Pat - my Girlfriend from Thailand
(Kapitel aus meiner Autobiografie "Ich habe gelebt !" Letzte Aenderung: Vers. 1.0 vom 23. Feb. 2016)

 


Feb. 2010 anlässlich der Hochzeit von Sarina

Unsere Geburtstage lagen nahe beieinander. Pat war ziemlich genau 11 Jahre jünger als ich. Geboren am 19. Dezember 1953 in Bangkok als Patisson Sungpoon, genannt wurde sie "Pat". Sie hatte 6 Geschwister, 2 ältere Brüder und 4 Schwestern, wobei heute 2 Schwestern in Australien leben. Wegen ihrer etwas dunkleren Hautfarbe, die in Thailand als Farbe der "Armen" bezeichnet wird, wurde sie durch ihre Eltern immer benachteiligt. Ihre Geschwister bekamen Geschenke, Pat nichts.

Ihre Kindheit und Jugendzeit

Als Pat 10 Jahre alt war, liessen sich ihre Eltern scheiden.... und verkauften das Haus und hatten keinen Platz mehr für die Kinder. Anfänglich wohnte Pat bei ihrem älteren Bruder, der bereits verheiratet war. Nach einiger Zeit gab es Probleme, da seine Frau es nicht mehr wollte, dass er auch für Pat aufkommen musste. Er verliess seine Frau und die Wohnung, in der Pat lebte.

Bereits vor der Scheidung Ihrer Eltern aber auch nachher hatte Pat einen engen Kontakt zu ihren ehemaligen Nachbarn, den heutigen Freundinnen Pee'el und Doy in Amerika (Colorado). Sie wurden zu ihrer neuen Familie. Pat liebte diese Familie über alles und nennt immer noch die beiden Freundinnen "America Sister". Immer wenn es ihr schlecht ging, konnte sie zu dieser Familie gehen.

In dieser schweren Zeit arbeitete ihr zweit-ältester Bruder Marx im nahen Tempel und half den Mönchen beim Heimtransport der erbettelten Speisen. Wie es der Zufall wollte, Pat besuchte ihren Bruder, traf den Mönch und schilderte ihre Situation, dass sie und ihre Schwestern kein Dach über dem Kopf hätten, weil ihre Eltern sich haben scheiden lassen und die Kinder weggeschickt hätten. Der Mönch erlaubte den 4 Mädchen in seiner kleinen Zelle zu schlafen. Von da an lebten die 4 mit dem Mönch zusammen, kleideten sich aber als Knaben. Besuchten die Schule, gingen mit ihm Essen betteln: zuerst der Mönch und dann hintereinander die 4 Mädchen resp. Knaben

4 Jahre lang lebten sie und ihre 3 Schwestern mit dem Mönch. Der Mönch sorgte für sie und gab ihnen Geld für die Schule. Sie musste sich jedoch wie ein Knaben anziehen und benehmen, um nicht aufzufallen. Als sie jedoch Geschlechtsreif wurden, musste sie den Tempel verlassen.

Nach der Tempel-Zeit wohnte Pat mit ihren 4 Schwestern wieder zusammen bei ihrem Vater in einem kleinen Raum.

Pat verdiente sich Geld mit Arbeit. Tagsüber war sie in der Schule und in der Freizeit machte sie Cat-Walking, Modeschau. Sie ging 1-2 mal pro Woche auf die Universität und arbeitete die restliche Zeit, um die Universität und das Leben bestreiten zu können.

Später arbeitete sie auch als Lehrerin, bevor sie ins Hotelfach wechselte, wo es mehr Geld zu verdienen gab. Im Hotelfach war Pat sehr erfolgreich und führte lange Zeit den Innendienst eines grossen Hotels mit über 200 Mitarbeitern.

Pat ist erwachsen

Pat hatte 2 Kinder. Mit 20 Jahren bekam sie Geng. Es war ein Unfall, wie sie selber sagt. Sie war nie mit Gengs Vater zusammen und auch nie mit ihm verheiratet. Später traf sie ihren Jugendfreund, einen Chinesen und zog mit ihm zusammen. Aber sie heirateten nie. Er war Besitzer einer Porzellan-Manufaktur. Die beiden waren reich. Von ihm gebar sie am 30. Aug. 1985 Snooker. Sie war stolz auf ihren Sohn. Ihr Traum war jedoch ein Mädchen. Etwa 1-2 Jahre später kam dann das grosse Unheil. Sie weilten südlich von Hua-Hin am Meer. Ein grosse Welle riss Pat und ihren Mann weit ins Meer hinaus. Ihr Mann ertrank. Pat konnte nicht schwimmen. Sie wurde aber dennoch lebend geborgen, lag aber längere Zeit im Koma und verlor dabei ihr Baby, ein Mädchen. Diesen Verlust hat sie nie vergessen und mir immer wieder davon erzählt.

Pat stürzte sich anschliessend ins Erwerbsleben. Als Managerin führte sie den Innendienst eines grossen Hotels in Bangkok mit über 200 Mitarbeitern. Sie baute ihr Haus um. Lange Zeit verdiente sie viel Geld.


Pat (2009)

Was nun folgte, ist das typische Ende einer thailändische Erfolgs-Geschichte. Es muss nach 2000 gewesen sein, dann ging es langsam bergab. Das Hotel ging in Konkurs, sie verlor ihren Job. Sie versuchte sich mit eigenen Geschäften, verlor aber viel Geld in einem Souvenir-Shop im Lumpini-Park. Ihr Coffee-Shop wurde komplett ausgeraubt, als sie mit mir in ChiangMai weilte ... und 1 Taxi ging in den Fluten des Hochwassers von 2011 unter. "My money is gone" sagte sie bitter!

Dieser Niedergang und Verlust von viel Geld war der Grund für ihre spätere Krankheits-Phase. Sie frass alles in sich hinein und verzweifelte fast. Sie hatte Existenz-Angst. Aber ein Thai würde sich nie beklagen! Sie sprach nie darüber und war äusserlich immer zufreiden und glücklich.

Meine Zeit mit Pat ab Herbst 2008

Pat lernte ich in meinem 1. Thailand-Winter am 9. November 2008 auf einer mehrtägigen Reise ihrer ehemaligen Schulklasse in den Norden Thailands nach Chiang Mai kennen. Ich war erst 4 Wochen in Thailand und wurde von Toni und seiner Frau Usa auf diese Reise mitgenommen. Dabei lernte ich bereits am ersten Abends Pat kennen. Sie war mir von Anhieb an sympatisch. Ihr gebräunter Teint hat mir ausnehmend gut gefallen. Ihre feurigen Augen hatten mich faszinirt. Pat war ein lebensfroher Mensch. Wir hatten eine grossartige Zeit mit vielen Höhen und auch Tiefen gesundheitlicher Art.

Pat war eine liebenswürdige Frau. Sie war eine typische Thai und liebte das Shopping. Ihre Lieblingsfarbe war Violett. Aber immer wieder sehr zurückhaltend: "Just look, do not buy". Wir beide konnten uns in Englisch unterhalten. Wir entwickelten dabei ein eigenes Englisch, mit alle den Fehlern. Aber wir verstanden uns. Pat gab sich viel Mühe, mir einige Wort in Thailändisch beizubringen. Vorallem allem das "Hoch-Thailändisch" stand ihr nahe. Ich war aber nicht so talentiert, wie Pat im Englischen.

Pat liebte Fernsehen und Kino, die Shows und Komödien. Der Channel 3 am Fernsehen war Ihr Lieblingssender. Er berichtete von den Rothemden. Pat war Mitglied bei den Rothemden, der Partei des Mittelstandes und der Bauern. Von den Themen her entsprach diese Partei den europäischen Sozial-Demokraten. Anlässlich der Machtübrnahme durch das Militär im 2014 wurde Pat verhaftet und gefoltert. Erst nach 1 Woche und Bezahlung von 100'000 Baht (Fr. 3'000.--) wurde sie freigelassen, musste jedoch ihren jeweiligen Aufenthaltsort immer melden. Ihren Pass musste sie abgeben. Pat hat darüber nicht oft gesprochen. Aber sie war masslos über das thailändische Militär und ihr Land enttäuscht. Es muss in ihr gekocht haben, aber Thais zeigen keine inneren Regungen. Sie bewahrte ihr Gesicht.

Eine grosse Freude konnte ich ihr bereiten, wenn wir in den "Eispalast 31" (Thirty-One-) gingen, denn sie liebte das Minth-Eis über alles.

Wenn wir zusammen waren, dann war ich immer Gast. Ich durfte nichts anrühren, auch nicht die Teller in die Küche bringen. Ich musste mich daran zuerst gewöhnen. Gewöhnen musste ich mich aber auch an die thailändischen Sitten: "das "Nein-"sagen ist verpönt. Es ist despektierlich und zeugt von Ablehnung. Kein Thai wird "Nein" sagen. Man sagt eher "Vielleicht ein ander Mal?"

Die Schrecklichen 2 Jahre im Spital zwischen April 2010 und Sommer 2012

Ich schrieb damals in mein Tagebuch die folgenden Zeilen:

Zutiefst erschüttert war ich nach dem heutigen Telefon mit Pat in Thailand. Es war schon lange Tradition, dass ich sie jeden Sonntag-Morgen anrief. So auch heute am 25. April 2010 um 11 Uhr. Aber bereits nach den ersten Worten merkte ich, dass dies kein normales Telefon sein würde. Sie erzählte mir, dass sie immer noch im Spital sei und unter grossen Schmerzen leide. Sie hätte Magen- und Unterleibsschmerzen und werde bestrahlt. Sie können nichts mehr essen und nicht mehr gehen. Sie sei so müde. Ihr Sohn Snooker schlafe im Spital bei ihr. Sie glaube nicht mehr, dass sie dies überleben werde ....... Pat ist 57 Jahre alt.

Thailand und Pat gehören für mich zusammen. Mit Pat verbindet mich eine tiefe Freundschaft. Am 9. November 2008 habe ich Pat anlässlich einer Reise in den Norden von Thailand nach Chiang Mai kennen gelernt. Seit dieser Zeit haben Pat und ich viel unternommen. Fast jeden Monat war ich zu Besuch in ihrem Butterfly-House in Samut Prakan, einem Vorort von Bangkok, wo sie wohnte. Oft kam sie aber auch nach Hua-Hin. Dank ihr, bin ich nach den desaströsen Erfahrungen mit dem "Hausherrn" im 2008 in Thailand geblieben. Pat ist eine grosse Liebhaberin von Schmetterlingen. In ihren meisten Kleidern, dem Schmuck aber auch in ihrem Hause findet man Schmetterlinge. Es gehörte zu unseren Vorlieben, weitere Schmetterlings-Objekte auf Märkten und Geschäften zu suchen und zu finden. Dank ihr erlebte ich das Thailand aus Sicht der Einheimischen.

"I have a plan" pflegte sie mit funkelnden Augen zu sagen und dann ging es mit ihrem Auto zu einem der vielen wunderbaren Tempel, einem Shopping Center, einem alten chinesischen Markt oder einer anderen Sehenswürdigkeit. Sie nahm mich mit auf Reisen mit ihren Freunden durch ganz Thailand. Gemeinsam besuchten wir auch Kambodscha und Laos. Fürs 2011 war Vietnam eingeplant gewesen.

Ich bin sehr traurig, denn vermutlich werde ich Pat nicht mehr sehen, aber die Erinnerung an eine wunderbare Frau bleibt bestehen. Ich erinnere mich an ihre traurigen Augen, als wir uns vor etwas mehr als 5 Wochen am Flughafen Bangkok verabschiedeten. Heute weiss ich, sie wusste von ihrer schweren Krankheit und sie wusste, dass wir uns nie mehr sehen werden.

Diese Zeilen schrieb ich im Sommer 2010 als Pat den 2. Sommer im Spital verbrachte. Aber es kam glücklicherweise ganz anders. Auf einmal ging es erstaunlich aufwärts. Sie ging nämlich im Sommer 2012 zum ersten Mal in einen Tempel zu den Nonnen in den Bergen vom Isan. Im Dez. 2012 unterzog sie sich einer Akupunktur-Behandlung bei einem alten chinesischen Arzt. Sie war seine letzte Patientin, bevor er sich endgültig in seine Heimat China zurückzog und leider im Frühjahr 2014 starb.

Das Ergebnis der Akupunktur war erstaunlich: Pat hatte keine Schmerzen mehr am Knie, keine Arthrose und auch keine Herzbeschwerden. Sie hüpfte wie ein junges Mädchen und brauchte keine Tabletten mehr. Ich vermute, dass die Kombination Akupunktur und der Aufenthalt im Tempel zu diesem Ergebnis geführt hat. Sie ist nun glücklich und unbeschwert. Sie verbringt nun die Zeit während meiner Abwesenheit im Tempel, kocht und putzt dort für die Nonnen, und im Winter, wenn ich in Hua-Hin bin, kommt sie herunter und wir verbringen gemeinsam unsere 5 Monate.

Pat geht es wie einem jungen Reh

In der Folge machten wir Reisen durch Indien. Pat lebte auf und war fit. Sie umsorgte mich wie eine liebende Ehefrau und schaute auf meine Gesundheit. So gab es mehrmals im Tag ein Glas Sprudelwasser mit Zitronensaft, gesüsst mit 1-2 Löffel Honig. Wir führten den Kino-Donnerstag ein, denn Pat war ein grosser Kino Fan, ich weniger. Jeweilen am Donnerstag hatte sie frei zu Hause, ging ins Market-Village ins Kino und machte anschliessend Shopping. Sie brachte immer etwas nach Hause. Nicht nur Kleider, sondern auch feines Essen.

Ihr letzter grosser Auftritt

Es sind wenige Wochen her, Mitte Dezember 2014, als Pat den schönsten Moment ihres Lebens erleben konnte, wie sie es selber formuliert: Den Universitätabschluss ihres Sohnes Snooker an der grossen Chulalongkorn-Universität in Bangkok. An derselben Universität, in der auch König Bhumibol und seine Tochter Sirindhorn studierten. Sie war stolz und genoss dieses Gefühl. Ich durfte sie an die Feierlichkeiten begleiten und habe mich dazu besonders festlich gekleidet,


Eine stolze Pat anlässlich der Diplomfeier von Snooker mit ihrer jüngeren Schwester Muu

An der abendlichen Party traf Pat sich mit ihrer Familie, ihrem Bruder und vielen Freunden. Ich habe es oben erwähnt, dass sich Pat immer eine Tochter gewünscht hatte. Aus einer Beziehung ihres ältesten Sohnes Geng entstand DuThi, die sie liebte, wie ihre eigene Tochter.


Pat mit ihrem grossen Sohn Snooker und der Enkelin DuThi

Der grosse Schock!

Am 5. Jan. 2015 rief mich Pat mit krächzender Stimme an. Sie sei im Spital in Bangkok und müsse bestimmt 2 Wochen bleiben, meinte sie. Ich soll mir aber keine Sorgen machen. Ich konnte sie nicht mehr fragen, in welchem Spital sie denn sei. Bereits 1 Tag später konnte ich sie am Telefon nicht mehr verstehen. Sie hat ihre Stimme ganz verloren. Wir tauschten noch ein paar SMS aus, bis auch diese mich nicht mehr erreichten.

Was war geschehen. Pat war in Bangkok und fuhr in einem öffentlichen Kleinbus mit 4 anderen Passagieren, als neben dem Bus von einem Lastwagen Chemische Substanzen auf den Boden fielen und explodierten. Pat war innert Kürze bewusstlos und wurde mit den anderen betroffenen Passagieren ins Spital gebracht. 3 der anderen verstarben auf dem Weg ins Spital, eine 4. Kranke 2 Monate später. Pat lag bis Ende März im Spital. Sie kam nur kurz für 2 Tage nach Hause, um mich zu verabschieden, als ich auf dem Heimweg in die Schweiz bei ihr in SamutPrakan einen Zwischenstop machte.

Gegen Ende März konnte sie dann das Spital verlassen und begab sich mit ihrer kleinen Enkelin DuThi nach Hua-Hin, wo sie ein paar Tage sich erholte, bevor sie mit dem Auto in ihren Tempel in der Bergen vom Isan fuhr. Sie freute sich gewaltig darauf und ich glaube auch, diese Zeit dort hat ihr gut tun. Es war aber nicht nur ein Vergnügen, denn Pat musste sich entscheiden, ob sie zu einer Augenoperation mit einer 50:50-Chance einwilligen soll, die noch nach dem Unfall anstand. Ende April kam Pat zurück und liess sich operieren. Nach 1 Woche wurde ihre schwarze Binde entfernt, die ihre Augen vor Licht schützten. Es muss ein gewaltiges Freude gewesen sein, als sie auf beiden Augen sah. Als erstes rief sie mich in Istrien an, wo ich bereits weilte.

Ihre Gedanken an das Ende

Der bevorstehende Tod war oft unser Thema. Pat war überzeugt, dass sie vor mir sterben werde. Ihr Körper sei nicht mehr so stark wie meiner. Sie hat alles mit ihrem Sohn vorbesprochen. Im Tempel "Wat Nam Daeng" an der Teparak Road, in dem ihre Eltern kremiert und ihre Urne aufbewahrt wird, will sie auch kremiert werden. Aber ihre Asche soll wie die meinige im Tempel "Wat Hong Thong" (Bang Pakong District, Chachoengsao) zwischen Samut Prakan und Chonburi ins Meer gestreut werden.

Das nachstehende Bild hat Pat vor vielen Jahren gemalt und mir am Anfang unserer Beziehung geschenkt. Es hängt bei mir zu Hause in Binningen. Es war ihr Selbstbildnis und Signet in ihrem Coffee-Shop. Ob sie bereits damals ahnte, wie sie als Butterfly diesem Leben entschweben wird?


Ich vermisse Pat. Pat war Thailand. Pat war mein Sonnenschein.
Ich werde Pat nie vergessen,

21. Jan. 2016: Das Jahr fängt ja gut an: Pat haut grusslos ab

Darauf schrieb ich in mein Thailand Tagebuch:


Das letzte Bild von Pat mit ihrer Cinderella (Jan. 2016)

Wir sassen am Donnerstag-Nachmittag 21. Jan. 2016 in trauter Zweisamkeit auf unserem Sitzplatz und erzählten von den speziellen Erlebnissen des gestrigen Tages: neue Brille, den Entdeckungen im 20-Baht-Shop etc. Morgen wollten wir in die Vineyards von Hua-Hin fahren

Pat's Geheimnis

Dann wollte ich Pat eine spezielle Freude bereiten und machte den Vorschlag, im Februar ins Dorf unterhalb des Tempels im Isan zu fahren, in dem Pat im Sommer meditiert. Ich wollte sehen, wo Pat die Monate verbringt, während ich in der Schweiz weilte. Ich hatte schon lange ein ungutes Gefühl, wie ich wieder zu meinem Auto kommen würde, falls Pat etwas passieren sollte, denn niemand kannte den Ort, an dem Pat im Sommer war. Seit ihrem Chemie-Unfall vor 1 Jahr war ihre Gesundheit stark angeschlagen.

Ich muss bei meiner gut gemeinten Idee auf ein aussergewöhnliches Geheimnis gestossen sein, das Pat niemals offenlegen wollte oder konnte. Wow, wie aus dem Nichts explodierte Pat. "Niemals würde sie mit mir dorthin fahren. Dies komme nie in Frage", meinte sie aufgebracht und etwas lautstark. "Es sei viel zu gefährlich auf diesen Strassen!" schwächte sie in einem zweiten Atemzug ab. "Niemals, niemals!"

Ich war ob ihrer Reaktion schockiert und schwieg. Ich war sprachlos und kam gar nicht zum streiten. Was wollte ich auch? Zwei Minuten später gegen 16 Uhr stand Pat auf und meinte, meine Idee sei ein Schock für sie. Sie gehe nun nach Hause nach Bangkok. Pat packte ohne ein weiteres Wort zu verlieren ihre Kleider zusammen und ging ohne Abschiedsworte und ohne Blick zurück aus dem Haus. Sie wollte nicht, dass ich sie zum Bus-Bahnhof bringen würde. Aus Trotz schleppte sie Ihr ganzes Gepäck alleine weg.

Für mich ein weiteres erschreckendes Erlebnis mit einer Frau, die durchdreht! Spinnen die Weiber ab einem bestimmten Alter denn alle? Auch nach 3 Stunden war ich immer noch sprachlos und verstand die Welt nicht mehr. Aber eines steht fest:

So etwas will ich mir nie mehr antun!

Als Hintergrund-Information zu meiner doppelten Enttäuschung und meiner vorigen Aussage muss man wissen, dass Pat in der aktuellen Zeit, in der ich hier in Hua-Hin weilte, also ab Mitte Oktober, die meiste Zeit in Bangkok weilte. Sie hatte Arzttermine, pflegte einen lieben Schulfreund im Spital und bereitete ihre Geburtstags-Party vor etc. Ich war darob gar nicht erfreut und stellte sie deswegen zur Rede. Wir sprachen uns aus und ich meinte, die Sache sei vom Tisch!

Pat war für mich Thailand

Ich gebe zu, Ich mochte Pat sehr. Pat war für mich Thailand. Es war unser 8. gemeinsames Jahr. Mit Pat habe ich viel erlebt. Aus diesem Grund ist meine Enttäuschung umso grösser. Ich weiss, Pat wird nie mehr zurückkommen, denn sie hat mir gegenüber ihr Gesicht verloren. Ich würde auch nicht mehr neu beginnen. Das Thema Pat ist nun eine Geschichte der Vergangenheit.

 

Autobiografie von Max Lehmann
Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen
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