Evelyne, meine Traumfrau (12. Juni 2004 - 11. Juli 2007)
(Kapitel aus meiner Autobiografie "Ich habe gelebt !" - Letzte Aenderung: Version 1.0 vom 2. April 2018)

Augenblicke mit Evelyne
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Groznjan (2004)

Die kurze, aber intensive Zeit mit Evelyne

Evelyne (Geboren am 9. März 1952) war, ist und blieb meine Traumfrau. Wir hatten unzählige Gemeinsamkeiten und Interessen. Es waren sportliche, kulturelle, wir assen auch gerne und genossen einen feinen Wein. Leider hatte Evelyne aber auch ihre schwierigen Seiten: Sie war extrem eifersüchtig, was für mich rätselhaft war, bei ihrer Schönheit. Sie war extrem gefühlsschwankend. Ihre Hochs und Tiefs waren nahe beeinander. Sie stritt bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Auf diese Weise zerstörte sie im Laufe kurzer Zeit alle unsere Gemeinsamkeiten. Beim Radfahren in Spanien zum Beispiel setzte sie sich mitten auf die Strasse und tobte wie ein kleines Kind, weil es für sie anstrengend war. Mitten während eines feinen Essens in einem nobleren Restaurant konnte sie aufbegehren, weil ihr irgendetwas an der Bedienung nicht passte. Beim Nackt-Baden an der Donau konnte sie mir eine Szene machen und behaupten, ich hätte einer Frau zwischen die Beine geschaut.

Es war eine Beziehung, die die ganze Zeit stotterte. Wir waren 2 Wochen in Mautern (NÖ) zusammen, dann fuhr ich entnervt wieder nach Hause, weil Evelyne wieder eine ihrer Anfälle hatte. Und via Telefon haben wir uns dann wieder versöhnt. Wir hätten nie heiraten dürfen, aber ich war zutiefst verliebt und unsere Streitereien konnten diese Liebesgefühle nicht zuschütten. Erst als ich mit meinen Nerven zu Ende war und sogar an Selbstmord dachte, entschloss ich mich für die Scheidung. Dies war dann wieder der richtige, klar denkende Max.

Evelyne ist immer noch meine "Traumfrau". Ich denke oft an Sie und die vergebenen Chancen. Im selben Moment erinnere ich mich aber auch an ihren schweren Charakter. Evelyne ist und bleibt eine Zicke! Ich sage mir immer wieder: Hände weg! Sie ist des Teufels!

Unser Kennenlernen

Evelyne war eine der attraktivsten Frauen auf dem Camping-Platz Solaris in Istrien. Mit ihren blonden Haaren, blauen blitzenden Augen, ihrem stolzen aufrechten Gang, ihrer wunderbaren schlanken Figur und ihrer gebräunten Haut war sie der Traum der meisten Männer. Wenn sie dann noch auf Inline-Skates gekonnt daherrollte, konnte sie sich der bewundernden Blicke der Männer aber auch der Frauen sicher sein. Eveline hat Jahrgang 1952 und wurde mit 34 Jahren die jüngste Grossmutter von Österreich.

Wir kannten uns seit etwa 1985, haben jedoch nur wenige private Worte miteinander ausgetauscht. Ich war damals noch mit Doris verheiratet. Evelyne war oft zu Besuch bei ihren Eltern, den Dölls, die den ganzen Sommer im Wohnwagen auf Solaris verbrachten. Ich wusste, dass Evelyne nicht verheiratet war, aber immer den einen oder anderen Freund hatte. Ich erinnere mich gut daran, dass ich es immer einrichten versuchte, zur selben Zeit wie sie das Geschirr abzuwaschen. Dann haben wir ein paar Worte ausgetauscht.

Jahrelang habe ich Evelyne bewundert. Als ich bereits Solo war, traf ich Evelyne manchmal am Strand. Aber zu mehr als einer Begrüssung kam es nie. Ich war zu schüchtern und meinte, sie sei zu hübsch und unerreichbar für mich. So blieb ich weiterhin ein Träumer und ein "unbekannter" Liebhaber.

Am 12. Juni 2004 nahm ich dann all meinen Mut zusammen und sprach Evelyne am Morgen früh an. Ich kam aus dem Waschhaus vom Zähneputzen, Evelyne vom Joggen und war verschwitzt. Ich fragte sie, ob wir nicht einmal zusammen essen gehen wollten? ...und sie sagte zu!

Am 14. Juni 2004 habe ich sie erstmals ins Restaurant Dvi Murve ausgeführt. Ich werde diesen Abend nicht so schnell vergessen. Sie trug ein leichtes, ausgeschnittenes, rotes Cocktail-Kleid mit hohen Absätzen und war damit etwas grösser als ich. Dies störte mich gar nicht. Ich träume ja von Beinen in High-Heels. Sie sah aus wie eine Prinzessin. Ich war wie hingerissen und begeistert. Mit einem Lächeln fragte sie mich: "gefall ich Dir?".

Alles hatte bestens angefangen. Wir waren täglich zusammen und haben geschmust: im Swimmingpool, am Meer und abends beim Strandspaziergang. Aber 3 Tage später musste Evelyne unverhofft und ohne grossen Abschied nach Hause zurückreisen, weil in ihre Wohnung eingebrochen wurde. Es schien in mir eine Welt zusammenzubrechen. Sie gab mir noch ihre Telefonnummer und reiste ab.

In den nächsten Tagen telefonierten wir stundenlang miteinander. Skype ging zu der Zeit noch nicht auf dem Campingplatz, nur das normale Mobile-Phone. Die Konsequenz war eine explodierende Tf.-Rechnung von gegen 1'000 Franken. Die Tf-Rechnungen in den Folge-Monaten wurden nicht etwa kleiner. Ich habe Belege der Monate Juli - Sept. 2005 gefunden mit monatlichen Telefon-Gebühren zwischen Franken 780 und 980.

Auch Evelyne hat es weh getan, als sie mich verlassen musste. Sie meinte am Telefon, dass sie gerne nochmals zurückkäme, um mit mir das Abschiedskonzert vom 3. Juli von Luciano Pavarotti in der römischen Arena in Pula zu besuchen. Ueber Edo organisierte ich 2 Tickets. Sie waren horrend teuer, aber diese Investition sollte sich bezahlt machen. Es wurde ein herrlicher, unvergesslicher Abend und war der Beginn unserer 3-jährigen extasischen Zeit.

Evelyne blieb noch 2 Wochen auf Solaris. Sie schlief bei mir. Am frühen Morgen ging Evelyne zurück zu ihrem Eltern-Wohnwagen mit dem Kopfkissen unter dem Arm. Nur Bärbel Dumont ist dies einmal aufgefallen. Sie hat sich gefragt, warum Evelyne wohl ein Kopfkissen unter dem Arm trage?

Bevor Evelyne wieder nach Hause ging, stand die Frage im Raum: "Wie geht es mit uns weiter?" Ich meinte ganz trocken, denn ich hatte mir diese Frage auch schon überlegt: "Ich besuche Dich in Mautern. Es sind nur rund 800 km ab Basel, habe ich nachgerechnet."

Mein Leben bei Evelyne in Mautern

Am 20. Okt. 2004 schrieb ich folgenden Vers in mein Tagebuch:
Es wohnte eine Frau in Mautern.
Mit ihr kann man nicht nur plaudern.
Das merkte aus Basel der Max.
Nun ist sie bereits sein Schatz.

Ich war anschliessend jeden Monat, wenn wir beide nicht in Solaris oder auf Reise waren, zu Besuch in Mautern bei Evelyne. Immer etwa 2-3 Wochen je Monat. Evelyne arbeitete halbtags. Am Nachmittag und Abend unternahmen wir irgendetwas. Tagtäglich habe ich neues erlebt. Fasziniert haben mich die fremd klingenden Dialekt-Ausdrücke, von denen ich hier ein paar phonetisch niederschreibe: "glätzeln" für kratzen, "verwutzeln" für zerknittert, "verwordageld" für durcheinander. Genossen habe ich aber auch die österreichischen Ess-Spezialitäten angefangen vom Teufelsroller (=Heringsfilet an scharfer Tomatensauce), über die Kardinalsschnitte und Schaumrolle, Knödel, Mohnnudeln, Kren (=Meerrettich), Blunze (=Blutwurst), Liptauer, Brettljause Knoblauch auf Schmalzbrote. Das letztere hatte bei mir die unangenehme Nebenwirkung, dass ich auf der Toilette veritable Trompetenkonzerte veranstaltete.

In den kalten Herbst - und Winter-Monaten ging wir oft in die Willi Dunggl-Feng-Shui-Sauna in Gars im Kamptal. Einer einmaligen Wohlfühl-Oase. Und anschliessend zu einem feinen Essen, das nie fehlen durfte.

Den Heiligen Abend 2006 verbrachten wir bei Evelynes Tochter Petra inmitten der ganzen Familie. Es gab den traditionellen Truthahn-Braten und Karpfen-Filets, die wir direkt beim Fischzüchter im Waldviertel holten. Ich erinnere mich gerne an diese Tage. Evelyne war verliebt wie ein Teenager und zeigte es auch, indem sie sich auf meinen Schoss setzte.

Nach unserer Verlobung stellte sich die Frage: wo wohnen wir? in Basel oder Mautern? Wir entschlossen uns, dass wir an beiden Orten wohnen sollten. Ich bleibe zwar in Binningen, sollte mir jedoch eine Zweit-Wohnung im Raume Mautern suchen. Wir schauten manche Objekte an, aber keines passte mir. An jedem hatte ich etwas auszusetzen. Es war, als ob mein Innerstes sich dagegen sträubte, nach Oesterreich zu ziehen.

Sport, eine unserer Gemeinsamkeiten

Das tragische an unserer Beziehung war, dass wir unzählige gemeinsame Interessen hatten. Diese konnten aber unsere Probleme nicht verdrängen. Es waren nicht nur das Kulinarische, oder die klassische Musik, die wir gerne zusammen ausübten und genossen, es war auch der Sport.

Evelyne war wie ich eine grossartige Inline Skaterin und Eisläuferin. Es war ein herrlicher Anblick, wenn wir zwei auf dem Donau-Uferweg mit zügigen Schritten dahinrollten. Vorallem Evelyne war mit ihren wehenden blonden Haaren und ihren langen Beinen nicht zu übersehen. Im ersten Winter 2004/05 zog es uns auch auf die Kunsteisbahn in Krems, wo wir bei eisiger Kälte unsere Runden drehten.

Als ich das erste Mal Evelyne in Mautern besuchte, nahm ich mein Rennrad mit, um die Zeit, während der sie arbeitete, zu überbrücken. Ich entdeckte dabei die wunderbaren Radwege der Donau entlang. Damit Evelyne mich begleiten konnte, kauften wir für sie ein schönes Merida-Rennrad. Fortan waren wir ein harmonisches Team und machten die ganze Umgebung unsicher. Evelyne machte eine blendende Figur auf dem Rennrad. Sie war eine Stylistin. Evelynes Höhepunkt als Rennfahrerin war bestimmt die Fahrt hinauf nach Sassetta im Raume Follonica im Rahmen der Radrenwoche 2005 in der Toscana.

Evelyne auf dem Rennrad
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Ich wurde zum Heurigen-Fan

Ob nach unseren gemeinsamn Radausfahrten oder auch mit dem Auto, oft stand ein Heurigen-Besuch auf dem Programm: Beim 13er und dem Zederbauer in Palt, Anton Notnagel in Spitz, Buchinger in Mauternbach, Heurigen beim Skorne, beim Hinterleitner in Stiefern, beim Hutter, beim Gausterer, beim Kammleitner, beim Pichler ..... Namen, die ich nie vergessen werde. Die Heurigen-Kultur in der Wachau ist einfach grossartig.

Gemeinsame Ferien auf Gran-Canaria und in Aegypten

Den Sommer verbrachten wir in Istrien auf Solaris oder auch in Mautern. Den Herbst/Winter unterbrachen wir duch Ferien im warmen Süden. Zweimal zog es uns nach Maspalomas auf Gran Canaria und einmal zu einer Nilfahrt mit Badeferien in Hurgada/Aegypten. Ueber diese Ferien berichte ich unter dem Kap. "Ferien mit Evelyne".

Cindy, die uralte Hundedame von Evelyne

Cindy war ein Mischling. Ich lernte sie als 15-jährige Dame kennen. Sie hörte nicht mehr allzu gut, war aber sehr anhänglich. Ich habe mich bestens mit ihr verstanden. Ich war es auch, der ihr in Spanien, als sie sehr krank war, eine Spritze geben durfte. Auch erinnere ich mich an die paar Nächte, als sie Durchfall hatte und ich alle 2-3 Stunden, durch den Wecker aufgeweckt, sie vors Haus trug. Cindy überlebte unsere Ehe.

Cindy fühlte sich auch wohl in unserem Vorzelt auf Solaris. Hier war ihr Kistchen. Wenn Evelyne und ich ausgingen, konnten wir sie problemlos zu Hause lassen. Sie wachte an der Eingangstür und machte keinen Schritt nach draussen. Wenn wir bei ihren Eltern sassen und Cindy müde wurde, dann machte sie sich alleine auf den Weg und trottete zu unserem Vorzelt in ihr Kistchen.

Brust-Vergrösserung

Evelyne war eine hübsche und sehr eitle Frau. Sie war früher als Modell tätig. Sie hatte Angst vor dem Alter. Sie war mit ihrer Figur zufrieden, einzig ihre kleinen Brüste gefielen ihr gar nicht. So wünschte sie sich als mein Hochzeitsgeschenk eine Brustvergrösserung auf Cup C. Ich war ob dieser Idee gar nicht so begeistert, denn mir gefielen ihre kleinen Brüstchen. Zudem wusste ich, dass man sich immer das wünscht, was man nicht hat. Als ich jedoch sah, wie Evelyne sich ob dieses Geschenkes freute, wurde auch ich begeistert ob dieser speziellen Idee. Ich wollte, dass Evelyne glücklich und stolz auf ihre neue Oberweite sein konnte.

Im Februar 2005 war es soweit. Evelyne liess sich in Wien ihre Brust auf Cup C vergrössern. Nach 3 Tagen im Spital konnte sie bereits wieder nach Hause. Ihr neuen Brüste sahen schön aus. Prall standen sie ab. Als Konsequenz musste sie alle ihre alten BH's wegwerfen und neue kaufen. Evelyne war stolz auf ihre neue Weiblichkeit. Ich muss gestehen, auch ich genoss es, wenn sie stolz ihre neue Oberweite zur Schau stellte.

Hochzeit von Evelyne und Max am Samstag, 8. April 2006

In meinem Tagebuch schrieb ich folgende Zeilen:

Foto Pension Hirtenbrunnen

Wetter: Wir hatten unglaubliches Glück. Noch am Mittwoch hatte es geschneit, am Donnerstag war es empfindlich kühl, jedoch am Freitag erfreute uns bereits blauer Himmel und Sonnenschein bei eher kühler Temperatur, und am Hochzeitstag wars warm und sommerlich. Kurzum ein herrlicher Frühlingstag.

Hochzeitsgäste: Wir wollten nur in kleinem Rahmen mit den Eltern und unseren Kindern und Enkelkindern heiraten. So reisten von Seite Evelyne ihre Eltern Gerdi und Ernst, sowie ihre Tochter Petra mit Klaus und ihren Kindern Philip und Giuliana an. Von meiner Seite kamen meine Mutter, meine beiden Töchter K. und Daniela mit ihrem Mann Eshref.

Ausgangspunkt, Unterkunft und Verpflegung: In Basel war die internationale Schmuck- und Uhrenmesse. Es gab keine Hotels. Wo sollten wir unsere Oesterreicher unterbringen? Alice F. gab uns den Tip mit dem Restaurant Hotel Hirtenbrunnen in Hof/Fröhnd im Wiesenthal ("www.hirtenbrunnen.de"). Der Tip sollte sich als Glücksgriff erweisen, denn das 450-jährige Schwarzwaldhaus hatte das besondere Ambiente und mit Sago (Müller) den umsichtigen Wirt. Die Gaststube und die Schlafzimmer waren echt heimelig. Ein paar sogar mit eigener Dusche und WC. Aber das herausragende und unvergessliche waren die beiden Essen:

Am Freitag-Abend stand ein germanischer Wildschwein-Schmaus mit Met (Honig-Wein) auf dem Programm. Gegessen wurde ohne Besteck, allein mit den Fingern. Das Wildschwein wurde in einem Art Pizza-Ofen mit Tannenholz gebraten. Tannennadeln gaben dem Fleisch einen typischen Geschmack. Die Beilagen waren Schlaraffenland-erprobt: gebratene Aepfel, Pilze, Kartoffeln, selbst gebackenes Brot und Maiskolben. Serviert wurde der Schmaus auf einem grossen etwa 2 m langen Holzbrett, getragen von 2 strammen Männern .... und es schmeckte himmlisch.

Am Samstag-Abend stand dann das Hochzeits-Menue auf dem Programm:

  • Vorspeise: Wildkraftbrühe mit Maultaschen
  • Feldsalat mit Hirschschinken
  • Kalbsrückensteak mit Morchelrahm-Sauce und Spätzli vom Brett, Gemüseplatte
  • Dessert: Eisgugelhopf (=Eispalast) mit blitzenden Wunderkerzen

Bereits am Freitag kam die österreichische Delegation mit Bus angereist. Im Autobahn-Restaurant Würenlos ausserhalb Zürich haben wir sie abgefangen. Nach einer weiteren Stunde Fahrzeit langten wir im Ausgangspunkt der nächsten 2 Tage ein, dem Restaurant Hotel Hirtenbrunnen in Hof/Fröhnd im Wiesenthal, wo wir 3 schmucke Zimmer bezogen. Am Abend gabs dann den berühmten Wildsau-Schmaus.

Am Samstag, 8. April sollte unser grosser Tag mit der Trauung in Binningen sein. Aber er begann mit einem Paukenschlag. Der Oesterreicher Bus versagte seine Dienste. Auch ein Ueberbückungskabel half nichts. Glücklicherweise half uns Sago, der Wirt vom Hirrtenbrunnen, mit seinem Fiat 4x4 aus, sodass wir alle Hochzeiter zeitgerecht nach Binningen brachten, wo Evelyne und ich uns noch in die Festkleider werfen mussten. In kürzester Zeit musste geduscht, geschminkt und umgezogen werden. Evelyne sah in ihrem gelben Kleid wie eine Principessa aus .... und strahlte mit der Sonne um die Wette. Ja, ich habe eine wunderhübsche Frau!

Um 11:30 Uhr traute uns Frau Egli vom Zivilstandsamt Binningen in einer wunderbaren Zeremonie mit viel Geschick und Gefühl. Tränen haben uns alle übermannt. Als Hintergrundmusik haben wir Lieder von Paverotti/Zuccero wie z.B. Miserere gewählt, als Erinnerung zum Paverotti-Abschiedskonzert in Pula vom 7. Juli 2004, wo unser Schicksal begann. Philipp, der Enkel von Evelyne, und K., meine Tochter waren unsere Trauzeugen. Roland Stucki unser Hof-Fotograf.

Nach der Trauung fuhren wir auf den Münsterplatz und stiessen auf der Pfalz mit Blick über Basel und den Rhein mit Champagner auf unser Glück an. Ein sog. Partybrot, bestehend aus 3 Reihen Schinken-, Salami- und Käsebrötchen half, den ärgsten Hunger auf den Abend zu verschieben.

Anschliessend ging es etwa 50 Treppenstufen zum Rhein hinunter, wo uns die Leu-Fähre über den Rhein aufs andere Ufer ins Glai-Basel brachte. Ein leichter Spaziergang den Rhein hinauf unter einer der 5 Brücken zur Wilde-Mann-Fähre, die uns wieder über den Rhein zurück ins Gross-Basel führte .... und mit den Autos weiter ins Restaurant Hotel Hirtenbrunnen zum wohlverdienten Zusammensitzen und Geniessen unter dem weit ausladenden Dach des Schwarzwaldhauses. Bis gegen 18:30 Uhr hat uns die Sonne ausgiebig Wärme gespendet.

Bereits am Abend unseres grossen Tages (Hochzeits-Tag) begann es zu regnen, aber am Sonntag zur Heimfahrt der Oesterreicher hat der Petrus seine Schleusen endgültig geöffnet, als wollte er uns sagen: Passt auf Euer Glück auf, denn es gibt im Leben nicht nur Sonnenschein, sondern auch Regen. ...... und es regnete (schneite) in Basel auch am Montag, glüchlicherweise nur vom Himmel. Der Rhein musste sogar für die Schiffahrt und den Fähre-Betrieb gesperrt werden. Ja, wir haben unheimliches Glück gehabt.

Unsere Hochzeit gab mir Gelegenheit, einen "technischen" Rückblick auf unsere Beziehung zu machen:

  • Wir kennen uns nun beinahe 22 Monate, denn am 14. Juni 2004 habe ich Evelyne erstmals in Istrien ausgeführt.
  • In dieser Zeit fuhr ich mit dem Auto insgesamt 26'000 km nach Mautern und zurück und im Sommer weitere 6'200 km von Istrien nach Mautern und zurück.
    • Im 2004 fuhr ich 5x nach Mautern und zurück: 5 x 1660 km = 8'300 km
    • Im 2005 fuhr ich 7,5x nach Mautern und zurück: 7 x 1660 km = 12'450 km
    • Im 2006 fuhr ich 3x nach Mautern und zurück, wobei ich beim letzten Mal Evelyne samt Hündin Cindy endgültig nach Basel mitnahm: 3 x 1660 km = 4'980 km
  • Evelyne war 3x je 1 Woche in Basel

Der Anfang vom Ende: Winter 2006/07 in Spanien

Wir beide hatten eine Gemeinsamkeit, wir liebten die Wärme und die Sonne. Durch Fritz Hees, den wir von Solaris kannten, kamen wir auf die Idee, dem Winter in Europa zu entfliehen und ihn im Süden Spaniens zu verbringen. Evelyne war sofort Feuer und Flamme ob dieser Idee. Ich brauchte etwas Zeit, typisch Steinbock, war dann aber auch nicht mehr zu bremsen.

Am Dienstag, 10. Oktober 2006 starteten wir in Basel zu unserer 1'700km langen Fahrt in den Süden Spaniens. Den Wohnwagen hatte ich in Arlesheim neben einem Lagerhaus abgestellt. Auf den FKK-Campingplatz El Portus bei Cartagena sollte es gehen. Wegen Cindy unserer Hundedame mussten wir auf diesen Hundeplatz. Seine Lage war nicht besonders. Links und rechts waren Berge, die die Sonnenscheindauer arg einschränkten. Er lag am Rande einer Rambla, einem "Bachbett zum Meer". Dies war kein Problem, solange es nicht regnete. Es konnte aber gefährlich werden, wenn die Rambla sich mit Regenwasser der ganzen Umgebung füllte und dieses zum Meer führte. Während unserer Zeit ist dies einmal passiert. Es hat uns Angst gemacht, denn wir konnten während Stunden den Campingplatz nicht verlassen und waren von der Aussenwelt abgeschnitten. Ich hatte bereits unsere Schriften an einem sichren Ort bereit gestellt.

Bereits in Gambrils, wo wir zum zweiten Mal übernachteten, kam es zum ersten Eklat von Evelyne. Sie tobte während unseres feinen Nachessen, ich hatte ein feines Beef vor mir liegen, weil ich ihre Inline-Skater nicht eingepackt hätte. Sie waren immer noch in ihrer Garage in Mautern! Warum sollte ich für ihr Gepäck verantwortlich sein? Für mich war dies zu viel. Ich entschloss mich umzudrehen und wieder nach Hause zu fahren. Ich war bereits auf dem Weg in Richtung Frankreich, als Evelyne sich entschuldigte und mich bat, weiter in den Süden zu fahren.

Auf dem Campingplatz El Portus wurde es mit Evelyne nicht besser. Ich konnte ihr nichts mehr recht zu machen. Sie toble und stritt bei jeder Gelegenheit. Sie tobte, wenn es beim Radfahren etwas schwer wurde. Sie setzte sich dabei mitten auf die Strasse und blieb gegen eine halbe Stunde dort sitzen! Ich brachte sie nicht weg. Sie war wie ein kleines Kind, das etwas nicht erhalten hatte. Sie tobte am Morgen des 28. Novembers, weil ich den Jahrestag unserer Verlobung vergessen hätte. Dabei hatten ich ihn gar nicht vergessen und sogar ein Geschenk bei mir, wollte dies aber erst am Abend übergeben. Diese dauernden Boshaftigkeit brachte bei mir das Fass zum überlaufen. Anfänglich hatte ich Selbstmordgedanken, fing mich aber bald wieder auf und begann nach anderen Lösungen zu suchen, die mein Leben nicht zerstörten. Ich hielt diese "Zicke" nicht mehr aus. Frauen können mit Worten morden!

In Spanien hat Evelyne jede Achtung vor mir verloren. Sie hat mich unablässig beschimpft, mich kritisiert und provoziert. Ich konnte nichts mehr richtig machen. Ich versuchte mich zurückzuhalten, und nicht zurückzugeben. Anfänglich ging das nicht so gut , aber nach wenigen Tagen haben mich ihre mehrstündigen Ausbrüche nicht mehr irritiert. Ich wusste, dass ich damit leben musste, bis ich wieder in Basel zurück sein werde. Ich habe nie Evelyne geschlagen und bin stolz darauf. Ich habe mich jedoch bei dem Kurz-Gedanken erwischt, sie umzubringen: "Wenn sie mich schon zerstört, dann soll sie auch zerstört werden!". Aber der Gedanke an die Gefängnisse in Spanien haben mich unverzüglich eines besseren belehrt.

Mein Entschluss war ganz klar. Ich wollte die Scheidung. In meinem 1. Versuch spielte ich mit offenen Karten, nach Hause zu fahren und dort die Scheidung einzureichen. Dieser Vorschlag scheiterte, weil Evelyne sich weigerte darauf einzugehen. Sie erpresste mich und verlangte von mir, dass ich ihr schriftlich eine lebenslange Rente zusage (mindestens 1300 Euro/Monat). "Mit Euro 1'300 kommst Du nicht davon!"

Der 2. Versuch gelang im Zusammenhang mit Weihnachtsbesuchen unserer Lieben zu Hause. Evelyne sollte nach Österreich zu Ihrer Familie und ich wollte den 95. Geburtstag meiner Mutter feiern.

Am 3. Dez. 2006 fuhren wir nach Hause. Ohne zu übernachten an einem Stück die 1'700 km in 17 Stunden nach Binningen. Mir ging es ums überleben. Ein paar Tage darauf fuhr ich Evelyne nach Oesterreich. Ich blieb nur kurz dort und fuhr wieder zurück. Am Mittwoch, 13. Dezember reichte ich bei Dr. Petitjean die Scheidung ein. Wir waren erst 8 Monate verheiratet!

Das ganze Verfahren war kompliziert. Evelyne musste nach Basel kommen, um die gemeinsame Konvention zu unterschreiben. Um der Konvention zuzustimmen, bot ich Evelyne 24 Monate Unterhalt im Werte von Fr. 70'000.-- an. Anfänglich hatte Evelyne dieser Abmachung zugestimmt, dann aber alles wiederrufen und schlussendlich am 11. Juli 2007 doch die Konvention und damit unsere Scheidung schriftlich abgesegnet, nachdem sie einen eigenen Anwalt beizog.

Ich selber fuhr Anfang Januar 2007 alleine nach Südspanien zurück. Es wurden mir zwar entsprechende Fragen gestellt, aber ich konnte sie alle abblocken "Evelyne habe es hier nicht mehr gefallen!"

Evelyne, eine Zicke, wie es im Buche steht

Ich habe niemals mehr, weder vorher noch nachher, eine Frau kennen gelernt, die einen derart schwierigen Charakter hatte. Sie konnte lieb und anhänglich, dann aber auch misstrauisch, eifersüchtig, stimmungsabhängig, depressiv und schlecht gelaunt sein. Für mich, als Mann der eher dem Streit ausweicht, eine pure Katastrophe!

Unseren ersten Probleme haben bereits wenige Tage nach der Hochzeit begonnen, indem mich Evelyne beschuldigte, sie in der Zeit vor der Hochzeit mit Männern, Frauen und Paaren betrogen zu haben. "Sie werde mir dies noch beweisen" meinte sie wochenlang. Sie hat nie etwas bewiesen, denn ich war sauber. Sie hat sich auch nie dafür entschuldigt.

Diesen unhaltbaren Vorwurf hielt sie wochenlange aufrecht, bis ich am Abend vom 20. oder 21. Mai von Istrien, wo wir kampierten, nach Basel flüchtete. Ich hielt das Leben nicht mehr aus und stand kurz vor meinem Selbstmord. Ich hab's dann nicht durchgezogen, weil ich realisierte, was ich meiner 95-jährigen Mutter damit angetan hätte und fuhr gegen Ende Woche wieder zurück nach Istrien zu Evelyne. Sie meinte darauf: "Ich werde schauen, wie ich damit zurecht kommen werde. Aber ich habe alle Lust auf Sex verloren!"

Seither war der Wurm in unserer Ehe. Evelyne hat die Anschuldigung nie zurückgenommen und nur gemeint: "Sie werde damit leben. Sie brauche Zeit!" Seither war unser bisher prickelndes Sex-Leben mehr oder weniger kaputt.

Evelyne nannte mich geizig, obwohl für sie nur das Beste gut genug ist. Wie haben im 2006 für weit über Euro 1000 vier oder fünf Designer Kleider (Versace etc) gekauft. Die Rad-Utensilien wie Radhosen, Schuhe etc waren 2-4x teurer als meine eigenen! Ich habe mich derweil enorm einschränken müssen und z.B. auch auf ein Navigationsgerät verzichtet.

Evelynes Eifersucht

Evelyne war extremst eifersüchtig. Obwohl ich sie zu Beginn unserer Beziehung danach fragte, gab sie dies nie zu. Ihre krankhafte Eifersucht spürte ich fortlaufend, z.B. wie sie an den Kassen bei Supermarkts (Lidl, Plus, ALDI) auf die Kassiererinnen reagierte und sie mit Verachtung strafte. Diese Verachtung gegenüber anderen Frauen zeigte sie unablässig. Einzig dicke und unansehnliche Frauen waren davor gefeit. Sie nannte meine früheren Freundinnen oder Kolleginnen: "Alte" oder "Tante" (Für Kathrin), "Tanz-Tante" für meine ehemalige Tanzpartnerin etc. Meiner ehemaligen Freundin Esther unterstellte sie während unserer ganzen Zeit, ich hätte immer noch eine Beziehung zu ihr!

Als ich auf Solaris Daniela (eine slowenische Freundin von Bogdan und Milena) der Evelyne vorstellen wollte, kam Evelynre uns keinen Schritt entgegen und hat den Handschlag verweigert. (Obwohl Daniela älter als Evelyne war)

Sie behauptet seit Beginn unserer Beziehung, ich sei ein "Schauer" und hätte an der Donau einer nackten Frau direkt in ihr Schlitzchen geschaut! So ein Mist. Ich brauche dies nicht. Wenn ich ein Schauer wäre, dann würde ich auf Solaris nicht oben bei den alten Leuten campieren und die Sonne geniessen. Dann wäre ich unten am Strand bei den Jungen und Hübschen anzutreffen.

Was habe ich aus der Beziehung mit Evelyne mitgenommen?

Ich habe aus jeder Beziehung mit Frauen etwas positives mitgenommen und bin daran gewachsen. Evelyne hatte die Idee mit den Winteraufenthalten im Süden, d.h. in der Wärme. Diese Tradition habe ich ausgebaut und verbringe seither den Winter in Thailand.

Noch heute schwärme ich von der Wachau. Einer wunderbaren Gegend mit den tollen Heurigen und den nicht minder speziellen Weinen aus Oesterreich. Auch heute noch könnte ich in der Wachau leben.

Ganz besonders freut mich der immer noch funktionierende Kontakt zu Evelynes Enkel Philip. Als ich mit Evelyne zusammen war und sie heiratete, war er derart begeistert, dass er laut sagte: Nun habe ich endlich einen Opi! Dazu steht er immer noch und nennt mich Opi. Seine Zuneigung rührt mich sehr. Mit Philip pflege ich einen laufenden Kontakt über die modernen Kommunikationsmedien wie Facebook. Seit ein paar Jahren kommt er 1x pro Jahr auf Solaris mit seiner Freundin Magdalena.

Zusammenfassung und Ausblick

Es war ein Ende mit Schrecken, an Stelle eines Schreckens ohne Ende

Es gäbe noch viele über unsere gemeinsame Zeit zu erwähnen. Dies würde aber wenig bis gar nichts bringen. Ich bin wieder frei. Ich verbringe den Sommer in Istrien und den Winter in Thailand. Ich habe ein tolles Leben und eine vielfältige Erinnerung an Evelyne, meiner angekratzten und demontierten "Traumfrau"

Man könnte nun meinen. Alles sei gut und ich hätte keinen Schaden davon getragen? Dem ist leider nicht so. Ich bin nicht mehr beziehungs- und partner-fähig. Ich möchte nie mehr ein Scheidung erleben. Ich entdecke bei den meisten gleichaltrigen Frauen, charakterliche und emotionale Aehnlichkeiten zu Evelyne. Ich habe einen Knacks davon getragen!

Daten unserer kurzen Ehe

 

Autobiografie von Max Lehmann
Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen
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Zur Homepage
http://www.maxlehmann.ch
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Zur Autobiografie
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