7. Feb. 2011: Geschichte eine Unfalls

Es begann alles damit, dass ich meine defekte elektrische Braun-Zahnbürste ersetzen musste und dabei noch einen Karton von 24 Soda-Glas-Flaschen à 3 dl gekauft habe. Diese Flasche stehen auf einem Karton und sind mit stabilem Plastik umwickelt. Dieses Pack stellte ich auf das Fussbrett meines Yamaha-Rollers und fuhr aus dem Market Village in die Soi 88 ein …. und auf einmal machten sich 2 Flaschen selbständig und kollerten bei voller Fahrt auf die Strasse. Im selben Moment überholt mich ein Thai auf einem Motorrad und kommt auf einer der 2 explodierenden Flaschen zu Fall und rutscht auf der Stasse an mir vorbei und bleibt stönend auf der Strasse liegen. Unverzüglich waren andere Thais an der Unglückstelle, sicherten die Unglücksstelle, riefen die Polizei und die Sanität zu Hilfe. Mir hat es gar nichts gemacht, denn wir hatten uns nicht einmal berührt, aber meine blöden Flaschen haben den Unglücklichen zu Fall gebracht.

Während der Verletzte mit Blaulicht ins Spital gebracht wurde, fuhr ich hinter dem Polizisten auf den Posten, wo ein Rapport in thailändischer Sprache erstellt wurde. Die Polizisten witzelten mit mir herum, wunderten sich über mein Alter, gaben sich als Liverpool-Fan zu erkennen und hatten Bedauern mit mir. In der Zwischenzeit kamen auch die beiden Töchter des Verunglückten auf den Posten. Ich wurde mehrmals gefragt, ob ich den Schaden am Motorrad und die Krankenhaus-Kosten übernehmen könne. Ich war mir klar, dass ich der Verursacher des Unfalles war und wusste auch, dass in jedem Fall der Farang zahlen muss. Auf meine Zusage hin wurde ich aufgefordert mit den beiden Töchtern ins Hua-Hin Hospital, wo der Verletzte gebracht wurde, zu fahren und die Arzt-Kosten zu begleichen und mich dann wieder auf dem Polizei-Posten zu melden Erstaunlicherweise gab mir die Polizei alle meine Ausweise samt Pass wieder zurück. Erst später habe ich den Grund erfahren. Die Töchter des Verletzten verzichteten auf eine Anzeige und wollten den Schaden bilateral mit mir erledigen.

Im Spital angekommen, war dann die ganze Familie anwesend: die Ehefrau, die Schwester des Verletzten samt ihrem Mann und eben die beiden Töchter. Anfänglich schauten sie mich etwas kritisch an. Ich habe dort erfahren, dass er nichts gebrochen hatte, einzig eine Gehirnerschütterung, er hatte keinen Helm an, gequetschte Rippen und ein stark verstauchtes rechtes Handgelenk. 10 Tage arbeitsunfähig, meinte der Arzt.

Ich habe gewusst, dass irgendwann die Frage nach der Bezahlung kommen wird und schon bald war es soweit. Die eine Tochter, die recht gut englisch sprach, bot mir an, mit eine Pauschale von 10’000 Baht (entsprechend Fr. 320.– resp € 210) sei die Familie zufrieden. Ich wollte zuerst noch etwas markten, merkte aber bald, dass dies für mich keinen Sinn machte und für die Familie war es viel Geld. Also zählte ich 10 Tausender und schrieb ein Papier, indem die Familie auf alle Forderungen mit gegenüber mit den 10’000 Baht verzichte…. und ich konnte nach Hause fahren. Im Herzen erleichtert, denn ich blieb ja unverletzt und die Verletzung des Thais blieb auch im Rahmen.

Und was habe ich gelernt? Ich werde die Flaschen fortan stehend und nicht liegend transportieren, und sie zusätzlich mit einem Gummiband sichern! Zudem wurde mir bewusst, dass auch anderen Rollern ein solches Missgeschick passieren kann, denn die Thais laden ihre Gefährts noch extremer.

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