Kategorienarchiv: Velo

Mai 06 2017

6. – 13. Mai 2017: Ich war mal kurz weg – in Gatteo Mare (Italien)

Radrennwoche mit dem VC Dornach

16% Anstieg zum Monteleone

In den vergangenen Jahren fuhr ich jeweilen Anfangs Mai 1 Woche in die Toskana nach Follonica zu einer Radrennwoche mit Basler Freunden. Dieses Jahr habe ich mich dem Veloclub VC Dornach angeschlossen und diesen am Samstag, 6. Mai in Gatteo Mare (I) in der Nähe von Cesenatico im Hotel Capitol resp. Spiaggia getroffen. Dabei waren aus meinem Basler Freundeskreis Renato B. und Ruedi R.

Die Hinfahrt von Istrien war mit 465 km akzeptabel, wie auch das Reisewetter. Aber am Nachmittag begann es dann zu regnen. Der Wetterbericht für die nächsten Tage verheisst nichts Gutes. Ich werde sehen und berichten.

Als grosse Ueberraschung traf ich Franca und Carlo Rossi, sowie Lotti und Ralph Thoma, mit denen ich vor 2 Jahren im thailändischen Hua-Hin einige Ausfahrten machte. Unvergessliche Erinnerungen kamen auf.

Gatteo Mare ist zur Zeit zu über 80% ausgestorben. Die meisten Hotelpaläste sind geschlossen, bis auf ein paar wenige, die sich auf den Radsport spezialisiert haben. Aber auch bei den meisten Gelaterias oder Pizzerias sind die Läden unten. Der Strand ist ebenfalls leeer, nicht einmal Sonnenschirme sind installiert. Alles ist im Aufbau begriffen. Die Saison soll erst Mitte Mai beginnen und bis Mitte September dauern, also nur 4 Monate..

Sonntag, 7. Mai 2017: Bedeckt, kühl, kein Regen, Ausfahrt über 62 km, 588 Höhendifferenz

Die erste Ausfahrt vom Sonntag führte uns nach Sagliano über 62 km. Es war kühl. Ich trug 4 Schichten Kleider übereinander beginnend vom doppelschichtigen Stopper-Unterleibchen, 2 Rennshirts, davon eines mit langen Aermeln und darüber den Windstopper. Es war eine schöne Tour, zwischendurch aber etwas steil mit 14-17%. Diese Teilstrecke machte ich zu Fuss.

Unterwegs in Savigniano kamen wir an einem echt tollen Trödler-Markt vorbei. Da gab es alles zu finden, was irgendwann in den letzten 100 Jahren in einem Haushalt benutzt wurde. Um alles optisch noch schöner zu machen, schien in dieser Zeit die Sonne.

Abends landeten wir wie beim VC Dornach üblich beim Pippo zum Bier. Dort kaufte ich von einem Marokkanner Händler 9 Paar Radsocken zu 10 Euro. Diese sollten eine zeitlang reichen.

Montag, 8. Mai 2017: Sonnenschein, kühl – warm, Ausfahrt 62 km, 559 m Höhendifferenz

Walter Stegmann aus Heimberg bei Thun war diese ganze Woche unsere Guide. Er machte es unterstützt von seiner Ursula bestens. Einzig das Wort „Monte“ sollte er aus seinem Wortschatz streichen, denn wiederum ging es auf einen Monte, nämlich auf den „Monteleone“ …. mit vielen Steigungs-Prozente, die es in sich hatten! Steigungen haben aber den Vorteil, dass es auch wider runter geht. Im Aufstieg war ich eher ein schwer schnaufendes Sorgenkind, während ich in der Abfahrt nur den Renato zu fürchten hatte.

In Anbetracht der Wärme habe ich meine Winter-Kleidung um eine Schicht, den äusseren Windstopper, reduziert. Dank der verbliebenen 3 Schichten fühlte sich mein Körper wohl: „wie in Thailand“ meinte er.

Nach meiner Ankunft im Hotel und dem üblichen Waschen meiner Rad-Kombis brachte ich mein Look-Rennrad zum Nanni, dem Orts-Velohändler zur Revision. Mein Rad hat es bitter-nötig. Bestimmt muss die Kette ausgewechselt werden. Morgen wird es voraussichtlich regnen, so brauche ich den Renner nicht. So nebenbei habe ich mir eine ¾-Rennhose der italienischen Kult-Marke „Castelli-Evoluzione“ zu Euro 84 gekauft. Ich glaube, dies war ein guter Preis.

Dienstag, 9. Mai 2017: Regen, Gewitter, Nachmittags besser, Zeit für Shopping

Meine Meteo-App hatte es drohend angekündigt. Pünktlich um 8 Uhr ein Wolkenbruch mit Blitz und Donner. Es schüttete aus Kübeln, wie es nur im Süden giessen kann.

Was tun? Guter Rat war teuer. Renato hatte die Idee: Wir fuhren mit dem Auto ins Decathlon Shopping Center für Sportartikel und anschliessend in den Lebensmittel-Markt in der Nähe, wo ich Prosecco, Salami und Parma-Schinken einkaufte. Wie froh waren wir um das Auto. Der Regen stand in den Strassen und Unterführungen zum Teil 10-20 cm hoch.

So wie es angefangen hat, so hat es auch gegen 14 Uhr aufgehört zu schütten und die Sonne zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Gegen Abend holte ich mein Rennrad beim Nanni ab, der mir die Kette auswechselte. 57 Euro zahlte ich für den Spass, wobei er nur 15 Euro für die Arbeit verrechnet hat. Wahrlich keine Apotheker-Preise.

Mittwoch, 10. Mai 2017: Sonnenschein, blauer Himmel: 62 km mit 500m Höhhendifferenz

Nach der Fotosession vor dem Hotel ging es in 3 Gruppen auf einen einheimischen, schweizerischen Winzer- und Oliven-Öl-Hof, wo wir herzlich bewirtet wurden. Diesmal standen nur etwa 10%-Steigung auf dem Programm. Die Strecke kannte ich von vorgestern. Aber meine Schaltung machte mir Probleme. Ich konnte nicht richtig drücken. Die Kette fasste nicht. Renato diagnoszierte ganz klar: Man hätte nicht nur die Kette, sondern auch die Kassette auswechseln sollen. Zurück in Gatteo Mare beim Nanni-Velo-Geschäft erhielt ich resp. mein Rennrad eine neue Kassette zu Euro 60.

Nun steht eigentlich unserem Plan für die Freitag-Fahrt hinauf nach San Marino auf 640m Höhe nichts mehr im Wege.

Donnerstag, 11. Mai 2017: Zuerst Sonnenschein, anschliessend bedeckt, wenig Wind: 71 km mit 447 m Höhendifferenz

Sonnenschein weckte mich bereits um 6 Uhr. Kurz vor 8 Uhr ging ich zum grossartigen Frühstücksbuffet. Rührei mit Speck und Schinken, und später ein grosses Müesli mit Yoghurt bildete den Boden für den Tag. Bei Sonnenschein und angenehmer Temperatur fuhren wir via Rimini in Richtung Verucchio. Ja, ihr habt es geahnt: Wiederum eine Bergankunft! Aber ein schönes Ziel in der malerischen Umgebung einer alten Stadt. Die Rückfahrt war dann hart. Kalter Wind bei bedecktem Himmel kühlte uns alle aus. 15 Grad hat einer an einer Anzeige bei einer Bank gelesen.

Um es klar zu stellen. Es würde auch im Raume Cesenatico – Rimini Rad-Strecken ohne Bergankünfte geben, aber unserem Walle, so heisst unser Guide, liebt eine Bergankunft genau gleich wie ich eine Portion Tiramisu. Ja, er ist süchtig danach!

Morgen Freitag soll es gemäss unserer Meteo-App wärmer werden. Hoffentlich weiss dies Petrus

Freitag, 12. Mai 2017: Wie gestern, anfänglich Sonnenschein, dann bedeckter Himmel: 90 km mit 1’050 m Höhendifferenz

Petrus hatte Einsehen mit mir. Mit Sonnenschein wurde ich auch heute aufgeweckt. San Marino mit einem 700m-Anstieg stand auf dem Programm. Wir starteten bereits um 09:30 Uhr,, denn es sollte ein langer Arbeits-Tag werden.

Die Anfahrt zum Fusse von San Marino war problemlos. Die Sonne schien. Es war angenehm warm. Hoch oben hinter zwei Bergsättel sah ich die Festung. Dort war mein Ziel. Der erste Teil der modernen Zufahrtsstrasse war steil. Ich schätze um die 10%. Dazwischen immer wieder flachere Stellen um die 7-8%, aber dann auch wieder bis zu 13-14%.

Drei Mal bin ich abgestiegen, weil mein Kopf nicht mehr wollte. Nach kurzer Erholung ging es wieder weiter. Ich war trotz allem erstaunt, wie locker ich hinauffuhr. Ohne meinen Kopf hätte ich San Marino ohne Halt geschafft.  Erleichtert und unterstützt hat mich mein GPS-Garmin, das mir die Höhe anzeigte. Bald war ich auf halber Höhe. Dann fehlten nur noch 100 m und von weitem sah ich den Polizisten von San Marino, der den Verkehr regelte. Dort warteten bereits meine Freunde. Glücksgefühle überlamen mich. Ich habe es geschafft.

Samstag, 13. Mai 2017: Heimfahrt und Rückblick

Weil meine Freunde bereits um 7 Uhr mit dem Bus nach Basel zurückfahren werden, gab es ein vorgezogenes Frühstück. Auch ich startete zur selben Zeit und erreichte mein Heim in Istrien bereits um die Mittagszeit. Der Verkehr war minimal. Einmal knallte es heftig auf meiner Windschutzscheibe. Woher kam wohl dieser Stein? Zwei Tage später entdeckte ich den Riss in meiner Windschutzscheibe. Bin ich froh, dass die heutigen Windschutzscheiben nicht mehr in keline Splitter zerbröseln, wie ich es letztmals vor 50 Jahren erlebte.

Es war eine tolle Woche mit dem VC Dornach. Mit dem Wetter haben wir ungemein Glück gehabt. Anfänglich sah es nach einer nassen, regnerischen Katastrophenwoche aus. Dann überraschten uns die typischen italienischen Aufhellungen mit Sonne und blauem Himmel. Einmal hatte es geregnet. An den übrigen Tagen war ein Radfahren ohne Regenschutz möglich.

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Apr 09 2017

Orangenblüten-Schaumbad

Was kommt Euch beim Worte „Orangenblüten-Schaumbad“ in den Sinn?

Auch bei mir käme ein erotisches Schaumbad in den Sinn. In meiner Spätjugend habe ich mich von einer Freundin im gemeinsamen Schaumbad verführen lassen. Oder habe ich sie etwa verführt? In der Zwischenzeit ist dies verjährt, aber die schönen Erinnerungen sind geblieben.

Aktuell in meinen reiferen Jahren hat ein Schaumbad eine andere Bedeutung und Tradition.  Jeweilen auf den letzten Kilometern einer Ausfahrt mit dem Rennrad  träume ich von einem erfrischenden Schaumbad. Je nach Stimmung und Lust entscheide ich mich für einem speziellen Duft, denn zu Hause habe ich eine schöne Auswahl wie Orangenblüten, Lavendel, Vanille, Mandelblüten etc Ich mag Düfte und vorallem freue ich mich darauf, meine malträtierten Muskeln in einem fein  durftenden Schaumbad zu verwöhnen. Nach 10-15 Minuten steige ich dann frisch durftend aus dem Bad und fühle mich wie neu geboren.

Soeben kam ich zurück von einer 75km Ausfahrt im nahen Elsass und entschied mich für ein Fenjal-Creme-Schaumbad.

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Apr 06 2017

Mein Erlebnisbericht „Radfernfahrt von Hua-Hin nach Phuket“ im Feb. 2017

Endlich ist er geschaffen, der reich bebilderte Bericht über …..

Nach der 1’300 km  langen Fernfahrt mit dem Rad von Chiang Mai nach Hua Hin im Jahre 2011 und im Jahre darauf der etwas kürzeren vom Süden in den Norden Vietnams nahm ich zwischen dem 20. und dem 28. Februar meine nächste Herausforderung in Angriff: Ich fuhr in 7 Tages-Etappen mit dem Rennrad von Hua Hin nach Phuket über rund 830 km.

Diese Strecke entspricht etwa dem Weg von Basel nach Istrien, wo ich den Sommer verbringe, oder dem von  Basel nach Hamburg, oder Basel nach Wien.

Wie gewohnt habe ich über meine sportlichen und auch emotionalen Erlebnisse in Schrift und Bild berichtet.. Durch anklicken auf den nachstehenden Link gelangst Du zum Reise-Bericht mit unzähligen Bildern:

„Radfernfahrt von Hua-Hin nach Phuket“

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Okt 24 2016

Auf der Radrennbahn „Velodrome Suisse“ (Foto-Reportage)

Ausfahrten mit meinem Rennrad und meinen Freunden vom „Radrennclub Basel“ (RRCB) und dem „Club des Pédaleure de Charme“ (CPC) gehören zu meinen geliebten Sport-Aktivitäten. Anfang Oktober 2016 besuchte ich mit dem CPC und 1 Woche später ein zweites Mal mit Peter Gisler die Radrennbahn „Velodrome Suisse“ in Grenchen, um zu fotografieren.

Bereits in meiner Jugendzeit kam ich zum ersten Mal mit dem Hallen-Radsport in Kontakt, denn 1955 wurde in der Mustermesse-Halle 6 in Basel eine Winter-Radrennbahn eröffnet. Auf ihr fanden unter Leitung des legendären Sepp Vögeli bis 1964 regelmässig Rennen statt. Diese Rennbahn wurde jährlich im Herbst auf- und im Frühling wieder abgebaut.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten der legendären Americaine-Stars mit den „roten Teufeln“ Roth/Bucher, den Gebrüdern von Büren und Hugo Koblet, oder an die voluminösen Oberschenkel des Sprintstars Antonio Maspes. Einmal sah ich wie Hugo Koblet mit Freunden zum berühmten Restaurant Chez Donati ging, oder besser watschelte, denn er hatte Plattfüsse.

Ueber meine Eindrücke im „Velodrome Suisse“ habe ich wie gewohnt einen Foto-Bericht verfasst:

Durch anklicken des Bildes gelangst Du zur Foto-Reportage

18. Okt. 2016: Velodrome Suisse in Grenchen

Klick aufs Foto => Link zur Foto-Reportage „Velodrome Suisse“

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Sep 08 2016

7. Sept. 2016: CPC-Ausfahrt ins Markgräflerland

Ich bin ein Secondo

Was viele nicht wissen: Ich bin ein Secondo und trotzdem ein durchaus anständiger Mensch. Mein Vater kam aus dem badischen Buggingen. Dorthin sollte uns die Ausfahrt mit meinen Freunden vom CPC (Club des Pédaleur de Charme) führen.

7. Sept. 2016: CPC-Ausfahrt nach Buggingen

Ausfahrt mit dem Rennrad nach Buggingen

Wenn Engel reisen, dann lacht der Himmel. Es herrschte ideales Radwetter, als 2 weibliche und 11 männliche CPCler um 10 Uhr beim Eglisee starteten. Es war nicht zu heiss, aber auch nicht zu kalt. Seit der letzten Buggingerfahrt vor 2 Jahren wurde massiv aufgerüstet. Die einen mit Pinarellos, der Sepp mit seinem futuristischen eBike. Ein solches e-Bke könnte die zukünftige Ausrüstung der CPCler werden, bevor wir auf den E-Rollator wechseln müssen. In der Tat haben wir beim späteren Mittagessen festgestellt, dass das männliche Durchschnittsalter um die 72-73 Jahre sein müsste.

7. Sept. 2016: CPC-Ausfahrt nach BuggingenAuf der ganzen Fahrt wurde nur auf höchstem Niveau geklönt. Alle waren topfit. Die 900 m Höhendifferenz hatte jeder problemlos bewältigt. Sogar den Schlussaufstieg, der gemäss dem anderen Max Vuelta-Dimensionen mit über 20% aufwies, war machbar, um dann direkt via 20 m Kiesweg auf dem frisch gemähten Rasenweg zum „Wein-Schlösschen“ zu fahren.

7. Sept. 2016: CPC-Ausfahrt nach Buggingen

Im Unterschied zur Vuelta wurden wir aber vom Manfred und Rita mit einem feinen perlenden Cüpli empfangen. Wir mussten keine Angst vor Doping-Kontrollen haben und konnten geniessen und auch degustieren. Anita meinte, dass Wein desinfiziert, reinigt und vor inneren Verstimmungen schützt.

7. Sept. 2016: CPC-Ausfahrt nach Buggingen

Nach einer interessanten Einführung in die Trauben- und Weinkunde, für viele war es überraschend, dass man auch aus blauen Trauben einen feinen Weisswein herstellen kann, ging es zum verdienten Essen: Schinkli mit Härdöpfel-Salat und als Abschluss einen feinen Zwetschgen-Kuchen und Kaffee. Nach 2 Stunden verabschiedeten wir uns und versprachen, nächstes Jahr am Mittwoch, den 6. September 2017 wieder vorbeizukommen.

7. Sept. 2016: CPC-Ausfahrt nach BuggingenRenato übernahm für mich die Aufgabe des „Capitaine de la route“. Er führte uns in angemessener Geschwindigkeit über die ganze Strecke. Für mich war das schönste, dass alle die doch grosse Distanz von 95 km und bis nach Hause von über 115 km sicher und unfallfrei bewältigten, auch der Willy nach seinen gesundheitlichen Eskapaden. Ihm gilt mein besonderer Dank für seinen Effort als abtretender CPC-Manager.

7. Sept. 2016: CPC-Ausfahrt nach Buggingen

Teilnehmer: Renato Bevilacqua, Peter Binz, Max Burger, Peter Gisler, Hugo Günthert, Anita Kurt, Max Lehmann, Sepp Meyer, Arcangelo Moresi, Rolf Plüss, Elsbeth und Heinz Schneider, Willy Schriber

Link zum Weinhof Manfred und Rita Weber in Buggingen, Eisenbahnstrasse 3, D-79426 Buggingen (http://www.weinhof-weber.de)

 


Link zum Bericht unserer ersten Fahrt nach Buggingen im 2014: Fahrt in Markgräflerland am 17. Sept.  2014

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Mai 23 2016

23. Mai: meine erste Rad-Ausfahrt in Istrien

Mitte April bin ich zum letzten Mal auf dem Rennrad gesessen. Dies war noch im Raume Basel. In der Zwischenzeit zog ich einen neuen Wohnwagen nach Istrien und baute in Solaris meinen alten Wohnwagen um. In den letzten Wochen war es mir einfach zu kühl. Ich hatte keine warmen „Winter“ Velo-Leibchen und -Hosen eingepackt. Ich war auf Sommer eingestellt.

Mountain-Bike Stevens 3S Mod.2012

Mountain-Bike Stevens 3S Mod.2012

Heute startete ich erstmals nach 5 Wochen „radfreier“ Zeit mit Martina und Klaus zu einer Ausfahrt. „Meine“ Runde über Tar – Nova Vas – Viznjan und Vizinada stand auf dem Programm. Teile der Strassen waren echte Mountain-Bike-Strecken. Sie wurden mit EU-Geldern aufgerissen, um Abwasser-Leitungen zur Kläranlagen aufzunehmen.

Ich wusste, meine Kondition war durch die Untätigkeit auf dem Boden. Ich musste die 48km Strecke, die über 500 m Höhendifferenz aufwies, langsam angehen. Mein Schnitt blieb bei 19 km/h. Noch letztes Jahr, als ich in Form war, realisierte ich auf dieser Strecke einen Schnitt von um die 22 km/h.

Es war eine gute Fahrt. Ich war zum Schluss nicht kaputt. Ich habe nie übertrieben und meinen Körper maltraitiert. Ich denke, ich bin ich auf dem rechten Weg. Mein Ziel bleibt meine Radfernfahrt im Febr. 2017 von Hua-Hin nach Phuket über 850 km. Es wird meine letzte Herausforderung sein. Ich bin dann 74 Jahre alt.

 

 

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Jul 22 2015

21. Juli 2015: Abschied nehmen von „Dominique Buchs“ tut weh

„Dominique hat seinen letzten Sprint verloren“

Dominique im Mai 2015 in Follonica

Dominique im Mai 2015 in Follonica

Abschied nehmen ist schwer, auch wenn man sein Ende erwarten musste. Dominique hat bis zum Schluss hart gekämpft, aber dann doch verloren. Er verstarb viel zu früh am 21. Juli 2015. Er wurde am 8. Juni 65 jährig. Er wusste um sein unvermeidliches Schicksal. Wir seine Freunde auch, aber es kam dann doch etwas schnell.

Unvergesslich, wie ich noch im Mai 2015 in Follonica mit ihm über seinen bevorstehenden Tod sprechen konnte. Er war offen zu mir. Er wusste, dass sein Ende schwer werden könnte. Er wolle jedoch diesen Weg gefasst gehen. „Leben, solange es geht“ war sein Motto.

Bereits vor ein paar Jahren wurde bei ihm Leber-Krebs diagnostiziert. Operationen und Chemotherapien lösten sich in der Folge ab. Dazwischen raffte er sich immer wieder auf, um zu leben und seinem geliebten Radsport nachzugehen. Jedes Jahr war er mit seiner Gabi in der Radrennwoche in Follonica dabei. Mit seinem leichten Körperbau war er immer bei den Besten. Oft haben wir zwei uns beim abschliessenden Sprint duelliert. Er war immer der bessere, ausser einmal, als ich das Ziel verschob …. ha ha ha. Oft lachten und fachsimpelten wir über unseren jugendlichen Uebermut. Es hätte auf der holprigen Strasse vor dem Golfo del Sole viel passieren können. Unser Sprint gehörte einfach dazu!

Aber noch viel wichtiger war ihm seine Familie. Oft erzählte er von seinen beiden Enkeln. Mit Gabi bildete er ein tief verschweisstes Team. Sie ergänzten sich wie selten ein Paar.

Dominique war „unser Sommelier„. Er wählte die Weine zum Essen aus und fand immer einen speziellen Tropfen, wobei er am meisten Freude hatte, wenn er einen noch unbekannten Weinkeller entdeckte.

„Dominique, ich darf diese Zeilen schreiben. Ich gehöre zu den Glücklichen. Ich bin jedoch traurig, dass Du dazu nicht mehr gehörst. Ich werde Dich vermissen, aber nicht vergessen.“

Liebe Gabi, Dir wünsche ich alles Gute und viel Kraft in Deiner Familie. Irgendwann geht es wieder aufwärts, denn das möchte auch Dein „Jeannot

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Jun 10 2015

10. Juni 2015: MTB-Fahrt über die Parenzana, der Hölle Istriens

 

Parenzano Max: Einstieg bei Vizinada

Parenzano Max: Einstieg bei Vizinada

Ihr alle kennt das Radrennen Paris – Roubaix vom Fernsehen. Die wenigsten von Euch haben diese endlose Fahrt durch die Hölle des Nordens über die typischen Kopfsteinpflaster durchgestanden. Sie hat vieles gemeinsam mit der berüchtigten „Parenzana“ hier in Istrien vor meiner Haustüre.

„Parenzana“ nennt sich die frühere Eisenbahnstrecke aus der österreichischen K+K-Zeit zwischen Triest und Porec. Schienen gibt es seit den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts keine mehr. Aber die Strecke mit  7 Tunnels und 6 Viadukten existieren immer noch und wurde in den letzten Jahren mit viel Liebe für die Wanderer und Radfahrer wieder hergerichtet.

Die gesamte Parenzana ist etwa 120 km lang. Wir fuhren nur einen Teil davon, nämlich die 50 km  zwischen Vizinada und Groznjan. Kies und Schotter, kleine und grössere Steine bildeten die Unterlage auf dem ehemaligen Eisenbahn-Trassee. Sie schüttelten uns endlos durch. Die Dämpfer der Mountain-Bikes vermochten die Schläge nur zu reduzieren, aber nicht aufzufangen

Parenzana Vizinada - Motovun - Groznjan

Parenzana Vizinada – Motovun – Groznjan

Start morgens um 07:15 Uhr auf Solaris

Wir starteten am Morgen früh auf dem Campingplatz Solaris zur 82 km langen Fahrt mit 1250 m Höhendifferenz. Es war bereits recht warm. Ein Hitzetag war angesagt. Via Tar ging es nach Labinci zum Einstieg in die Parenzana. Anfänglich ging es immer leicht aufwärts. Bei Bahnstrecken sind die Steigungen und Gefälle höchstens 3%  also moderat. Aufpassen musste wir auf die Brombeerranken, die überall in die Wege hingen und einem verkratzten.

In Vizinada folgte dann der zweite Einstieg in Richtung Motovun. Nun ging es auf Schotter bergab. Knirschend schoben sich die Stollenprofile meines Mountainbikes durch lockeres Gestein und harte Steinsbrocken. Das Knirschen und Klackern, sobald ein Brocken gegen den Metallrahmen sprang, bildete von nun an die Begleitmusik dieser Tour. Es rumpelte und schüttelte unentwegt. Ich wusste es aus den Vorjahren. Je schneller man fuhr, je weniger spürte man die Schläge durch die  Löcher und Steine.

Istrien Parenzano Viadukt Max Klaus Martina

In grossen Schleifen führt die Parenzana leicht bergabwärts. Die Fahrspur ist gesäumt von Eichen und Akazien. Manchmal bilden die Bäume einen grünen Tunnel, durch den die Sonnenstrahlen spitz durchscheinen. Mehrmals fährt man durch herausgeschlagene Einschnitten in den Fels.

Unterwegs das grosse Viadukt bestimmt gegen 100 m lang. Es überquert eine tiefe Schlucht. Hier machten wir unser Gruppen-Foto mit Selbstauslöser. Im 222 Meter langen Tunnel unterhalb Motovun waren unsere Taschenlampen nötig. Ich stieg vom Rad. Es war stockdunkel, von den Wänden tropfte Wasser,

Istrien Parenzano Tunnel Klaus Martina

Bergauf von Livade nach Groznjan

Nach 2 Stunden Fahrt erreichten wir Livade im Mirna-Tal, wo wir unsere Trinkflaschen nochmals auffüllten. Wir wussten, unterwegs gabe es nichts zu kaufen. Auf der Fahrt hinauf nach Groznjan über etwa 20 km fuhren wir über 4 oder 5 Viadukte und durch ebensoviele Tunnels, wobei einer wegen des losen Gerölls nur zu Fuss durchquert werden konnte. Ich hatte etwas Probleme mit dem Gleichgewich in den unbeleuchteten Tunnels und schob in den meisten Tunnels mein Rad. Vor 2 Jahren bin ich in einem der Tunnels gestürzt, weil ich das Gleichgewicht verlor und auf der falschen Seite absteigen wollte. Mein Helm hatte mich damals vor Verletzungen durch den Aufprall an der Tunnelwand geschützt.

Istrien Parenzano Tunnel Max Martina

Nun ging es die meiste Zeit leicht bergauf. Der naturbelassene Weg war voller Steine, schlammige Pfützen zwangen uns zu akrobatischen Ausweichmanövern. Gestern muss es hier stark geregnet haben, während wir auf Solaris nur das dumpfe Donnern gehört haben. Hier erlebt man, warum man nur mit einem Mountainbike die Parenzana befahren sollte.

 

Der Mirna entlang nach Hause

Mit Groznjan hatten wir den höchsten und gleichzeitig Endpunkt unserer Parenzana-Fahrt erreicht. Auf Asphalt-Strassen ging es in flottem Tempo rund 10 km bis ins Mirna-Tal. Ein erholsamer Genuss für Leib und Seele. Unten angekommen führte unser Weg anfänglich auf der Hauptstrasse und später auf dem kiesigen Feldweg der Mirna  entlang bis nach Antenal, wo die Mirna ins Meer fliesst. Diese letzten 10 km haben nicht nur mir sondern auch meinen beiden Freunden Klaus und Martina arg zugesetzt. Nochmals Geröll und Schlaglöcher. Es wollte nicht aufhören. Mein Getränke Bidon war leer. Ich war erschöpft. Mein Kopf wollte nicht mehr. Ich musste eine Pause einlegen.

Bei Antenal ging es dann wieder auf normaler Aspaltierter Strasse weiter.. Nur noch wenige Kilometer. Wer fuhr denn da eben vorbei? Die Kleins aus Peine in ihrem Fendt-Wohnwagen. Die hätten wenigstens mich mitnehmen können, dachte ich für mich.

Motiviert habe ich mich auf den letzten Kilometern mit der Idee, bei Petar nochmals frische Erdbeeren zu kaufen. Martina nahm mit jedoch diese Hoffnung. „Es gebe keine Erdbeeren mehr!“  meinte sie. Also die letzten Kilometer ohne Motivationsschub durch den Lanterna-Campingplatz nach Solaris. Die Knie zitterten. Ich war richtig gehend geschafft. Für die nächsten Tage werde ich mein Rad bestimmt nicht anrühren. Nach der verdienten Dusche legte ich mich aufs Liegebett und schlief tief ein. Mehrer Stunden mit kleinen Unterbrechungen, in denen ich etwa 2 Liter Apfel-Schorle (Mischung aus Apfelsaft und Sprudelwasser trank.

Weitere Informationen über die Parenzana

Falls Du mehr über die Parenzana lesen möchtest, findest Du weitere Beiträge in diesem meinem Sommer-Tagebuch. Benutze das Suchfeld auf dem Bildschirm oben rechts und gebe darin den Suchbegriff „Parenzana“ ein.

 

 

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Mai 16 2015

9. – 16. Mai 2015: Radrennwoche in Follonica – Abschied nehmen tut weh!

Nach 15 Jahren im Feriendorf „Golfo del Sole“ in Follonica (Toskana) ….

….habe ich diesen Lebensabschnitt abgeschlossen. Es war ene schöne und spezielle Zeit mit Freunden und Freundinnen des Radrenclubs Basel (RRCB). Jeweilen anfangs Mai trafen wir uns hier zu unseren ersten Trainingsfahrten des Jahres. Wir holten uns die sportliche und auch kulinarische Härte, die wir später in der Schweiz  brauchten.

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Meister Proper

Zufällige Ähnlichkeit mit „Meister Proper“

2001: Meine Rennrad-Lehre in Follonica

Vor 15 Jahren habe ich als Quereinsteiger mit einem „alten“ Specialized-Rennrad hier in Follonica meine erfolgreiche Karriere begonnen. Wie es damals noch üblich war, mussten wir nach der alten Schule von Renato Bevilacqua zuerst lernen, das Rennrad den Berg hoch zu schieben. Ich hatte zwar bereits entsprechende Erfahrung aus meiner Militärzeit, aber die wurde nicht akzeptiert.  Renato suchte sich zu diesem Zweck einen alten Römerweg voller runder Steine in der nähren Umgebung aus. Meine bedauernswerten Freunde mit ihren ledernen Rennschuhe machten fluchend 1 Schritt nach oben und rutschten ½ Schritt wieder zurück. Sie mussten froh sein, nicht von einer der vielen Schnecken überholt zu werden. Dank meiner MTB-Schuhe mit Gummi-Profilen hatte ich dieses Problem nicht. Oben angekommen lachte uns eine Schildkröte vielsagend entgegen.

Follonica, Montioni

Ich lernte viel in kurzer Zeit. Ich verschluckte mich nur einmal und bekam davon einen feuerroten Kopf, als ich einen körnigen Energie-Riegel beim hinauffahren ass. Fortan trank und ass ich nur noch flach oder abwärts. Auch pinkeln konnte ich bald trotz der engen Renn-Hosen. Es ist nicht so einfach, sein Ding über den Hosenbund zu zwängen und dazu noch im richtigen Moment zu pinkeln. Wir Männer haben dabei noch Glück, bei Frauen ist es komplizierter!

Am 4. Mai 2001 vollbrachte ich meine Meisterleistung in meiner ersten Ausfahrt über 100 km, wobei ich die letzten 3 km auf dem 500m-Rundkurs vor dem „Golfo del Sole“ zurücklegte. Bis zu meinem nächsten Exploit sollten es 13 Jahre dauern. Dann durchbrach ich in Thailand die 200 km Marke.

Follonica

v.l.n.r. Renato Bevilacqua, Dominique Buchs, André Guidali

Vor 15 Jahren fuhr ich noch ohne Sponsoren-Leibchen. Ich trug solche und auch die Rennhosen aus dem Sortiment von Otto’s-Warenposten zum Stückpreis von je Fr. 30.–. Mein Hintern hat ab dem 2. Tag geschmerzt, obwohl ich damals noch kräftigere „Fudi-Muskeln“ hatte. Von den Genickschmerzen ganz zu schweigen. Die waren ab dem 3. Tag nur noch mit Voltaren auszuhalten. Aber ich brachte meine ersten 7 Tage Follonica hinter mich und legte damals über 500 km zurück

Im Laufe der Jahre hat sich die Zahl meiner Rennleibchen vervielfacht. Ich wurde zu einem gesuchten Werbeträger… ha ha ha … Mein Lieblings- und derzeitiger Hauptsponsor ist die „Brauerei Sonnenbräu aus Rebstein (SG)„, die mich mit Getränken versorgt. (Bem: Meine Schwester hat gut geheiratet!)

Max mit Sonnenbräu-Dress

Max im Sonnenbräu-Dress

2015: Bye bye Follonica

Auch dieses Jahr im 2015 habe ich die Gegend und die Freundschaften genossen. Dank des schönen Wetters machte ich Ausfahrten ohne Ruhetage. So kamen gegen 380 km durch Wein-, Oliven- und Artischockenfelder zusammen. Daneben kam dank der Feinschmecker (Christoph, Dominique, André und Renato) auch mein Magen nicht zu kurz. Unvergesslich das Risotto von Gaby und Dominique. Es ist kein Gerücht, es ist die bittere Wahrheit, man könnte die Toskana auch ohne kräfteraubende Ausfahrten auf dem Rennrad besuchen und geniessen.

Follonica, RRCB, Radrennclub Basel

v.l.n.r. Dominique Buchs, Henriette und André Guidali, Renato Bevilacqua, Peter Gisler, Max

Dominique ist krank, schwer krank. Ueblicherweise habe ich Berührungsängste in solchen Situationen. Wie soll ich mich verhalten? Es war jedoch sehr einfach und ein Aufsteller, mit ihm über seine Krankheit zu sprechen. Es war für uns alle eine Freude, wie er jeden Tag seine 50-60 km auf dem Rennrad abspuhlte. Einzig zum Essen brauchte er sein Trottinet, da er Mühe beim gehen hatte. Unverzichtbar war er wegen seines Gaumens und seinen Wein-Kennnissen. Mit ihm entdeckten wir immer wieder etwas Neues oder einen feinen Tropfen aus dem Vorjahr, z.b. den „414“. Er behütete uns vor ungeniessbarem „Fusel“.

Follonica

Follonica: Dominique auf Trottinette

Follonica, Pizzeria

Wie gewohnt habe ich auch dieses Mal typischen toskanische Spezialitäten eingekauft: Wildschwein- und Paprika-Salami, Schinken, Prosecco und Morelino-Wein. Ich war einmal auch im Lidl in Follonica. Ich bin bei weitem kein Fremdenhasser, aber ich war unangenehm überrascht ob der vielen Muslime, die hier einkauften. Ich fühlte mich nicht mehr in Italien, eher in der Türkei. Ob diese als Flüchtlinge übers Meer kamen? Da wird auf das katholische Italien und das übrige Europa noch einiges Ungemach zukommen.

Golfo del Sole in Follonica

Residiert habe ich wiederum im Bungalow 167 direkt am Sandstrand. Am Bungalow gab es nichts auszusetzen, auch wenn das Geschirr und die Bestecke unvollständig waren. Kritischer stand es ums Restaurant der Anlage. Die Qualität soll gemäss Renato im Unterirdischen angelangt sein und nicht mit den dekorierten Chefs Schritt gehalten haben. Dabei dachten wir doch letztes Jahr, dass die Silberfischchen im Pizza-Karton von Manuela und Luki nicht mehr zu toppen seien.  Früher beim alten Direktor musste man sich einen Platz fürs Abendessen reservieren, heute war das Restaurant leer und Lichterlöschen bereits kurz nach 21 Uhr wegen fehlender Gäste. Es bestätigte sich auch in diesem Falle: hochdekorierte dunkel gekleidete Chefs sind keine Garantie für ein feines Restaurant.

Früher wurde man vom alten Direktor noch begrüsst, heute ist der neue Direktor mit seiner russischen Frau/Freundin beschäftigt. Irgendwie erinnert mich der Kapitän vom Golfo del Sole an den Kapitän der Costa Concordia, die unweit vor Giglio sank.

Follonica, AbendrotBye, Bye Follonica

Bye, Bye Dominique: Am 21. Juli 2015 erlag Dominique seinem schweren Krebsleiden

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Sep 17 2014

17. Sept. 2014: CPC-Ausfahrt ins Markgräflerland nach Buggingen

CPC-Ausfahrt 17. Sept. 2014: Fahrt ins Markgräflerland

cpc-logoSchweissüberströmt erwachte ich bereits um 5 Uhr in der früh, denn ich hatte eben davon geträumt, wie ich mich mit dem Rennrad verfahren habe und es vor mir steil in die Höhe ging. So begann der Tag meiner ersten von mir organisierten CPC-Ausfahrt.

Pünktlich um 10 Uhr bei blauem Himmel und Sonnenschein trafen sich 1 Dame und 7 heisse Tramper (dieses Wort habe ich gebildet aus „Pedale trampen“) im kurzen Sommerdress am Eglisee und erledigten das Adminstrative wie Begrüssung, Verlesung der vielen Abgemeldeten und ein paar Sätze zur Strecke.

Es wurde zu einer Team-Fahrt. Jeder hat seine Aufgabe und für jeden war auf der Fahrt etwas vorgesehen. Renato als mein Assistent führte umsichtig über Stock und Stein, während der Schreibende die Nachhut absicherte. Dazwischen fuhren und brillierten dann die Spezialisten: Hanspi in den Anstiegen, Arcangelo bei den Down-Hills, Vitalis nahm das Hinterrad von Renato, Sepp verscheuchte mit seinen Pfiffen unvorsichtige und langsame Velofahrer und Peter Binz fluchte über die vielen Kamelbuckel. Aber schlussendlich waren sich alle einig, diese Tour hatte mehr Abfahrten als Anstiege!

Die Strecke führte nicht auf dem kürzesten Weg nach Müllheim resp. Buggingen, sondern links und rechts der Hauptstrassen über viele kleine asphaltierte Feldwege via Binzen – Schallbach – Mappach – Tannenkirch – Nieder-/Obereggenen – Feldberg – Müllheim – Buggingen

17. Sept. 2014: CPC Ausfahrt nach Buggingen

Inmitten der Rebberge von Buggingen gabs das Vesper, aber davor hatte ich noch eine kleine Boshaftigkeit eingebaut: es ging nämlich auf 300-400m steil gegen den Himmel. Der 1. Gang war gefragt und Hanspi war in seinem Element. Oben zwischen den fein duftenden Rebstöcken dann eine kurze Querfeldeinstrecke über 50m Kies- und 300m gemähten Rasenweg, den man befahren konnte. Mountain-Bike-Qualitäten waren gefragt. Und dann standen wir vor dem kleinen Lustschloss inmitten der Rebberge. Jeder bekam ein Glas spritzigen Sekt als Begrüssungstrunk bevor wir uns an den fein gedeckten Tisch mit Schüfeli, Härdöpfelsalat, Sauser resp. jungem Wein und zum Dessert Kaffee mit einer feinen Quark-Torte setzen konnten.

v.l.n.r.: Manfred, Kurt, Hanspi, Peter Arcangelo

v.l.n.r.: Manfred, Kurt, Hanspi, Peter, Arcangelo

Warum soll ich über den gesellschaftlichen Teil inmitten der Rebberge von Buggingen berichten, wenn dies nicht Hanspi Tschui in seinem Mail wenige Stunden nach Ankunft in Basel viel besser formulierte:

 

Lieber Max
Lieber Renato
Ich bin bei einem Glas Wein diese heutige CPC Ausfahrt in Gedanken nachgefahren. Es war ein einziger Genuss. Das Wetter, die Strecke, der Teamgeist und natürlich die Vesper in den Rebbergen in Buggingen. Für mich war das ein Höhepunkt der diesjährigen CPC Saison, ohne übertriebenes Pathos. Die herzliche Gastfreundschaft des Winzerhüttenwartpaares in Verbindung mit den aufgetischten kulinarischen Leckerbissen, die lehrreichen Unterweisungen im einheimischen Weinbau unter Verkostung der Traubensorten und der entsprechenden gekelterten Spezialitäten, das war einfach ein wunderbares Erlebnis. Und alles in dieser einmaligen Umgebung bei herrlichem, herbstlichem Sonnenschein. Dass Du Max uns zu dieser Vesper dann auch noch eingeladen hast, war dann noch das Sahnehäubchen auf diesem Tag. Deshalb möchte ich es nicht unterlassen, Max für die Organisation und den Aufenthalt in Buggingen sowie Renato für die mustergültige Führung unserer Velogruppe meine Anerkennung und meinen herzlichen Dank auszusprechen. Das sind Momente und Erlebnisse, welche unseren CPC so speziell und einmalig machen! Und dafür bin ich schlicht und einfach nur dankbar.Ganz herzlich Euer
Hanspi

17. Sept. 2014: CPC Ausfahrt nach Buggingen

 

 

Wieviele Gläser hat Hanspi bereits getrunken: 2 oder 3

Wieviele Gläser hat Hanspi bereits getrunken: 2 oder 3 ?

Die Heimfahrt führte dann dem Rhein entlang über Auggen – Schliengen – Bad Bellingen – Kembs und wurde einzige durch einen Platten von Kurt unterbrochen. Beim Abschlusstrunk in den Langen Erlen standen 96 km auf meinem Zähler.

Mein Dank gilt all den bisherigen CPC-Managern und den Organisatoren der vielen Ausfahrten, von denen ich bisher profitieren konnte. Meine Ausfahrt war ein kleiner Beitrag von mir.

Ein grosser Dank gebührt meinem Freund Renato Bevilacqua. Die Streckenführung und die Vorbereitung waren sein Baby. Wir waren ein gutes Team!

In der Nacht nach der Ausfahrt habe ich wunderbar geschlafen und geträumt. Die Thais würden nun noch schreiben: „Long live the CPC“


Anwesende: Peter Binz, Vitalis und Kurt Heimo, Sepp Meyer, Arcangelo Moresi, Hanspi Tschui, Renato Bevilacqua und der Schreibende

Link zum Weinhof Manfred und Rita Weber in Buggingen, Eisenbahnstrasse 3. 79426 Buggingen (http://www.weinhof-weber.de)

 

 

P1050647-CPC-Buggingen-PICASA-BUGGINGEN-HIT4-800px-75bpiHochauflösende Originalbilder können bei mir angefordert werden

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Mai 10 2014

3. – 10. Mai: Bericht von der 20. Radrennwoche in der Toskana

Golfo del Sole in FollonicaEs ist bereits Tradition, denn zum 20. Mal trafen sich Verteter vom „Radrennclub Basel (RRCB)“ und dem „Club des Pédaleurs de Charme (CPC)“ im Feriendorf „Golfo del Sole“ in der Toskana zu einer intensiven „Radrenn- und Degustationswoche“. Damit ist klar, dass auch diesmal nicht nur die sportlichen Leistungen im Vordergrund standen, sondern auch das Training der Zunge und des Gaumens.

Mehr darüber kannst in meinem Bericht lesen:

Zum Bericht der 20. Radrennwoche in der Toskana

 

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Mai 03 2014

3. Mai: Ab in die Toskana – aber nur 1 Woche

Alljährlich zieht es mich in der 1. Mai-Woche in die Toskana, wo ich mich mit Basler Freunden des Radrennclubs zu einer Rennwoche treffe.

Strand vor meinem Bungalow

Strand vor meinem Bungalow

Mein Wohnwagen samt Vorzelt auf Solaris stand bereits stabil, als uns in den letzten Tagen der Regen wieder einholte. Auch am Abfahrtstag in die Toskana war es gar nicht schön. Über dem Appenin schüttete es in Strömen. Nur wenige Meter war die Sichtweite. aber trotz dieser misslichen  Umstände erreichte ich nach 640 km Fahrt um 15:30 das Feriendorf „Golfo del Sole“ in Follonica, wo ich in einem Bungalow direkt am Sandstrand für 1 Woche residieren sollte.

Unterwegs machte ich in Triest Halt im dortigen Camping-Shop und deckte mich mit einem blauen Abwascheimer und Toiletten-Flüssigkeiten ein. Dabei stellte ich einen grossen Preisunterschied zum Camping-Shop in Porec fest. In Triest erhielt ich eine 1.5 liter Flsche zum Preis einer 1 Liter Flasche in Porec, d.h. zu einem 30% günstigeren Preis.

An meinem Bungalow im Golfo del Sole gab es wenig oder nichts auszusetzen. Neben einem Schlaf-/Wohnraum gibt es eine Küche und Toilette/Dusche und dies alles mit einem wunderbaren Blick auf den Sand-Strand, dazu drahlosen Internet-Anschluss. Der Wochenpreis war SFr. 630.– scheint mir angemessen. (Bem: Ich habe bereits fürs nächste Jahr gebucht)

In der Zwischenzeit hat sich das Wetter zum positiven verändert. Sonnenschein und blauer Himmel lassen uns jeden Tag eine Ausfahrt in die Hügel der Toskana machen. Ich werde darüber berichten.

[important]Link zum Bericht: 3. – 10. Mai 2014: 20. Jubiläums-Radrennwoche in Follonica (Toskana)[/important]

 

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Sep 07 2013

5. Sept. 2013: Rad-Ausfahrt mit Umwegen: 130 km mit gegen 900 m Höhendifferenz

Mein Look RennradUm 11 Uhr starteten wir, 7 Stunden später kamen wir wieder zurück in Basel

Es sollte nur eine 80 km Ausfahrt mit dem Rennrad werden. Am Schluss waren wir 130 km unterwegs!

Renato und ich waren schlussendlich körperlich angeschlagen. Beide hatten wir Krämpfe in den Oberschenkeln, was ich bisher nicht kannte. Es war nicht die Distanz, die uns zusetzte, sondern eher die massive Höhendifferenz und das viele Auf und Ab auf dem Hinweg bis zum höchsten Punkt in Badenweiler (590 m.ü.M).

Ziel dieser Ausfahrt war es, eine valable Strecke für nächstes Jahr zu testen. Für eine CPC-Ausfahrt im September nächsten Jahres. Sie sollte nicht allzu schwer, nicht allzu viele Anstiege aufweisen, eher flach, mit einer Distanz zwischen 80 – 100 km sein.

Aber wir verfuhren uns gewaltig. Wir fuhren am Wendepunkt vorbei und mussten schlussendlich einen grossen Umweg in Kauf nehmen!

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Jul 15 2013

Radstrecken in Istrien fürs Mountain-Bike und Rennrad

Das Solaris Rennteam: v.l.n.r.:Martina Max und Klaus

Das Solaris Rennteam: v.l.n.r.:Martina, Max und Klaus

Alle 2 – 3 Tage werde ich von meinen österreichischen Freunden Martina und Klaus zu einer Ausfahrt mit dem Mountain-Bike motiviert, sprich aufgeweckt und genötigt. Ich würde lieber ausschlafen, aber sie meinen, es würde mir gut tun.

Meistens geht es bereits um 8 Uhr auf die Piste. In der Praxis bedeutet dies: 6 Uhr Tagwache.

Nachfolgend die Beschreibung einiger unserer empfehlenswerten Routen. Die einen sind härter, die anderen für mich einfacher. Ich bin kein Bergfahrer, da habe ich etwa 10 kg zu viel auf den Rippen, hingegen in der Ebene und gar abwärts bin ich fast unschlagbar.


Unsere 48 km Solaris-Runde ins Hochland um Viznjan

Etwas mehr als 2 Stunden dauert unsere Trainingsrunde ins nahe Hochland. Es ist eine wunderbare Strecke ohne viel Verkehr. Von Solaris geht es den Radweg nach „Vabriga“ hoch, der vis-à-vis des Lanterna-Camps hinter dem Gemüsestand abbiegt. Bereits dieser regelmässige Anstieg ist eine Herausforderung für manchen  ungeübten Ferien-Radfahrer. Von „Vabriga“ führt der Weg weiter rund um den Hauptstrassen-Kreisel nach „Tar“ und rechts am Rest. Tri Kantuna vorbei auf die Strasse in Richtung „NovaVas„. Unterwegs fahren wir am Abzweiger zu den „Baredine-Grotten“ vorbei bis nach „NovaVas“ und rechts um die Kirche herum.

Nun geht es mehr oder weniger flach durch Wälder, neben Rebstöcken vorbei über die Autobahn bis zum kleinen aber heftigen Bacva-Anstieg. Eine Herausforderung sondergleichen. Der beginnt sanft wie ein Lamm, wird immer steiler, und die letzten 50-100m vielleicht 12-15%. Aber bald kommt die kleine Kapelle, wo wir unseren 150er-Puls wieder sinken lassen können. Dort befindet sich der sog. Klaus-Stop! (ohne auf weitere Details einzugehen)

Mit dem Bacva ist mein Leiden aber noch nicht zu Ende. Es hat eben erst begonnen, denn bald folgt der Viznjan-Anstieg vor dem Dorf und nach dem Dorf am Friedhof vorbei. Schon oft habe ich mich gefragt, warum die Einwohner ihren Friedhof genau dort gebaut haben. Dort wo es für die Toten doch immer aufwärts geht!

Noch ein Anstieg bis zur Motovun – Vizinada – Kreuzung liegt vor mir. Der ist kein Problem mehr, denn anschliessend winkt ja mein Vergnügen, meine Belohnung: die mehrere km lange Abfahrt durch den Wald nach „Vizinada“ und dann etwas flach bis „Kastelir“ und „Tar„. Und als grosses Dessert das Downhill über den Radweg bis zum Gemüsestand beim Lanterna-Camp.

Radstrecke von Solaris via Tar - NovaVas - Viznjan - Vizinada - Kastelir - Tar - Solaris

Radstrecke von Solaris via Tar – NovaVas – Viznjan – Vizinada – Kastelir – Tar – Solaris


Fahrt über die Parenzana (88 km)

Die Parenzana, die alte K+K-Eisenbahnstrecke von Triest nach Porec resp. Pula, ist eine mystische Strecke. Sie sollte für jeden Istrien-Biker ein MUSS sein. So gehört sie auch in unser Mountain-Bike-Repertoire, also nur mit Mountain-Bikes befahrbar.

Anfangs Juni haben wir die ganze Strecke von Solaris über Motovun und hinauf nach Groznjan sowie zurück über Buje nach Solaris zurückgelegt. Es war ein grossartiges Erlebnis. Einen Bericht darüber findet ihr unter diesem Link: http://www.maxlehmann.ch/wpeuro/2013/06/29/29-juni-2013-das-abenteuer-einer-88km-langen-mountainbike-fahrt-auf-der-parenzana/

Fahrt über die Parenzana von Solaris via Motovun - Groznjan nach Buje und zurück nach Solaris

Fahrt über die Parenzana von Solaris via Motovun – Groznjan nach Buje und zurück nach Solaris


Mein erster Leidensweg über die Serpentinen von Livade hoch nach Oprtalj (61 km)

Der Anstieg über die Serpentinen aus dem Mirna-Tal von Livade hoch hinauf nach Oprtalj war uns lange Zeit ungeheuer, bis wir uns dieses Jahr entschlossen, diesen 5 km Anstieg mit Steigungen von 8-12% in Angriff zu nehmen.

Die Elfriede brachte uns zur Strassen-Kreuzung Vizinada-Motovun, von wo aus wir wir genügend Zeit hatten, um unsere Muskeln anzuwärmen. Dann in „Livade“ ging es aufwärts. Schon bald war ich alleine. Nicht vorne, sondern hinten. Meine 3 Begleiter/-innen Martina, Klaus und Alois hatten mich abgehängt. Ich fuhr jedoch tapfer mit meinem 10 km/h Tempo den Berg hoch. Zwischendurch stiess mich mein „Edel-Domestike“ Alois, ein österreichisches Ur-Viech, an, damit ich schneller wurde und meine Freunde nicht allzu lange oben vor „Oprtalj“ warten mussten.

Ich kam hoch, nicht schnell, aber sicher. Dann führte uns der Weg meistens abwärts via „Sterna“ nach „Buje„, und weiter bis nach Solaris. Ich mag diese letzten 20 km gar nicht, denn es handelt sich um eine Hauptstrasse und links und rechts wenig sehenswertes. Aber insgesamt eine schöne Erfahrung mit dem Anstieg über die Serpentinen von Livade nach Oprtalj.

Radstrecke Livade - Oprtalj - Buje - Novigrad - Solaris

Radstrecke Livade – Oprtalj – Buje – Novigrad – Solaris


Zweiter Angriff auf die Serpentinen von Livade nach Oprtalj mit anderer Streckenwahl (81 km)

Zwei Wochen später wagte ich mich zum zweiten Mal an die 5 km langen Serpentinen von Livade nach Oprtalj. Jedoch benutzten wir einen anderen Anfahrtsweg von Solaris via Tar – Labinci – Vizinada ins Mirna-Tal und weiter bis Livade.

Dann ging es aufwärts. Wie letztes Mal, ganz schön steil. Um es kurz zu machen. Ich war besser drauf, obwohl die Anfahrt länger war. In knapp 40 Minuten war ich auf der Passhöhe. Ich war schneller, als der Alois (zu Fuss).

Radstrecke von Solaris - Vizinada . Mirna-Tal - Livade - Oprtalj - Buje - Novigrad - Solaris

Radstrecke von Solaris – Vizinada . Mirna-Tal – Livade – Oprtalj – Buje – Novigrad – Solaris

Auf der nachfolgenden Grafik sind die Abfahrten und Steigungen dargestellt. Zuerst ging es aufwärts von Solaris bis Vizinada, dann in die Abfahrt ins Mirna-Tal und zum Schluss führte die Strecke aufwärts von Livada nach Oprtalj.

Steigung der Radstrecke von Solaris via Vizinada - Mirna-Tal - Livade - Oprtalj - Buje - Solaris

Steigung der Radstrecke von Solaris via Vizinada – Mirna-Tal – Livade – Oprtalj – Buje – Solaris

 


13. Juli 2013: Fahrt mit dem Rennrad Solaris – Novigrad – Buje – Savudrija – Umag – Novigrad – Solaris über 78 km

In den Ausfahrten der letzten Tage mit dem Mountain-Bike war ich nicht gut drauf. Mir fehlten die Kräfte in den Beinen, Ich konnte nicht leiden und schlussendlich litt ich an Kurzatmigkeit. Kurzum, ich hatte keine Freude an diesen Ausfahrten. Es war mühsam

Nach 2 Ruhetagen wagte ich mich zu einem Test mit Alois, einem bärenstarken Fahrer aus dem österreichischen Linz. Ich wollte mit ihm rollen. Rollen mit hoher Geschwindigkeit. Dazu bot sich die Strecke im Norden Istriens von Solaris via Buje nach Savudrija – Umag und wieder zurück an.

Die Hinfahrt bis Buje war ein Auf und Ab. Hügel, die ich nicht mochte. Aber dann kam unsere Rollerstrecke bis nach Savudrija. Mit Geschwindigkeiten zwischen 35 und 50 km/h rasten wir daher. Es war ein Vergnügen wie unsere Renner liefen und der Fahrtwind an unseren Ohren vorbeipfiff. Auch der Rückweg, der Küste entlang war nicht von schlechten Eltern. Mit einem 28er km/h Schnitt kamen wir nach 78 km in Solaris an.

Ich war zufrieden mit meiner Fahrt. Ich weiss, die Berge sind meine Achillessehne. Da steht mir mein Gewicht im Wege. Aber flach und leichte Anstiege, die ich treten kann,  liegen mir.

Radstrecke von Solaris via Novigrad - Buje - Savudrija - Umag - Novigrad - Solaris

Radstrecke von Solaris via Novigrad – Buje – Savudrija – Umag – Novigrad – Solaris

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Jun 29 2013

29. Juni 2013: Das Abenteuer einer 88 km langen Mountainbike-Fahrt auf der Parenzana

Karte der Parenzana in Istrien

Karte der Parenzana in Istrien

Die Parenzana, die alte Eisenbahnstrecke von Triest nach Porec resp. Pula, hat für mich etwas mystisches in sich. Mit dem Mountainbike fährt man auf dem über 100 Jahre alten Trasse der Oesterreichischen K+K Eisenbahn zwischen Felswänden, über Viadukte und einigen bis 222 m langen Tunnels. Die Schienen sind entfernt, man fährt auf einer Art steinigem Feld-, Kies- und Schotterweg. Auf den hohen Viadukten hat man als Schutz Geländer angebracht. Die Tunnels sind hingegen unbeleuchtet und in der Mitte stockdunkel.

Nach einigen kühlen und auch bedeckten Tagen war es am Samstag, 29. Juni wieder soweit. Blauer Himmel und angenehme Temperaturen liessen uns zu unserem Abenteuer starten. Wir, d.h. Martina, Klaus und ich,  wollten den schwierigsten Teil der Parenzana von Viznjan via den beiden Bergdörfern Motovun und Groznjan bis Buje mit einer Höhendifferenz von 1’515 m überwinden. Bepackt mit einem gefüllten Getränke-Bidon, zwei Früchteriegel, Fotoapparat, sowie Velo-Ersatzmaterial und einer Taschenlampe für die Tunnels ging es auf die grosse Fahrt.

Hinfahrt auf die Parenzana via Viznjan (20km)

Von Solaris aus führte uns die Anfahrt via Tar und Domenica/Labinci bis etwa 2 km vor Viznjan, wo unmittelbar vor einer Kurve auf der linken Strassenseite ein Feldweg, nämlich die Parenzana, abbiegt. Man erkennt diesen Weg anhand des Parenzana-Wegweisers. Auf diesem ging es in leichter Steigung an einem der alten Bahnhöfe vorbei bis nach Vizinada. Wir haben die Strecke jedoch bei der Autobahnunterführung verlassen und sind auf der Asphaltstrasse nach Vizinada gefahren.

In Vizinada fuhren wir rechts etwa 200-300 m die Strasse in Richtung Pula hoch, bis zum kleinen Parkplatz auf der linken Strassenseite, dem Einstieg in die Parenzana-Strecke nach Motovun .

Abfahrt von Vizinada nach Motovun (16 km)

viadukt

Viadukt auf der Parenzana

Nun ging es 16km ununterbrochen auf der alten Eisenbahnstrecke abwärts. Am Anfang war der Weg zwar unruhig, aber man konnte das Rad laufen lassen. Nach dem ersten Viadukt wurde es dann ruppiger. Das Vorderrad rüttelte und schüttelte. Die Hand-Gelenke wurden stark beansprucht. Es ist erstaunlich, wie die österreichischen Baumeister diese Strecke in die hügelige Landschaft einfügten, immer darauf achtend, dass nie ein grösseres Gefälle oder Steigung als 3% entstand.

Letztes Jahr hatte Martina 2x einen Plattfuss. Dieses Jahr kam sie ungeschoren über die ganze Strecke. Die Reiters haben aufgerüstet und in neue Reifen mit Innenschutz investiert. Es liegen nämlich auf der ganzen Strecke Dornen von Brombeeren und anderen Sträuchern, die mühelos die Reifen durchstossen. So trafen wir auf der Auffahrt nach Groznjan zwei Kärntnerinnen mit einem Plattfuss verursacht durch einen dieser Dornen. Klaus als unsere „Pumpe“ half ihnen schnell und gekonnt beim Schlauchwechsel.

Im letzten Teil bereits in Sichtweite von Motovun kam dann der grosse 222 m lange Tunnel. Nun brauchten wir die Taschenlampe, denn mitten im Tunnel war es stockdunkel. Wir sahen weder den Eingang noch den Ausgang. Wir gingen zu Fuss, denn vom letzten Jahr erinnerte ich mich, dass man bei absoluter Dunkelheit schnell das Gleichgewicht auf dem Rad verliert und dabei stürzt, weil man nicht mehr weiss wo oben, unten, links oder rechts ist.

Ich sah bereits das Licht vom Ende des Motovun-Tunnels als ich von weitem das Rattern einer Maschine hörte, das mich an einen Panzer erinnerte. Und in der Tat fuhr mir alsbald ein monströses Ketten-Fahrzeug entgegen. Ich musste mich an die Tunnelwand drücken, damit es neben mir durchkam. Ein derartiges Ungetüm habe ich noch nie gesehen.

Nach dem Tunnel ging es weiter zügig bergab rund um den Hügel von Motovun bis ins Tal zur Mirna, die noch recht viel Wasser führte.

Parenzana Tunnelausgang

Parenzana Tunnel

Die grandiose Auffahrt: Livade – Groznjan (21 km)

Wer kennt nicht Livade als Zentrum der Trüffel-Restaurants, wobei das hiesige Restaurant bei meinem letzten Besuch vor 3 Jahren gar nicht brillierte. Durch dieses Livade führte unser Weg. Beim Kreisel nahmen wir die 3. Ausfahrt und nach ungefähr 100m unmittelbar und via-à-vis vom Schulhaus-Parkplatz entdeckten wir den unscheinbaren Parenzana-Wegweiser rechts zwischen die Häuser hoch. Man muss genau schauen, aber man findet ihn. Dieser Weg führte uns über Kies-, Schotter- und Feldwege nach Groznjan, dem wunderbaren und einmaligen Künstlerdorf hoch über dem Mirna-Tal. Ueber 21 km ging es regelmässig die 2-3% Steigung hoch durch 5 Tunnels zwischen 40 und 179 m lang und Steinbrücken sowie über 4 Viadukte. Immer wieder hatten wir einen wunderbaren Blick ins grüne Mirna-Tal.

Unterwegs dann der berühmte Salto von Martina, ein Ausrutscher der Sonderklasse mit blutendem Schienbein. Unter der Devise eine „Oesterreicherin“ jammert nicht, fuhr sie tapfer, vielleicht auch stolz weiter, denn wer hat denn schon so etwas zu bieten: ein blutüberströmtes Bein (die Oesterreicher sagem dem „Fuss“).

Im Nachinein war es ein grosser Fehler, in Groznjan nicht einen  Essens-Halt gemacht zu haben, denn wir waren bereits ein paar Stunden unterwegs. Eine Portion Spaghetti hätte mir gut getan, ich litt nämlich ab Buje unter einem Hunger- und Flüssgkeits-Ast.

Groznjan – Buje (5 km)

Die Parenzana-Fortsetzung ab Groznjan war etwas schwierig zu finden. In Richtung Buje ging es nun nicht den Berg hinunter, sondern bei der Abzweigung links ca. 500 m hinauf, bis endlich der Parenzana-Abzweiger am Strassenrand zu sehen war. Der nun folgenden grobe Schotterweg Weg steil bergab durch den Wald war nur etwas für Profis. Wir gingen die paar hundert Meter zu Fuss, bis es flacher wurde. Dann konnten wir es wieder laufen lassen und die  Geschwindigkeit auf über 20 km/h erhöhen. Kurz vor Buje war dieses Parenzana-Teilstück zu Ende und es ging auf Asphaltstrassen weiter. (Bem: selbstverständlich geht die Parenzana weiter bis nach Triest, aber diese Route wollten wir ein anderes Mal ausprobieren)

P1120455-Parenzana-Max-Mountainbike-PICASA-ISTRIEN-HIT4-75bpiDas letzte Teilstück: von Buje nach Solaris (24 km)

Nun folgt der langweiligste, aber auch mein härtester Teil der Fahrt: Asphalt-Strassen aber links und rechts keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Je näher ich in die Nähe von Solaris kam, desto mehr schmerzten mir die Beine. Nach der Mirna-Bucht folgten wir dem Abzweiger in Richtung Fisch-Restaurant und weiter zum Hintereingang des Camping Lanterna.

Nach 88 km und 1’515 m Höhendifferenz kamen wir nach 4 Stunden und 55 Minuten auf Solaris wieder an. Ich muss gestehen, ich war kaputt. Die letzten paar Kilometer haben mich kaputt gemacht. Nach dem Duschen trank ich Unmengen an „Apfel-Schorli“, legte mich unter meinen Olivenbaum und träumte von einer feinen Massage

Links:

Mehr über die Parenzana findest unter folgenden Links:

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Mai 20 2013

20. Mai: Das Sonnenbräu-Rennteam fährt in Istrien

„Ein Gruss von Christine“ schallte es in meinen Wohnwagen. Draussend stand ein schlanker Schnauzer und sprach in Rebstein-Dialekt, der Ruedi Graf mit seinem Mountain-Bike. „Christine?“ damit konnte ich im Moment nichts anfangen. Flugs liess ich vor meinen Augen alle meine Freundinnen als Film durchlaufen. Ich kannte zwei! Welche war es wohl? Bis mich Ruedi aus meinen Gedanken riss: „Christine, Deine Schwester!

Als Hintergrundinformation für meine Blog-Leser. Meine Schwester Christine ist seit dem letzten Jahrtausend verheiratet in Rebstein im Rheintal und heisst seither „Graf“, mit einer Bierbrauer-Dynastie dem „Sonnenbräu“. In Rebstein gibt es viele Grafs. Wie mir Ruedi Graf erklärte, wohnen die besseren „Graf“ oberhalb der Kirche, während die einfachen „Grafs“ unten im Dorf wohnen. Er sei ein „einfacher Graf

v.l.n.r.: Martina, Ruedi Graf, Max, Klaus, Bernhard

v.l.n.r.: Martina, Ruedi Graf, Max, Klaus, Bernhard

Ich musste herzlich lachen. Da trifft man doch im fernen Istrien auf dem Campingplatz Solaris einen anderen Schweizer, mit dem man fast noch verwandt ist. Und dieser hat Bier bei sich, das „Sonnenbräu-Bier“!

Werbung: Mehr über die Brauerei Sonnenbräu erfährt Ihr unter: http://www.sonnenbraeu.ch/

Solaris: Nach der Rad-Ausfahrt

Ruedi Graf mit dem Bruder Max

Flugs organisierten wir für den kommenden Tag einen Rad-Ausflug mit anschliessendem Umtrunk. Dabei waren neben meinen österreichischen Freunden Martina und Klaus, eben der Ruedi aus Rebstein sowie sein Freund Bernhard aus Wehr (Waldshut). Wir waren nur mit einem mehr oder weniger raffinierten Mountain-Bike ausgerüstet, während der Bernhard mit seiner Spezial-Maschine seine stupende Schnelligkeit am Bacva-Hügel ausspielte und spielend alle unsere Cracks überholte und deklassierte. Er hatte nämlich ein Elektro-Rad!

Nach der 50 km Ausfahrt gab es dann vor dem Camper von Ruedi und seiner Frau Christine (auch Christine!) den versprochenen Umtrunk. Die „Sonnenbräu-Fläschchen“ konnten unseren Durst fast nicht löschen und waren echt froh, getrunken zu werden. Sie konnten sich nämlich nicht zurückhalten und schäumten frohgemut aus der Flasche. Vielleicht war das Sonnenbräu erstmals in Istrien und dieses angenehme Klima noch nicht gewohnt? Kurzum: Der Notvorrat von Ruedi reichte nicht aus!.

Meine liebe Schwester Christine

Das Bier hat wunderbar geschmeckt! Ein „Winke-Winke“ aus der Heimat. Ein Geschenk des Himmels. Das „Sonnenbräu“ kam zur rechten Zeit, denn wir brauchen diese Sonne. Gib doch dem Ruedi nächstes Mal ein paar Flàschchen mehr mit. Vielleicht braucht er auch einen Kühlanhänger, denn im Wohnmobil ist sein Platz beschränkt. Er muss ihn ja mit seiner Christine teilen!

Es danken Dir Dein Bruder Max und sein Sonnenbräu-Rennteam aus Istrien

 

 

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Mai 16 2013

4. – 11. Mai: Radrennwoche in Follonica (Toscana)

Die Radrennwoche in Follonica hat eine lange Vergangenheit. Gegründet wurde sie in den 90er-Jahren von Renato Bevilacqua, um hier die ersten Trainings-Kilometer auf dem Rennrad hinter sich zu bringen. Auch im 2013 trafen wir uns wiederum in Follonica und erlebten eine einzigartige Woche bei sportlichen Aktivitäten, kulinarischen Höhenflügen und einem Wildschwein-Intermezzo, das um ein Haar schief ausging..

Den vollständigen Bericht über die diesjährige Follonica-Woche findest Du durch Anklicken des nachstehenden Links:

» 4. – 11. Mai: Radrennwoche in Follonica (Toscana)

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Status-Update

Do, 16. Mai: Es regnet. Auch für morgen Freitag sieht es nicht besser aus.

Gestern sind Bärbel und Dieter Dumont auf Solaris eingetroffen

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Okt 07 2012

3. – 6. Okt. 2012: Tennis, Herbsten und Radausfahrt – ein würdiger Sommerabschluss

Vier Tage in meinem einmaligen, spannnenden Leben:

Wer kennt nicht die schöne Geschichte aus der Bibel über die „Weinlese in Kanaan“ ? Die Assoziation mit den tanzenden Mädchen? Aber wenige wissen, wie hart, ja brutal die Arbeit in den Rebbergen ist.

Mein erster Herbst-Einsatz in diesem Jahr

Letztes Jahr habe ich erstmals bei meinen Verwandten in Buggingen (im badischen Markgräflerland) geholfen und dies in einem ausführlichen Erlebnis-Bericht über die letztjährige Weinlese (Link anklicken!) niedergeschrieben. Bereits damals habe ich versprochen: Ich komme wieder!

Am Mittwoch, 3. Okt. 2012 war es soweit. Um 8 Uhr war Besammlung im Weinhof Weber (Link anklicken!). Es war wiederum hart. Anfänglich war es noch etwas regnerisch, aber um die Mittagszeit sahen wir die ersten blauen Schleier am Himmel. Mein Rücken schmerzte bereits nach 2 Stunden, aber ich hielt durch, bis um etwa 15 Uhr das heutige Programm geleistet war und wir bei schönstem Herbstwetter noch einen feinen Zvieri mit Kuchen und Kaffee zwischen den Reben geniessen durften. Der Abschluss war wie ein REHA-Aufenthalt, denn es galt den schmerzenden Körper ruhig zu stellen.

Herbsten mit Renato

Zwei Tage später am Freitag, 5. Okt. wollte mein Freund Renato B. auch mitkommen. Nicht ganz freiwillig, denn ich hatte ihn dazu überredet. Er wusste nichts von den zu erwartenden Strapazen, die auf ihn zukommen sollten.

Aber Renato ist und war ein harter Kerl. Als ehemaliger, erfolgreicher Elite-Radrennfahrer weiss er, mit Schmerzen umzugehen, die hier in den Rebbergen schon nach 2 Stunden vom Rücken ausstrahlten. Er liess sich während des ganzen Tages wenig anmerken und genoss das wunderbare Herbst-Wetter mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen . Er war schlussendlich begeistert. Begeistert vom feinen z’Mittag mit Kartoffelstock und Schinken zwischen den Reben inmitten des Rebberges , und zum Zvieri Kuchen und Kaffee, begeistert aber auch von den übrigen aufgestellten Erntehelfer/-innen. Viel wurde gelacht. Mit Sprüchen haben alle ihren Schmerz übertüncht.

Wir waren etwa 20 Männer und Frauen. Von Hand haben wir Traube für Traube geschnitten und begutachtet, schlechte Beeren rausgeschnitten und in zwei Qualitäten sortiert …. und dies alles in gebückter Haltung. Wir ernteten etwa 6’000 kg Trauben für  Blauburgunder Qualitätswein.

Diesmal konnten wir erst um 16 Uhr die Rebschere auf die Seite legen und schlossen den Tag.im Bauernhof beim Sauser ab und strahlten, denn wir waren stolz auf unseren Durchhaltewillen. Was meinte Renato: „Jetzt weiss ich, welche Arbeit hinter einer Flasche Qualitätswein steckt.“

Ausfahrt mit dem Rennrad ins Elsass

Zu Hause angekommen riss ich meine Kleider vom Körper und legte mich in die Badewanne in ein herrlich duftendes Erkältungsbad. Eine wunderbare Erholung, denn bereits am nächsten Tag, Samstag, 6. Oktober stand eine grössere Rennrad- Ausfahrt mit dem CPC (Club des Pédaleurs de Charme) auf dem Programm. Es sollte über 80 km mit 800 m Höhendifferenz ins Elsass gehen. Es war ein schönes Bild, wie wir 22 Radler im selben Dress radelten. Ich war top Fit, kam den Blochmont problemlos hoch und spürte nichts von den Strapazen der letzten Tage.

Saison-Abschluss-Tennisturnier

Zwischen meinen beiden Einsätzen auf den Rebbergen in Buggingen stand aber noch das Saison-Abschluss-Tennisturnier im Tennisclub Novartis auf dem Programm. 3 Stunden Doppel-Partien mit 5 verschiedenen Partnerinnen. Ein lustiger Nachmittag, wenn auch der Regen ein paar Mal seine Tropfen fallen liess. Am Abend schmerzten die Oberschenkel und die Hände, vom halten des Rackets. Aber auch dieser Tag war unvergesslich.

Bin ich ein Spinner?

Ihr müsst nun nicht meinen, ich sei ein verrückter Hund, der mit solchen Leistungen irgendetwas verdrängen muss. Oh, Nein. Auch für mich kam zu viel zusammen, weshalb ich die Tage danach als 100%ige Ruhetage einzog. Ich schlief aus, machte zwischendurch auf meiner Liege ein Nickerchen und bewegte mich ganz langsam und schrieb am Notebook diesen Bericht!

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Sep 17 2012

17. Sept. 2012: Mein neues Mountain-Bike „Stevens“

Mountain-Bike Stevens 3S Mod.2012

Nachdem sich am 16. Sept. auf der Fahrt von Basel nach Buggingen am hinteren Reifen (nicht Schlauch) meine Rennrades zwei Blasen wegen  einer  gebrochenen Karkasse bildete, ging ich zum Ruedi Wenger, meinem Velo-Händler am Bahnhof (www.wenger-2-rad.ch), und besorgte mir für beide Räder neue Continental 4000 Reifen, jeder zu Fr. 70.–.

Ich war bereits auf dem Weg aus seinem Geschäft, als ich mich an eine kürzlich erschienene Meldung auf seiner Facebook-Seite erinnerte, dass er Ausverkauf bis 70% habe. Also fragte ich ihn: „Rudi hast Du nichts zu 50-70%, das mir dienen könnte?“. „Nein, die meisten Sachen sind bereits weg, einzig dieses Mountainbike, das ich eben zusammengestellt habe, kannst zum halben Preis von Fr. 498.– haben.“ war seine Antwort. Es war ein schönes blau-weisses Mountainbike der Marke „Stevens“ mit ALU-Rahmen, Shimano-Schaltung 27-Gang etc. Wie wäre es, fragte ich mich, wenn ich dieses als Ersatz meines doch bereits über 15 Jahre alten Specialized Bike in Istrien kaufen würde? Bei diesem müsste ich zudem einen Reifen ersetzen!

 

Gesagt getan: So fuhr ich mit einem neuen Mountain-Bike und 2 neuen Reifen nach Hause. Ein wahrlich guter Wochenanfang

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Aug 25 2012

25. Aug. 2012: Velo-Ausfahrt ins Elsass mit Hindernissen

Unwetter und Kälte waren angekündigt. Aber es kam ganz anders, denn unverhofft hellte sich der Himmel um die Mittagszeit auf, und blauer Himmel und Wärme luden ein zu meiner 45 km Trainigsrunde ins Elsass.

Ziemlich genau auf halber Strecke nach etwa 25 km spürte ich auf einmal, dass mein Hinterrad langsam Luft verlor. Bald spürte ich kleinere Unebenheiten auf der Strasse. „Ein Plattfuss?“ schoss es mir durch den Kopf. Ich hielt an, aber entdeckte keinen Nagel oder irgendeinen spitzen Gegenstand im Reifen.

Da die Luft scheinbar nur langsam entwich, vermutete ich einen „schleichenden Plattfuss“ und hoffte, mit pumpen ohne Schlauchwechsel trotzdem nach Hause zu kommen. Mir stinkt nämlich ein Schlauchwechsel am Hinterrad auf offener Strasse.

Anfänglich hielt eine „Pumperei“ 4-5 km, zum Schluss nur noch 2 km. Aber ich hielt durch und kam nach 7 oder 8 Pumpereien zu Hause an. Vielleicht hätte ich doch besser den Schlauch auswechseln sollen?

Aber wenigstens weiss ich nun, dass meine Pumpe von herausragender Qualität ist, denn ich hatte meinen ablebenden Reifen jeweilen mit wenigen Stössen recht schnell aufgepumpt.

Zu Hause entdeckte ich, dass ein kleines spitzes Mini-Steinchen Grund für den Plattfuss war. Es arbeitete sich langsam durch den äusseren Reifen und kratzte unermüdlich am Schlauch, bis eben durch ein Loch Luft entweichen konnte. Dies war auch der Grund, dass die Luft nur langsam entwich.

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Aug 01 2012

Video: Ueber die Schönheiten des Radsports

Radfahren ist ein schöner Sport. Voller Ueberraschungen. Darüber gibt es ein gutes Video

» Radfahren ist gefährlich! … aber voller Ueberraschungen

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Jul 27 2012

27. Juli 2012: Solaris News: Sonnenuntergang – Fahrradträger – Wassermangel/Trockenheit

Sonnenuntergang

Zwischen 6 und 6:30 Uhr geht die Sonne auf. Und abend gegen 20:45 taucht sie wieder ein ins Meer irgendwo hinter Venedig. Dieses prächtige Schauspiel verfolgen viele Camper entlang der Solaris-Strände. Im Frühling bei klarer Sicht taucht die Sonne wirklich ins Meer, während in der jetzigen Sommerszeit immer etwas Dunst den Untergang verschleiert.

Sonnenuntergang über Solaris

1. Juli: Ein Fahrradträger muss her

Die besten Ideen hat man unbestritternerweise beim feinen Wein, wenn möglich aus der Wachau. So auch anfangs Juli, als wir, d.h. Klaus, Martina und ich, nach einer Lösung suchten, um Radausfahrten südlich von Porec machen zu können, ohne die gefährliche Strasse zwischen dem Campingplatz und Porec befahren zu müssen.

Ein Fahrradträger für meine Anhänger-Kupplung am Skoda muss her! Dann könnten wir mit aufmontierten Fahrräder weiter entfernte Touren in Angriff nehmen. Woher nehmen und nicht stehlen? Flugs war auch der potentielle Lieferant gefunden: Wer kennt nicht den Alois und seine Elfi aus Linz, die doch vor 2 Jahren beim grossen Unwetter wie eine Insel im grossen See vor meiner Haustüre gestanden und bis auf Kniehöhe untergegangen sind. Sie sollen Mitte Juli in Solaris ankommen und haben versprochen, einen solchen Träger vom Forstinger mitzubringen. Dankeschön an Euch beide.

Konsequenzen der Dürreperiode

Den ganzen Winter und dann auch im vergangenen Frühjahr gab es in Istrien weder Schnee noch grössere Regenschauer. Der Stausee im Landesinnern, der für die Wasserversorgung Istriens verantwortlich ist, blieb fast leer. So verwundert es nicht, dass akuter Wassermangel herrscht. Am 27. Juli wurde der „Wassernotstand Stufe 1“ ausgegeben: Es ist nun verboten die Autos zu waschen, Gärten oder Felder zu beregnen, aber auch das Bewässern von Tennisplätzen ist untersagt.

Die nächste Stufe wäre dann das zeitweise Abstellen der Wasserzufuhr. Dann wären die Ferien-Gäste direkt betroffen. Ich z.B. würde unverzüglich einpacken und abreisen.

Für die Landwirtschaft hat der jetzige Wassermangel bereits einschneidende Konsequenzen. Für viele bahnt sich eine Katastrophe an:

  • Es wird keine Olivenernte geben, denn die Olivenbäume tragen keine Früchte.
  • Die Weinernte ist noch nicht gefährdet, da die Reben mit ihren tiefen Wurzeln noch Wasser finden, aber die Blätter hängen bereits beängstigend
  • Der Maisanbau ist zerstört. Es wuchsen nur die Blüten aber keine Maiskolben
  • Die Kürbisfelder wurden bereits umgepflügt. Ohne Wasser keine Kürbisse
  • Unterwegs sieht man viel Steinobst-Bäume, die aus Wassermangel ihre Blätter und dann auch die Früchte verlieren
  • Die Gemüsebauern aber auch die privat-Gärten stehen vor dem Aus, denn auch hier gilt, ohne Wasser keine Früchte und Gemüse

 

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Jul 21 2012

21. Juli 2012: Eine abenteuerliche Radfahrt von Groznjan nach Hum und zurück

Die Ausfahrt sollte uns mit dem Mountain-Bike nach Hum führen, der kleinsten Stadt der Welt.  Es wurde zu einem grossartigen Erlebnis. Unvergesslich der Waldbrand, die Ziegenherde, der steile nicht enden wollende Anstieg von Buzet nach Roc, die glagolitische Skulpturen bei Hum, mein Sturz im Tunnel der Parenzana, der obligate Plattfuss von Martina und schlussendlich das desaströse Trüffel-Essen im Rest. Bastia in Groznjan.

Vorbereitung der Fahrt

Zur Vorbereitung der Fahrt begab ich mich einen Tag vorher bewaffnet mit meinem Navi und Strassen-Karten mit dem Auto auf die Strecke. Es galt, möglichst wenig befahrene schöne Nebenstrassen und Sehenswürdigkeiten zu finden, alles innerhalb von 80-90 km Fahrstrecke.

Zudem wollte ich den Einstieg in die Parenzana erkunden, den wir beim letzten Mal nicht fanden. Auch dieses Mal wurde ich erst klüger, als ich einen einheimischen Bauern danach fragte. Er war so nett und zeigte mir die besagte Stelle:  Etwa 20-40 m nach dem Livade-Kreisel startete der Parenzana-Weg rechts zwischen zwei unscheinbaren Häusern nach oben. Beim ersten Hinschauen sah ich nur hohe Gräser, aber keinen Weg.

Ursprünglich hatte ich Buje als Start- und Endpunkt unsere Ausfahrt vorgesehen. Nachdem ich aber mit dem Auto die gesamte Strecke abgefahren und in Hum anlangte, zeigte meine Tachoanzeige bereits 63 km an, was zu einem Tagesleistung von mehr als 120 km geführt hätte.Dies konnte ich Martina und Klaus nicht zumuten.

So entschied ich mich auf Groznjan als neuen Start- und Endpunkt und einer theoretischen Fahrstrecke von 105 km. Dazu kamen 1’550 m Hohendifferenz, was auch nicht ohne war. Groznjan als Drehscheibe hatten den weiteren Vorteil, dass wir uns als Abschluss unserer Tour auf ein feines Trüffel-Essen freuen konnten

Fahrtbeschreibung: Groznjan – Martincici – Poropati – Sterna – Oprtalj – Livade – Istarske Toplice – Buzet – Roc – Hum – Roc – Buzet – Livade – Parenzana – Groznjan

Der Wetterbericht verhiess auf den späteren Nachmittag Regen, also starteten wir bereits um 7 Uhr in Solaris, für mich als Lang- und Tiefschläfer eine kleinere Katastrophe. Aber ich überlebte und wurde nach einer intensiven Dusche hellwach.

Mit dem Auto und den 3 Mountainbikes von mir, Martina und Klaus auf dem Radträger ging es los nach Groznjan, wo wir auf dem grossen Parkplatz parkierten. Es war bereits etwas bewölkt und angenehm kühl als wir gegen 8 Uhr losfuhren. Unterwegs trafen wir unerwartet auf ein grösseres rauchendes Waldbrandgebiet. Es muss hier in den letzten 24 Stunden gebrannt haben, denn gestern war hier noch nichts zu sehen. Ein Polizei-Jeep stand Brandwache. Der Rauch und die glühenden Nester waren unheimlich. Eine Mondlandschaft.

Zügig ging es weiter auf leicht hügeligen Wegen über Sterna nach Oprtalj, wo wir die wunderbare Rundsicht auf die steilen Terrassen mit Oliven-Bäumen und Rebstöcken genossen. Unterwegs kam uns eine Schafsherde entgegen, die sich angstvoll  an uns vorbeischlängelte, und dabei die kleinen „Bölleli“ fallen liessen. Unvergesslich auch die über 10% Steigung hoch zum Dörfchen Oprtaly, die meinen Puls hochsteigen liess.

Aber dann ging es abwärts in Richtung Livade, über mehrere Kilometer die Serpentinenstrasse hinunter. Ich denke 6-7% Gefälle waren es. Weiter führte uns der Weg in moderater Steigung zuerst durch den Wald auf der Pararellstrasse zur Mirna, am Thermalbad Toplice vorbei und später auch auf der Hauptstrasse in Richtung Buzet und weiter nach Roc. Der letztere Weg hatte es in sich. Mehrere Kilometer ging es aufwärts. Es könnten um die 10% gewesen sein Schon nach kurzer Zeit schnappte ich nach Luft und legte einen kleineren Gang ein. Die Muskeln brannten, bis endlich rechts die Abzweigung nach Hum mich erlöste.

Max in Glagolitische Skulptur bei HumHum, die kleinste Stadt der Welt

Nur noch 6 km sollten es bis nach Hum auf der „Gedenkallee der Glagoliten“ gehen. Eine schöne Fahrt immer aufwärts, erst auf den letzten 1-2 km steil ansteigend. Nun waren wir 52 km unterwegs. Links und rechts der Strasse standen Skulpturen glagolitischer Ereignisse und Buchstaben. Noch bis in die 60er Jahre des vergangenen 20. Jahrhunderts wurden in dieser Schrift in Istrien, Kvarner und Dalmatien die kirchlichen Dokumente verfasst.

Hum, die kleinste Stadt der Welt, wie sie genannt wird, ist ein Kleinod. Durch einen wuchtigen 22 m hohen Glocken- und Verteidigungstum gelangten wir in die Stadt mit einer Grundfläche von 100 x 35 m. Nur 2 Gassen führen zwischen den vielleicht 10-15 Häusern vorbei. Im einzigen Restaurant der Stadt machten wir Halt und genossen die prächtige Aussicht, bevor wir wieder zurückfuhren.

Rückfahrt mit rasanter Talfahrt

Auf der rasanten, nicht enden wollenden Abfahrt nach Buzet realisierten wir, wie steil der Anstieg war. Mit um die 60 km/h rasten wir ins Tal. Zwischen Buzet und Livade sollte es weiterhin leicht bergab gehen. Dies tat es auch, aber der lästige Gegenwind vermieste uns diese Freude. So mussten wir trampen und nochmals trampen.

In Livade starteten wir dann unser Dessert, den Anstieg der Parenzana nach Groznjan. Beim letzten Mal hatten wir den Einstieg nicht gefunden. Dieses Mal habe ich ihn per Auto erkundet. Gemütlich ging es mit einer Steigung von max. 3% nach oben. 20 km waren angesagt. Es war wirklich die schönste und vielfätigste Strecke der Parenzana. Mehrere Viadukte, die Schluchten überquerten, und Tunnels machten den Weg einzigartig und interessant. Leider haben wir eine Taschenlampe vergessen. Die braucht man nämlich, wenn man durch die längeren Tunnels fahren resp. gehen will . Sie sind stockdunkel. Man sieht nicht einmal die Hand vor dem Gesicht.

Salto Mortale in einem Tunnel der Parenzana

Diesen Umstand musste ich bitter erfahren, als ich inmitten eines der mittelgrossen nur etwa 60 m langen Tunnels gestürzt bin. Mein Gleichgewichtssinn war wegen der Dunkelheit nicht mehr 100%ig. Ich fuhr nicht schnell, schwanke auf dem Rad, wollte aus dem linken SPD-Pedal aussteigen, aber es war das falsche, denn ich stürzte auf die andere Seite. Dabei knallte ich mit meinem behelmten Kopf an die Tunnel-Wand. Mein Dank gilt meinem Helm. Er hat mich vor grossen Schrammen oder gar einem Schädelbruch bewahrt. Zusätzlich habe ich mir nur Abschürfungen und Prellungen am Ellbogen, am Unterarm und am linken Bein zugezogen. Ich bin glimpflich davongekommen. Erst zu Hause habe ich bemerkt, dass ich bei diesem Sturz mein kleines Diktiergerät, das ich immer bei mir habe, um mir etwaige Ideen und Erlebnisse zu merken, verloren habe.

Groznjan und kulinarisches Desaster in der Konoba Bastia

Nach 7 Stunden Fahrt inkl. der Zeit für das Beheben eines Plattfusses bei Martina und des Aufenthaltes in Hum langten wir in Groznjan an und freuten uns auf die Trüffelspeise in der Konoba Bastia. Um es vorweg zu nehmen: Es war eine Zumutung, ja eine Katastrophe, was uns die Küche des Rest. Bastia hinstellte: Aufgewärmte Nudeln mit ausgetrockneter Bechamelle-Sauce. Von Trüffel Geschmack war nichts zu entdecken. Es hätten auch Sägespähne sein können. Dies hat nichts mit einer Panne in der Küche zu tun, dies war schlicht und einfach Verarschung. Bei einem derart einfachen Nudeln- Essen kann man nämlich nichts falsch machen.

Welch Chance hat sich das Bastia vermasselt! Wollten wir doch in den nächsten Tagen dort gediegen Essen gehen … und nun dieses Desaster. Wir haben uns beschwert, aber man zeigte wenig Verständnis für unsere Enttäuschung. Zufriedene Kunden scheinen dem Restaurant weniger wichtig zu sein, als die eben erhaltenen Einnahmen. Es ist eigenartig. Dasselbe habe ich mit Freunden bereits einmal kurz nach dem Krieg erlebt, als wir richtiggehend über den Tisch gezogen wurden. Damals haben wir uns geschworen, diese Gaststätte niemals mehr zu besuchen. In die Zwischenzeit schien es, als ob sie sich gebessert hätten. Aber es war nur ein Schein. So wird eben die Konoba Bastia wieder ein paar Jahre auf der Liste der empfehlenswerten Restaurants gestrichen bleiben: Es ist einfach nicht mehr empfehlenswert.

Nachtrag vom 3. Aug. 2012:

Ich zeigte heute Abend Philip und Maxi das einmalige Groznjan. Dabei besuchten wir die Konoba. Bastia. Die Nudeln mit Trüffel waren diesmal frisch, aber die Bechamel-Sauce war etwas zu dick geraten. Es gab kein Brot. Die Bedienung war mangelhaft und gestresst. Wir mussten lange warten, bis wir bedient wurden.

 

 

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Jul 06 2012

Oh du schönes Hundeleben

Beim Radfahren habe ich immer die besten, aber manchmal auch die verrücktesten Gedanken, Fantasien und Träume. So auch diesmal, als ich hinter Martina und Klaus den Anstieg ausserhalb Viznjan hochkeuchte. Ich bin einfach kein Bergfahrer, eher ein Abfahrer. Da kann ich mein Gewicht in die Wagschale legen. Da haben auch die leichte Martina und Klaus wenig Chancen.

Auf diesem Weg aufwärts stellte ich mir die aufmüpfige Frage: Max, hast Du je schon einen Hund auf einem Fahrrad gesehen? Der sich diesen Anstieg hochquälen muss?
Erstaunliche Aehnlichkeit
Nein, die Hunde haben es grundsätzlich besser. Sie führen ein Herrenleben. Dies kann ich hier auf dem Campingplatz beobachten. Sie bekommen aufwendig gekochte Malzeiten à la carte mit Fleich und Gemüsen, wobei die Gemüse im Mörser zerklopft werden, damit die Fasern den Magen nicht belasten.

Seid Ihr schon mal gelobt worden, wenn Ihr Euer Geschäftchen gemacht habt? Niemals, aber der Hund schon. Das Frauchen ist glücklichen, wenn der kleine Dicke seine Wurst auf die Nachbarwiese gedrückt hat und lobt ihn was das Zeug hällt. Wehe Du machst Deinen Bollen auf Nachbars Grundstück! „Schweinehund“ sind dabei die liebsten Schimpfworte, die Dir nachgeworfen werden.

Die Hunde sind geschützt. Unzählige Vereine und Organisationen achten darauf, dass sie artgerecht bleiben und auch gehalten werden. Deswegen gibt es auch keine Fahrräder für Hunde. Sie sind nicht artgerecht. Aber es gibt Fahrräder für Menschen, weil wir nicht geschützt sind!

Jedem Frauchen sein Hundchen, könnte man sagen. Da sehe ich eine kurzhaarige Matrone mit Boxer-Nase und Boxer-Beinen und einem „Boxer-Hund“. Oder die hagere Frau aus der Strandreihe mit der spitzen Nase und den spitzen Lippen und dem „Spitzer“ als Hund. Man kann es drehen wie man will, die meisten Frauchens gleichem ihrem Hund, als wäre er ihr leibliches Kind. Die Psychologen streiten sich darüber, ob das Frauchen sich ihrem Hund angepasst hat oder umgekehrt.

Ich als Hündchen, bei dem Frauchen

Ich möchte ein kleiner niedlicher Hund sein. Die haben die hübschesten Frauchens. Schlank und wohlgerundet mit langen Beinen auf High-Heels. Dann werde ich gehäschelt und geküsst, und darf auf ihrem Schoss schlafen. Ich würde jeden Tag gekämmt und bekomme eine rosa.Rüsche auf den Kopf. Wenn es kühl wird, wird mir sogar ein Umhang angezogen, passend zu den Kleider-Farben meines Frauchens. Und wenn bei ihr ihre Muttergefühle ausbrechen, dann werde ich an ihren Busen gedrückt. Ein wunderbarer Duft, der da entgegenkommt.

Aber das schönste ist, dass ich in der Hierarchie vor dem Herrchen komme. Oft weit vorher. Das ganze Privatleben richtet sich nach mir. Das Frauchen bleibt lieber zu Hause, als dass sie ins Theater gehen würde, oder zu den Wegmüllers nebenan, denn die haben eine Katze.

Als Number 2 in der Hierarchie brauche ich nicht mehr grosse Strecken zu gehen. Ich werde mitgetragen in einer eigens gekauften rosa Tasche. Ja ich werde verwöhnt. Und nachts habe ich mein Plätzchen im Ehebett zwischen meinem Frauchen und der Nummer 3

Aber jeder Traum hat ein unverhofftes Ende. Eben bin ich oben angekommen und wieder von der Realität eingeholt worden. Ich bin kein Hündchen mehr, auch kein Hund, sondern nur ein Mensch. Ich habe kein hübsches, vollbusiges Frauchen, das mich verwöhnt. Ich koche wieder für mich selber. Und übermorgen mühe ich mich wiederum auf dem Rad ab, wenn ich Martina und Klaus als Nummer 3 nachfahre.

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Jun 30 2012

30. Juni 2012: Parenzana: Bericht über eine erlebnisreiche Rad-Fahrt durch die k+k-Geschichte der Schmalspurbahn

Wir waren uns bewusst, es würde ein heisser Tag werden. 32°C waren angesagt. Um 8 Uhr starteten wir mit unseren Mountain-Bikes zur Fahrt auf dem alten Trasse der k+k-Eisenbahn zwischen Viznjan und Buje.   Ich  hatte 2 Bidons elektrolytischer Getränke bei mir, sowie 2 Taschenlampen für die Tunnels. Am Abend vorher habe ich mich vorsorglich mit Nudeln gestärkt.

Karte der Parenzana in Istrien

Die Strecke führte uns vom Camping Solaris via Tar und Kastelir etwa 2 km vor Viznjan zum Einstieg in die Parenzana. Gleichmässig und max. 3.5% waren die Anstiege und Gefälle, eben wie es für eine Eisenbahn üblich ist. Bei Vizinada gab es beim Modell einer der alten Dampf-Lokomotiven unseren ersten Fotostop.

Modell der Parenzana-Lokomotive

Martina und Max im Führerstand

Dann ging es über 15km gleichmässig abwärts in Richtung Motovun nach Livade. Durch malerische Landschaften, über 2 Viadukte und schlussendlich durch den gefürchtigen 300 m langen Tunnel vor Motovun. Wir hatten Taschenlampen bei uns, denn drinnen war es stockdunkel. An ein Fahren ohne Licht wäre undenkbar.

Parenzana: 64m langes Sabadin-Viadukt auf dem Weg nach Motovun

Man hörte nur die Grillen und Vögel und die aufschlagenden Reifen der Fahrräder. Wir waren alleine weit und breit. Alles schien bestens. Ich bestaunte noch die ruhige Fahrt von Martinas Bike, bis ein paar Sekunden später ihr Hinterrad seinen Geist aufgab. Plattfuss sagt man dem in Fachsprache und bedeutet schmutzige Arbeit, Aber wir hatten mit Klaus eine gute „Pumpe“ bei uns, sodass wir nach etwa 45 Minuten wieder weiterfahren konnten. Warum diese Panne solange dauerte? Weil der Reifen ein österreichischer war und beim ersten Mal ab der Felge rutschte !!! ha-ha-ha !

Parenzana: Eisenbahntunnel bei Motovun

Martina und Klaus am Ende des Tunnels

Die steinige Strecke führte uns weiter abwärts in gleichmässigem Gefälle bis nach Livada, wo wir im ersten dortigen Café einen gespritzten Süssmost und ich ein Cola zu uns nahmen. Es war schon recht heiss, aber auf dem Rad kühlte der Fahrtwind recht gut. Es ging weiter via Kreisel beim Rest. Zigante in westlicher Richtung. Bereits nach wenigen Metern sahen wir links auf einem grösseren Parkplatz die Parenza-Wegbeschreibung und gaben Druck auf die Pedale und bemerkten nicht, dass innert weniger Meter (20-100m) eine Parenzana-Rechtsabbiege-Tafel gewesen sein muss. So haben wir eine der schönsten Abschnitte der Parenzana verpasst.

Wir fuhren also weiter parallel zum Fluss Mirna auf einem Schotterweg. Da wir auch keine Parenzana-Kilometer-Tafeln mehr entdeckten, waren wir verunsichert. Deshalb fragten wir eine Bauernfamilie, die gemütlich unter einem grossen Baum Schutz vor der Sonne suchte, ob wir hier auf der Parenzana seien. Sie nickten alle, weil sie uns wahrscheinlich nicht verstanden haben … und wir waren froh, dass sie nickten, denn sie bestätigten uns damit, dass wir nicht zurückkehren mussten.

Also weiter auf dem Schotterweg bis zu einer Weggabelung mit einem Wegweiser entweder weiterhin flach gegen Westen oder den Berg hinauf in Richtung  „Zaversje (Piemonte) 4 km“. Nun mussten wir entscheiden. Wir wussten, es muss nun aufwärts gehen, also nahmen wir nach Konsultation der Karte den steilen Anstieg, weil wir auf diesem Weg die Parenzana kreuzen mussten. Diese 4 resp. 3 km waren hart. Der Schweiss lief in Strömen. Die Steigung immer knapp machbar. Die Muskeln schmerzten. und dann welche Freude eine Parenzana-Tafel und daneben die Ueberreste eines Bahngebäudes. So muss es einem Durstenden ergehen, wenn vor ihm unverhofft ein See mit Wasser auftauscht.

Und wiederum mussten wir entscheiden: rechts oder links nach Groznjan? Es war eigentlich logisch, aber unser Hirn machte es uns schwer. Klar musste es nach links gegen Westen gehen und so erlebten wir eine der schönsten Strecken unserer Fahrt. Links ein wunderbarer Blick ins Mirna-Tal und vor uns tauchte immer wieder die Silhouette von Groznjan auf. Die Strecke führte uns auf schmalem Pfad über und unter kleine Brücken und durch zwei Tunnels. Diese paar Kilometer bis nach Groznjan waren ein Klacks gegen den vorherigen Aufstieg.

Brücke über die Parenzana Strecke

Im einmaligen Künstlerdorf Groznjan genehmigten wir uns in wunderbarem Ambiente im Rest. Bastia neben Getränken eine feine Portion hausgemachter Nudeln mit Trüffel. Es war Doping erster Klasse und vom feinsten.

Nun folgte auf der weiteren Fahrt nach Buje das Dessert, denn es ging von nun an immer abwärts. Man konnte die Räder laufen lassen.

Eine kleine knifflige Stelle gab es nach Groznjan: Der Parenzana-Wegweiser an der ersten Abzweigung führte erstaunlicherweise in Richtung Peroy steil die Strasse hoch und nach etwa 100 m später rechts extrem steil durch den Wald auf einen schlechten Schotterweg, den man je nach Fahrfertigkeit sogar zu Fuss nehmen musste. Der Weg roch penetrant nach Ziegen. Aber bereits nach wenigen 100 m ging es dann zügig weiter auf feinem Kies- und Sandbelag in Richtung Buje.

Parenzana: Auf dem Weg nach Groznjan

Es war wirklich eine feine Nachspeise, die uns jubeln lies, bevor es dann wie als Strafe durch Buje via Novigrad nach Lanterna resp. Solaris auf asphaltierten Strassen weiterging. Hier spürten wir, wie die Schotter- und Steinwege uns in die Muskeln gefahren sind. Nach 7 Stunden und 88 km langten wir um 15 Uhr in Solaris ein. Wir waren kaputt aber glücklich ob unserer Leistung und den gewonnenen Eindrücken. Nach der verdienten Dusche schlief ich 2 Stunden auf dem Liegebett unter meinem Olivenbaum und träumte wunderbare Dinge.

Es war eine tolle Fahrt auf einer empfehlenswerten Strecke für ausdauernde Biker. Es war nicht die Hitze, die uns kaputt gemacht hat, sondern eher die rüttelnden Kies- und Steinwege, die uns durchschüttelten, sowie die Höhendifferenz von gegen 800 m.

Die Beschilderung der Parenzana war fehlerfrei und die regelmässigen weissen Kilometersteine zeigten an, dass man auf dem rechten Weg war. Die Parenzana ist eine tolle Mountain-Bike-Strecke. Man kann sie auch in kleineren Tranchen abfahren.


Historische und eher technische Informationen über die Parenzana findest Du unter folgendem Link:

»Parenzana: k+k-Eisenbahnlinie nach Porec

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Jun 28 2012

Parenzana: Eisenbahnlinie nach Porec

Strecken-Karte: Triest - Buje - Livada - Vizinada . PorecEtwas vom schönsten in Istrien ist der über 100 km lange Radweg „Parenzana“ von Triest via Buje nach Porec. Sie liegt auf dem früheren Eisenbahntrasse der gleichnamigen Schmalspurbahn. Seit Frühjahr 2012 ist sie gänzlich mit dem Mountain-Bike befahrbar.

Im Sommer 2007 bin ich gemeinsam mit Peter Spirk erstmals einen Teil der Parenzana gefahren, und zwar von Vizinada nach Motovun. Eine wunderbare Strecke über Viadukte und zum Schluss bei Motovun durch einen unbeleuchteten Tunnel. Seither hat sich viel getan. So wurde in einer Gemeinschaftsaktion verschiedener Länder die Parenzana von der slowenischen Grenze bis nach Porec  für Wanderer und Mountain-Biker  in Betrieb genommen.

In den letzten Jahren fuhr ich regelmässig die Strecken von Vizinada nach Motovun herunter und auch umgekehrt den Hang hoch nach Vizinada. Manch einer hat schon mit mir leiden müssen, denn teilweise sind die Wege arg uneben und voller Geröll. Eben eine Mountain-Bike-Strecke.

Im Frühjahr 2012 habe ich die neu-eröffnete Strecke von Vizinada nach Viznjan mehrmals befahren. In leichtem Gefälle führt sie durch Felder und Eichenwälder bis zur Verbindungsstrasse Kastellir – Viznjan. Sie gefällt mir besser, als die Asphalt-Strasse über Kastellir.

Ende Juni 2012 habe ich zusammen mit Martina und Klaus einen grossen Teil der 61 km langen Strecke zwischen Viznjan – Vizinada – Motovun – Livada – Groznjan – Buje gefahren. Es war ein grossartiges Erlebnis.


Die Parenzana als Wander- und Bikeweg

Der touristische Ausbau der ehemaligen Schmalspurbahn „Parenzana“ zwischen Triest und Porec (Parenzo) wurde bereits Anfang dieses Jahrhunderts in Angriff genommen. Mit Mitteln der EU (Interreg IIIA) sollte ein drei Länder überschreitender Radweg entstehen. Inzwischen sind die Abschnitte in Slovenien und Kroatien befahrbar. Die Strecke in Kroatien, die von der Grenze bei Secovlje via das Bergdorf Vizinada bis nach Porec gut ausgeschildert ist, hat die Qualität eines Feldwegs und ist eher für Mountain-Bikers geeignet.  Einige Abschnitte sind reichlich mit Bauwerken wie Tunnel und Viadukten bestückt und die Bergorte wie Groznjan oder Motovun lohnen einen Besuch.

Die Parenzana war einst die enge Zugstrecke, die tief im Hinterland der Halbinsel Istrien von Poreč bis Trieste verkehrte und 33 istrische Ortschaften miteinander verband.

Trotz der langen Stilllegungsdauer finden sich in den slowenischen und kroatischen Abschnitten der ehemaligen Parenzana noch ungewöhnlich viele bauliche Reste, darunter Bahnhofsgebäude, Tunnel und Viadukte. Einer jüngeren Erhebung zufolge sollen noch 94 % der Anlagen im kroatischen Abschnitt völlig intakt sein. Fast alle ehemaligen Bahnhöfe an der Strecke sind noch vorhanden, zumeist als Wohnbauten genutzt, z. B. in Poreč, Motovun, Livade, Grožnjan, Buje (hier Nutzung als Autoreparaturwerkstatt). Mit geübtem Auge kann der Eisenbahnfreund diese ehemaligen Bahnhöfe gut erkennen, die einheitliche Bauweise ist markant.

» Mehr zum Thema: Radtour Istarske Toplice über Groznjan, die Parenzana und zurück zur Therme Toplice


Geschichte der Parenzana: Eisenbahnlinie von Triest nach Porec

Um die Jahrhundertwende ins 19. Jahrundert wurden die ersten realistischen Pläne für eine Strecke von Triest nach Pula mit einem Abzweiger nach Porec erstellt. Am 1. April 1902 konnte bereits das erste Teilstück von Triest nach Buje (59,6 km) eröffnet werden. Das zweite Teilstück von Buje nach Parenzo (63,5 km) wurde am 15. Dezember 1902 in Betrieb genommen.Der Betrieb der Parenzaner Bahn wurde durch die kk. Staatsbahnen durchgeführt.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten, deren Ursachen unter anderem auch schon in der Konkurrenz durch den Bus zu finden sind, waren während der Herrschaft des faschistischen Mussolini-Regimes Anlass, die Parenzaner Bahn am 1. September 1935 einzustellen.

Die Strecke nahm am Triester Staatsbahnhof (Stazione dello Stato, seit 1923 Campo Marzio, auch bekannt als: St. Andrea bzw. Sant’Andrea) ihren Ausgang und führte über Muggia/Milje, Koper/Capodistria, Portorož/Portorose, Buie/Buje, Motovun/Montona bis nach Poreč/Parenzo. Ein Charakteristikum war die ausgesprochen steigungsreiche Streckenführung, welche lange Schleifenbildungen zur Höhengewinnung und demgemäß wenig attraktive Reisezeiten mit sich brachte. Vorrangige Aufgabe war also offensichtlich der Gütertransport.

Das Wasser – sowohl für die Arbeitskräfte als auch für die Zubereitung des Mörtels – war das Hauptproblem! Nur unter größten Schwierigkeiten konnte es zur Baustelle befördert werden, welche ja stets sehr hoch lag. Auch war klar, dass die Wasserversorgung für die Zukunft ein Problem darstellen würde:

Die Trinkwasserversorgung erforderte die Anlage von Zisternen in fast allen Stationen und bei sämtlichen Wächterhäusern. Zur Speisung der Wasserstationen mußten in vier Stationen Sammelbecken an Wildbächen am tiefsten Punkt der Talsohle angelegt werden, in welchen die Tagwasser gesammelt, gereinigt und mittels Druckleistungen von 2 bis 10 km Länge in die Wasserstationen gehoben werden.


Steckbrief des Bahntrassenradwegs „Parenzana“ – Weg der Gesundheit und Freundschaft“

Geographische Lage: Slowenien – Kroatien, grenzüberschreitender Radweg von der Italienischen Grenze bei Triest nach Slowenien und Kroatien.

Start/Ziel: Grenze bei Spodnje Skofije (Slowenien) – Vizinada (Kroatien – Viznjan

Länge: 125 km

Höhendifferenz: Ausgangspunkt im Ort Skofije 63 m ü.NN – Scheitelpunkt Groznjan 293 m ü.NN – Mirnatal bei Livade 13 m ü.NN – Endpunkt Vizinada 265 m ü.NN – Endpunkt Porec 20 m ü N.N

Beschilderung: unterschiedliche Beschilderung in den beiden Ländern

Oberfläche: Asphalt (Slowenien), Weg, Schotter (Kroatien)

Streckenführung: Grenze bei Spodnje Skofije – Dekani – Koper – Izola – Portoroz – Secovlje – Grenze – Markovac – Kaldanija – Buje – Triban – Groznjan – Kostanjica – Zavrsje – Oprtalje – Livade – Motovun – Karojba – Rakotule – Vizinada – Viznjan

Bauwerke: 7 fahrbareTunnel und 6 Viadukte, besonders im Abschnitt Groznjan – Livade und Motovun – Vizinada

Schwierigkeitsgrad: mittel, teils schlechter Fahrbahnzustand in Kroatien,

Eignung: alle Fahrräder (Slowenien), MTB/ATB (Kroatien)

Ehemalige Bahnstrecke: „Parenzana“ Triest – Porec (Parenzo), kurz TPC (Trieste – Parenzo – Canfanaro), Schmalspurbahn 760 mm Spurbreite, Länge der Strecke 123 km , von 1902 – 1935 in Betrieb. Höchstgeschwindigkeit ca. 31 kmh. Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 25 kmh.
Bauwerke: 35 Bahnhöfe, 9 Tunnel, 6 Viadukte, 11 Brücken

Bedeutung des Radwegs:
Der grenzüberschreitende Radweg der „Gesundheit und Freundschaft“ war als Drei- Länder-Radweg geplant und von der EU mit Interreg IIIA- Mitteln in den Jahren 2004-2006 in Slowenien und Kroatien realisiert.

Literatur-Links

» Geschichte der Parenzana von Triest bis Porec

 


Die Eisenbahnstrecken der k+k-Zeit in Istrien

Neben der Parenzana wurde zur ähnlichen Zeit eine weitere Eisenbahnstrecke von Triest aus gebaut, die zum Kriegshafen Pula des Oesterreichisch-Ungarischen Köngreiches. Auf nebenstehender Karte sieht man beide unabhängigen Streckenführungen

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Mai 12 2012

12. Mai 2012: Bericht von der Radrennwoche in Follonica (Toskana) – Besichtigung von Scarlino

Auch dieses Jahr stand für ein paar Unentwegte des „Radrennclub Basels“ (RRCB) das Feriendorf „Golfo del Sole“ auf dem Mai-Programm. Es war eine wunderbare, unvergessliche Woche in der Toskana. Dank meines guten Trainingsstandes musste ich erstmals an keinem Tag meine Reserven angreifen. Wir fuhren insgesamt gegen 350 km. Mein Puls war meistens unter 150, und was mich überraschte, er lag beim gemütlichen Fahren um die 20-25 km/h nur zwischen 105 und 110 Schlägen/Min. Kurzum, ich fühlte mich topfit.

 

Hoch oben auf Sassetta im Dress des Radrennclub Basel

Hoch oben auf Sassetta im Dress des Radrennclub Basel

Um den ganzen Bericht samt den Fotos zu lesen, press den Link

→Bericht Radrennwoche in Follonica←

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Scarlino

Am Freitag habe ich das nahe bei Follonica gelegene mittelalterliche Städtchen Scarlino besucht. Scarlinos Festung hoch auf einem Hügel diente ursprünglich als Leuchtturm, was dem Ort auch seinen Namen einbrachte. Von hier aus blickt man über sagenhaft schöne Landschaften bis über den Golf von Follonica.

Kastell von Scarlino

Eindrücklich in Scarlino sind die vielen steilen und engen Gassen und Durchgänge:

Durchgang in ScarlinoDurchgang durch Scarlino
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorplatz in Scarlino

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Mai 05 2012

5. – 12. Mai 2012: Ab in die Toskana zur kulinarischen Radrennwoche

In den letzten Tagen war es in Istrien angenehm warm, blauer Himmel mit einigen Quellwolken. Optimales Klima für 2 Trainigsausfahrten in die Hügel von Istrien. Am Samstag ging es rund 650 km in den Westen via Venedig – Bologna über den Apennin nach Follonica, wo ich 1 Woche im Feriendorf „Golfo del Sole“ in einem feinen Bungalow direkt am Meer wohnen werde. Von hier aus geht  es mit  Freunden ins Hinterland zu Rad-Touren um die 60-90 km täglich.

 

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Mrz 31 2012

31. März 2012: verlängerte Rad-Ausfahrt wegen eines vergessenen Hausschlüssels

Es sollte nur eine normale Rad-Ausfahrt mit dem Radrennclub Basel (RRCB) ins Badische (D) nach Kleinkems werden. Es war zwar recht kühl beim Start am Morgen um 10 Uhr, nämlich etwa 12°C, aber es herrschte blauer Himmel und Sonnenschein.

Im Rest. Blume in Kleinkems gabs ein feines Mittagessen und dann gings wieder zurück nach Basel. 71 km zeigte mein Tacho als bisher zurückgelegte Strecke an, aber oh Schreck mir fehlte mein Tresor, d.h. mein Schlüsselbehälter. Den hatte ich in der Blume vergessen.

Da war guter Rat teuer, wenn wenn nicht der Renato väterlich gemeint hätte „Strafe muss sein, so fahren wir eben nochmals nach Kleinkems und trinken dort unser Bier„. So wurde aus der gemütlichen RRCB-Ausfahrt eine nahrhafte 129 km Doppelrunde.

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