Gedanken über „Vorurteile“

Die Zürcher haben keinen Humor !

Jedermann hat Vorurteile. Auch Du und ich. Das Problem aber ist, dass man dies nicht selber bemerkt.

Ein Vorurteil ist ein Urteil, das man ohne grosse Abklärungen und Ueberlegungen fällt oder von jemand anderem übernimmt.

Ein typisches Vorurteil vernahm ich, als ich kürzlich bei einem Freund zu einem feinen Essen eingeladen war. Voller Stolz erzählte er mir, dass er durch seinen Schwiegersohn in der Benutzung seines neuen Mobil-Telefons unterrichtet werde. WHatsApp sei schon ein tolle Anwendung. „Aber alles anderer wie Facebook werde ich nie nutzen. Diese sind Teufelszeug. Ich will doch nicht, dass alles von mir publik wird!“

Dieses Vorurteil mit dem Facebook oder auch anderen Internet-Werkzeugen höre ich oft. Meist sind es die typischen Schlagworte aus dem Stammtisch. Es ist modern, so zu tun, als ob man vom Internet etwas verstehe. Der Mythos Internet ist voller Vorurteile:

  • Ich mache kein eBanking. Ich will nicht falsch belastet werden.“ oder „die Gauner stehlen mir die Konto-Nummer!“ oder „Bezahlen mit der Kreditkarte ist zu gefährlich. Ich will nicht, dass einer mein Konto plündert.“
  • Alles im Internet wird von den Geheimdiensten gelesen und dies will ich nicht!

Viele Vorurteile erlebe ich, wenn ich davon erzähle, dass ich den Winter in Thailand verbringe. Meist ernte ich schräge Blicke. Keiner traut sich aber zu sagen, was er denkt: „Ich beneide Dich. Du bist Single. Du kannst das süsse Leben mit denThai-Girls geniessen„. Interessant ist, dass ich von vielen Frauen beim Chat über WhatsApp ein klareres Feedback bekomme. Es geht von „Bist Du auch einer dieser notgeilen Männer?“ bis zum harmlosen „Pass auf und schütz Dich!

Ein grosses Vorurteil ist die Meinung gegenüber den Politikern: „Ich gehe nicht mehr abstimmen. Die da oben machen sowieso was sie wollen!“ Diese Aussage ist im Falle der Schweiz falsch und zeugt von Dummheit. Denn in der Schweiz können wir jeden Entscheid durch eine von den Bürgern geforderten Abstimmung umdrehen. Anders ist dies im Ausland, in dem die Bürger nur alle paar Jahre ihr Parlament wählen können, das aber nicht im Sinne der Mehrheit entscheidet. Dort herrscht eine Art „Parlamentarische Diktatur!“

„Es ist unverschämt, wie viel all diese Sportler (Federer, Messi, Ronaldo, Peter Sagan) verdienen!“ Dies ist eine typische Neid-Debatte. Man beneidet die „Besten der Besten“, vergisst aber, dass diese nur wenige Jahre viel verdienen können. Man vergisst aber auch, dass die grosse Mehrheit der Sportler nie diese Spitzen-Saläre erreichen.

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