Schlagwort-Archiv: Tod

Nov 06 2016

Hommage an Rolf Gautschi, Freund und Kunstmaler

21. Aug. 2003: Rolf Gautschi

Durch Klick aufs Bild gelangst zur Hommage mit vielen Bildern aus dem Leben von Rolf

7. März 2002 Rolf Gautschi, 70-jährig

Durch Klick aufs Bild gelangst zur Hommage mit vielen Bildern aus dem Leben von Rolf

Am Donnerstag, den 22. September 2016 fuhr ich mit Renato B. , Renato C. und Christoph zu Rolf nach Olten, um von ihm Abschied zu nehmen. Bei Rolf wurde in diesem Sommer eine Entzündung und später eine verkrebste Bauchspeicheldrüse festgestellt. Anfang September konnte er das Spital verlassen, weil eine Operation nicht mehr in Frage kam und er von einer Bestrahlung absah.

Er und seine Frau Katharina luden uns zu einem feinen Essen ein. Ihren besten Wein haben sie geöffnet. Rolf hat mit uns gegessen, musste sich aber nach dem Essen hinlegen. Er war müde.

Ich muss gestehen, ich bin erschrocken, als ich Rolf sah. Er war stark abgemagert. Er war nie dick, immer sportlich gestählt. Bestimmt fehlten 10 kg. Seine Ohren waren abstehend, was ich vorher nie bemerkt habe. Nur seine lebendigen Augen und sein Humor waren gleich wie früher. Wir sprachen nicht über das, was uns alle bewegte, aber wir alle wussten, es war ein endgültiger Abschied. Es tat weh!

Rolf Gautschi war einer meiner guten Freunde. Seit vielen Jahren spielte ich mit ihm am Donnerstag Tennis und anschliessend gingen wir in einem feinen Restaurant zum Essen. Er war ein guter Tennisspieler. Er lief viel und war schnell. Rolf Gautschi war Kunstmaler. Nicht irgendein Kunstmaler. Er war für mich ein grossartiger Kunstmaler. Ich war immer begeistert, wenn ich in seinem Atelier in seinen unzähligen Gemälden, Drucken, Lithos, Skizzen wühlen konnte. Manche Bilder aus seiner Hand schmücken meine Wände.

Rolf arbeitete über 45 Jahre in seinem Atelier hoch über Basel im Dachgeschoss der alten Gewerbeschule, Petergraben 52. Er war unermüdlich und arbeitete in verschiedenen Techniken wie Oel, Aquarell, Collage, Enkaustik etc. Mehrmals war ich Gast in seinem Atelier und organisierte manchen Atelier-Besuch. Rolf suchte nicht die Oeffentlichkeit. Er war zu bescheiden, aber glücklich, wenn er sich in seinem Atelier seinem Beruf und Hobby widmen konnte.

Rolf war eher ein ruhiger besinnlicher Mensch. Manchmal auch ein Lebensphilosoph. Er vermied jeden Streit. Wenn er jemanden nicht mochte, sagte er höchstens zu uns: „Du musst sie/ihn ja nicht heiraten“.

Ende Oktober, vor meinem Abflug nach Thailand wollte ich Rolf nochmals besuchen. Es kam nicht mehr dazu. Er hat kurzfristig abgesagt, weil es ihm nicht gut gehe. Am Montag, 7. Nov. 2016 erreichte mich hier in Hua-Hin die Nachricht, dass Rolf gestern am Sonntag-Morgen, 6. November 2016 in seinem 85. Lebensjahr ohne Schmerzen und friedlich eingeschlafen ist!

Sein Leiden ist beendet. Er ist in die Ewigkeit entflohen. Katharina gelten meine Gedanken. Abschied nehmen tut so weh! sehr weh!


Zur Hommage:

Zu seinen Ehren  habe ich eine Hommage mit vielen Bildern aus seinem Leben und seinem Wirken geschrieben. Durch anklicken auf eines der Bilder gelangst Du dazu!

Im Atelier von Rolf Gautschi: Atelier-Party

Durch Klick aufs Bild gelangst Du zur Hommage mit vielen Bildern aus dem Leben von Rolf

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Aug 08 2016

8. August 2016: Neda vom Malo Selo ist nicht mehr unter uns

Eine Hiobsbotschaft

Schrecklich! Ich bin zu tiefst erschüttert. Neda Marusic von der Konoba Malo Selo ist nicht mehr unter uns. Sie verstarb völlig unerwartet Ende letzter Woche 56-jährig. Heute Montag, 8. August wurde sie beerdigt.

Sie war die Besitzerin und gute Seele des einmaligen Trüffel-Restaurants bei Fratrije (Buje). Oft habe ich hier wunderbare Trüffel-Speisen geniessen können. Das letzte Mal vor 1 Woche. Sie war mir wie eine Freundin.

Liebe Neda, ruhe in Frieden. Ich werde Dich nie vergessen Dein Basler Max

Neda-Mao-Selo


Nachtrag vom 16. Aug. 2016: Tea und Daria werden das Restaurant Malo Selo im Sinne ihrer Mutter weiterführen. Ich wünsche den beiden alles Gute

 

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Jun 02 2016

Impressionen 2: Leben auf Solaris

OMEGA Seamaster Planet Ocean

OMEGA Seamaster Planet Ocean

Meine Omega-Uhr

Der eine oder andere erinnert sich an mein Uhren-Desaster in Thailand, als mein CERTINA-Sport-Chronometer ausfiel und an Ort und Stelle nicht reparierbar war. Erst in Basel resp. im Elsass hat mir ein Uhrmacher zu einem guten Preis das Werk ersetzt.

Damals in Thailand kaufte ich mir von einem grossen Uhrenhändler in Hua-Hin eine „OMEGA SEAMASTER PLANET OCEAN„. Ich brauchte eine Uhr! Ohne Uhr wäre ich hilflos gewesen. Anfänglich war ich sehr zurückhaltend, die OMEGA  zu benutzen. Ich wusste ja nichts über deren Zustand. In der Zwischenzeit trage ich sie Tag und Nacht, beim Radfahren wie auch unter der Dusche. Sie ist auf bestem Weg, meine neue „Kampf-Uhr“ zu werden.

Sum-Sum-Sum

Vor kurzem hat es „gesumst“. Nicht bei mir, sondern im neuen Wohnwagen. Zuerst dachte ich an eine Sirene in Tar. Aber nein, das Geräusch kam aus dem neuen Wohnwagen. Schnell hatte ich den Ort identifiziert, aus dem das Gesumse kam: Aus dem Stauraum meiner Sitzecke mit der Klima-Anlage und der Mover-Stromversorgung. Mir schwante schlimmes, denn bereits im alten Wohnwagen hat ein defekter Stromwandler gesumst. Den musste ich damals eigenhändig auswechseln. Eine heikle Arbeit war das.

Unverzüglich habe ich alle Polster weggerissen und mein Ohr in den Stauraum gehalten, Entwarnung. Die Klimaanlage war gar nicht an den Strom angeschlossen und vom Mover kam kein Geräusch. Aber von weiter links! Au-Wei: die Wasserpumpe drehte ohne Wasser! Schnell war die Ursache gefunden. Ich habe den Wasserhahnen in der Küche aus Versehen eingeschalten!

Nun habe ich die Wasserpumpe vom Stromkreislauf abgehängt, damit sie nicht wieder aus versehen „Luft“ pumpt und „sumst“.

Sie kommen und gehen

Es freut mich immer, wenn ich Freunde aus den Vorjahren hier auf Solaris treffe. Leider geschieht auch das Gegenteil. Es fehlen immer mehr. Die Inge hat Brustkrebs und ist in Chemo- und Bestrahlungs-Behandlung. Sie hat zwar ihren Wohnwagen aufgebaut, wird aber erst Mitte Juli anreisen können. Der Münchner-Peter mit dem Lexus-Sport ist auch schwer erkrankt und kann dieses Jahr nicht kommen (****siehe weiter unten). Der rothaarige Friedl ist verstorben. Der Günther samt Guschti und der Münchner-Max haben mit dem Camping aufgehört. Erschüttert hat mich das Schicksal vom Dieter und der Bärbel aus Bechhofen. Sie mussten kurzfristig das Camping aufgeben. Dieter hat es erwischt. Demenz lautet seine Diagnose. Innert weniger Wochen von Null auf Hundert.

Diese Schicksale bereiten mir Angst. Alle sind in meinem Alter. Da freut es mich umso mehr , dass der Uli und die Hilde noch voll fit sind. Uli ist 1 Jahr älter als ich!

****Erfreulicher Nachtrag vom 6. Juni:

Ein schwarzer Lexus fuhr vor. Es war der Münchner Peter mit seiner Evi. Er hat zwar eine harte Zeit hinter sich, ist aber voller guten Mutes beim Camping.

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Jul 22 2015

21. Juli 2015: Abschied nehmen von „Dominique Buchs“ tut weh

„Dominique hat seinen letzten Sprint verloren“

Dominique im Mai 2015 in Follonica

Dominique im Mai 2015 in Follonica

Abschied nehmen ist schwer, auch wenn man sein Ende erwarten musste. Dominique hat bis zum Schluss hart gekämpft, aber dann doch verloren. Er verstarb viel zu früh am 21. Juli 2015. Er wurde am 8. Juni 65 jährig. Er wusste um sein unvermeidliches Schicksal. Wir seine Freunde auch, aber es kam dann doch etwas schnell.

Unvergesslich, wie ich noch im Mai 2015 in Follonica mit ihm über seinen bevorstehenden Tod sprechen konnte. Er war offen zu mir. Er wusste, dass sein Ende schwer werden könnte. Er wolle jedoch diesen Weg gefasst gehen. „Leben, solange es geht“ war sein Motto.

Bereits vor ein paar Jahren wurde bei ihm Leber-Krebs diagnostiziert. Operationen und Chemotherapien lösten sich in der Folge ab. Dazwischen raffte er sich immer wieder auf, um zu leben und seinem geliebten Radsport nachzugehen. Jedes Jahr war er mit seiner Gabi in der Radrennwoche in Follonica dabei. Mit seinem leichten Körperbau war er immer bei den Besten. Oft haben wir zwei uns beim abschliessenden Sprint duelliert. Er war immer der bessere, ausser einmal, als ich das Ziel verschob …. ha ha ha. Oft lachten und fachsimpelten wir über unseren jugendlichen Uebermut. Es hätte auf der holprigen Strasse vor dem Golfo del Sole viel passieren können. Unser Sprint gehörte einfach dazu!

Aber noch viel wichtiger war ihm seine Familie. Oft erzählte er von seinen beiden Enkeln. Mit Gabi bildete er ein tief verschweisstes Team. Sie ergänzten sich wie selten ein Paar.

Dominique war „unser Sommelier„. Er wählte die Weine zum Essen aus und fand immer einen speziellen Tropfen, wobei er am meisten Freude hatte, wenn er einen noch unbekannten Weinkeller entdeckte.

„Dominique, ich darf diese Zeilen schreiben. Ich gehöre zu den Glücklichen. Ich bin jedoch traurig, dass Du dazu nicht mehr gehörst. Ich werde Dich vermissen, aber nicht vergessen.“

Liebe Gabi, Dir wünsche ich alles Gute und viel Kraft in Deiner Familie. Irgendwann geht es wieder aufwärts, denn das möchte auch Dein „Jeannot

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Mai 16 2015

9. – 16. Mai 2015: Radrennwoche in Follonica – Abschied nehmen tut weh!

Nach 15 Jahren im Feriendorf „Golfo del Sole“ in Follonica (Toskana) ….

….habe ich diesen Lebensabschnitt abgeschlossen. Es war ene schöne und spezielle Zeit mit Freunden und Freundinnen des Radrenclubs Basel (RRCB). Jeweilen anfangs Mai trafen wir uns hier zu unseren ersten Trainingsfahrten des Jahres. Wir holten uns die sportliche und auch kulinarische Härte, die wir später in der Schweiz  brauchten.

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Meister Proper

Zufällige Ähnlichkeit mit „Meister Proper“

2001: Meine Rennrad-Lehre in Follonica

Vor 15 Jahren habe ich als Quereinsteiger mit einem „alten“ Specialized-Rennrad hier in Follonica meine erfolgreiche Karriere begonnen. Wie es damals noch üblich war, mussten wir nach der alten Schule von Renato Bevilacqua zuerst lernen, das Rennrad den Berg hoch zu schieben. Ich hatte zwar bereits entsprechende Erfahrung aus meiner Militärzeit, aber die wurde nicht akzeptiert.  Renato suchte sich zu diesem Zweck einen alten Römerweg voller runder Steine in der nähren Umgebung aus. Meine bedauernswerten Freunde mit ihren ledernen Rennschuhe machten fluchend 1 Schritt nach oben und rutschten ½ Schritt wieder zurück. Sie mussten froh sein, nicht von einer der vielen Schnecken überholt zu werden. Dank meiner MTB-Schuhe mit Gummi-Profilen hatte ich dieses Problem nicht. Oben angekommen lachte uns eine Schildkröte vielsagend entgegen.

Follonica, Montioni

Ich lernte viel in kurzer Zeit. Ich verschluckte mich nur einmal und bekam davon einen feuerroten Kopf, als ich einen körnigen Energie-Riegel beim hinauffahren ass. Fortan trank und ass ich nur noch flach oder abwärts. Auch pinkeln konnte ich bald trotz der engen Renn-Hosen. Es ist nicht so einfach, sein Ding über den Hosenbund zu zwängen und dazu noch im richtigen Moment zu pinkeln. Wir Männer haben dabei noch Glück, bei Frauen ist es komplizierter!

Am 4. Mai 2001 vollbrachte ich meine Meisterleistung in meiner ersten Ausfahrt über 100 km, wobei ich die letzten 3 km auf dem 500m-Rundkurs vor dem „Golfo del Sole“ zurücklegte. Bis zu meinem nächsten Exploit sollten es 13 Jahre dauern. Dann durchbrach ich in Thailand die 200 km Marke.

Follonica

v.l.n.r. Renato Bevilacqua, Dominique Buchs, André Guidali

Vor 15 Jahren fuhr ich noch ohne Sponsoren-Leibchen. Ich trug solche und auch die Rennhosen aus dem Sortiment von Otto’s-Warenposten zum Stückpreis von je Fr. 30.–. Mein Hintern hat ab dem 2. Tag geschmerzt, obwohl ich damals noch kräftigere „Fudi-Muskeln“ hatte. Von den Genickschmerzen ganz zu schweigen. Die waren ab dem 3. Tag nur noch mit Voltaren auszuhalten. Aber ich brachte meine ersten 7 Tage Follonica hinter mich und legte damals über 500 km zurück

Im Laufe der Jahre hat sich die Zahl meiner Rennleibchen vervielfacht. Ich wurde zu einem gesuchten Werbeträger… ha ha ha … Mein Lieblings- und derzeitiger Hauptsponsor ist die „Brauerei Sonnenbräu aus Rebstein (SG)„, die mich mit Getränken versorgt. (Bem: Meine Schwester hat gut geheiratet!)

Max mit Sonnenbräu-Dress

Max im Sonnenbräu-Dress

2015: Bye bye Follonica

Auch dieses Jahr im 2015 habe ich die Gegend und die Freundschaften genossen. Dank des schönen Wetters machte ich Ausfahrten ohne Ruhetage. So kamen gegen 380 km durch Wein-, Oliven- und Artischockenfelder zusammen. Daneben kam dank der Feinschmecker (Christoph, Dominique, André und Renato) auch mein Magen nicht zu kurz. Unvergesslich das Risotto von Gaby und Dominique. Es ist kein Gerücht, es ist die bittere Wahrheit, man könnte die Toskana auch ohne kräfteraubende Ausfahrten auf dem Rennrad besuchen und geniessen.

Follonica, RRCB, Radrennclub Basel

v.l.n.r. Dominique Buchs, Henriette und André Guidali, Renato Bevilacqua, Peter Gisler, Max

Dominique ist krank, schwer krank. Ueblicherweise habe ich Berührungsängste in solchen Situationen. Wie soll ich mich verhalten? Es war jedoch sehr einfach und ein Aufsteller, mit ihm über seine Krankheit zu sprechen. Es war für uns alle eine Freude, wie er jeden Tag seine 50-60 km auf dem Rennrad abspuhlte. Einzig zum Essen brauchte er sein Trottinet, da er Mühe beim gehen hatte. Unverzichtbar war er wegen seines Gaumens und seinen Wein-Kennnissen. Mit ihm entdeckten wir immer wieder etwas Neues oder einen feinen Tropfen aus dem Vorjahr, z.b. den „414“. Er behütete uns vor ungeniessbarem „Fusel“.

Follonica

Follonica: Dominique auf Trottinette

Follonica, Pizzeria

Wie gewohnt habe ich auch dieses Mal typischen toskanische Spezialitäten eingekauft: Wildschwein- und Paprika-Salami, Schinken, Prosecco und Morelino-Wein. Ich war einmal auch im Lidl in Follonica. Ich bin bei weitem kein Fremdenhasser, aber ich war unangenehm überrascht ob der vielen Muslime, die hier einkauften. Ich fühlte mich nicht mehr in Italien, eher in der Türkei. Ob diese als Flüchtlinge übers Meer kamen? Da wird auf das katholische Italien und das übrige Europa noch einiges Ungemach zukommen.

Golfo del Sole in Follonica

Residiert habe ich wiederum im Bungalow 167 direkt am Sandstrand. Am Bungalow gab es nichts auszusetzen, auch wenn das Geschirr und die Bestecke unvollständig waren. Kritischer stand es ums Restaurant der Anlage. Die Qualität soll gemäss Renato im Unterirdischen angelangt sein und nicht mit den dekorierten Chefs Schritt gehalten haben. Dabei dachten wir doch letztes Jahr, dass die Silberfischchen im Pizza-Karton von Manuela und Luki nicht mehr zu toppen seien.  Früher beim alten Direktor musste man sich einen Platz fürs Abendessen reservieren, heute war das Restaurant leer und Lichterlöschen bereits kurz nach 21 Uhr wegen fehlender Gäste. Es bestätigte sich auch in diesem Falle: hochdekorierte dunkel gekleidete Chefs sind keine Garantie für ein feines Restaurant.

Früher wurde man vom alten Direktor noch begrüsst, heute ist der neue Direktor mit seiner russischen Frau/Freundin beschäftigt. Irgendwie erinnert mich der Kapitän vom Golfo del Sole an den Kapitän der Costa Concordia, die unweit vor Giglio sank.

Follonica, AbendrotBye, Bye Follonica

Bye, Bye Dominique: Am 21. Juli 2015 erlag Dominique seinem schweren Krebsleiden

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Okt 07 2014

Aktuelle Diskussionen um Sterbehilfe in Deutschland – „Ehrfurcht vor dem Tod“

Eines möchte ich vorweg hier klarstellen: Ich vertrete die Meinung, dass jeder selber entscheiden soll, ob er natürlich oder durch Sterbehilfe sterben will

sterbewillige-betagte-sollen-erleichterungen-erfahrenEs ist zum kotzen, was ich bei den aktuellen Sterbehilfe-Diskussionen am Deutschen Fernsehn anhören muss  Da versuchen  sich alle Arten von Mediziner und Aerzte-Vertreter, katholischen und protestantischen Seelsorger und vorallem katholische Politiker aus CDU/CSU zu profilieren. Wie Sektierer versuchen sie die Fernseh-Zuschauer emotional zu bekehren. Sie alle sind (noch) gesund und rüstig, haben eine tolle Praxis und sind erfolgreich.

Jeder dieser sog. Experten versucht sich und seine medizinische, seelsorgerische oder politische Fertigkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Sie alle wissen, wie jedermann die letzten Stunden seines Lebens zu erdulden habe. „Erfurcht vor dem Tod“ nennen sie dies! Sie alle sind Herrscher über Leben und Tod, aber sie vergessen den Menschen, um den es schlussendlich geht.

Es geht nänmlich um das erbarmungslose Geschöpf, das nicht das Glück hatte, friedlich einzuschlafen. Es geht um die Vielzahl, die schwerst krank sind und leiden, weil nur noch das Herz funktioniert. Es geht um die, die einsam dahin vegetieren und keinen Sinn mehr zum Leben sehen, die nur einen Wunsch haben, einzuschlafen und nie mehr aufzuwachen..

Diese realitätsfremden Typen wie z.B. Marianne Koch oder der Unionsfraktionschef Volker Kauder schliessen pietät- und verständnislos ihre Augen vor den hilflosen Menschen. Vor den Menschen, die sie in den Selbstmord treiben und die sich in ihrer Verzweiflung selber umbringen müssen. Denen nichts anderes übrig bleibt, als sich vor den Zug zu werfen, sich von einer hohen Brücke zu stürzen, oder sich mit einer Pistole zu erschiessen, die sie sich mühsam in Hinterhöfen erwerben müssen.

Keiner von den Besserwissern denkt an die traumatisierten Lokomotiv-Führer, die einen Lebensmüden überfahren haben. Kein Wort oder Gedanke verlieren sie über die Rettungssanitäter und Feuerwehrleute, die derart verunstaltete Leichen bergen müssen und oft nachher unter Schlafstörungen leiden und psychologische Hilfe brauchen.

Ich verabscheue alle, die sich gegen die freiwillige Sterbehilfe stellen und in meinem Namen über mein Leben entscheiden wollen!

Ich bin auf die Welt gekommen, ohne dass ich eine Bewilligung oder Hilfe vom Staat erhalten habe. So will ich auch selber bestimmen, wie mein Leben enden soll! Dem sagt man Selbstbestimmung  …. Andernfalls wäre es Bevormundung, wenn der Staat über meinen Tod entscheidet! … und dazu hat er kein Recht!

Ich bin glücklich, in der Schweiz zu wohnen und Mitglied der hiesigen Sterbehilfe-Organisation „Exit“ zu sein. Hier bin ich Mensch und kann selber entscheiden, wie ich sterben möchte

[important]Eines von unzähligen Beispielen zeigt, wie die Praxis aussehen kann, wenn das Schicksal zuschlägt:

Einer der bisher grössten Gegner der freiwlligen Sterbehilfe, der Deutsche evangelische Bischof Nikolaus Schneider, hat  sich entschieden, seine schwerstkranke Frau zur Sterbehilfe in die Schweiz zu begleiten. (Juli 2014).[/important]

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Jul 27 2014

Deutschland: EKD-Chef Schneider würde seine Frau in die Schweiz begleiten

Im OnLine Focus vom 27. Juli 2014 las ich die folgenden Zeilen:

Bosbach stärkt EKD-Chef Schneider den Rücken. Darf ein hoher Kirchenmann seine Frau zur Sterbehilfe in die Schweiz begleiten?

Exit-vereinigung-fuer-humanes-sterben-deutsche-schweizDer CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat den  EKD-Ratsvorsitzenden (evang. Kirche Deutschland)  Nikolaus Schneider im FOCUS wegen seiner Haltung zur Sterbehilfe gegen Kritik in Schutz genommen. Schneider hatte angekündigt, notfalls seine krebskranke Frau in die Schweiz zu begleiten, wenn sie dort aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen wolle.

 

In einem Gastbeitrag für FOCUS schrieb Bosbach, Schneider stehe zwar mit dieser Position im „Widerspruch zur Haltung seiner Kirche“, das sei allerdings kein Grund zur Kritik. „Im Leben eines jeden Menschen gibt es Fragen von wahrhaft existenzieller Bedeutung, die jede(r) Betroffene nur für sich selber – nach bestem Wissen und Gewissen – beantworten kann.“

Schneider hatte kürzlich angekündigt, im November sein hohes Amt in der Evangelischen Kirche aufzugeben, um sich mehr um seine Frau kümmern zu können.

Diese Haltung hat mich stark beeindruckt. So habe ich am Sonntag, 27. Juli 2014/ 08.50 Herrn N. Schneider das nachfolgende Mail geschickt

 

[important]

Sehr geehrter Herr Schneider

Heute las ich im OnLine FOCUS, dass Sie ihre schwerkranke Frau in die Schweiz zur Sterbehilfe begleiten wollen, falls sie dies wünsche. Dies ist meiner Meinung Nächstenliebe Ihrer Frau gegenüber. Meine Hochachtung. Sie bestätigen damit auch, dass es jedem Menschen freigestellt sein soll, wie er mit seinem Leben, seinen Krankheiten und seinem Tod umgehen möchte.

Ich habe das Glück in der Schweiz zu wohnen. In einem Land, in dem die konservativen Kreise der Kirche nicht dieselbe Macht haben, wie in Deutschland. Sie profitieren nun auch davon. Ich wünsche mir, dass Sie Ihre neue Einstellung auch in Deutschland vertreten werden, auch wenn sie voraussichtlich von allen Seiten angefeindet werden. Denken Sie an die vielen leidenden Kranken in ihrem Lande, die doch gerne auf anständige Weise sterben möchten, ohne auf schreckliche Art sich vor einen Zug werfen oder von einer Brücke springen zu müssen

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau alles Gute. Ich werde in Gedanken bei Ihnen sein
Mit lieben Grüssen aus der Schweiz
Max Lehmann

[/important]

Wer erinnert sich nicht an den legendären Fussballer und Trainer Timo Konietzka:

 

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Aug 21 2013

Jeden Tag lesen über 50 Besucher diese Seite – Werde „Organspender“ !

Bist Du Organspender? Hast Du Deinen Spenderausweis ausgefüllt?

organspendeWer weiss, ob du nicht bald selber ein Spender-Organ brauchen könntest? Sei kein Feigling und füll einen Spenderausweis aus. Du kannst damit ein Leben retten, auch wenn Du Dich bereits ins Jenseits abgemeldet hast.

Man kann fast alles weiterverwenden: Herz, Lunge, Niere, Leber, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse, Augenhornhaut, Haut.

Du kannst Dich in Internet Online anmelden bei:

  • Nur in Oesterreich nicht. Aber Gratulation den Oesterreichern. Sie haben die beste Regelung. In Österreich gilt die sog. Widerspruchsregelung. Das bedeutet, wenn Sie zu Lebzeiten einer Organspende nicht ausdrücklich widersprochen haben, wird davon ausgegangen, dass dem Körper Organe zur Transplantation entnommen werden dürfen. Die Regelung gilt auch für Urlauber, die sich in Österreich aufhalten.

Hast Du Dich angemeldet? Schreib mir hier in diesem Blog einen Kommentar, sobald Du zu den Organspendern gehörst – Dankeschön

Pro Tag werfen im Durchschnitt 50 Besucher einen Blick in diesen Blog. Wenn sich nur 10% davon als Organspender anmelden würden! Es tut bestimmt nicht weh!

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Apr 09 2013

Mein Nachbar, der Bestatter

Anlieferung "leerer" Särge

Anlieferung „leerer“ Särge

Ich bin in der glücklichen Lage, dass weder auf der Rück- noch auf der Vorderseite meiner Wohnung in Binningen ein anderes mehrstöckiges Haus meine Aussicht einschränkt. Wenn ich jedoch über die Strasse in die Tiefe schaue, dann blicke ich auf das 1-stöckige Haus des Bestattungsunternehmers K.

Das Haus ist zwar eher eine Baracke und dieser Ausblick keine weltbewegende Sache, jedoch von Zeit zu Zeit muss ich einfach hinschauen:

  • wenn z.b. neue Holz-Särge in unterschiedlichen Qualitäten angeliefert werden
  • oder der Chef mit seinem schwarzen Bestattungs-Mercedes und einem Gehilfen beide in schwarzem Hemd und schwarzer Hose zu einem Einsatz fährt
  • oder der Chef mit ernster Mine seine trauernden Kunden empfängt, um ihnen seinen umfassenden Service zu erklären.

Kürzlich hat er sein Schaufenster seinem Angebot entsprechend beleuchtet, eben wie es sich für einen Bestatter ziemt. Echte Geister habe ich jedoch noch keine entdeckt.

Schaufenster meines Bestatters

Schaufenster meines Bestatters

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Mrz 29 2013

28. März 2013: Miranda ist nicht mehr unter uns – Mein Abschied

IVPE Fest am 22.11.2002Nach langer schwerer Krankheit (Speiseröhren-Krebs) konnte Miranda Felber am frühen Morgen des Gründonnerstag, 28. März 2013 einschlafen.

Vergangenen Sommer am 15. August 2012 habe ich Miranda anlässlich unseres IV-PE-Treffs am Rhein zum letzten Mal getroffen. Bereits war Ihr Schicksal absehbar, aber Miranda war immer noch aufgestellt und hatte Pläne. Sie wollte Ferien in  ihrer geliebten Toskana verbringen, was sie auch tat. Anschliessend ging es mit ihrer Gesundheit dramatisch bergab. Die letzten Monate müssen schrecklich gewesen sein. Ich hoffe, dass ich dies nie selber erleben muss.

Miranda war ein fröhlicher, aufgestellter Mensch. Sie war eine sehr gute Freundin von mir. Manche unvergesslichen Stunden haben wir zusammen verbracht. Sie war grösser als ich, trug gerne High-Heels, war genau 10 Jahre jünger als ich und feierte am 24. Dez. 2012 ihren 60 Geburtstag … und ich 1 Woche später meinen 70..

Mein nachstehender Brief zu Ihrem letzten Geburtstag wurde schlussendlich mein Abschiedsbrief. Ich schrieb darin auch über „Internals“, die für Nicht-Eingeweihte schwer verständlich sind, Miranda bestimmt lächeln und schmunzeln liess.

 


Liebe Miranda

Das angehängte Rundschreiben aus Thailand zum diesjährigen Jahreswechsel habe ich an alle meine Freunde geschickt. Auch zu Dir an Deine Novartis- und auch Privat-Mail-Adresse.  Von Roland habe ich nun erfahren, dass es Dir hundsmiserabel geht. Welcher Gegensatz! Aber trotzdem werden wir beide in den nächsten Tagen einen runden Geburtstag feiern …  130 Jahre M&M.

Aber schieben wir die Aktualität doch kurz auf die Seite. Ich glaube, wir dürfen schon etwas in unserer gemeinsamen Vergangenheit schwelgen, denn Du hast mit Peter einen verständnisvollen, tollen Lebens-Partner.

Ich erinnere mich an einige herrliche und unvergessliche Tage vor 20 Jahren, da waren wir noch 90 Jahre alt.  Als ich Dich „zufällig“ auf der Strasse aufgelesen und ins IVPE-Fest im Restaurant zum Goldige Fass gelotst habe. Als wir anschliessend im Plaza zum Tanz waren, alle bei Dir zu Hause landeten und schlussendlich ich übrig blieb. An meinen ominösen Brief an Deine Eltern. An unseren Spaziergang bei grösster Kälte hoch über Allschwil und als Höhepunkt am Silvester meine gärtnerischen Versuche, bei Unter-Null Tulpenzwiebeln zu pflanzen …. die dann im Frühling Deinen Wohnwagen in einem riesigen Tulpenmeer erscheinen liess….  „Ha-Ha-Ha“ haben wir über die staunenden Nachbarn gelacht

Es war eine besondere Zeit. Eine Zeit des Auf und Ab, des Lebens und Lachens. Ich erinnere mich gerne an die Kunsti-Treffs zu unserer beiden Geburtstage jeweilen am 2. Mittwoch des Jahres, bei denen Du mir jeweilen tatkräftig zur Seite gestanden bist, die 200 Lachs-Brötchen gestrichen und eingepackt, die Schämpis-Flaschen geöffnet und eingeschenkt hast. Ja der kleine Max und die „grosse“ Miranda.

Liebe Miranda. Seit 5 Jahren verbringe ich nun den europäischen Winter in Thailand. Weitab von meinen Freunden. So bleiben auch dieses Jahr nur Gedanken und ein Lebenszeichen via Mail zu Dir. Ich wünsche Dir das Beste ……..

Happy Birthday Miranda. Ich mag Dich sehr
Ganz liebe Grüsse
Dein Max

 


11.1.2003: Geb.-Tags Fest Miranda

Klick auf das Bild, um den „Miranda-Blues“ zu hören

 

Das nachstehende Bild stammt von ihrem 50-Geburtstagsfest im Jan. 2003, zu dem sie alle ihre vielen Freunde eingeladen hatte. Unvergesslich der „Miranda-Blues“ ihres Lebenspartners Peter.

11.1.2003: Geb.-Tags Fest Miranda

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Feb 24 2013

24. Feb. 2013: Tod Uwe Ferner (Jahrgang 39)

Uwe Ferner

Uwe Ferner

Am Sonntag, 24. Feb. 2013 starb Uwe Ferner aus Allschwil nach langem aussichtslosem Kampf 73-jährig. Er war zu meiner Sandoz-Zeit mein Vorgesetzter in IV-FE

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Apr 16 2012

16. April 2012: Auch das muss sein: Patientenverfügung mit Gedanken an meine Zukunft

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin ein glücklicher Mensch mit ein paar Narben in der Seele. Ich habe ganz tolle Freunde und Freundinnen im In- und Ausland, die ich nicht missen möchte. Ich geniesse mein Leben in vollen Zügen mit allen meinen Sinnen. Ich bin weder schwermütig, noch depressiv.  Ich bin körperlich und geistig gesund, fit, voller Lebensfreude, Interessen und Plänen für meine Zukunft. Kurzum: Besser kann es mir nicht gehen

Foto zu meiner Todesanzeige

Foto zu meiner Todesanzeige

In der Vergangenheit verdrängte ich alles Unangenehme. Dazu gehörten auch die beiden immer aktueller werdenden Themas „Alt-werden“ und „Tod“. Ich erschrecke manchmal, wenn ich realisiere, dass ich dieses Jahr 70 Jahre alt werde.

Meine Prostata-Operation im Oktober 2009 war ein erster einschneidender Eingriff in mein Leben. Ich war zum ersten Mal richtig krank und im Spital. Zum ersten Mal realisierte ich, dass man auch sterben kann. Ich befasste mich erstmals mit meinem eigenen Tod und begann mit dem Schreiben einer „Patientenverfügung„. Diese erweiterte ich mit meinem letzten Willen. Ich überlegte mir, wie ich beerdigt werden will., nämlich in einem anonymen Gemeinschaftsgrab.

Bereits während dieses Spitalaufenthaltes realisierte ich, dass ich Glück gehabt hatte, weil die behandelnden Chirurgen die ganze Krebszellen erwischt und herausoperiert hatten. Ich hatte überlebt!

Seither kann ich auch am Fernsehen Diskussionen über dieses Thema „Tod und Sterben“ interessiert verfolgen. Sie belasteten mich nicht mehr. Im Gegenteil, sie zeigen mir, dass ich mit meinen Tun und meinen Unterlagen auf dem richtigen Wege bin.

Am 20. Juli 2010 habe ich mit dem Schreiben meiner „Memoiren“ resp. „Erinnerungen an mein Leben“ begonnen mich damit zu befassen. Ich wollte, dass meine Enkel die Wahrheit über das Leben ihres Grossvaters erfahren werden. Schon bald hatte ich den Titel gefunden: „Ich habe gelebt!“ Denn ich realisierte, dass ich wenig in meinem Leben verpasst hatte und alles was jetzt noch kam, eine erfreuliche Zugabe sein wird. Und ich wollte noch viel sehen und erleben.

Ich war damals auf Solaris und überlegte mir, wie es mit meiner Homepage weitergehen solle. Was, wenn ich sterben würde. Damals entschied ich eben, eine Biografie über mich zu schreiben und anstatt einer Abdankung mit Lebenslauf, allen meinen Freunden eine CD mit meinen Lebenserinnerungen abgeben zu lassen. Es war die Zeit einer ganz grossen Enttäuschung in meiner Familie, als ich nach meiner Prostata-Operation wegen diverser Dinge beschimpft und wie ein Fremdling behandelt wurde.

In der Zwischenzeit änderte sich viel in meinem Leben. Ich trat im Spätsommer 2011 der Sterbehilfsorganisation EXIT bei. Aus meiner ursprünlichen Patientenverfügunjg entstand ein Dossier mit allen Unterlagen, die nach meinem Tod gebraucht werden. Darin befindet sich nun mein Testament, ich legte meine eigene Todesanzeige fest, fügte eine Adressliste für den Versand der Todesanzeigen bei und bestimmte die Art meiner Abdankung mit meiner Lieblingsmusik, bestimmte die Beisetzung im Gemeinschaftsgrab inkl. meines Kleiderwunsches „sportliche Freizeit-Kleidung“ meiner Freunde. In einer weiteren Beilage findet man eine Liste mit den Kontaktpersonen für meine Versichrung, Bankverbindungen, meiner Wohn-Adressen in Istrien und Thailand etc.

Vor 1 Woche habe ich meine Pläne und Vorstellungen für den Fall meines Todes mit meiner lieben Freundin Monica und heute mit meiner Schwester Christina besprochen. Sie sind meine neuen Bezugs- und Vertrauenspersonen.

(Schlusswort: Zu diesem Beitrag wurde ich durch die heutige ARD-Fernseh-Sendung „Hart aber Fair“ über das Thema: „Die letzte Aufgabe: Mensch bleiben am Ende des Lebens“ vom 16. März 2012 angeregt.)

 

 

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