Umgang mit dem Tod - Vorbereitung meines Ablebens
(Teil meiner Autobiografie "Ich habe gelebt ! Letzte Aenderung: Version 1.2 vom 1. Okt. 2016)


Mein Weg in die Ewigkeit

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin ein glücklicher Mensch mit ein paar Narben in der Seele. Ich habe ganz tolle Freunde und Freundinnen im In- und Ausland, die ich nicht missen möchte. Ich geniesse mein Leben in vollen Zügen mit allen meinen Sinnen. Ich bin weder schwermütig, noch depressiv. Ich bin körperlich und geistig gesund, fit, voller Lebensfreude, Interessen und Plänen für meine Zukunft. Kurzum: Besser kann es mir nicht gehen. Ich bin mir aber bewusst, dass dies alles unverhofft und schnell zu Ende gehen kann.

In der Vergangenheit verdrängte ich alles Unangenehme. Dazu gehörten auch die beiden immer aktueller werdenden Themen "Alt-werden" und "Tod". Ich erschrecke manchmal, wenn ich realisiere, dass ich bereits über 70 Jahre alt bin und rund um mich herum die Granaten einschlagen. Und sie kommen immer näher!

Meine Prostata-Krebs-Operation im Oktober 2009 war ein erster einschneidender Eingriff in mein Leben. Abgesehen von meiner Diphtherie-Erkrankung in meiner Kindheit war ich zum ersten Mal schwer krank und im Spital. Zum ersten Mal realisierte ich, dass ich sterben kann. Ich befasste mich erstmals und ernsthaft mit meinem eigenen Tod. Ich begann mit dem Schreiben an einer "Patientenverfügung". Diese erweiterte ich mit meinem letzten Willen. Ich überlegte mir, wie ich beerdigt werden will. Vielleicht in einem anonymen Gemeinschaftsgrab?

Bereits während dieses Spitalaufenthaltes realisierte ich, dass ich Glück gehabt hatte, weil die behandelnden Chirurgen alle Krebszellen erwischt und herausoperiert hatten. Ich war ein Glückpilz, ich hatte überlebt!

Seither kann ich mit Freunden über meine letzten Jahre sprechen und am Fernsehen Diskussionen über dieses Thema "Tod und Sterben" interessiert verfolgen. Es belastet mich nicht mehr. Im Gegenteil, es zeigt mir, dass ich mit meiner Ueberzeugung und Vorkehrungen auf dem richtigen Wege bin.

In der Zwischenzeit änderte sich viel in meinem Leben. Ich trat im Spätsommer 2011 der Sterbehilfsorganisation EXIT bei und bezahle dafür Fr. 45.-- Jahresbeitrag. Ich bin frei in meinen Entscheidungen. Im Notfall kann ich jederzeit ohne Wartefrist auf die Dienste der EXIT zugreifen oder darauf verzichten. Aus meiner ursprünlichen Patientenverfügung entstand ein Dossier mit allen Unterlagen, die nach meinem Tod gebraucht werden. Darin befindet sich nun mein Testament, ich legte meine eigene Todesanzeige fest, fügte eine Adressliste für den Versand der Todesanzeigen bei und bestimmte die Art meiner Abdankung mit meiner Lieblingsmusik, bestimmte die Beisetzung im Gemeinschaftsgrab inkl. meines Kleiderwunsches "sportliche Freizeit-Kleidung" meiner Freunde. In einer weiteren Beilage findet man eine Liste mit den Kontaktpersonen für meine Versicherung, Bankverbindungen, meiner Wohn-Adressen in Istrien und Thailand etc.

Nach meinen Problemen mit meinen Kindern musste ich einen Ersatz suchen, der im Falle eines Falles meine Interessen wahrnehmen würde. Im Sommer 2013 habe ich meine Pläne und Vorstellungen für den Fall meines Todes mit meiner lieben Freundin Monica und mit meiner Schwester Christina besprochen. Sie sind meine neuen Bezugs- und Vertrauenspersonen.

Nach dem schweren Skiunfall von Michael Schumacher am 29. Dez. 2013 schrieb ich beiden, dass ich in einer solchen Situation bei derart schweren Gehirn-Schäden niemals mittels Maschinen am Leben erhalten werden will. Man soll mir aus Rücksicht zu meinem fortgeschrittenen Alter und erfüllten Leben, auch wenn noch eine 40-50%ige Chance zum anständigen Weiterleben bestehen sollte, die Maschinen abstellen. Ob ich mit meinem bisherigen Glück nochmals gesund werden würde? Dieses Risiko, als geistig und körperlicher Krüppel dahin zu vegetieren, soll mir erspart werden. Ich möchte lieber in Würde sterben, denn ich habe über 70 Jahre gut gelebt und brauche keine Experimente mehr.

Hilfe !!! Ich will nicht wie ein Tier krepieren

Ich verfolgte danach mit grossem Interesse, wie andere Leute wie der Fussballer und Trainer Timo Konietzka oder der Politiker This Jenny mit ihrem Leben, ihrer Krankheit und dem Abschluss ihres Lebens umgingen. Es faszinierte mich, wie sie sich alle Wege offen liessen, bis es endgültig war und es keine Aussicht auf Heilung gab. Sie wurden zu meinen Vorbildern.

Seither ist für mich klar, dass ich niemals "verrecken" will, wie ich es immer nannte. Ich wusste aber auch, dass ein Selbstmord unheimlich viel Mut und Verzweiflung fordert, und auch schief gehen kann. Dies habe ich im Internet recherchiert. Aus diesem Grund kam nur Sterbehilf-Organisation EXIT in Frage!

Der Tod mit EXIT ist für mich eine Option, aber nicht mein Ziel. Vielleicht sterbe ich mit einem Herzschlag. Vielleicht auch an einem Unfall, oder schlafe ein wie meine Mutter. Für den Fall jedoch, dass die Aerzte mir eine unheilbare Krankheit diagnostizieren, möchte ich den Weg mit EXIT gehen, bevor unerträgliche Beschwerden und Schmerzen mich leiden lassen. ICH werde entscheiden, wann die Zeit gekommen ist.

Organspende

Falls meine Organe brauchbar sind, ist es mein Wille, dass nach meinem Tod jegliche Organe, Gewebe und/oder Zellen entnommen werden dürfen.

Mein Tod in Thailand. Was nun?

Ich verbringe jährlich viele Monate in Thailand. So besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich hier in Thailand sterben werde. In diesem Falle stellten sich mir viele Fragen: Soll mein Körper in die Schweiz gebracht werden? In welcher Form? Im Bleisarg oder verbrannt als Asche? Oder will ich sogar eine buddhistische Zeremonie mit Kremation? Mit Ausschütten meiner Asche im Meer?

Nach einigen Ueberlegungen und Gesprächen mit Freunden wünsche ich mir eine buddhistische Zeremonie mit Kremation in Thailand. Sofern Pat noch lebt, soll ein Teil meiner Asche ins Meer des Tempels "Wat Hong Thong" (Bang Pakong District, Chachoengsao) zwischen Samut Prakan und Chonburi gestreut werden. Andernfalls ins Meer bei Hua-Hin. Ich sehe davon ab, dass meine Urne mit Asche von mir in die Schweiz gebracht und dort beerdigt wird.

Ich erwarte auch nicht, dass jemand aus meiner Familie und Verwandtschaft nach Thailand reist, um von mir Abschied zu nehmen. Seien wir ehrlich: Dies wäre in grosser zeitlicher und finanzieller Aufwand und Stress, der mir in meinem christlichen Glauben nichts mehr bringt. Zu einem fröhlichen Zusammensein in Basel auch ohne Urne aber in Freizeit-Kleidung habe ich keine Einwände und würde es sogar unterstützen, denn es waren immer schöne Momente, wenn sich die Freunde und Verwandtschaft wieder einmal trafen.


In diesem Tempel soll meine Asche ins Meer gestreut werden

Standort-Map des "Wat Hong Thong"

Klick auf nachstehendes Feld:

Press hier:
Google Map mit dem "Wat Hong Thong"

Standort: Song Khlong, Bang Pakong District, Chachoengsao

 

Autobiografie von Max Lehmann
Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen
Jump to (1 kB)

Zur Homepage
Jump to (1 kB)

Zur Autobiografie