Mit dem Auto nachts auf Thailands Strassen

Thailand gehört zu den Ländern mit den meisten Verkehrstoten. Pro 100’000 Einwohner  über 36 Tote pro Jahr. Einzig Lybien übertrifft diese Zahl und zwar massiv mit  73 Toten pro Jahr. Die Schweiz im Vergleich kommt „nur“ auf 3.3 Tote pro 100’000 Einwohner und gehört zu den verkehrsichersten Ländern. (Quelle: Wikipedia Liste der Länder nach Verkehrstoten)

Man sollte diese Zahlen immer relativieren. In meinen 11 Jahren hier in Thailand habe ich nur wenige leichtere Unfälle im Raume Hua Hin resp. deren Hergangs-Zeichnungen am Boden gesehen. Gefährdet sind vorallem alte Farangs, die sich einen Roller mieten, aber seit ihrer Jugend nie mehr auf einem Zweirad gesessen sind. Gefährdet sind aber auch die Farangs, die meinen hier in Thailand herrschen geordnete und europäische Verkehrsverhältnisse. Europäische Rechthaber haben ein kurzes Leben!

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es nachts besonders schlimm ist auf den thailändischen Strassen. Viele Thais fahren alkoholisiert oder sind total übermüdet. Die Strassen sind ,mangelhaft beleuchtet und die Spuren schlecht markiert. Mit Löchern muss man sogar auf Hauptstrassen rechnen. Kurzum, nachts lässt man am besten sein Vehikel zu Hause.

Fahrt zum Bus-Bahnhof in HH

Heute früh musste ich jedoch Pat und ihre Enkelin JuJee zum Busbahnhof bringen, denn  um 6 Uhr früh fuhren die beiden mit dem Flughafen-Bus zum Suvarnabhumi Airport nach Bangkok. Es war eine Fahrt durch Hua Hin über rund 10 km.

Es herrschte kein Verkehr. Es war dunkel, einzig die Strassenlampen leuchteten. Ich kannte die Strecke sehr gut, musste aber sehr konzentriert fahren. Die Lichtsignale zum Beispiel sind so hoch angebracht, dass man sie nur als Einheimischer zwischen den Strassenlampen erkennen kann. Ob grün oder rot erkenne ich von weitem nur daran,  ob es oben oder weiter unten leuchtet! Aufpassen muss ich auch auf die unbeleuchteten Fahrräder oder Roller. Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass einem auf der falschen Strassenseite andere Verkehrsteilnehmer entgegenkommen. 3x kamen mir 3-rädrige Transportroller auf der falschen Strassenseite entgegen. Da darf man nicht erschrecken. Dies gehört hier zum Leben. Achten muss man auch, was auf der Strasse liegt. Ein Betonpfosten, ein Sonnenschirm oder ein toter Hund. Möglich sind bestimmt auch echte Leichen.

Ich bin auch wieder gut nach Hause gekommen.  Es verlangte jedoch meine volle Konzentration, auch wenn der Verkehr klein war und mich wenige Fahrzeuge überholten.

 

 

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