15./16. Okt. 2012: 61 kg Gepäck – 10’000 km Flug in 11 Stunden und die Weltwoche

„Wie hast Du denn die 61 kg Gepäch transportiert und wieviel hast Du fürs Uebergepäck bezahlt?“ werden viele meiner Leser fragen?

Man muss eben etwas Glück haben, aber vorallem taktisch geschickt vorgehen: Mein Reisekoffer, den ich aufgegeben habe, wog 28 kg bei 30 kg Freigepäck. Also im grünen Bereich. Aber beim Handgepäck, das ich ins Flugzeug mitnahm, durfte ich mir nicht anmerken lassen, dass ich es nur schwer tragen konnte. Auf die Zähne beissen und durch, hiess meine Devise. Der Cabin Trolley wog 23 kg und der Rucksack 10kg

Der 23 kg schwere CabinTrolley machten mir einzig im Flugzeug Mühe, als ich ihn ins Ablegefach ueber den Sitzen hoch stemmen musste. Aber ein Steward hat mir geholfen, ohne etwas zu sagen.

Der Flug war problemlos. Mit meinen gesammelten Meilen, ich musste 50’000 Meilen darangeben, flog ich den Hinweg in Business Klasse, hatte also bequeme Sitze mit guter Schlaf-Einstellung und einen besseren aufmerksamen Service.. Ob dieser Service aber den ungefähr 3-fachen Flugpreis wert ist, bezweifle ich? Für manche Privatpersonen ist Business Klasse ein gesellschaftliches Ereignis. „Man gehört zu den Besseren!“

Um 13:40 Uhr starteten wir in Zürich und morgens früh um 05:05 Thai-Zeit landeten wir in Thailand bei 27°C Aussentemperatur., wo mich Pat strahlend in ihrem Auto abholte. Seit 4 Wochen ist sie wieder aus dem Spital, wo sie eine „Streifung“ auskurierte, wie sie mir beichtete.

Weltwoche, eine einstmals berühmte Wochenzeitschrift

Was macht man während eines langen Fluges? Man isst, liest Zeitungen und schläft, solange es geht. Neben dem Tages-Anzeiger habe ich auf dem Zeitungs-Wagen das Wochen-Magazin „die Weltwoche“ vom 10. Oktober 2012  entdeckt und zu Gemüte geführt. Ich wollte endlich mal wissen, ohne viel Geld auszugeben, was dieses Magazin bietet.

Die „Weltwoche“ zur Zeiten des Chefredaktors Hans O. Staub  in den 70er Jahren war eine herausragende Wochen-Zeitschrift, die durch hervorragende Recherchen und Beiträgen brillierte. Sie lag nicht immer auf meiner politischen Linie, oft auch zu links, aber dennoch immer lesenswert.  Hans O. Staub fiel als erstes durch seine Reibeisenstimme auf. Damit hatte er seine ersten Erfolge im Radio als Paris-Korrespondent. Er hatte eine brillante Redaktion, die auch optisch eine Gattung machte. Die „Weltwoche“ sollte eine Art Mischung aus „Die Zeit“ und Der Spiegel für die Schweiz, halb Wochenzeitung, halb Magazin sein.

Und was ist sie heute? Das Sprachrohr der populistischen SVP-Partei. Ich muss gestehen, dass ich diese neue Version von Herausgeber, Eigentümer und Chefredaktor Roger Köppel das erste Mal in meinen Händen hielt und darin las. Ich war jedoch entsetzt. Dieses Blatt deckt niemals „bürgerlich-freiheitliche Grundwerte“ ab, wie sie sich als Ziel setzt. Ich habe andere Grundwerte z.B. Meinungsfreiheit. Alle redaktionellen Beiträge loben entweder die Taten und Visionen der SVP hoch, und alle anderen sind die Blöden, Dummen oder Verbrecher, oder sie verunglimpfen die gegnerischen Parteien und Meinungen auf eine Art, die ich „Wirtshaus-Tisch-Politik“ nennen würde. So wird der zurückgetretene Ex-Nationalbankpräsident Philipp Hidebrand als „gechassten Banker“ tituliert, obwohl der Artikel nur wenig mit ihm als Person zu tun hatte. Sachliche, meinungsbildende Beiträge muss man suchen. Ich war richtiggehend entsetzt ob dem niedrigen Niveau!.

Die Auflage dümpelt um die 80’000 Exemplare. Man munkelt hinter vorgehobener Hand, dass Christoph Blocher auch in dieser Zeitung mit Geld seinen despektierlichen Stil durchsetzt. Könnte schon sein!

 

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2 Kommentare

  1. Guten Tag Max

    Seit Wochen informiere ich mich regelmässig auf Ihrer Website, da wir u.a. in der 2. Hälfte Oktober in Hua Hin 2 Wochen Ferien geniessen werden. Ihre Informationen sind nützlich, die Reiseberichte interessant und amüsant; die Vorfreude ist geweckt.

    Ihre Kritik an der Weltwoche verstehe ich nicht ganz. Offensichtlich haben Sie den Wandel der letzten Jahre bei den Medien in der Schweiz nicht ganz mitbekommen. Was ist z.B. mit der NZZ, der Maschinerie bei Ringier oder den „eingefärbten Klatsch-Recherchen“ des Tagi. Da bin ich froh, wenn R. Köppel Themen recherchiert und publik macht. Wer macht das denn sonst noch? Einig bin ich mit Ihnen bezüglich dem Lob an Hans O. Staub. Das waren noch Zeiten!

    Schöne Grüsse aus dem herbstlich warmen Zürichbiet – Peter

    1. Hallo Peter

      Einstmals vielen Dank für Dein Feedback, auch für das betr. Weltwoche. Ich gebe Dir recht, auch die NZZ ist nicht mehr die „alte“ NZZ. Was ich aber bei der Weltwoche kritisiere ist die neue Wortwahl, sowie die Art und Weise wie in ihr Feindbilder aufgebaut werden. Ich habe nichts gegen kritische Recherchen, im Gegenteil, aber man sollte in der Wortwahl anständig, fair und wahrheitsgetreu bleiben. Es ist gefährlich, sich auf dem schmalen Grad der Verleumdung und des Unrechts zu bewegen. Und in der von mir gelesenen Ausgabe wars für mich zu weit weg vom fairen Weg. Nebenbei höre ich dem Roger Köppel gerne zu, wenn er im Deutschen Fernsehen die Schweiz vertritt und auch verteidigt.

      Nun wünsche ich Dir schöne Tage in Hua-Hin und vielleicht treffen wir uns?
      Mit den besten Grüssen Max

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