent. Spass beiseite, ich bin ein Quereinsteiger beim Radrennclub Basel (RRCB) und betreibe den Rad-Sport erst seit rund 15 Jahren. Aber in dieser Woche war ich in der Tat Begleiter dieser Grossen auf den Strassen von  Hua-Hin und habe ihre Gruppe streckenweise sogar angeführt.

Hua Hin Roadies Max Hürzeler Tony Rominger Leo Schönnberger AusfahrtWie kam es zu dieser Begegnung?

Seit 2 Jahren kommt der Reiseveranstalter Max Hürzeler mit vielen radverrückten Gästen nach Thailand zu einer Radfernfahrt. Wir wussten davon und so tauchte bei mir die Idee auf, dem Max Hürzeler zu schreiben. Ich bot ihm an, dass wir „Hua Hin Roadies„, der verrückte Radclub aus Hua-Hin mit Fahrern aus der Schweiz, Niederlande, England, Dänemark, Australien, USA,  seine Tour auf der Einroll-Runde und der 1. Etappe begleiten werden.

Es dauerte nur wenige Tage, da kam eine Antwort von Tony Rominger, in der er mich zusätzlich anfragte, ob wir für seine Gäste, die bereits etwas früher nach Hua-Hin anreisen würden, die eine oder andere Fahrt um Hua-Hin organisieren könnten. Dies war natürlich eine Herausforderung für mich und die „Hua Hin Roadies“

Die Privatier-Ausfahrten mit Tony Rominger

In der Folge fuhren wir an zwei Tagen zusammen mit Tony Rominger und seinen 4 Gästen aus der Schweiz auf zwei unserer hiesigen Lieblingsstrecken, den Springfield-Loop zu den kleinen Seen westlich von Hua-Hin mit Miro Vanecek als Guide und die Dolphin-Bay-Strecke dem Meer entlang mit Jean Moser als Guide. Ich führte beide Male die Gruppe durch den Verkehr von Hua-Hin hinaus bis zum Treffpunkt. Die Gäste waren begeistert von der wunderbaren Landschaft mit den vielen Blumen und der vielseitigen Strecke. Begeistert auch von den Coffee-Shops, in denen wir Pause machten.

Es gab eine Situation, da hat Tony Rominger auch von mir etwas lernen können

Auf einer dieser Ausfahrten hatte einer der Fahrer einen „Platten“. Kein Problem. Wer hat das Werkzeug bei sich, fragte einer?. Da zeigte ich der ganzen Gruppe samt Tony Rominger, was ich vom VeloPlus gelernt hatte, einen Reifen von der Felge und dann wieder auf die Felge zu bringen, ohne Werkzeug. Es ist schwer zu beschreiben, aber grundsätzlich wird der Reifen in die Felge gedrückt und kann dann ohne Werkzeuge herausgeschält und mit derselben Methode auch wieder in die Felge gebracht werden. „Das habe er noch nie gesehen“, meinte der erstaunte Tony Rominger.

Tony Rominger machte für mich einen grossartigen Eindruck. Zurückhaltend, eher scheu, jedoch klar und bestimmend. Er fuhr eines der exklusiven roten BMC-Carbon-Rennräder mit elektronischer Schaltung und verfügte immer noch über Super-Wädli, die auch nach oben ziehen konnten.. Mit der Schaltung habe er noch nie Probleme gehabt, auch nicht, als das Rad 1 Jahr ohne Nutzung dastand. Sogar die Batterie hatte noch genügend Power.

Ankunft von Ernesto Guidali und Denis Schoch

Ein paar Tage später kamen dann auch die beiden Radrennclübler Ernesto Guidali  und Denis Schoch in Hua-Hin an. Ich war bereits vorgewarnt duch André Guidali, den Bruder von Ernesto. Ich traf die beiden an der ersten Ausfahrt der Hürzeler Truppe, die als Einroll-Runde über 40 km zum Huay Mongkol dem schwarzen Mönch führte. Sie waren Teil der 30-40 Radsportbegeisterten aus der Schweiz und Deutschland, die nach Thailand flogen, um auf etwa 830 km von Hua-Hin nach Krabi (in der Nähe von Phuket) zu fahren. Ernesto und Denis hatten aber auch die Rückfahrt zurück nach Hua-Hin gebucht und werden am 9. Feb. wieder einrollen.

Ernesto machte einen recht entschlossenen Eindruck. Er habe 65 km auf der Strasse trainiert und habe auf der Grenchener-Bahn Souplesse trainiert!. Er schluckte nur kurz auf der Einroll-Runde, als es kurz nach dem Start etwa 200 m einen etwa 5%-igen Anstieg hoch ging. Mit seiner Bärenkraft brachte er seine Pfunde aber problemlos zum „Bergpreis“.

Tony Rominger staunte nicht schlecht, als ich Ernesto herzlich begrüsste. „Ja kennst Du den auch?“ meinte Tony Romingr zu Ernesto.. Wir beide lachten und ich erzählte von meinen Langlauf-Eskapaden und von Ernestos-Leder-Renn-Sattel, den ich seither in der Schweiz fahre.

Ernesto Guidali, Max Lehmann, Tony Rominger: Max Hürzeler Thai Rundfahrt

Am Sonntag, den 18. Januar war dann Start der 1. Etappe in den Süden nach Prachuap Khiri Khan. Ich fuhr mit der Gruppe Rominger und führte sie durch den dichten Verkehr aus dem Städtchen Hua-Hin. Später übernahm Jean Moser das Szepter und führte sie 50 km lang via Dolphin Bay der Küste entlang bis zur Hauptstrasse zum „Khao Sam Roi Yot National Park“. Dort trennten sich unsere Weg. Die Rominger-Gruppe fuhr weiter mit Rückenwind gegen Süden, während wir zwei mit dem heftigen Gegenwind zurück nach Hua-Hin zu kämpfen hatten … und kaputt in Hua-Hin ankamen.

„Ich fahre nach Puls“

Auf der 1. Etappe habe ich etwas ganz besonderes von Tony Rominger gelernt: Ausserhalb von Hua-Hin übernahm er die Führung seiner Gruppe und bestimmt die Geschwindigkeit. Er fuhr ein recht flüssiges Tempo bis gegen 28km/h. „Ob das nicht zu schnell sei? nicht dass bereits der eine oder andere auf den ersten Kilometern schlapp mache“ fragte ich Tony, der meinte dazu. „Ich fahre nach Puls. Im Moment habe ich Puls 100. Dies sei für die Gruppe machbar. Nach Puls ist besser als nach Geschwindigkeit zu fahren

Ich hatte meinen Pulsgurt leider nicht an. Nach meiner Erfahrung müsste ich mit meinem Fitnessstand etwa Puls 110-115 gehabt haben. Aber seine Aussage war selbstverständlich absolut richtig. Der Puls zeigt die Belastung auf den Körper an, ob die Strecke nun aufwärts oder über die Ebene führt.

Nun ist mir auch klar, warum alle Profis in den Rennen einen Pulsgurt tragen. Sie fahren voll nach Puls resp. Herzfrequenz, um ja nicht zu überdrehen. Im Gegensatz zu vielen Amateuren, die meinen, sie hätten ihren Körper auch ohne Pulsgurt im Griff.

 

v.l.n.r.: Miro Vanecek, Roger W. Denton, Mike Danemark, Ton Peters, Jean Moser, Tony Rominger, Jos van Gent, Freek Faro, Max Lehmann

v.l.n.r.: Miro Vanecek, Roger W. Denton, Mike Danemark, Ton Peters, Jean Moser, Tony Rominger, Jos van Gent, Freek Faro, Max Lehmann

 

Rückfahrt nach Hua-Hin

Auf der Fahrt in den Süden hatte die Hürzeler-Truppe mehrheitlich Rückenwind. Es ging leicht und die 100 km langen Tages-Etappen waren bestimmt leicht zu bewältigen. Ob der Wind während ihrer Rückfahrt bereits gedreht haben wird? Ich hoffe es, denn ich weiss wovon ich spreche. Mit Rückenwind konnten wir problemlos einen 28-30km/h Durchschnitt fahren, der Gegenwind liess aber nur noch eine Geschwindigkeit von 22-25 km/h zu.

Wir von den Hua Hin Roadies werden am 9. Feb. die Rominger-Gruppe im Dolphin Bay Resort etwa 50 km vor Hua-Hin erwarten und sie ins hiesige Hotel begleiten. Ich freue mich auf dieses Wiedersehen.

Hua-Hin Roadies mit Tony Rominger kurz vor dem Start

Smarties und M&M

Zum Schluss bekamen wir von Tony Romingr und auch von Max Hürzeler grosse Komplimente. Nicht nur wegen unserer einmaligen blau-gelben Rennanzüge und unserer exklusiven Rennräder, sondern auch wegen der kundigen Führung  rund um Hua-Hin. Allein unser Weg über die Dolphin Bay dem Meer entlang auf der Etappe nach Prachuap Khiri Khan war für sie bezaubernd. Die Gäste waren begeistert.

Ich habe viele Tricks von den Profis gelernte. Ich hoffe, dass meine Radfreunde zu Hause und im Ausland nun nicht Angst haben, wenn ich mir ein „Kügeli“ reinschmeisse. Mir genügen bereits „Smarties“ und „M&M

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Jan 19 2015

Meine Lebensplanung vom 19. Jan. 2015: Aengste ? Ich habe noch etwa 20 Jahre zu leben

alter_197905So schnell kann etwas passieren

Am 5. Jan. 2015 fuhr Pat in einem offenen Kleinbus in Bangkok nach Hause als neben ihr auf der Strasse ein chemischer Behälter explodierte. Ob der hoch giftigen Dämpfe brach Pat zusammen, wurde bewusstlos  und musste notfallmässig ins Spital gebracht werden. Mit ihr 4 weitere Passagiere dieses Buses. 3 davon sind nach kurzer Zeit verstorben. Pat hatte starke innere Veräzungen erlitten. Sie hatte Probleme beim Atmen (Lunge) und ihre Stimme ging verloren. Wir konnten wochenlang nur via SMS kommunizieren.

Ich habe sie in der Zwischenzeit  besucht. Sprechen darf sie nur wenig und sollte sich dabei zurückhalten. Wir kommunizierten so, dass ich Fragen stellte und sie mit dem Kopf nickte oder ihn verneinend schüttelte. Für komplizierteres benutzten wir den Notizblock.

Nachtrag: 1. März 2015 – Pat liegt immer noch im Spital. Sie hofft, dass es bald besser gehen wird. Anfang April konnte sie nach Hause und später in die Berge gehen, wo sie die Zeit meiner Abwesenheit von Thailand verbringt.

Alzheimer und Demenz

Kürzlich sah im Fernsehen eine Diskussion über Alzheimer und Demenz, die mich stark beschäftigte. Auch ich bin oder komme langsam in dieses Alter. Ich gebe es zu, diese Alterskrankheiten bereiten mir Angst, weil sie unberechenbar sind. Manchmal mehr, manchmal weniger. Je nachdem, was aus der Umwelt auf mich einwirkt, wie eben diese Diskussion.

Ich hänge mich dann an gewisse Aussagen der Betroffenen, die meine Hoffnung stärken, wie die  Aussage einer Tochter eines Alzheimer-Patienten: „Solange man sich mit etwas beschäftigt und aktiv damit umgeht, ist man weit weg von dieser Krankheit„. Ich hoffe, sie wird recht behalten.

9. Dez. 2014: Meine Schreckens-Stunde in Hua-Hin

Ausgangslage: Es war am Morgen früh des 9. Dezembers 2014. Ich war in Hua-Hin und sollte mit dem Flughafenbus für 2 Wochen nach Bangkok fahren, wo Pat mich erwartete. Dabei passierte das nachfolgende, das ich am Tag darauf in den Computer schrieb:

 

Ein Schreckensmoment überfiel mich, nachdem ich noch in Hua-Hin gefrühstückt hatte. Auf einmal war ich wie weg. Ich war zwar voll bei Sinnen und wusste, dass ich mich bereit machen sollte, aber machte alles wie in Trance. Etwa 1 Stunde dauerte dieser Zustand. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich wusste, um 10 Uhr wird mich der Tuk-Tuk zur Busstation bringen. Als ich aber aus dem Hause schaute, wusste ich nicht, welchen Weg ich gehen sollte, um meinen Abfall zu entsorgen. Im Nachhinein wusste ich nicht mehr genau, was ich in dieser Zeit tat. Ich war aber immer bei Sinnen, hatte nie Schmerzen oder Schwindelgefühle.

Als ich ein paar Stunden später bei Pat ankam, war ich zum Beispiel nicht sicher, ob ich meine beiden Anzüge eingepackt hatte, oder den bereit gestellten Abfallbeutel entsorgt hatte. Mein Nachbar besstätigte mir, als ich zurückkam und nachfragte, dass ich den Abfall in der Tat weggebracht hätte. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich meine Ladegeräte fürs Handy und Fotoapparate bei mir hatte. Aber schlussendlich hatte ich alles bei mir, ausser ein paar dunkle Socken, die ich nicht bereit gelegt und einfach vergessen hatte.

Das Unterbewusstsein hatte demnach 100% funktioniert, aber nicht mein „Online-Gehirn“

Dieser Moment war beängstigend. Ich kam mir nachträglich hilflos vor. Es war, als ob mein Hirn nur reduziert gearbeitet hätte, mit halber Leistung. War das nun eine sog. Streifung, nach der viele einen krummen Mund haben oder nicht mehr richtig sprechen konnten? Vielleicht hatte ich auch zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen, was mir öfters passierte, und mein verdicktes Blut hat etwas kurz verstopft.

Mittlerweilen sind über 1 Monat vergangen und ich habe diesen Vorfall fast vergessen, wenn diese Sendung nicht gewesen wäre. So habe ich mich entschlossen, diesen Beitrag zu schreiben und mir Gedanken über mein „Alter“ zu machen.

Mein Alter und mein Lebensplan

Kann man überhaupt sein Alter planen? Warum denn nicht? Jede Planung ob für ein Haus oder eben fürs Alter  trägt den Fehler in sich, dass die Begleitumstände sich ändern können. Ein plötzliche Krankheit oder ein Unfall.

Mein Vater starb mit 51 Jahren an einem Auto-Unfall. Meine Mutter war 95 Jahre alt, als sie friedlich einschlief. Meine Grosseltern starben unterschiedlich. Die eine an einem Verkehrsunfall, ein Grossvater an Darmkrebs,

Ich habe eher die Gene meiner Mutter. Ihre dunklen Haare, Ihre Reisefreudigkeit und Selbständigkeit. Mein Vater war weisshäutig und hatte leicht rote Haare. Er war unsportlich. Abgesehen von meiner Diphtherie- Erkrankung in meiner Jugendzeit 1949, meiner Tetanus-Infektion 1959  und der  Prostata-Krebserkrankung im 2009 bin ich bisher nie schwerwiegend erkrankt.

Ich bin 72 Jahre alt, fühle mich aber viel jünger. Mein Körper ist noch fit. Mit dem Rennrad kann ich probemlos 80-100km in einem 26-27km/Std Schnitt fahren. Mein Reaktionvermögen ist auch noch recht gut, meine ich. Mein Gewicht von um die 84 kg ist etwa zu hoch.

Mein Langzeit-Gedächtnis hat in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Ich kann mich an manche Dinge aus meiner Jugend nicht mehr erinnern, an die sich gewisse Freunde noch erinnern können, Vielleicht hängt dies auch mit meiner Lebensphilosophie zusammen, dass mich die Vergangenheit nie richtig interessiert hat. Ich habe selten „Weisst Du noch früher….?“ ausgesprochen.

Mein Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr, wie in jungen Jahren, ich muss mir schon das eine oder andere aufschreiben.Vorallem, wenn es beim Computer um gewisse neue Einstellungen geht, da drucke ich die Gebrauchsanweisung aus. Telefon-Nummern habe ich mir nie merken können oder wollen. Ich hatte mein Tf-Büchlein oder heute das Smartphone. Dasselbe gilt für Namen. Ich bin schusselig und merke mir beim Vorstellen nie die Namen des anderen. Dumm für mich, denn ich muss später immr noch einmal nachfragen

Im Strassenverkehr fühle ich mich immer noch wohl, auch im thailändischen Linksverkehr, sowohl mit dem Auto, dem Roller oder dem Fahrrad. Da ich jedoch nicht mehr so viele Kilometer fahre wie früher, fehlt es an der Uebung. Ich muss mich heute bewusst mehr konzentrieren und doppelt nach hinten schauen und dazu den Kopf drehen!

Ausblick: Ich habe 80% meines Lebens hinter mir !

Falls nicht alles schief geht,

  • dann sollte ich wie meine Mutter 90-95 Jahre alt werden, d.h. ich habe noch etwa 20 Jahre zu leben!
  • Meine Auto-Fahr-Karriere sollte noch bis zu meinem 85. Lebens-Jahr dauern, d.h. ich kann noch 10-12mal im Sommer die 830 km nach Istrien fahren
  • Sofern ich mit meinen Beinen noch mobil bleibe, kann ich bis zu meinem Lebensende nach Thailand fahren. Sobald Istrien ausfällt werde ich nicht nur 5 Monate, dann vielleicht bis 8 Monate in Thailand bleiben. Jedoch werde ich ab meinem 80-85. Lebensjahr eine Betreuerin (Krankenschwester, Köchin, Hausdame) in meiner Nähe brauchen. Es wäre natürlich toll, wenn Pat dann noch leben würde. Wir wären ein gutes Team. Sie ist 11 Jahre jünger als ich.

Es sind schon einschneidende Erkenntnisse, wenn man sich zu diesen Ueberlegungen durchringt. Ich habe bereits 80% meines Lebens hinter mir! Wie schnell geht doch 1 Jahr vorbei! Es braucht nur wenig, bis die ganze Planung nicht mehr stimmt. Dann muss man sich eben neu orientieren. Aber zum Schluss würde auch die Sterbehilfs-Organisation EXIT  helfen.

Jedoch: 20 Jahre sind eine ganz schöne Zeit … Packen wir es an und geniessen wir das Leben

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Jan 10 2015

Ist sie nicht schön? Meine neueste Uhr

Man gönnt sich ja sonst nichts„, sagen die Reichen. „Protz, Protz“ sagen die Hochstapler, „Geil, geil“ die Jungen und ich freue mich über die neue Uhr, die an Stelle meiner Schweizer Certina Sports-Uhr von Zeit zu Zeit an meinem Handgelenk baumelt. Auf meinen Geburtstag habe ich mir die „EPIC-II von JACOB & Co“ geschenkt. Ich bin stolz auf das schwarze „fätzige“ Ungetüm. Sie gefällt mir an meinem Arm.

Meine EPIC-II von JACOB

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Jan 09 2015

Erlebnisse eines Junggesellen und Single-Mannes mit dem anderen Geschlecht

Um es vorweg zu nehmen und klar zu stellen: Die nachfolgenden Zeilen schreibe ich nicht, weil ich eine Frau suche. Im Gegenteil, nach selber gemachten Erfahrungen bin ich froh und glücklich, dass ich keinen solchen Besen zu Hause habe! Mir geht es aber nahe, dass ich als Single-Mann von der Frauen-Generation ab 50 wegen meiner unbekümmerten aber einmaligen Lebensweise und -Form oft beschimpft werde!

Vor einiger Zeit wurde am Schweizer Fernsehen in der Sendung „Club“ eine Diskussion mit dem nachfolgenden Titel ausgestrahlt::

„Ab 50 Jahr – Frau unsichtbar?“

In der Einleitung zur Sendung meinte die Moderatorin Monika Vetsch: „Ab einem gewissen Alter fühlen sich viele Frauen von Männern nicht mehr wahrgenommen. Gleichzeitig stehen sie mitten im Leben und wissen, was sie wollen“. Mona Vetsch diskutierte, was Frauen attraktiv macht, ob sie ab 50 weg vom Fenster sind und wie Männer mit den Bedürfnissen reifer Frauen umgehen.

An dieser Sendung teilgenommen haben 5 Frauen, die sich alle bemitleideten, und 1 Mann, der uns Männer keineswegs vertrat. Er hatte auch keine Chancen. Wenn man diese Sendung gesehen hat, dann versteht man dank der 5 Frauen, warum viele Frauen ab 50 oder 60 Jahren bei Männern keine Chancen mehr haben und abgelehnt werden.

Diese Frauen haben mit ihrem Leben abgeschlossen. Sie vergleichen sich mit den jüngeren und schliessen daraus, dass sie keine Chancen mehr haben. Bei vielen geht dies parallel mit einer Depression. Sie ziehen sich zurück, kaufen nur noch altmodische „Mami-Kleider“ und sind neidisch auf die Männer, die ihr Glück bei jüngeren holen und finden

Es war nicht die erste Sendung über dieses oder ein ähnliches Thema, die ich gesehen habe. Es sind immer dieselbe Art von Frauen, die an solchen Sendungen teilnehmen: Emanzen, Grüne, Alternative, Frustrierte, Hässliche, Ungepflegte und dann aber auch Beraterinnen und Psychologinnen, die so tun, als ob sie alles besser wissen und verstehen.

Meine eigenen Erfahrungen mit Single-Frauen über 50 oder 60

joke_höschenIch weiss nicht, warum so viele Frauen unzufrieden und unglücklich über ihr Leben sind, und unter Depressionen leiden. Aber es ist so und entspricht der Tatsache. Ich erlebe dies zu Hause in der Schweiz aber auch in Istrien und  in Hua-Hin Jahr für Jahr.

  • Mir schrieb kürzlich eine verheiratete Frau in meinem Blog und beschwert sich jämmerlich über den nächtlichen Lärm um ihr Haus hier in Thailand. „Sie könne nicht mehr schlafen und brauche, um einschlafen zu können, ein Schlafmittel und ein Ohropax. 7 Monate habe sie jetzt überlebt, aber sie werde es nicht  mehr viel länger durchhalten„. Sie liess sich nicht beruhigen und schlussendlich kam ich zum Schluss, dass dies ihr jetziges Lebensthema sein muss. Da konnte ich ihren Ehemann nur bedauern, der ein schreckliches Leben neben dieser „Heulsuse“ führt.
  • Ich hatte eine gute Bekannte in Deutschland. Wir telefonierten oder chatteten regelmässig miteinander. Getroffen haben wir uns nie. Kürzlich schrieb sie mir im Chatt „Früher hast Du mir ‚kara Mia‘ gesagt … und nicht nur ‚ciao Mia'“. Bereits diese Worte irritierten mich! und etwa 5 Minuten später schrieb sie ihren ganzen Frust  „… und Du bist auch so einer, gehst nach Thailand und reisst Dir ein junges Mädchen unter den Nagel. Da kann ich ja nicht konkurrieren!„. Es scheint, dass sie sich Hoffnungen gemacht hatte, aber diese nie aussprach. Ich muss hier gestehen, solche emotionalen Ausbrüche brauche ich nicht mehr!
  • Um 2011/12 habe ich an einem Schweizer Abend in Hua-Hin zwei Schwestern getroffen. Die eine mit Namen Claudia (Name verändert) hatte überraschenderweise denselben Familiennamen wie ich. Aber wir waren nicht verwandt. Sie war in meinem Alter, also gegen 70 Jahre alt. Sie war hübsch, adrett und pfiffig gekleidet. Wir haben uns blendend unterhalten. Wir waren uns sichtlich sympatisch.
    Aber eben, auch ihre Schwester war dabei. Sie war früher Lehrerin, wie ich später vernahm. War aber auch entsprechend altmodisch gekleidet. Sie hatte eine strenge Frisur samt Gesichtsausdruck. So habe ich mir immer Frl Rottenmeier aus dem Heidi-Buch vorgestellt. Sie war sichtlich unzufrieden mit ihrem Leben. Sie korrigierte mich unablässig und zeigte es mir, dass sie gar keine Freude an meiner Schäckerei mit ihrer Schwester hatte. Immer mehr suchte sie Negatives in meiner Person und breitete diese triumphierend aus. Wie eine „Glucke“ wachte sie über ihre Schwester und kämpfte um ihre Zuneigung mit harten Bandagen. Ob ich mich da wohl in eine Frauen-Beziehung eingemischt hatte?
  • Wen wundert es, dass über die Hälfte der alleinstehenden Frauen über 50 oder 60 „behundet“ sind, also einen Vierbeiner zu ihrem ständigen Begleiter zählen. Dieser Partner teilt ihre Meinung und widerspricht nie. Zu einem 2-beinigen Männchen reicht es nicht mehr, denn diese Frauen müssen 2 mal im Tag mit dem Hund spazieren gehen. In die Ferien können sie nur in eines der wenigen Hotels gehen, die Hunde zulassen. Ein Flug mit dem Flugzeug liegt nicht  drin und den Liebling in ein Hunde-Ferienheim abzugeben, ist dem armen Tier zu Recht nicht zuzumuten. Ein Mann wäre und ist ein 3. Rad am Wagen und würde nur stören, was ich ja selber erlebt hatte.
  • Dann gibt es die vielen Frauen, die ihre vergangene Scheidung noch nicht abgeschlossen haben und noch immer über ihre zerstörtes Leben wegen dieses bösartigen Mannes nachtrauern. Es dauert nicht nur Monate sondern Jahre, bis Frauen einen partnerschaftlichen Rückschlag abschliessen können. Bei denen bleiben die Männer die Bösen und dazu gehöre ich dann auch, sobald ich das Wort „Thailand“ in den Mund nehme.
  • Wehe wenn ich im Gespräch von einem nächtlichen Spaziergang am Strand entlang schwärme und schmachte! Es gäbe doch wirklich nichts besseres und schöneres.  Aber ich muss leider immer mehr entdecken, dass meine weibliche Generation mit den Freuden der Liebe, Sex und Erotik grösstenteils abgeschlossen hat. „Dies sei Schweinekram“ musste ich bereits mehrmals hören!
  • Auf dem Campingplatz erlebe ich laufend, wie Frauen hinter dem Rücken rufschädigende Geschichten und Gerüchte verbreiten. Innert kurzer Zeit wird dabei die ganze Umgebung verseucht. Am schlimmsten sind die, die derartige Gerüchte und Emotionen verbreiten, aber sich gegenüber dem Betroffenen einschleimen  Es muss ein Altersproblem sein, denn je älter diese Frauen werden, desto schwieriger werden sie. Ich habe dies an meinem Leib mehrmals erlebt

…und klick war mein Interesse dahin!

So bleibe ich ein glücklicher Single, halte mir die Depressionen, die bösen Erinnerungen meiner Vorgänger und den Schweinekram vom Leibe und geniesse das Leben auf meine Weise. Hier in Thailand habe ich Pat. Sie ist mit 61 Jahren in dem oben beschriebenen Alter. Sie hat weder Depressionen noch irgendetwas. Sie ist meine Freundin, Partnerin, Kollegin, Geliebte und Kameradin.

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Jan 04 2015

A Star was born: Billard mit resp. gegen Karli

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Die Billard-Kugeln fürs Pool-Billard

Ich wusste es immer, ich bin in vielen Beziehungen ein Talent. Ich bin ein talentierter Koch und Tänzer, habe Talent beim Tennis und Radfahren, und nun habe ich festgestellt, dass dies auch beim Pool-Billard zutrifft.

Karli wohnte mit seiner Heidy seit Mitte Dezember bei mir in Thailand, bevor die beiden nach Vietnam und Kambodscha weiterreisten. Früher hatte Karli mit mir nur gejasst und Tennis gespielt, nun hat er mich zum Billard-Spiel motiviert. Ein Spiel notabene, das ich letztmals vor 7 Jahren, als ich erstmals in Thailand bei Tony weilte, gespielt hatte. In Thailand wird überall in jeder Bar Billard gespielt. Man trinkt ein Bier und spielt Billard. Es gibt sogar eine Pool-Billard-Meisterschaft in Hua-Hin. Es spielen Bars gegeneinander.

Für etwaige Laien unter meinen Lesern sei erklärt, dass „Pool“ nichts mit Swimming-Pool gemein hat. Oft steht aber der Billard-Tisch neben einem Swimming-Pool.

Der Ausdruck „Pool“ kommt aus dem Amerikanischen. Im 19. Jahrhundert wurde das  Billardspiel in den USA, in sogenannten (öffentlichen) „Pool-Parlors“ , (Clubs) gespielt. Das Wort „Pool“ bezeichnete zu der Zeit das Glücksspiel,

In der Tat hatte Karli „Glück im Spiel“ und ich eher das Gegenteil. Anfänglich überraschte ich ihn mit einmaligen Trick-Stössen oder versteckte die weisse Kugel geschickt hinter meinen eigenen Kugeln. Meistens wusste ich aber nicht, wie ich eine solch verzwickte Situation bilden konnte. Ich spielte eben aus dem Gefühl heraus! …ha ha ha

Kurzum: Wie Phönix aus der Asche brillierte ich in den ersten Spielen im 2014 , dann aber stürzte ich im neuen Jahr jämmerlich ab. Karli domminierte mit seiner 12-jährigen Snooker-Erfahrung nach Belieben.

Trotzdem: Billard hat mir gefallen. Ich werde in den nächsten Wochen mit Neil, meinem englischen Nachbarn, üben nach der Devise: „Nur durch Niederlagen wird man ein Champion“

 

Hua-Hin Pool Billard Max Karlil Hua-Hin Pool Billard Max Karli
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Nov 29 2014

30. Nov: Schweizer Referendum gegen Zuwanderung: Warum ich mit Nein gestimmt hätte

abstimmungObwohl ich in Thailand weile, bekam ich zu Hause ein Abstimmungscouvert zugeschickt. Darin steckten die Unterlagen zur berüchtigten „Ecopop-Initiative„, über die wir Schweizerinnen und Schweizer an diesem Sonntag 30. Nov. 2014 abstimmen. Es geht um eine drastische Beschränkung der Zuwanderung: Sollte die Initiative angenommen werden, dürften künftig nur noch maximal 16’000 Nicht-Schweizer pro Jahr in die Schweiz ziehen, statt wie in den vergangenen Jahren durchschnittlich 90’000.

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Kurz die Abstimmungsresultate vom 30. November: Die Schweizer Bevölkerung lehnte alle 3 Initiativen wuchtig ab:
  • Mit 74.1% die Ecopop-Initiative „Beschränkung der Einwanderung“
  • Mit 77.3% die Goldinitiative der SVP
  • Mit 59.2% die Pauschalbesteuerungs-Initiative der SP

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Während in der Schweiz Befürworter und Gegner der Initiative um Stimmen kämpften, begannen im benachbarten Deutschland wieder diese Wochen, in denen die Medien mit geballter Kraft mein Schweizer-Land und seine direkte Demokratie beschimpften. Dazu greifen die deutschen Journalisten zu bewährten Klischees: „Alpenrassismus„, zetert etwa die „Tageszeitung“, ohne den Begriff näher zu erläutern. Die direkte Demokratie in der Schweiz sieht sie „als Bühne des Rechtspopulismus„. Das „Handelsblatt“ warnt vor einem „kompletten Bruch mit der EU„. Und in der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt Thomas Steinfeld, „dieser kleine Staat in der Mitte Europas“ verwandle sich in ein „gleichsam selbstständiges Wesen, das aus sich heraus eigene Notwendigkeiten und Forderungen gebiert“.

Als Schweizer bin ich daran gewöhnt, dass mein Heimatland, dieses kleine, empörend selbstständige Wesen südlich von Deutschland, mich oft nach meiner Meinung fragt. Im Schnitt drei- oder viermal pro Jahr, bei jeder Volksabstimmung. Obwohl ich oft in Thailand oder Istrien wohne, werde ich zum Beispiel gefragt, ob in der Stadt Basel ein neues Einkaufs- und Freizeitzentrum gebaut werden soll. Oder ob die Schweiz eine Einheitskrankenkasse einführen soll. Ich wurde auch gefragt, ob es verboten sein sollte, Minarette auf Moscheen zu bauen. Ich war gegen ein solches Verbot, weil ich es beschämend intolerant finde. Die Mehrheit der Stimmberechtigten sah das leider anders. Nun dürfen keine neuen Minarette gebaut werden. So sind die Regeln. Ich akzeptiere diese..

Wenn die Schweiz mir Abstimmungsunterlagen schickt, kann ich leider selten abstimmen. Ich lebe meistens fern meiner Heimat, aber ich bin jedes Mal ein bisschen gerührt, wenn ich dieses hochoffizielle Couvert (so nennt man einen Briefumschlag in der Schweiz) in meinem Briefkasten vorfinde. Ich empfinde es als Privileg und als Verantwortung, eine Stimme zu haben, mit der ich mehr tun kann als nur alle paar Jahre irgendwelche Parteien und Politiker zu wählen, die dann wieder ein paar Jahre mehr oder weniger ungestört vor sich hin politisieren.

Das letzte Wort hat in der Schweiz immer das Volk – In der Schweiz leben wir in einer direkten Demokratie. In der EU in einer demokratischen Diktatur

Ich mag unser politisches System, die direkte Demokratie, weil sie dafür sorgt, dass Politik – anders als in Deutschland – nicht zur Privatangelegenheit einer politischen Klasse werden kann. Schweizer Politiker müssen sich permanent dafür rechtfertigen, was sie tun, mehr noch: Sie müssen für ihre Pläne werben, die Bürger mit inhaltlichen Argumenten überzeugen, weil sie sonst nicht nur irgendwann abgewählt werden können, sondern schlicht nicht handlungsfähig sind.

Denn egal, ob es darum geht, eine Brücke über den Rhein zu bauen oder die Schweizer Verfassung neu zu schreiben: Das letzte Wort hat immer das Volk – ein Begriff übrigens, der in der Schweiz nicht annähernd so negativ klingt wie in Deutschland. Nun also Ecopop. Ich hätte Nein auf den Stimmzettel geschrieben. Ich kann gar nicht sagen, wie falsch ich diese Initiative finde und wie sehr ich hoffe, dass die Umfragen richtig liegen, die auf eine Ablehnung hindeuten – aktuell mit 56 Prozent Nein-Stimmen und 39 Prozent Ja-Stimmen. Meine Schweiz ist ein offenes, dynamisches, mutiges Land und keines, das sich zu seinem eigenen Schaden fremdenängstlich verbarrikadiert.

Es sind Volksinitiativen wie Ecopop, die es mir schwer machen, die Schweiz und ihr politisches System in Deutschland zu verteidigen. Die meisten Deutschen, mit denen ich darüber spreche, misstrauen der direkten Demokratie. Sie realisieren nicht, dass sie selber in ihrem Lande gar nichts zu sagen haben. Sie sind ihren Politikern ausgeliefert: Sei dies zum berühmten Berliner Flughafen oder zum Stuttgarter Bahnhof.

(Nach einer idee der  in Hamburg lebenden Schweizer SPIEGEL-Redakteurin Samiha Shafy)

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Einige zusätzliche Gedanken nach erfolgter Abstimmung

In der europäischen Presse ist man überrascht, dass das Schweizer Volk gar nicht so „doof“ ist und viele Kommentatoren fragen sich, ob solche Ergebnisse in ihrem Lande auch möglich wären?

Ich glaube „Nein“. Im restlichen Europa ist man es gewohnt, alle paar Jahre Gesichter und oft unverständliche Schlagworte zu wählen. Zu Sachfragen hat das Volk keine Mitsprache, so werden diese auch in den Medien oft nur emotional diskutiert, um die Zeitungsauflage zu erhöhen. Die Hintergründe und Konsequenzen werden zu wenig hinterfragt. Wir nennen dies Biertisch-Diskussionen.

Unsere Demokratie mit direkten Volksentscheiden ist schon über 150 Jahre alt. Wir sind damit aufgewachsen und sind gewohnt, uns mit politischen Fragen und Entscheiden zu befassen. Aber auch die Politiker wissen um die Macht des Volkes und müssen ihre Anliegen in Presse, Fernsehen und Radio dem Volk verkaufen. So kann sich jeder interessierte Schweizer ein Bild machen und eine Meinung bilden. Selten gab es emotionale Fehlentscheide, meistens hat das Volk richtig entschieden, auch wenn es nicht immer meine Meinung unterstützte.

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